Sport
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Die Berner mit Simon Moser, rechts, feiern das 3:3 vor Torhueter Tobias Stephan, links, von Zug beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Samstag, 30. September 2017 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Berner Simon Moser (21) feiert das 3:3 gegen Zug.  Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Der SCB ist nach einem 60-Minuten-Drama Leader – und bleibt es bis im März

Der SC Bern steht nach dem 6:3 gegen ein starkes Zug an der Tabellenspitze und wird nun bis zum Schluss der Qualifikation dort bleiben. Die nächste Niederlage folgt wohl erst in Langnau.



Zug gegen Bern. Das Gipfeltreffen. Die intensiven Partien zwischen dem EV Zug und dem SC Bern gehören inzwischen zum Besten, was es im europäischen Klubhockey zu sehen gibt.

Die Zuger haben gegen den SCB im letzten Frühjahr den Playoff-Final in sechs Partien (2:4) verloren. Nun haben wir am Samstag dieses Finale sozusagen im Zeitraffer in einem Drama über 60 Minuten noch einmal erlebt.

Das Finale hatte Zug zum Auftakt mit zwei Niederlagen einen Schock beschert (0:5, 2:4). Der Sieg in Bern brachte die Hoffnung zurück (2:1 n.V) und der zweite Sieg löste Begeisterung aus (3:2 n.V). Aber dann entschied der SCB die Finalserie unerbittlich mit zwei klaren Siegen (6:1, 5:1).

Nach diesem Drehbuch ist auch die Partie am Samstag gelaufen. Der grosse SCB geht 2:0 in Führung. Mit einer gewaltigen Energie- und Willensleistung kehrt Zug zurück, entwickelt eine Dynamik und eine Wucht, die auf helvetischem Eis nur selten zu sehen sind und geht noch im ersten Drittel in Führung (3:2). Begeisterung in Zug. Die Arena bebt. Aber am Ende ist der SCB zu clever und zu ausgeglichen und gewinnt das Spiel auf unerbittliche Art und Weise 6:3.

Publikum gegen Schiedsrichter

Drei Szenen haben das leidenschaftliche Publikum gegen die Schiedsrichter aufgebracht:

Die Schiedsrichter hatten also etwas mit dem Ausgang des Spiels zu tun. Aber sie sind von aller Schuld an Zugs Niederlage freizusprechen. Ja, sie brachten eine dramatische, zeitweise intensive und schwierig zu leitenden Partie gut über die Runden. Entscheidend waren letztlich die gleichen drei Punkte, die auch im Finale ausschlaggebende Bedeutung hatten.

Finale reloaded

Auch so gesehen haben wir noch einmal das Finale erlebt.

«Zu viele Fehler»

Zugs Trainer Harold Kreis suchte keine Ausreden. «Wir hatten im zweiten Drittel genügend Chancen um die Partie zu entscheiden und leisteten uns im letzten Drittel zu viele Fehler.» Ihm gefiel die Reaktion der Mannschaft auf den 0:2-Rückstand. Und in der Tat gilt: Eine gewöhnliche Mannschaft fällt in dieser Situation auseinander. Eine grosse Mannschaft reagiert und wächst über sich hinaus. Zug hat eine grosse Mannschaft. Lino Martschini kam unabhängig von seinem Trainer zur gleichen Analyse. «Wir haben viel investiert und sind nach dem frühen Rückstand wieder ins Spiel zurückgekehrt. Aber wir haben uns zu viele Strafen und zu viele Fehler geleistet.»

Der SCB ist nur mit intensivem, mit Härte und Provokationen gespicktem «Energiehockey» zu besiegen. Keine Schweizer Mannschaft ist dazu in der Lage, solches Hockey drei Drittel lang durchzustehen. Der Meister verliert nur noch, wenn er nicht bei der Sache ist (wie beim 4:5 n.P gegen Lugano nach einem 4:1 im letzten Drittel) oder der Puck einfach den Weg des Gegners geht (wie beim 1:2 in Genf bei 47:20 Torschüssen).

Aber diese Mannschaft ist so gut ausbalanciert, so ausgeglichen besetzt, so gut organisiert und so tempo- und rumpelfest, dass alles andere als ein Durchmarsch zum Qualifikationssieg eine Sensation wäre – wenn Leonardo Genoni gesund bleibt. Mit ihm hat der SCB, wenn es wirklich darauf ankommt, den besseren Torhüter. Wie am Samstag in Zug.

Die nächste Niederlage gibt’s wahrscheinlich erst am 14. Oktober in Langnau. Weil der Meister, dann bis zur Arroganz selbstsicher, die nach wie vor letztplatzierten «Chäsigen» unterschätzen wird. Aber mehr als ein leichtes, kaum wahrnehmbares, kurzes Rütteln auf der Fahrt zum Qualifikationssieg sind solche Niederlagen nicht.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • egemek 01.10.2017 17:51
    Highlight Highlight Als Zuger muss ich sagen, dass dieser Bericht leider viel zu viel Wahrheit beinhaltet... 😕😉

    Aber immerhin gibt es gute Unterhaltung auf dem Eis.

    Was mich aber am meisten nervt sind die sehr vielen EVZ-Sympathisanten hier drin, die gefühlt leider wirklich nach jeder Niederlage dem Schiri die Schuld geben. Klar waren einige Entscheidungen fragwürdig, das ist aber Teil des Sports und gleicht sich über eine Saison aus. Fehlentscheide zu Gunsten des eigenen Teams werden meistens kaum wahr genommen...

    Ohne Schiris keinen Sport!
    • COLD AS ICE 02.10.2017 10:29
      Highlight Highlight da muss ich dir wiedersprechen. es sind immer die gleichen teams die von den schiris bevorzugt werden. der scb, der zsc und der hcd werden stets bevorteilt.
    • Tavares 02.10.2017 11:08
      Highlight Highlight Frag mal die Fans diser Clubs (SCB; ZSC; HCD). Die werden genau das Gegenteil sagen.
      Ist halt sehr subjektiv, welcher Verein bevorzugt wird. Liegt auch an der Sache, weil es eben Situationen gibt, die man unterschiedlich auslegen kann. Wird es auch immer geben, selbst mit Video-Schiris und einem allfälligen "War-Room".

      Und Entscheide gegen das eigene Team bleiben immer länger haften. Am Freitag war es vermutlich auch kein Abseits bei Ebbett, trotzdem wurde das Tor aberkannt. That's Life.
    • egemek 02.10.2017 11:12
      Highlight Highlight Meinst du nicht, dass das daran liegt, dass diese Spiele meinstens intensiver sind als z.B. gegen Kloten und Ambri und daher mehr Pfeffer drin ist und es häufiger zu diskussionswürdigen Entscheiden kommt?

      Sind allfällige Fehlentscheide wirklich so einseitig verteilt wie du schreibst? Ich denke es liegt an der höheren Intensität der Spiele, der dadurch höheren Spannung und geladenen Stimmung, welche die Wahrnehmung verfälscht. Denn wie gesagt: Fehlentscheide zu Gunsten von Zug blendet man meistens gekonnt aus...
  • lucky_sim 01.10.2017 14:23
    Highlight Highlight Die Torhüter machen den Unterschied. Wenn Stephan einen schlechten Tag hat, dann verliert der EVZ mit grosser Wahrscheinlichkeit. Wenn aber Genoni nicht den besten Tag einfängt, so spielt er im Vergleich mit den anderen Goalies der Liga immer noch gut und der SCB hat immer noch gute Möglichkeiten, um zu gewinnen. Das Tor zum 3:5 war ein typischer „Stephan“. Solche bekommt nur er und Conz.
  • goldmandli 01.10.2017 12:24
    Highlight Highlight Bin nicht ganz mit Zaugg einverstanden. Bern hat imo nur Dank des Powerplays gewonnen. Ob diese gerechtfertigt waren oder nicht, wurde bereits zur genüge diskutiert. Bei 5vs5 war es sehr ausgeglichen, eher Vorteile Zug. Ein lockerer Durchmarsch zum Qualisieg wirds wohl nicht.
  • Lance 01.10.2017 12:02
    Highlight Highlight Na ja, der SCB ist im Moment definitiv das Mass aller Dinge. Ob es einem gefällt oder nicht. So wie sie bisher unterwegs sind, traue ich ihnen das Triple zu.
    Das es gegen den dezimierten Aussenseiter HCD resultatmässig nur knapp reichte, hat mich erstaunt. Aber das ist egal. Am Ende zählen die Siege. In der Quali, wie in den PO. Von wegen Strafen. Das gleicht sich in der Regel in einer Saison aus.
    • FaW 02.10.2017 09:47
      Highlight Highlight Allerdings, es zählen schlussendlich nur die Punkte, doch von denen hat " der dezimierte Aussenseiter HCD" auch schon einige auf dem Konto. Nämlich nur 3 weniger als der achso gute (noch) Meister SCB...
  • Hallo22 01.10.2017 11:06
    Highlight Highlight So jetzt wo die Emotionen abgekühlt sind, muss ich sagen mein EVZ hat verdient verloren. Ja der Schiri hat Fehler gemacht, Zug hätte jedoch genügend Chancen gehabt das Spiel für sich zu entscheiden. Wie heisst es so schön :"Wär sie nicht macht der kriegt sie!" Freue mich schon auf den nächsten Match gegen Bern. Denn ich finde Chloisi hat recht, EVZ VS SCB ist im moment etwas vom besten was das Eishockey ausserhalb von der NHL zu bieten hat.
    • COLD AS ICE 02.10.2017 11:22
      Highlight Highlight was bist du denn für ein fan.....verdient verloren??!!? du bist wohl eher ein scb fan.
  • Ordo Malleus 01.10.2017 10:31
    Highlight Highlight Wenn Bern so weiter spielt, wird es für die anderen Mannschaften in der Tat sehr schwierig, den SCB-Meisterexpress zu stoppen.
  • Blitzmagnet 01.10.2017 09:43
    Highlight Highlight "..oder der Puck einfach den Weg des Gegners geht.."
    Wow, ich wusste gar nicht, dass der Puck einen eigenen Willen hat ;)

    Keine Frage dass Bern sehr stark ist, aber mit einer solchen Aussage wird das Gegnerteam schlechter gemacht als es ist.
  • MARC AUREL 01.10.2017 08:26
    Highlight Highlight Treffend analysiert von Herr Zaugg! Klar zu viele Strafen kassiert und die nötige cleverness hat gefehlt um ein mental starkes Bern zu besiegen. Das gejammere von viele Zuger Fans wegen die Schiedsrichter ist nicht angemessen. Dann hätte wäre....
  • Tikkanen 01.10.2017 08:20
    Highlight Highlight ...sehr guter Bericht, Chlöisu👍🏻Ein Artikel über die Hockeymaschine Bern war nach der Vielzahl Beiträgen über die Soap Storys in Hipsterville nötig, dachte schon du hättest eine Überdosis Astrid Lindgren verwütscht😂Item, gestern manifestierte sich die gewaltige Übermacht des SCB eindrücklich😳Die Hockeymaschine läuft rund, ist sowohl Tempo- als auch Rumpelfest und wird locker zum🏆🏆🏆durchmarschieren. Ein paar Ausrutscherli verlidets, die Meisterfeier findet wie gewohnt in Bern statt😎Ja, der SCB gemahnt immer mehr an die Sbornaja der 80er und ist in einer PO Serie unbesiegbar🐻😂🍻
    • Freilos 01.10.2017 12:57
      Highlight Highlight Ganz unrecht wirst du mit deinem Beitrag nicht haben. Ich fürchte auch dass der SCB relativ locker den dritten Titel en suite einfährt.
    • suxelisxn 01.10.2017 14:22
      Highlight Highlight Nichts gegen den SCB. Aber die Sbornaja der 80er war die Vollendung dieses Sports. Kein Spieler von Heute hätte die physische und spielerische Qualität um in dieser Mannschaft auch nur im Ttaining mitzuhalten.
    • FaW 02.10.2017 10:39
      Highlight Highlight Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben...
  • Lümmel 01.10.2017 08:16
    Highlight Highlight Der letzte Abschnitt klingt nach Tikkannen.
    Hoffen wir fürs Schweizer Eishockey dass Bern nicht schon wieder Meister wird. Das würde nämlich, etwas überspitzt gesagt, bedeuten dass die NLA langsam aufs gleiche langweilige Niveau sinkt wie die Super League.
  • sven_meye 01.10.2017 08:02
    Highlight Highlight Ach Zaugg, sei doch ehrlich zu dir selbst. "Beim 3:4 wäre ein Strafe vertretbar gewesen". Wenn du sonst schon mit Regeln um dich schmeisst, dann doch bittte auch hier. Wir wissen beide, dass es eine Regel gibt, die es verbietet, den nicht puckführenden Spieler zu checken ;)
    • hockeyaner 01.10.2017 09:22
      Highlight Highlight Check wahr es keiner ....eher eine Behinderung durch den Zuger...also das Regelwerk legest Du auch immer so aus dass es Dir passt! Das ist kein Globibuch wo Du alles selber ausmahlen kannst wie es Dir gefällt!🙈
    • Bobo B. 01.10.2017 10:14
      Highlight Highlight Da hast du natürlich recht. Wenn kein Tor gefallen wäre, hätte Morant auf die Strafbank gehört. Quizfrage: Wer schneidet wem den Weg ab?
    • Apfel Birne 01.10.2017 14:01
      Highlight Highlight Wenn du genau hinschauen würdest, würdest du sehen, dass Arcobello Morant überhaupt nicht gesehen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Goon 01.10.2017 05:32
    Highlight Highlight Also los, schenkt den Bernern doch gleich den Cup-, CHL-, und den Meisterpokal.

    Warm? Der Zaugg hats gesagt.....
    • MARC AUREL 01.10.2017 09:24
      Highlight Highlight Schenken muss man Bern nichts Goon. Sie holen sich selber alle Titel...😉😅
    • Tomsen2 01.10.2017 15:20
      Highlight Highlight Zug kann finanziell nicht mithalten? Ich kann den Schwachsinn nicht mehr hören.

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