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L'entraineur fribourgeois Christian Dube lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Fribourg-Gotteron et le Geneve Servette HC, ce samedi, 29 fevrier 2020, a la BCF Arena de Fribourg. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Christian Dubé und der Mann in seinem Schatten: Sean Simpson. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Ist Christian Dubé grössenwahnsinnig geworden? Nein, nur sparsam

Christian Dubé bleibt für ein weiteres Jahr Cheftrainer und Sportdirektor bei Fribourg-Gottéron. Offiziell ohne Sean Simpson. Aber die Frage ist nicht ob, sondern bloss wann Sean Simpson zu Gottéron zurückkehrt.



Ist er nun grössenwahnsinnig geworden? So sieht es auf den ersten Blick aus. Christian Dubé war letzte Saison Fribourg-Gottérons bester Trainer seit Gaston Pelletier. Aber nur, weil er den Job mit Sean Simpson machte. Christian Dubé nun ohne seinen kongenialen Partner an der Bande ist wie Bud Spencer ohne Terence Hill, Sherlock Holmes ohne Dr. Watson, Captain Kirk ohne Mister Spock oder wie Ernie ohne Bert in der Sesamstrasse.

Und nun macht er also den Job trotzdem allein. Sozusagen wider besseres Wissen. Nur noch assistiert vom freundlichen Opportunisten Pavel Rosa, der schon letzte Saison mit dabei war. Ist Christian Dubé die letzte Saison zu Kopfe gestiegen? Nein. Er verzichtet nicht freiwillig auf Sean Simpson und die Frage ist nicht ob, sondern bloss wann der WM-Silberschmied von 2013 zurückkehrt.

Simpson könnte nochmals zum Thema werden

Das geht sogar aus der offiziellen Medienmitteilung hervor. Wer zwischen den Zeilen liest, erwartet Sean Simpsons Comeback. Die entscheidende Passage ist kursiv:

«Die Bilanz der abgelaufenen Saison, die aktuell sehr unsichere Situation und der noch zu vollziehende Übergang in das neue Stadion haben den Verein dazu bewegt, an Lösungen, die sich bewährt haben, festzuhalten. Christian Dubé behält somit für die kommende Spielzeit 2020/2021 die Doppelfunktion als Cheftrainer und Sportchef. Er wird dabei von Pavel Rosa assistiert, der in seinem Amt für zwei weitere Saisons bestätigt wurde. Momentan steht das Engagement einer dritten Person für den Coaching-Staff nicht zur Diskussion. Je nach Lage und Entwicklung der aktuellen Situation könnte das Thema diesen Sommer noch einmal aufgegriffen werden.»

Le nouveau coach advisor du HC Fribourg Gotteron, Sean Simpson, est photographie lors d'un entrainement du HC Fribourg Gotteron, ce lundi 21 octobre 2019, dans la BCF Arena a Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Vorerst ein Opfer der Corona-Krise: Sean Simpson. Bild: KEYSTONE

Simpson ist also vorerst aus Kostengründen nicht dabei. Das bestätigt Dubé: «Wir hätten ihn noch so gerne wieder verpflichtet. Aber in der aktuellen Lage ist das für uns nicht möglich. Ich habe das Sean offen so erklärt und er hat Verständnis für unsere Situation. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er je nach Stand der Dinge erneut für uns arbeiten wird.»

Simpson im Stand-by-Modus

Niemand weiss in Zeiten der grossen Viruskrise, wie die Welt im Herbst aussehen wird. Es ist noch nicht einmal klar, ob die Saison überhaupt im September plangemäss beginnen kann. Die ausländischen Spieler sind verpflichtet. Der Kern der Mannschaft steht bis auf ein oder zwei Schweizer Stürmer. Also hat Sportdirektor Christian Dubé den Rücken frei, um sich auf den Trainerjob zu konzentrieren. Auf Sean Simpson wird vorerst verzichtet, um die Fixkosten in ungewissen Zeiten tief zu halten.

Das ist auch deshalb möglich, weil der 59-jährige Ex-Nationaltrainer letzte Saison bei Gottéron viel Spass an der Arbeit hatte, seine Vermögensbildung längst abgeschlossen hat, auf keinen sofortigen Job angewiesen ist und es sich leisten kann, sozusagen im «Stand-by-Modus» der Dinge zu harren, die da bei Gottéron kommen werden. So spart er Energie und Gottéron Geld.

Oder geht es vielleicht nicht doch ohne Sean Simpson? Schliesslich ist niemand unersetzlich. Spieler und Trainer kommen und gehen, Gottéron aber bleibt bestehen. Alles ist im Hockeybusiness möglich und nichts berechenbar, erst recht nicht in diesen Zeiten. Deshalb gibt es ja den launigen Spruch, auf hoher See, vor Gericht und als Hockeycoach an der Bande sei man in Gottes Hand.

Goethéron

Aber das Risiko ist erheblich, dass es Christian Dubé ohne Sean Simpson ergehen wird wie Goethes Zauberlehrling, der vom grossen Meister das Zauberwort erfahren hatte, wie er sich einen Besen dienstbar machen kann. Aber dann nicht mehr wusste, wie der den Zauber wieder beenden kann und schliesslich von seinem Meister gerettet werden musste.

Hat der alte Simpson, der Hexenmeister,
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Und am Ende war er dann froh, dass der alte Meister ihm aus der Patsche geholfen und das Chaos wieder geordnet hat, das er angerichtet hatte.

Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt Sean, der Meister!
Herr, die Not ist gross!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

Weder Polemiker noch Schelm, wer also die Rückkehr von Sean Simpson zu Gottéron erwartet. Und der schlaue Christian Dubé ist nicht grössenwahnsinnig geworden. Nur sparsam. Mit Sean Simpson in Bereitschaft hat er das Risiko günstig versichert. So oder so ist eines garantiert: beste Unterhaltung.

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Italian Stallion 15.04.2020 18:21
    Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass Simpson auch nur 10% des Fribourger Aufwärtstrend zu verantworten hat. Und DAS ist der Grund, warum er kein neues Engagement bekommt. Das Geldproblem war höchstens ein gut einsetzbares Argument. In ein paar Jahren wird KZ uns das dann erzählen, wetten?
  • Eifach öpis 14.04.2020 13:50
    Highlight Highlight Dube sollte nicht unterschätzt werden. Bestimmt hatte Simpson seinen Anteil am Erfolg, aber Dube hat auch einen richtig guten Job gemacht. Er versteht es Emotionen in das Team zu bringen, ohne dass dabei die Disziplin verloren geht. Er kommuniziert auf eine sehr positive Art und erreicht dabei die Spieler. Gleichzeitig pusht er diese aber auch und streichelt ihnen nicht nur über den Kopf.

    Die Chance hat er sich auf jeden Fall verdient. Wenn man sich dann noch einen Simpson leisten kann umso besser.
  • mukeleven 14.04.2020 13:12
    Highlight Highlight ... ansonsten dubé seine edle zwirn-garderobe im herbst einem hippster-brokenhaus verscherblen kann, dann reichts fuer das simpson-mandat.
  • oneair 14.04.2020 13:08
    Highlight Highlight Ach so - wenn Fribourg Geld spart ist das lobenswert und die Doppelfunktion als GM und Headcoach wird nicht in Frage gestellt?
    Bei den Tigers ist dies jedoch gleich mit Abstieg, Verantwortungslosigkeit und Dummheit gleichgesetzt?!
    Ah klar - c'mon!!!!
    • Lotti Karotti 14.04.2020 13:44
      Highlight Highlight Genau das habe ich mir auch gedacht.
    • g3ronimo 14.04.2020 16:16
      Highlight Highlight wahrscheinlich weil in gotteron das (meister)team für nächste saison bereits steht und in langnau eben nicht. da gibt es noch offene ausländer positionen, den auslaufenden vertrag vom goali, keinen trainer...
    • Eifach öpis 14.04.2020 18:08
      Highlight Highlight Der Vergleich hinkt schon einwenig. Ein Sportchef kennt sich mit der Materie aus und stellt das Team nach einem gewissen System zusammen. Er kennt jeden Spieler und hat eine Spielidee. Er bringt also einen Grossteil der für den Trainerposten geforderten Attribute mit.
      Ein Goalietrainer hat hingegen einen ganz anderen Job und bringt das Fachwissen für die Tätigkeit als Sportchef nicht zwingend mit.
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