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ARCHIV -- ZUM NEUEN ZSC TRAINER RIKARD GROENBORG STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG –  Sweden's head coach Richard Gronborg reacts during the Euro Hockey tour Channel One Cup match between Russia and Sweden, in Moscow, Russia, 13 December 2018. EPA-EFE/MAXIM SHIPENKOV

Rikard Grönborg wurde zuletzt zwei Mal mit Schweden Weltmeister. Bild: EPA

Eismeister Zaugg

Der ZSC wird bald wieder Meister – aber nicht mit Rikard Grönborg

Die ZSC Lions gehen bei der Trainerwahl kein Risiko mehr ein, vertrauen dem IBM-Syndrom und verpflichten Rikard Grönborg.



Wenn es mit Nordamerikanern nicht mehr funktioniert und vorher auch berühmte Schweden gescheitert sind – dann hilft die Kombination aus beidem: Der neue ZSC-Trainer Rikard Grönborg ist amerikanisch-schwedischer Doppelbürger.

Noch bis zum Saisonende arbeitet er als schwedischer Nationaltrainer. Dann wechselt er für zwei Jahre ins Hallenstadion. Oder bis zu seiner Entlassung.

Die Zürcher sind vernünftig und vertrauen dem «IBM-Syndrom». Der Ausdruck stammt aus der Frühzeit des Computer-Zeitalters.

Wer immer den Auftrag fasste, Computer für die Firma anzuschaffen, kaufte bei IBM ein und hütete sich vor Experimenten mit Siemens oder Olivetti. Funktionierte es nicht, so war der Einkäufer fein raus: IBM galt als das Mass aller Dinge.

So hat es auch ZSC-Sportchef Sven Leuenberger gemacht. Er hat den teuersten Trainer mit dem grössten Namen verpflichtet.

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger an einer Medienkonferenz in Zuerich am Dienstag, 5. Maerz 2019. Die ZSC Lions verlieren das letzte Qualifikationsspiel gegen Genf mit 2:3 und verpassen damit erstmals seit 2006 die Playoffs. (KEYSTONE/Walter Bieri)

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger. Bild: KEYSTONE

Rikard Grönborg gewann als Nationaltrainer mit Schweden die zwei letzten WM-Titel. Den letzten im Finale gegen die Schweiz. Scheitert er in Zürich, dann kann Sven Leuenberger wahrlich sagen: An mir liegt es nicht. Ich habe euch den Besten der Besten geholt.

Es gibt für dieses kluge Vorgehen, durch das man sich gegen alle Seiten absichert, auch eine boshafte Bezeichnung aus dem nordamerikanischen Business: «Cover your ass».

Sven Leuenberger riskiert wenig. Der Erfolgsdruck hält sich sowieso in Grenzen. Die ZSC Lions haben nicht einen einzigen WM-Helden in ihren Reihen. Sie sind nächste Saison gegen Titanen wie Davos oder Ambri, die bei der WM vertreten sind, nur Aussenseiter. Da darf schon die Playoff-Qualifikation als Erfolg gefeiert werden. Oder?

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Leuenberger im Interview über Grönborg. Video: YouTube/zsclionstv

Für einmal gilt: Die Geschichte wiederholt sich. Okay, nicht Buchstabe für Buchstabe. Aber in groben Zügen schon. Ein Blick zurück ist nach der Trainerwahl der ZSC Lions interessant.

***Frühjahr 1996. Der HCD verpflichtet mit Arno Del Curto den U-20-Nationaltrainer. Weil das Geld nicht reicht, um einen teuren schwedischen Trainer zu halten. Mats Waltin ist für den HCD zu teuer geworden. Er zügelt nach Lugano. Money talks.

Die Karriere von Arno Del Curto

Frühjahr 2019. Der HCD verpflichtet mit Christian Wohlwend den U-20-Nationaltrainer. Weil das Geld nicht reicht, um einen teuren schwedischen Trainer zu verpflichten. Wunschkandidat Rikard Grönborg ist für den HCD zu teuer. Die Offerte der ZSC Lions kann nicht gekontert werden. Money talks.

Wir wissen heute, dass sich das Risiko für den HCD gelohnt hat. Arno Del Curto hat den Davosern die ruhmreichsten Jahre der Neuzeit beschert. Mit sechs Titeln.

Die Rechnung ging damals auch für Lugano auf. Aber nur auf Umwegen. Im Frühjahr 1996 befanden sich die Tessiner in einer ähnlichen Situation wie heute die ZSC Lions: Geld spielte keine Rolle. Aber die Erfolge liessen auf sich warten. Zum sechsten Mal war spätestens im Halbfinale Endstation. Die Lohnhierarchie stimmte nicht mehr. Die Spieler hatten zu viel Macht. Und es gelang nicht mehr, die Ausländerpositionen optimal zu besetzen. Alle möglichen Trainerexperimente waren gescheitert. Also wurde Mats Waltin nach dem «IBM-Prinzip» für zwei Jahre als Trainer verpflichtet. Ein grösserer Name war nicht zu haben. Der Schwede, einst als «Beckenbauer des Hockeys» verehrt, hatte in Lugano eine grosse Vergangenheit als Spieler. Als Trainer hatte er den HCD in die NLA zurückgeführt. Ein besserer Name war für Geld nicht zu haben.

Der Trainer des HC Lugano, der Schwede Mats Waltin (Archivbild 1995) ist am 6. Oktober 1997 nach sechs erfolglosen Spielen in Serie entlassen worden. (KEYSTONE/ARCHIVE)

Mats Waltin als Lugano-Trainer. Bild: KEYSTONE

Und tatsächlich: Im Frühjahr 1999 ist Lugano endlich wieder Meister. Aber nicht mit Mats Waltin. Der Schwede war bereits im Oktober 1997 von Manager Jim Koleff gefeuert worden. Es kam nicht nur zu einem Trainerwechsel. Auch sonst wurde ordentlich aufgeräumt. Neue Ausländer (Gaetano Orlando, Peter Andersson), eine Justierung der Lohn-Hierarchie, ein neuer Torhüter (Cristobal Huet) und ein neuer Captain spielten eine entscheidende Rolle.

Aus der Geschichte lernen wir also: Die ZSC Lions werden schon in absehbarer Zeit wieder Meister. Möglicherweise nicht mit Rikard Grönborg. Aber mit besseren Ausländern, justierter Lohn-Hierarchie, einem neuen Captain und einem neuen Torhüter.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Snakeman 10.05.2019 06:53
    Highlight Highlight Mats Waltin = Hugh Jackman?
  • Pana 10.05.2019 01:40
    Highlight Highlight Del Curto?
    • Pana 10.05.2019 17:18
      Highlight Highlight Blitzt nur, aber wo ist er? Ich las dutzende von Artikel über AdC hier als er zum ZSC wechselte. Seit dem Saisonende.. nichts. Oder hab ich was verpasst?
    • Capy aka PHI (formerly known as Pat the Rat) 11.05.2019 15:01
      Highlight Highlight Hat keinen neuen Vertrag bekommen. Er war ja nur bis Saisonende verpflichtet worden.
    • Pana 11.05.2019 16:21
      Highlight Highlight Ja, das verstehe ich. Aber wieso liest man davon so gut wie nichts? Seine Verpflichtung war gefühlte 20 Artikel wert. Seine Absetzung könnte doch ein bisschen Polemik generieren? Oder war da der Eismeister bereits in den Ferien?
  • DER Baron 09.05.2019 22:00
    Highlight Highlight Eismeister is back🙏 an die Bürgler'sche Kompetenz und Objektivität kommt der philosophisch bäuerliche Dichterfürst zwar nicht ran, aber egal.
    Denke er hat recht. Grosser Name aber wie ein anderer User schrieb: wenig Kluberfahrung.
    Viel Spass die extrem talentierten Diven zu unterhalten (soll nicht abwertend gemeint sein).
    Falls er ein Flopp sein sollte wird es Lionhill an den Kragen gehen. Wer solch grossen Übungsleitern kein richtiges Team bieten kann ist eine Fehlbesetzung
  • MARC AUREL 09.05.2019 20:00
    Highlight Highlight Ach die Lions...wann merken sie in Zürich dass sie zu viele Mitläufer haben die überbezahlt sind! Da spielt es kaum eine Rolle wer Trainer ist! Die Lions sind wie Lugano!
    • Nummelin 10.05.2019 08:48
      Highlight Highlight Wann kapiert ihr es endlich: Wir haben keine überbezahlte Spieler mehr!!!! Einzige Ausnahme Löffel, aber der ist jeden Rappen wert.
    • chara 10.05.2019 21:06
      Highlight Highlight @ Nummelin
      Nö, ganz bestimmt nicht, sind sicher alle beim Lugano da dort Durchschnittslöhne bezahlt werden und Habisreutinger mit Charisma den Club schmackhaft gemacht hat...oder geht jemand nach Lugano wegen der Möglichkeit einen Titel zu gewinnen??
  • Tikkanen 09.05.2019 19:04
    Highlight Highlight ...ja, der Grönborg macht einen durchaus währschaften Eindruck🤔Bin gespannt ob und wie er mit den hochsensiblen Diven in Hipsterville klar kommt😀

    Schweizermeister🐻🏆🍻
    • Tavares 09.05.2019 20:24
      Highlight Highlight Den Hipsterbart hat er schon mal... ;)
    • Joplin 10.05.2019 07:03
      Highlight Highlight Was viele nicht wissen, es handelt sich eigentlich um einem Playoffbart. Denn da wollen wir nächste Saison wieder hin. 😉
    • Experte_01 10.05.2019 10:26
      Highlight Highlight Hoi Joplin, Bis zu nächster Playoff Teilnahme da geht's aber eine Weile. Ja bis dann wird der Bart wohl die Gürtellinie erreichen.
  • Jacques #23 09.05.2019 17:51
    Highlight Highlight Grundsätzlich konnte man relativ getrost davon ausgehen, dass der Z nun den Titel holen wird. Bisher.

    Das wird kommendes Jahr wohl nicht mehr der Fall sein. Bern und Zug müssten vor Z angesiedelt werden, auch wenn noch einige Ausländer zu besetzen sind. Zudem gibts durchaus Lugano und Lausanne, die echli auf der Rechnung sein werden.

    Dementsprechend: entweder passt es beim Z wie die Faust aufs Auge. Oder die Dramödie zieht sich über die Jahre.

    Und da wäre noch der Genoni.

    Ich wünsche mir schon jetzt für Ende September eine gepfefferte Polemik. Bitte terminieren, werter Eismeister
    😊
    • CaptainObvious 10.05.2019 01:46
      Highlight Highlight Ein zweites ♥️ für „Dramödie“ - welch schöne Wortkreation 👍🏼
    • Jacques #23 10.05.2019 06:34
      Highlight Highlight Thx Captain!
      Findet man ab und zu bei Film Beschreibungen 👍😊 happy Day, happy weekend.
  • jannsi01 09.05.2019 17:30
    Highlight Highlight Der Eismeister kann also auch anders - ein Text ohne die gängigen Floskeln wie Bandengeneral oder Polemik.

    Die Auszeit tat ihm gut.
  • Eisenhorn 09.05.2019 17:23
    Highlight Highlight "Titanen wie Davos oder Ambri" hab ich getrunken oder wer anders?
    • Jason96 09.05.2019 17:26
      Highlight Highlight War auch mein Gedanke... aber der Zaugg klingt sowieso immer mehr nach jemandem der auf der Berner Lohnliste steht. Und der Davoser.
    • Adrian Buergler 09.05.2019 17:29
      Highlight Highlight Diese Textstelle könnte Spuren von Ironie enthalten.
    • Eisenhorn 09.05.2019 17:31
      Highlight Highlight @Adrian

      Ist aber beim Herr Zaugg immer schwer auseinander zu halten. Obwohl ging nicht um Bern daher gut möglich das es Ironie ist.
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