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L'entraineur bernois Guy Boucher reagit, lors du 2e match du quart de finale de play off de National League A du championnat suisse de hockey sur glace, saison 2014-2015, entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le SC Bern ce mardi 3 mars 2015 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

«ICH WILL IN DIE NHL!!!», lässt Guy Boucher die ganze Schweiz wissen. Bild: KEYSTONE

Und ewig lockt Boucher die NHL – der SC Bern und das riskante Spiel mit der Glaubwürdigkeit

Bei jeder Gelegenheit und auf allen Kanälen lässt SCB-Trainer Guy Boucher die Welt wissen, dass er lieber in der NHL arbeiten würde. Die Berner dulden dieses irritierende Verhalten.



Der Cheftrainer ist der wichtigste Angestellte der Sportabteilung, in der Aussenwahrnehmung personifiziert er sogar ein Hockeyunternehmen. Loyalität und Engagement für den Klub sind deshalb bis zum Tag der Entlassung (oder des Vertragsablaufes) für den Trainer unabdingbar. Weil Loyalität und Engagement fundamentale Voraussetzung für den Erfolg sind. Wie soll ein Trainer diese Eigenschaften von den Spielern einfordern, wenn er sie selber nicht vorlebt?

Der SC Bern ist in seinem Selbstverständnis eines der grossen Hockeyunternehmen Europas. Dort Trainer zu sein, ist also ein Privileg. So wie im Fussball ein Trainerjob bei Bayern München, in Dortmund, in Barcelona, bei Real Madrid oder dem FC Basel.

Zuschauer verfolgen das Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem HC Fribourg Gotteron am Dienstag, 16. September 2014, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Kein Klub in Europa hat so viele Zuschauer wie der SCB. Bild: KEYSTONE

Lüthi: «Ich habe bei Bayern unterschrieben …»

Guy Boucher sieht das anders. Der SCB-Trainer betont bei jeder Gelegenheit, dass er lieber wieder in der NHL arbeiten würde. Er diskutiert fleissig mit verschiedenen NHL-Bürogenerälen und das lässt er die Welt auch wissen. Der SCB ist für ihn ganz offensichtlich nur eine Notlösung, bis er wieder in die Liga seiner Bestimmung zurückkehren kann.

Das ist eigentlich ein unhaltbarer Zustand. Und es ist erstaunlich, dass beim SCB solche Verhältnisse toleriert werden. Marc Lüthi heizt die Gerüchteküche ja auch nicht ständig mit Wechselgerüchten ins Management von Bayern München oder Basel (Fussball, nicht Hockey …) an. «Doch, ich habe bei Bayern unterschrieben», sagt der grosse SCB-Vorsitzende. Er meint es natürlich als Spass.

04.03.2014; Zuerich; Eishockey NLA - ZSC Lions - SC Bern; Journalist Klaus Zaugg mit CEO Marc Luethi (Bern) (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Kolumnist Zaugg im Gespräch mit SCB-Lüthi. Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Verständnis für Situation von nordamerikanischen Trainern

Den Einwand, dass das Verhalten seines Trainers nach aussen irritierend und auf Dauer unglaubwürdig wirkt, versteht Lüthi. «Manchmal ist es eben opportun, gewisse Zustände zu tolerieren, manchmal nicht.» In diesem Falle sei es opportun. Er fügt aber auch an: «Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es vorbei mit Flirten.» Marc Lüthi sagt nicht, wann dieser Zeitpunkt sein wird. Er hält lediglich fest: «Wir sind über alle Schritte von Guy Boucher informiert.»

Die NHL ist für jeden Nordamerikaner das Grösste. Bei der Möglichkeit, dort wieder arbeiten zu können, lässt jeder alles stehen und liegen. «Wie gross die Faszination NHL ist, wird erst klar, wenn man mit einem NHL-Trainer zu tun hat», sagt Peter Zahner, der Manager der ZSC Lions. «Wer einen kompetenten NHL-Trainer will, muss damit leben, nur die zweitbeste Lösung zu sein – oder es sein lassen.»

Die Zürcher sind mit NHL-Trainern gut gefahren. Bob Hartley gewann 2012 auf Anhieb und Marc Crawford 2014 im zweiten Anlauf den Titel. Beide Coaches haben zudem erfolgreich junge Spieler ausgebildet. Der SCB hat mit Guy Boucher bisher etwas weniger gute Erfahrungen gemacht. In seiner ersten Saison hat er die Mannschaft als Nothelfer in die Abstiegsrunde versenkt und diese Saison ging das Halbfinale gegen den späteren Meister Davos glatt mit 0:4 verloren. Der Cupsieg ist nur ein kleiner Trost.

Apr 25, 2015; Calgary, Alberta, CAN; Calgary Flames head coach Bob Hartley on his bench talking to the players during timeout during the third period in game six of the first round of the 2015 Stanley Cup Playoffs against the Vancouver Canucks at Scotiabank Saddledome. Calgary Flames won 7-4. Mandatory Credit: Sergei Belski-USA TODAY Sports

Hartley kehrte via Zürich in die NHL zurück und ist heute Trainer der Calgary Flames. Bild: AP

Boucher riskiert, unglaubwürdig zu werden

Bob Hartley hat Zürich nach dem Titelgewinn verlassen und arbeitet jetzt in Calgary erfolgreich wieder in der NHL. Marc Crawford hat ebenfalls eine NHL-Ausstiegsklausel im Vertrag. Sein Name wird hin und wieder im Zusammenhang mit Cheftrainerposten in Nordamerika genannt. Aber weder Bob Hartley noch Marc Crawford haben jemals ihr NHL-Interesse so bei jeder Gelegenheit in die Welt hinausposaunt wie Guy Boucher.

Wer immer wieder alle wissen lässt, dass er halt schon lieber an einem anderen Ort arbeiten würde, wird irgendeinmal unglaubwürdig und, wenn es nicht nach Wunsch läuft, erst recht in Schwierigkeiten geraten. Guy Boucher und der SC Bern spielen ein riskantes Spiel mit der Glaubwürdigkeit.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mr.T 22.05.2015 21:24
    Highlight Highlight Ach Herr Zaugg
    Gut sie mögen Boucher offensichtlich nicht. Sie haben eine gewisse Hassliebe zum SCB.
    Was ist wenn Boucher jetzt doch bleibt und nächste Saison überlegen Meister wird mit dem SCB? War es Glück? Zufall? hatte der SCB mal kein Lottergoalie?
    Oder was wenn Boucher jetzt geht, Arno del Curto bei Bern unterschreibt und in den viertelfinals scheitert? Ist dann der SCB dumm das sie boucher nicht mit allen Mitteln in Bern halten konnten, ist dann AdC überschetzt oder war Bührer einfach zu schlecht?
    7 4 Melden
  • rüfi 21.05.2015 20:08
    Highlight Highlight Der charaktereinfordernde Supercoach macht vorzeitig die Fliege.
    Wiso überrascht mich dies nicht?
    User Image
    6 4 Melden
    • Hamilton mustangs 22.05.2015 14:48
      Highlight Highlight ??? weisst du mehr ???
      2 1 Melden
  • Staal 21.05.2015 17:19
    Highlight Highlight der SCB ist eben der SCB
    5 11 Melden
  • Älü Täme 21.05.2015 17:00
    Highlight Highlight also das thema toronto wäre schon mal vom tisch: http://www.cbc.ca/sports/hockey/nhl/mike-babcock-to-be-introduced-as-leafs-coach-1.3081781
    2 1 Melden
  • länzu 21.05.2015 16:31
    Highlight Highlight Ist ja schon erstaunlich, dass sich der SCB von Boucher so auf der Nase rumtanzen lässt. Der Leistungsausweis des Kanadiers ist ja nicht so, dass man sich dies gefallen alssen müsste. Weg mit dem und zwar sofort.
    14 11 Melden
  • Lil'Ecko 21.05.2015 16:25
    Highlight Highlight @KZ lieber nächstes Mal gar nichts schreiben als so ein Stuss!
    12 20 Melden
  • manolo 21.05.2015 15:35
    Highlight Highlight alles halb so wild, lieber "klausi"! ist dir dein Stoff ausgegangen?
    22 10 Melden
  • Brian 21.05.2015 15:01
    Highlight Highlight Wieder mal ein typischer polemischer und provozierender KZ-Bericht. Wieso schreibt der so hochgelobte Eismeister kein Kommentar zum WM-Final? Nein lieber wieder was über Langnau und SCB. Dass KZ G.Boucher schon von anfang an gehasst hat, ist einfach zu erklären. G.Boucher hält nichts von sogenannten Chronisten. Einen Trainer zu kritisieren, weil es ihm nicht gelungen ist in der 1. Saison in die PO zu kommen, was soll das? Letzte Saison wurde von KZ während der Quali der SCB hochgelobt "....SCB kann Meister.." "GB hat sein System angepasst"...blablabla. Wie immer KZ = UNGLAUBWÜRDIG!!
    20 16 Melden

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