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Choreographie der ZSC Fans im fuenften Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem Geneve-Servette HC am Samstag, 5. April 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: Keystone

ZSC mit goldiger Zukunft

Eismeister Zaugg

Die Kloten Flyers haben womöglich die letzte Chance, den Aufstieg der Lions zu einer Hockeydynastie zu verhindern 

Stehen wir am Anfang des ZSC-Zeitalters? Am Anfang einer jahrelangen Dominanz der ZSC Lions? Wir werden heute eine erste Antwort auf diese Frage erhalten.



Das höchste Lob für ein Sportunternehmen ist die Adelung zur Dynastie. Nach nordamerikanischer Definition gibt es diese Ehrenbezeichnung nur für vier gewonnene Meisterschaften in Serie. Seit Einführung der Playoffs (1986) gibt es also erst eine einzige Dynastie. Jene des EHC Kloten mit den vier Titeln von 1993, 1994, 1995 und 1996. Selbst das «Grande Lugano» brachte es «nur» auf drei Meisterschaften in Serie (1986, 1987, 1988) und der grosse HCD und der mächtige SCB schafften im 21. Jahrhundert nicht einmal die Titelverteidigung.

Die ZSC Lions als erste achte Dynastie des 21. Jahrhunderts?

Dynastien waren früher einfacher aufzubauen. Die Saläre waren tiefer, die Mobilität eingeschränkt und Spieler, die während ihrer ganzen Karriere einer Mannschaft treu blieben, eher die Regel als eine Ausnahme. Davos, Arosa und La Chaux-de-Fonds waren die grossen Dynastien der Vor-Playoff-Ära. La Chaux-de-Fonds schaffte zuletzt sechs Titel in Serie (1968, 1969, 1970, 1971, 1972, 1973).

Gruppenbild des Eishockey Schweizermeisters HC La Chaux-de-Fonds mit Pokal, vom Januar 1971. Zum vierten aufeinanderfolgenden Mal konnte der HC La Chaux-de- Fonds den Pokal des Schweizer Meisters entgegennehmen. (KEYSTONE/Str) ===  ===

1971 wurde La Chaux-de-Fonds durch den vierten Meistertitel zur Dynastie. Bild: Keystone

Die ZSC Lions als erste achte Dynastie des 21. Jahrhunderts? Eine reichlich gewagte Hoffnung. Schliesslich ist es seit 2001 (ZSC Lions) nicht einmal mehr einem Team gelungen, den Titel zu verteidigen. Nicht einmal Arno Del Curtos HC Davos. Da sind vier Titel in Serie eigentlich reine Utopie.

Aber diese Furcht gegen bei der Konkurrenz inzwischen um. Nicht ganz unbegründet: Was die ZSC Lions von allen anderen NLA-Unternehmen unterscheidet, ist die enorme Ausgeglichenheit über vier Linien und der hohe Anteil an Spielern aus der eigenen Organisation. Mehr als die Hälfte ihrer Spieler haben die ZSC Lions selber ausgebildet. Diese Quote erreicht kein anderes Team auch nur annähernd.

40 ehemalige ZSC-Junioren in der NLA und NLB

Die Zürcher haben im sportlichen Bereich den grössten Hockeykonzern der Schweiz aufgebaut und setzen im sportlichen Bereich gut und gerne 20 Millionen um, über 3 Millionen nur für den Nachwuchs. Unter dem Dach der ZSC Lions Betriebs AG sind nicht weniger als 56 Mannschaften mit insgesamt 1139 lizenzierten Spielern (davon rund 700 Junioren) zusammengefasst. Dazu gehören die ZSC Lions in der NLA, die GCK Lions in der NLB, die Nachwuchsorganisation ZSC/GC sowie die zwar eigenständigen, aber eng mit den ZSC liierten Dübendorf (1. Liga) und Urdorf (2. Liga). Mit den Spielern aus der Nachwuchsabteilung der Zürcher könnten zwei weitere Teams in der Nationalliga zusammengestellt werden: Über 40 ehemalige ZSC/GC-Junioren spielen in der NLA und NLB.

03.04.2014; Genf; Eishockey NLA Playoff - Servette HC - ZSC Lions; 
Goran Bezina (Genf) gegen Patrick Geering (Zuerich)
(Urs Lindt/freshfocus)

Patrick Geering (rechts) ist einer der vielen ZSC-Junioren, der in der NLA zu einer festen Grösse herangewachsen ist. Bild: freshfocus

Das Spielerreservoir ist so gross, dass Ausfälle bzw. Abgänge in der NLA-Mannschaft auf allen Positionen durch eigene Spieler kompensiert werden können. Ja, die ZSC Lions bauen heute nicht einfach die besten eigenen Junioren in die 1. Mannschaft ein. Sondern nur noch die besten für die einzelnen Positionen, die besetzt werden müssen. Diese Kombination von Quantität und Qualität hat es in unserem Hockey noch gar nie gegeben.

Es ist den ZSC Lions heute erstmals möglich, die Mannschaft weitgehend mit eigenen Spielern laufend zu erneuern. Das ist die erste Voraussetzung für eine Dynastie im 21. Jahrhundert. Denn ein Zusammenkaufen oder auch nur der Zusammenhalt eines Meisterteams während mehreren Jahre ist alleine aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich: Es würde zu teuer und die besten Spieler können nicht mehr gehalten werden, wenn sie eine Chance in der NHL bekommen.

Klotens Aufgabe, die ZSC-Dynastie aufzuhalten

Das alles kann bedeuten, dass wir gerade die Morgenröte einer Hockeydynastie erleben, und dass die Kloten Flyers womöglich eine historische letzte Chance haben, eine Meisterfeier im Hallenstadion zu verhindern.

Kloten Flyers Cheftrainer Felix (Fige) Hollenstein spricht zum Team waehrend seinem Timeout im zweiten Playoff Finalspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und den ZSC Lions, am Dienstag, 15. April 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Felix Hollenstein und sein Team werden gut daran tun, die ZSC Lions noch zu stoppen. Bild: Keystone

Aber sind diese ZSC Lions tatsächlich «dynastietauglich»? Ist Torhüter Lukas Flüeler einfach ein guter Torhüter, dessen Leistungskurve mit jener der Vorderleute steigt oder fällt? Oder kann er, wie zuletzt Klotens Dynastie-Goalie Reto Pavoni, ein Spiel, das gegen die ZSC Lions läuft, aus dem Feuer hexen? Geht die Professionalität auf Kosten der Leidenschaft? Wie gross Gefahr, dass in diesem Hockey-Konzern der innere Zusammenhalt vielleicht doch nicht so gross ist wie bei einem zu allem entschlossenen Aussenseiter?

Immer wieder gelingt es einem zu allem entschlossenen Aussenseitern in den Playoffs einen himmelhohen Favoriten zu stürzen. Gerade im Eishockey zerbrechen selbst Titanen manchmal in Extremsituationen wie billige Uhren. Das Zürcher Hockey-Gipfeltreffen ist eine solche Extremsituation. Sollte es den ZSC Lions gelingen, diese Extrembelastung zu meistern, auch das dritte Finalspiel gegen einen so erfahrenen und starken wie die Kloten Flyers zu gewinnen und in dieser Serie am Ende gar mit 4:0 oder 4:1 zu triumphieren – dann ist es möglicherweise der tatsächlich Anfang einer Dynastie. Und ein Grund zu grosser Besorgnis für die Konkurrenz in Davos oben, in Lugano unten und in Bern hinten.

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Staal 17.04.2014 20:53
    Highlight Highlight Es wird in den kommenden Jahren wieder ein starkes Lugano geben, Arno wird mit Davos bis in 2-3 Jahren wieder Top sein. Auch Servette wird konstant oben bleiben. Zwischendurch wird auch der Z den Titel holen. Nur bei Bern wird es sehr lange dauern bis sie wieder ein Meisterteam haben. Fribourg wird nie Meister
  • Django Gigi 17.04.2014 17:38
    Highlight Highlight Gut, eine Dynastie mit vier anainanderfolgenden Titeln wird es wohl nicht mehr so schnell geben. Doch die Z Dynastie oder Prägung ist längst Tatsache, spätestens seit dem ersten Titel nach der Fusion.

    Pioniere in der breiten Nachwuchs Arbeit, Pioniere durch die ersten NHL Coaches, da prägt der Z definitiv. Und irgendwie ist es mir sogar lieber, wenn der Z in der Halle bleibt und das mit dem neuen Stadion nicht stattfindet. Obschon es wohl mittelfristig von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung ist. Der Z gehört in die Halle.

    Es ist gut, dass nächstes Jahr alle Nicht-Meister ziemlich heiss in den Startblöcken stehen. Kloten wird kaum schlechter sein als dieses Jahr, Bern auch nicht - wenn Bern sich im Klaren ist, dass sie nicht zwingend um den Titel spielen müssen - Lugano hat den Neubau eingeleitet und wird auf dem Zettel stehen müssen. Genf lässt nicht nach, Davos ist wohl die Wundertüte, die die Quali gewinnen, aber auch unter dem Strich landen kann. Zug? Na ja, mal sehen. Finale wohl kaum. Fribourg wird Ende nächster Saison mit dem Umbau beginnen müssen.

    However. Es wird attraktiv und soaktakulär. Und das nicht erst in den Playoffs!

    Der Z wird vorne mitspielen, spätestens in den Playoffs, wenn es um den Chübel geht. Der Z ist den Gegnern mit dem Kader, der Gesamt Arbeit heute etwas voraus. Ab Ostermontag, ca. 18.30h werden sie allerdings etwas pausieren und den Titel feiern.

    Der Elite Final Bern Lugano zeigt, dass diese Eishockey Entwicklung alle sehen, aber niemand nur zusieht.

    Mit der NHL Perspektiven, die uns Jacques Soguel, Pauli Jaks, Mitch Riesen, Reto von Arx, Mark Streit (der in Bern, Fribourg, Davos und Zürich gewachsen ist), Abby, Kurz-Lunte Gerber und alle Guys, die auch nach Schweden ziehen konnten, geschaffen haben, wird die Nachwuchs Arbeit wichtiger als die volle Kriegskasse, wie sie von Lugano mit Eberle-Mantegazza initialisiert worden ist. Hui, mein Deutschlehrer würde mich killen nach diesem Satz :-)

    Die Dynastie besteht bereits. Etwas anders als früher, doch sie besteht.

    Hoffen wir auf ein heisses Spiel, weiterhin gute Schiris und ein ruhiger Abend für die Polizei die Security!

    Ah und, Herr Zaugg, hätten Sie Zugriff zu Tickets für Ostermontag?

    Buenos Aires! Wie der Argentinier zu sagen pflegt.

    Gutes Spiel allerseits, Django Gigi




  • Staal 17.04.2014 10:04
    Highlight Highlight Jetzt mal den Ball flachhalten. Der Z$C wird auch in Zukunft - auch wegen guter Juniorenarbeit - immer wieder um den Titel spielen und evtl. sogar den Titel verteidigen. Aber 3/4/5 Titel in Serie sind nicht mehr möglich im modernen Eishockey.
    Erstens spielt der Meister jeweils fast bis Mai. Diese Tatsache führt schon mal zu weniger Erholung und Sommertraining für die folgende Saison, sie ZSC letztes Jahr oder Davos nach den jeweiligen Titel. Zweitens wird spätestens nach dem 2. Titel der Hunger fehlen.
    Dann wird Defizitausgleicher Walter Frey bald aussteigen. Dann kann man nicht einfach jedes Jahr Mio. ausgeben wie man will.
  • ZSC Fan 17.04.2014 07:31
    Highlight Highlight Lieber Eismeister, da braucht es eigentlich keinen weiteren Kommentar. Endlich jemand, der auch die wesentlichen Hintergründe des Zett-Erfolges sieht und nicht einfach polemisiert. Danke!

    Ich kann nur bestätigen, dass viele Clubs von der absoluten Professionalität der Juniorenausbildung lernen könnte. Schon auf untersten Stufen sind vollamtliche Trainer am Werke. Zusammen mit der Stadt hat man erkannt, dass jedes Kind in einem Club ein Kind weniger auf der Strasse ist. Daneben sind die Junioren ein riesiges Kapital für den Club Finanziell und Spielermässig). Mit der Ausbildungs-Pyramide wurde ein grossartiges Konzept erarbeitet, dass nun voll umfänglich greift. Nicht von ungefähr ist die Juniorenabteilung eine der ersten Adresse in Europa. Mannheim investiert jetzt auch enorm in Junioren. Hütet Euch an zukünftigen Weltmeisterschaften vor Deutschland!
    • Staal 17.04.2014 10:05
      Highlight Highlight Vor Deutschland? Um Himmels Willen! Im Fussball ja...

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