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Le joueur neuchatelois Jerome Bonnet gauche, lutte pour le puck avec le joueur bernois Hans Pienitz, droite, lors du 1er match de la finale de playoff du championnat suisse de hockey sur glace, Swiss League, entre le HC La Chaux-de-Fonds et le SC Langenthal, ce mercredi 27 mars 2019 a la patinoire des Melezes a La Chaux-de-Fonds. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Wer gewinnt die Swiss League, La Chaux-de-Fonds oder Langenthal? Bild: KEYSTONE

Langenthal – Einzelsport und Drama in der «Flachland-Valascia»

Den Langenthalern fehlen noch zwei Siege zum Gewinn der zweithöchsten Liga und der Teilnahme am «Operetten-Spengler Cup». Sie können sogar «Aufsteiger der Herzen» werden.

klaus zaugg



Seine Augen blitzen und er sagt: «Das ist hier wie in der Valascia!» Paolo Duca muss es wissen. Er war Ambris Captain mit Kultstatus und heute arbeitet er in Ambri als Sportdirektor. Zusammen mit seinem Trainer Luca Cereda ist er nach Langenthal gekommen. Die beiden sind begeistert und bereuen die Reise nicht. Sie erleben ein veritables Hockey-Drama. Einen grossen Hockey-Abend.

Zwei Teams spielen vorwärts. Mit hoher Intensität. Mit viel Wucht in den Zweikämpfen. Mit hoher Disziplin. Ohne Provokationen. Kein taktisches «Bullshit-Hockey».

Langenthal gewinnt auch das zweite Finalspiel der Swiss League gegen La Chaux-de-Fonds. Nach dem 3:2 n.V. nun scheinbar klar und wahr 3:0.

Einzelsport in der «Flachland-Valascia»

Es ist eines dieser Spiele, die wir hinterher, wenn wir wissen, wie alles herausgekommen ist, falsch beurteilen. Wir rapportieren angesichts des eindeutigen Resultates von einem verdienten Sieg, untermauern diese These mit der leichten statistischen Überlegenheit (34:31 Torschüsse), einem Plus an Torchancen, kritisieren die ungenügende Chancenauswertung des Verlierers und tun so, als sei nur dieser eine Ausgang möglich gewesen.

Les joueurs bernois celebrent un but, lors du 1er match de la finale de playoff du championnat suisse de hockey sur glace, Swiss League, entre le HC La Chaux-de-Fonds et le SC Langenthal, ce mercredi 27 mars 2019 a la patinoire des Melezes a La Chaux-de-Fonds. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Langenthal schlug am Mittwoch den HC La Chaux-de-Fonds. Bild: KEYSTONE

Aber es hätte auch ganz anders kommen können. Natürlich ist der Sieg verdient. Es gibt keine unverdienten Sieger. Der Zweck des Spiels ist der Sieg und sonst nichts. Es geht nicht um mehr Puckbesitz, mehr Pfostenschüsse, mehr Checks. Inzwischen ist ja sogar im Schwingen der «Schönschwinger-Preis» abgeschafft worden.

La Chaux-de-Fonds hat nicht gegen den SC Langenthal verloren. Die Neuenburger haben gegen Philip Wüthrich verloren. Einzelsport in der «Flachland-Valascia».

Langenthal: Dynamisch, strukturiert und konstruktiv

Ja, gewiss: Langenthal zelebriert grosses, mitreissendes Hockey. Per Hanberg, so etwas wie eine erwachsen gewordene schwedische Antwort auf Kevin Schläpfer, hat in geduldiger Arbeit ein Hockey-Meisterwerk erschaffen. Der echte Kevin Schläpfer, ab dem 1. Mai Langenthals neuer Sportchef, ist übrigens auch im Stadion und der Meinung, man sollte mit dem Schweden verlängern.

Jetzt, in der Schlussphase seiner zweiten Saison spielen Per Hanbergs Langenthaler so wie er will. Seine Mannschaft ist der kleine taktische Bruder des EHC Biel. Es ist dieses dynamische, gut strukturierte, immer konstruktive und auf den angriffsauslösenden Pass ausgerichtete Designerhockey. Jeder kann sich in diesem System entfalten. Grosser Per Hanberg!

Aber mit dem Qualifikationssieger aus dem Jura hat Langenthal einen ebenbürtigen Gegner gefunden. Schneller und besser strukturiert als Olten im Halbfinale. Und physisch robust, mutig und leidenschaftlich. Mit ein paar Namen, die nostalgische Gefühle wecken: Alain Mieville (33), der «Stehgeiger» in der Mitte, der den Stock noch immer mit Zauberhänden führt. Philipp Wetzel (33), der freundliche, aber auf dem Eis unsanfte Riese, der jahrelang Vorkämpfer und Schussblocker in Biel war.

Adam Hasani (29), das rasende Irrlicht auf den Aussenbahnen. Gaëtan Augsburger (30), der unermüdliche Fräser und Wühler – alles Veteranen mit 200 bis 500 Einsätzen in der höchsten Liga bei Gottéron, Biel, Lausanne, Servette oder Ambri. Alternde Leitwölfe, gewiss. Aber noch immer voller Leidenschaft und geschickt gecoacht von Serge Pelletier. Der eingebürgerte Kanadier hat 15 Jahre Erfahrung als Cheftrainer u.a. bei Gottéron und Ambri.

Gescheitert an Philip Wüthrich

Doch die 22 Tapferen, die aus dem Jura herab ins Flachland angereist sind, scheitern am Ende, wie bereits erwähnt, an einem einzigen jungen Mann. Philip Wüthrich (21) hält einfach alles. Beim 3:2 nach Verlängerung in der ersten Partie in La Chaux-de-Fonds oben hatte er 40 Pucks abgewehrt. Jetzt sind es 31 – er hat in diesem Finale bereits 71 Abschlussversuche vereitelt. Für alle Sportchefs mit Hintergedanken: Philip Wüthrich hat seinen Vertrag in Langenthal ohne Wenn und Aber für die nächste Saison verlängert. Eine Ausnahme gäbe es wahrscheinlich nur, wenn der SCB nächst Saison rufen sollte.

Le gardien bernois Philip Wuethrich fait un arret, lors du 1er match de la finale de playoff du championnat suisse de hockey sur glace, Swiss League, entre le HC La Chaux-de-Fonds et le SC Langenthal, ce mercredi 27 mars 2019 a la patinoire des Melezes a La Chaux-de-Fonds. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Philip Wüthrich hielt einfach alles. Bild: KEYSTONE

Der letztjährige Goalie der SCB-Elitejunioren bleibt so cool, ist so stilsicher, bewegt sich so elegant, schlüpft so sehr ins Spiel hinein, liest die Bewegungen und Absichten der angreifenden gegnerischen Spieler instinktiv so gut, dass viele seiner Paraden unspektakulär und selbstverständlich wirken.

Einmal dribbelt sich Tim Coffman blitzschnell auf der Fläche eines Badetuches durch und kann den Puck nur noch über die Linie schieben. Aber wie aus dem Nichts ist der Beinschoner des Goalies da. Der Amerikaner im Ehrenkleid des Topskorers ist bereits zu nahegekommen, um den Puck noch über den Schoner zu heben.

Noch nie einen Final verloren

Mit einem durchschnittlichen, ja wahrscheinlich sogar mit einem guten Goalie hätte Langenthal diese Partie spektakulär verloren.

Aber Robin Leblanc hat den Puck bereits in der 16. Minute zum alles entscheidenden Treffer versenkt. Die Tore zum 2:0 und zum 3:0 sind nur noch Zugaben in den von Tim Wolf verlassenen Kasten. 3:0 ist als Resultat viel zu krass. 1:0 käme der Wahrheit viel näher.

Als Mannschaft gegen eine Einzelperson zu verlieren ist bitter und gibt einen Stich ins Selbstvertrauen. Und doch: La Chaux-de-Fonds ist gut genug, um in diese Serie «zurückzukehren».

Einfach wird es nicht. Denn die Langenthaler können Titelgewinn. Sie haben noch nie einen Final verloren und waren bereits 2012 und 2017 Meister. Nun fehlen zwei Siege zum dritten Titel – und zum «Operetten-Spengler Cup».

Das Problem mit dem Stadion

Die Liga hat den Langenthalern bereits mitgeteilt, dass sie die Bewilligung nicht bekommen werden, in der «Flachland-Valascia» in der höchsten Liga zu spielen.

Langenthal dürfte nur aufsteigen, wenn die Heimspiele in einer anderen Arena ausgetragen würden. Aber wo? Heimspiele in Olten? In Biel? In Langnau? In Bern? Der Aufstieg ist für den SC Langenthal damit definitiv vom Tisch.

Maskottchen

Müssen die Langenthaler ihre Heimspiele in der höchsten Liga in Olten austragen? Bild: KEYSTONE

Aber die Liga-Qualifikation darf im Schoren-Tempel gespielt werden. Es wird also, wie beim Spengler Cup, um nichts gehen als um die Ehre und alle Partien werden, wie beim Spengler Cup, live im Fernsehen übertragen. Nicht im staatstragenden Fernsehen. Aber immerhin auf «MySports». Die sind im Hockey sowieso besser als die Leutschenbacher.

«Aufsteiger der Herzen»

Als Lohn für die ausgestandene Abstiegsangst winkt dem mutmasslichen Playout-Verlierer - den Miserablen aus Rapperswil-Jona - in der Liga-Qualifikation ein unbeschwerter Tanz im Niemandsland zwischen der National League und der Swiss League.

Langenthals Stefan Tschannen mit dem Meistekuebel, nach dem siebten Playoff-Finalspiel der National League B zwischen dem SC Langenthal und dem SC Rapperswil-Jona Lakers, am Dienstag, 4. April 2017, in der Eishalle Schoren in Langenthal. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Langenthals Stefan Tschannen feiert den Gewinn der National League B im April 2017. Bild: KEYSTONE

Kommt es tatsächlich zu einer Liga-Qualifikation zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem SC Langenthal, dann werden die Langenthaler die Serie mit ziemlicher Sicherheit gewinnen.

Und als «Aufsteiger der Herzen» in die Geschichte eingehen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ass 30.03.2019 13:38
    Highlight Highlight Im Schoren darf man nicht in der NLA spielen, aber in der Valascia schon? Die Ligaverantwortlichen haben wohl noch nie selber Hockey gespielt!
    • Best of 7 30.03.2019 13:46
      Highlight Highlight Die Ambriotten dürfen der Liga und den anderen Clubs schon lange auf der Nase tanzen. Regeln gelten eben nicht für alle.
  • Nonkonformist 30.03.2019 13:19
    Highlight Highlight Klaus Text ist so respektlos gegen die anderen Spieler im Team. Er blendet die gesamte starke Teamleistung einfach aus. Ja, Wüthrich hat ein klasse Spiel gezeigt. Aber er kann eine solche Leistung nur darum erbringen, weil ihm das ganze Team hilft.
  • Knety 30.03.2019 12:22
    Highlight Highlight Es ist unverständlich das in Langenthal nicht schon lange eine neue Halle steht. Vorallem wenn man bedenkt, dass Anlikers und Ammanns im Dorf wohnen. Rappi hat sich die ganze Saison lang auf die Relegation vorbereitet und zeigt keine Auflösungserscheinungen. Ich denke nicht das sie absteigen werden.
  • fandustic 30.03.2019 12:12
    Highlight Highlight Wenn ich nicht irre „gehört“ Wüthrich so oder so dem SCB....er ist eifach ausgeliehen nach Langenthal. In der Saison 20/21 wird er dann wohl zurück gehen und mit Schlegl das Tandem im Tor des SCB machen...könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
  • Clark Kent 30.03.2019 11:54
    Highlight Highlight natürlich, wer schon letztes jahr so grandios mit seinen voraussagen daneben gelegen hat (remember kloten - rappi?), der darf sich auch dieses jahr wieder blamieren.
  • emptynetter 30.03.2019 11:49
    Highlight Highlight 'Die Miserablen aus Rapperswil' haben wir jetzt dann langsam genug gelesen. Auch wenn's ja vielleicht sogar stimmt, aber es ist dermassen abschätzig und nicht mehr lustig.
    • goschi 30.03.2019 17:37
      Highlight Highlight Klaus zaugg kann nur despektierlich und abschätzig.
      Er benötigt immer ein Feindbild, er scheint leider in den 1970ern stecken geblieben zu sein, als es noch en Vogue war, jederzeit andere Landesteile abzuwerten...

      Sehr schadde 8und sehr schädlich)
  • Miles Prower 30.03.2019 11:32
    Highlight Highlight Klaus Zaugg hat also endlich herausgefunden, dass es nebst Kloten und Olten noch weitere Vereine in der NLB gibt ^^
    • Miles Prower 30.03.2019 19:56
      Highlight Highlight A Propos weitere NLB-Teams:

      Sierre hat heute den Wiederaufstieg geschafft! :)
  • Best of 7 30.03.2019 11:28
    Highlight Highlight Langenthal darf nicht aufsteigen wegen der Halle. Aber in Ambri sollte schon seit zig Jahren eine neue Halle kommen. Obschon sie bis jetzt nicht kam, wurde die Lizenz nie entzogen.

    Zu Zaugg: "Kommt es tatsächlich zu einer Liga-Qualifikation zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem SC Langenthal, dann werden die Langenthaler die Serie mit ziemlicher Sicherheit gewinnen."

    Machst du jetzt auf Mike Shiva. Nichts, aber überhaupt nichts spricht für den SCL.
    • Lumina 30.03.2019 19:58
      Highlight Highlight Die Langenthaler werden einen Scheiss - ab gesehen davon das ein gewisses Team aus dem Neuenburg noch lange nicht tot ist, weiss Rapperswil gang genau, wie man Langenthal zerlegt - die Lakers mögen diese Saison wahrlich nicht überzeugt haben, aber mindestens 3x besser als der heutige SCL aus dem Oberaargau, sind sie allemal.

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