DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
QUALITY REPEAT --- Switzerland's Vincent Praplan, right, and Belorussia's Ilya Kaznadei, left, in action, during the ice hockey match between Switzerland and Belarus at the International ice hockey tournament

Zu selten konnten die Schweizer ihre Gegner gestern richtig fordern.
Bild: CTK

Eismeister Zaugg

Trotz miserabler Leistung gegen Weissrussland: Kein Alarm für die Schweizer Nati

Ein Tag, an dem so ziemlich alles schiefgeht, was schiefgehen kann. Die Schweizer sind gegen Weissrussland chancenlos und verlieren 1:3 (0:0, 0:1, 1:2). Alarm? Nein. Noch nicht.



Die Schweiz spielt … miserabel. Ja, so denkt ein neutraler Beobachter auf der Tribüne. Weissrussland ist eigentlich ein Gegner, der uns liegt. Die «kleinen Russen» lieben Lauf- und Tempohockey – wie wir. Wir haben zwar gegen diesen Gegner in der Vergangenheit einige bittere Niederlagen erlitten. Aber seit über zehn Jahren spielten wir gegen Weissrussland immer auf Augenhöhe.

Diesmal sind wir gegen die Nummer 9 der Weltrangliste allerdings chancenlos (wir sind Nummer 7). So schlimm war es seit Jahren nicht mehr. Im 20. Spiel gegen diesen Gegner seit dem Jahr 2002 haben wir erstmals mit mehr als einem Tor Differenz verloren.

Switzerland's Enzo Corvi, right, and Belorussia's Artyom Volkov, left, in action, during the ice hockey match between Switzerland and Belarus at the International ice hockey tournament

Kein Vorbeikommen für Enzo Corvi: Die Schweizer bekunden gegen die Weissrussen grösste Mühe.
Bild: CTK

Die Schweizer kommen gegen die schnellen, robusten und bissigen Weissrussen erst nach dem 0:2 im Schlussdrittel ins Spiel. Aber da ist es längst zu spät. Der jungen, unerfahrenen Mannschaft fehlen die Routiniers, die das Spiel beruhigen, ordnen und lenken können. Und so kommt viel Hektik auf. Timo Helbling (34), erstmals in seiner Karriere Captain eines Teams, wäre eigentlich ein Routinier. Aber er ist ein Mann der rauen Tat. Kein Spielmacher und Beruhiger. Mit «Dreinfahren» und «Rumpeln» ist nichts zu machen. Er kann der Mannschaft nicht helfen.

Keine taktische Ordnung

Verstärkt wird die Hektik durch Torhüter Robert Mayer. Er ist der aktivste Goalie der Liga. Er spielt mit, kommt weit aus dem Tor heraus und holt Scheiben, die normalerweise die Verteidiger zu übernehmen haben. An diesen Stil sind nur Servettes Abwehrspieler gewohnt. Jetzt sind seine Vorderleute eher verwirrt. Unsicherheit und Unruhe in der eigenen Zone erschweren die Angriffsauslösung. In allen drei Zonen laufen die Schweizer wild durcheinander und meist dem Puck hinterher. Die Präzision fehlt und bis ins letzte Drittel hinein gibt es kaum Torchancen.

Switzerland's Robert Mayer in action, during the ice hockey match between Switzerland and Belarus at the International ice hockey tournament

Torhüter Robert Mayer trägt seinen Teil zum hektischen Spiel bei.
Bild: CTK

«An dieses Tempo muss man sich zuerst gewöhnen» wird Neuling Yannick-Lennard Albrecht (21) hinterher sagen. «Wir waren so viel mit Defensivaufgaben beschäftigt, dass wir fast nicht dazu kamen, offensiv etwas zu bewirken.» Langnaus Center kann zwar seine Defensivaufgaben erfüllen. In der Offensiv setzt er aber keine Akzente.

Nationaltrainer Patrick Fischer wird sagen, das Tempo sei eben höher als in der Liga und die international wenig erfahrenen Spieler hätten damit Mühe gehabt.

Die stärkste offensive Wirkung erzielt Neuling Enzo Corvi (23). Er bucht in seinem ersten Länderspiel mit einem wuchtigen Direktschuss im Powerplay (so wie er es in Davos übt) gleich sein erstes Tor und ist trotzdem leicht zerknirscht. «Das Tor freut mich, aber wir haben verloren.»

10.02.2016; Kloten; Eishockey - Training Schweiz;
Enzo Corvi (SUI)  
(Andy Mueller/freshfocus)

Trotz Torpremiere: Enzo Corvi nervt sich über die Niederlage.
Bild: freshfocus

Verloren. Sang und klanglos. Der neutrale Beobachter hat also allen Grund zur Sorge um dieses Team. Aber die spielerischen und taktischen Mängel sind nur die eine Seite. Es gibt auch eine andere, durchaus hoffnungsvolle Betrachtungsweise.

«Gut» für «Fleiss und Wille»

In der guten alten Zeit des bernischen Primarschulwesens gab es nicht nur Noten. Im Zeugnis wurden auch die Punkte «Fleiss und Wille», «Ordnungsliebe» und «Betragen» (Arbeitseinstellung) mit den drei vorgegebenen Wertungen «gut», «ziemlich gut» und «ungenügend» beurteilt. Wer begabt war, aber faul, wurde entlarvt. Mit diesem guten alten Bewertungssystem können wir die positiven Seiten dieses Spiels gegen Weissrussland aufzeigen. Also noch kein Alarm.

Die Höchstnote 6 verdiente keiner. Gute Noten höchstens vier oder fünf (Mayer, Corvi, Bertaggia, Rathgeb, Scherwey). Und doch gibt es mildernde Umstände: Jeder strengte sich an, so gut er es vermochte. Alle bekommen deshalb ein «gut» für «Fleiss und Wille» und für «Betragen». Und nur ein «ungenügend» für «Ordnungsliebe». Gemeint ist mit «Ordnungsliebe» die taktische Ordnung. Die fand die Mannschaft erst ansatzweise in der Schlussphase, als Patrick Fischer, um mehr Offensivwirkung zu erzielen, auf drei Linien umgestellt hatte. (Lammer, Albrecht und Mottet blieben auf der Bank).

Der Nati-Trainer Patrick Fischer spricht im Training der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft am Dienstag, 9. Februar 2016, in der Swiss Arena in Kloten Zuerich. Die Schweiz trainiert in den naechsten Tagen fuer das Spiel gegen die Mannschaft aus Zilina aus der Slowakei. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Patrick Fischer fordert heute eine Reaktion seiner Mannen.
Bild: KEYSTONE

Es war gestern einfach einer dieser Tage, an denen nichts klappt und man besser zu Hause bleiben sollte. Es hat schon lange vor dem Spiel begonnen. Assistent Felix Hollenstein, der schon seit Anfang Woche kränkelte, musste definitiv absagen und auf den Flug nach Wien und die zweistündige Autofahrt nach Zilina ins Herzen der Slowakei verzichten. Er liegt mit einer Virusinfektion und 40 Grad Fieber im Spital Bülach. Patrick Fischer coachte das Team mit Reto von Arx. Er sagte zwar, diese Absenz habe keinen Einfluss aufs Spiel gehabt. Aber die Begebenheit passt zum unglücklichen Tag.

Jeder, der nach dem missglückten Spiel befragt wird, auch Patrick Fischer, betont, dass man nun gegen die Slowaken (heute, 17.00 Uhr, mit Sandro Zurkirchen im Tor) reagieren werde. Reagieren wolle. Reagieren müsse. Reagieren könne. Nun, zumindest am Fleiss, am Willen und am Betragen wird es nicht fehlen. Darf es nicht fehlen. Sonst heisst es: Alarm!

Egal-Memes Schweizer Eishockey

Eishockey-Quiz

Finde es ein für alle Mal heraus: Wie viel Eismeister steckt in dir?

Link zum Artikel

Bist du bereit für die Playoffs? Dann musst du die Hockey-Spieler auch als Emojis kennen

Link zum Artikel

Kopf oder Zahl? Das 50:50-Quiz zum Schweizer Eishockey Cup 

Link zum Artikel

Erkennst du diese Hockeyaner nur anhand ihres Karriereverlaufs? – Teil 2

Link zum Artikel

Wenn du diese Hockey-Slang-Begriffe nicht kennst, musst du heute für Schweden sein

Link zum Artikel

Erkennst du diese NHL-Stars anhand ihrer Kinderfotos?

Link zum Artikel

Kennst du die kuriosen Namen der AHL-Teams? Wenn nicht, musst du ab ins Farmteam!

Link zum Artikel

Kennst du dich aus in Hockey-Nordamerika oder suchst du Roman Josi in Näschwil?

Link zum Artikel

Wenn du von einem Hockeyaner nur den Karriereverlauf siehst: Weisst du, wen wir suchen?

Link zum Artikel

Du darfst auch so jubeln – wenn du das Topskorer-Quiz bestehst

Link zum Artikel

Wir haben Schweizer Eishockey-Grössen etwas umgestylt – erkennst du sie trotzdem?

Link zum Artikel

Zum Saisonstart: Wie viel Prozent Eishockey steckt wirklich in dir? Stelle dich unserem knallharten Psychotest

Link zum Artikel

Erkennst du die NLA-Spieler auch ohne Helm?

Link zum Artikel

Hockey-Stars ohne Helm: Kennst du die Schweizer NHL-Spieler auch abseits des Eisfelds?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Eismeister Zaugg erklärt einen Mythos – 75 Jahre Hockey in Langnau

Die SCL Tigers spielten gestern gegen Zug. Das Resultat (4:9) ist unerheblich. Es war nämlich das Spiel zum 75-jährigen Jubiläum. Wie ist es möglich, dass sich im oberen Emmental ein Dorfklub heute noch im Hockey-Business zu behaupten vermag? Weil Langnau zum Mythos geworden ist.

Mythos Langnau. Das Wort steht für Dinge oder Personen von hoher symbolischer Bedeutung. Wie zeigt sich der Mythos Langnau?

Ich möchte dazu einleitend eine Episode erzählen. Sie sagt uns, was der Mythos Langnau bewirkt. Es ist eine Begebenheit, die nur in Langnau möglich ist.

Im Sommer 2009 stehen die SCL Tigers am Rande des Abgrundes. Der SCL Tigers AG droht der Konkurs und das Stadion genügt den Ansprüchen des modernen Sportes bei Weitem nicht mehr.

Präsident Hans Grunder präsentiert im Rahmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel