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Le gardien genevois Tobias Stephan, droite, bloque un puck devant ses coequipiers, lors du 2eme match des semifinales de play-off du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Geneve Servette HC et les ZSC Lions, ce Samedi 29 mars 2014 a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Die Zürcher müssen Servettes Hintermannschaft zum Einsturz bringen. Bild: Keystone

Keine Angst vor Servettes Kavallerie

Eismeister Zaugg

Das Finale zu verpassen, wäre für die ZSC Lions ein Misserfolg 

Der Weg ins Finale ist für die ZSC Lions gar nicht so schwierig. Sie müssen bloss das Kartenhaus Servette zum Einsturz bringen.



Was ist der Unterschied zwischen dem  SC Bern und Servette? Der Zwang zum haushälterischen Umgang mit den finanziellen Mitteln dient dem SCB als Ausrede für ausbleibenden Erfolg und miserable Transfers. Für Servettes Chris McSorley ist es eine Herausforderung.

Kein anderes Hockeyunternehmen holt aus dem investierten Geld so viel heraus. Chris McSorley hat Servette aus den Niederungen der NLB in die Spitzengruppe der NLA geführt und zuletzt sogar den Spengler Cup gewonnen. Jetzt spielt er gegen die ZSC Lions um den Einzug ins Finale.

L'entraineur genevois Chris McSorley sourit lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Geneve-Servette HC et le EHC Biel, ce jeudi 12 decembre 2013 a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Chris McSorley ist seit 2001 Trainer der Genfer. Bild: Keystone

Im Abnützungskampf auf dünnem Eis

Servette ist auf den ersten Blick eine mächtige Hockeymaschine. Weil keiner in dieser Liga über die eigenen und gegnerischen Spieler so viel weiss wie Chris McSorley, kann der Kanadier das Geld gezielt investieren: Er verpflichtet pro Position nur einen Spieler. Den richtigen. Er hat nicht genug Geld, um verschiedene Positionen mehrfach erstklassig zu besetzen. Das bedeutet: Wenn alle fit sind, dann kann Servette sehr weit kommen. Aber wenn nur einer ausfällt, hat es meistens weitreichende Konsequenzen fürs gesamte System McSorley.

Servettes Erfolg steht also seit jeher auf dünnem Eis. Deshalb sind die Genfer am Ende im «Abnützungskampf» Playoffs immer wieder gegen ein breiter besetztes, defensiv zähes Team auf der Strecke geblieben. Zweimal erst ganz kurz vor der Zielankunft im Finale. 2008 gegen die ZSC Lions (nach einer 2:0-Führung) und 2010 gegen den SC Bern (im 7. Spiel). Und im letzten Frühjahr reichte auch eine 3:1-Führung im Viertelfinale nicht zum Triumph über den SCB. Wäre Servette da weiter gekommen, wäre der erste Titel möglich gewesen. Nicht umsonst fürchtet Chris McSorley Teams mit grosser Kadertiefe und vier ausgeglichenen Blöcken.

Moscow's goalkeeper Rastislav Stana, left, vies for the puck with Geneve's Inti Pestoni during the final game between CSKA Moscow and Geneve-Servette at the 87th Spengler Cup ice hockey tournament, in Davos, Switzerland, Tuesday, December 31, 2013. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Am Spengler Cup kam die Offensiv-Power Sevettes besonders zur Geltung. Bild: Keystone

Servettes offensive Ausrichtung ist logisch und wird durch die knappen finanziellen Mittel diktiert: In der NLA ist ein offensiv spektakuläres Team immer billiger als ein defensiv stabiles. Sogar die SCL Tigers hatten unter Trainer Christian Weber zeitweise die beste Offensive der Liga. Gute Stürmer sind einfacher zu finden und kosten weniger als erstklassige Verteidiger. Wenn es gelingt, das Spektakel mit der offensiven Kavallerie vors gegnerische Tor zu tragen und den Gegner davon abzuhalten, offensiv zu spielen, dann ist der Erfolg möglich. Mit seinem Mut zur Offensive hat Chris McSorley etwa beim Spengler Cup im Finale auch ZSKA Moskau überrannt (5:3). Die Russen kamen erst ins Spiel, als die Genfer schon 4:0 führten.

Das Erfolgsrezept: Hinten stabil, vorne torgefährlich

Die Playoffs schaffte Servette im Vorwärtsgang. Nur die ZSC Lions (167) haben in der Qualifikation noch mehr Tore erzielt als die Gefner (158). Aber die ZSC Lions, Lausanne, Lugano, Ambri, Bern und Kloten haben weniger Tore kassiert als Servette. Obwohl Torhüter Tobias Stephan zu den besten der Liga zählt. Zahlen, die die Verwundbarkeit des bestgeführten Sportunternehmens der Romandie aufzeigen. Servette ist ein offensiver Formel-1-Bolide ohne defensive Winterreifen.

29.03.2014; Genf ; Eishockey NLA Playoff - HC Genf Servette - ZSC Lions;  Jubel Roman Wick  (ZSC ) nach seinem Tor zum 3:5 (Alain Grosclaude/freshfocus)

Im zweiten Spiel liessen sich die Lions nicht mehr überrumpeln und gewannen dank drei Toren von Ryan Keller (links) mit 5:3. Bild: Alain Grosclaude

Die ZSC Lions haben sich im ersten Spiel überrumpeln lassen (0:5). In der zweiten Partie haben sie aus dem Debakel gelernt, liessen sich durch Chris McSorleys offensive Kavallerie nicht mehr durcheinander bringen, nützten gezielt die defensive Schwäche der Genfer und siegten (5:3). Die ZSC Lions sind defensiv stabil genug, um Servettes Angriffskraft standzuhalten und offensiv stark genug, um die Abwehrschwächen der Genfer auszunützen. Und sie sind über vier Linien ausgeglichener besetzt.

Wenn die Zürcher kühlen Kopf bewahren, die Fehlerquote in der eigenen Abwehr tief halten, keine Angst vor Servettes offensiver Kavallerie haben und selber geradlinig und mutig vorwärts spielen, dann können sie Servettes defensives Kartenhaus zum Einsturz bringen. Eigentlich ist der Erfolg gegen die Genfer nur eine Frage des Mutes zur Offensive. Das Finale gegen dieses berechenbare, defensiv auf tönernen Füssen stehende Servette zu verpassen, wäre für die ZSC Lions ein Misserfolg sondergleichen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ozymandias 01.04.2014 19:21
    Highlight Highlight "Das Finale zu verpassen, wäre für die ZSC Lions ein Misserfolg "
    Echt jetzt?! Wär ich nicht drauf gekommen.....
  • Philippe Jaccard 01.04.2014 15:11
    Highlight Highlight Immer interessant Herr Zaugg, aber da man das Budget von Servette nicht kennt ist es schwierig zu beurteilen. Klar, der Z hat viel Geld, aber Servette hat schon lange nicht mehr "das kleinste Budget der Liga" wie es oft Mc Sorley sagte.
    Match 3 wird entscheidend sein. Entweder ist der Z endlich auf playoff Rhythmus gekommen, oder dann ist der GSHC am Samstag nur gestolpert. Suspense.
  • Staal 01.04.2014 09:42
    Highlight Highlight Wenn man vom grossen Mäzen Frey soviel Geld bekommt, dann muss man ja ständig Top sein bzw ist man verdammt dazu Erfolg zu haben. Titel sind so auch keine Kunst...

    Ohne den wäre man ein Liftclub
    • Patrick C. 01.04.2014 10:10
      Highlight Highlight Und jetzt?
      Davos lebt vom Spenglercub und dem Kristal Klub. Lugano von den Mantegazzas und Kloten vom Gaydoul...
    • ZSC Fan 01.04.2014 11:59
      Highlight Highlight Sehr guter Artikel mit scharfer Analyse des Eismeisters!
      Was Servette entgegen kommt, ist die Tatsache das Flüeler viel Pucks nach vorne abprallen lässt, was bei dieser Kavallerie Gift ist (siehe 1. Spiel statt 3:0 oder 4:0 stand es plötzlich 0:1, was den Zett völlig von der Rolle brachte. Im 2. Spiel konnte Genf so auf 3:3 ausgleichen. Nachdem diese aber im letzten Drittel sich mehr auch auf die Verteidigung konzentrierten, war Ende Feuer.

      @Dave:
      Mit Geld alleine lässt sich ein Meistertitel nicht erkaufen, Bern musste das lernen und Kloten wird es noch lernen. Auch Lugano ging klang und sanglos im Viertelfinal unter, ebenso hat Fribourg Mühe. Der Zett ist auch noch nicht durch! Aber: Geld sichert sicher die NLA (siehe dagegen Rappi und Biel). Gerade solche Clubs sind aber wichtig, um jungen Spieler die nötige Erfahrung zu geben. Eine der grössten Geldquellen des Zett, bitte nicht vergessen, ist nicht Herr Frey, sondern viele grosse Sponsoren in der Region Zürich (Wirtschaftsmetropole) und vor allem die hervorragende Arbeit im Juniorenbereich. Der Zett hat 3x soviel Junioren wie jeder andere Grossclub in der Schweiz und die Juniorenabteilung ist eine der Topadressen in Europa, ob man das nun glauben will oder nicht! Der ZSC hat nicht die besten Ausländer, ab am weitaus meisten eigene Junioren in der 1.Mannschaft. Der ZSC profitiert finanziell viel davon, denn es gibt praktisch keinen Topclub, der nicht ehemalige ZSC Junioren hat. Nyffeler, ein Top Golie war für Servette z.B. auch nicht gratis!

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