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SC Bern Torhueter Leonardo Genoni waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Kloten und dem SC Bern am Samstag, 10. September 2016, in der SWISS Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Leonardo Genoni: Heute geht es gegen die alten Kollegen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Vor dem Kracher gegen die alten Kollegen: Genoni ist noch nicht in Bern angekommen

Der SC Bern tut sich schwer bei der Umstellung vom Rumpeln aufs Rosenpflücken. Die Berner hätten gegen die ZSC Lions nur mit einem besseren Torhüter gewinnen können.



>>> Wir tickern die Partie zwischen Davos und dem SC Bern heute ab 15.45 Uhr live!

Den Ansatz zur Polemik finden wir für einmal in der Sachlichkeit und Objektivität. Vergessen wir bei der Beurteilung der Titanen alle Vorurteile, die da aus Verdiensten, Titeln und Salär wie von selbst entstehen. Beurteilen wir nur die Leistung. Dann können wir ohne jede Polemik sagen: Wäre beim SCB im Spiel gegen die ZSC Lions immer noch Marco Bührer im Tor gestanden, dann würde der neutrale Chronist die Frage stellen: Ist es die Saison zu viel für Marco Bührer?

Die Differenz in einem schnellen, hochstehenden und zeitweise gar spektakulären Spiel machten die Torhüter. Die ZSC Lions gewannen mit dem Resultat von 93,94 Prozent (Abwehrquote von Niklas Schlegel) zu 91,89 Prozent (Abwehrquote von Leonardo Genoni).

Zuerichs Mattias Sjoegren, rechts, erzielt das Tor zum 2-3 gegen Berns Torhueter Leonardo Genoni im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den SC Bern und den ZSC Lions, am Samstag, 17. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Leonardo Genoni: Die Fangquote gegen den ZSC war nur eines: zu tief. Bild: KEYSTONE

Die Zürcher, die bisher in dieser Saison noch nie mehr als zwei Tore erzielt hatten, trafen ausgerechnet in Bern und gegen den Titanen Leonardo Genoni viermal ins Netz. Das 4:2 war «gratis» ins leere Tor. Bei zwei Treffern sah der neue SCB-Schlussmann nicht so aus wie der beste und teuerste Goalie der Liga. Wir können es in einem Satz sagen und dieser Satz muss gesagt sein: Leonardo Genoni ist in Bern noch nicht angekommen. Seine Saison-Fangquote von 90,91 Prozent ist ungenügend. In den letzten sechs Jahren lag seine durchschnittliche Saison-Fangquote nie unter 91,60 Prozent.

Umstellung beim SCB braucht Zeit

Nun lassen wir die Polemik. Es gibt noch einen Grund für die Niederlage. Der SCB ist in der Umschulung auf eine neue Hockeykultur noch weniger weit als die ZSC Lions. Um es bildlich zu erklären: SCB-Trainer Kari Jalonen ist daran, Akkord-Holzer zu Rosenpflückern umzuschulen.

Nun ist es natürlich nicht so, dass die SCB-Spieler Holzhacker sind. Das wäre eine schlimme und fachlich völlig unhaltbare Beleidigung. Aber der SCB war im letzten Frühjahr ein Rumpelmeister. Das meisterliche Hockey war urig, rau, direkt, geradlinig, einfach. Das war gestern. Unter Trainer Lars Leuenberger. Im Treibhaus der Playoff-Emotionen. An einem guten Abend zelebrierte der SCB während der Playoffs beim Einlaufen eine höhere Intensität als nun im Spiel gegen die ZSC Lions.

Berns Topscorer Mark Arcobello, hinten Mitte, jubelt mit seinen Teamkollegen Simon Moser, links, und Ryan Lasch, rechts, nach seinem Tor zum 2-2, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den SC Bern und den ZSC Lions, am Samstag, 17. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (PPR/Peter Klaunzer)

Rumpeln soll es beim SCB zukünftig nur noch bei Jubelszenen. Bild: PPR

Der neue SCB-Trainer fordert taktisch und spielerisch hochentwickeltes Hockey. Die Scheibe wird nicht mehr geschlagen. Sie wird sorgsam behandelt, im Idealfall gestreichelt und umsichtig in den eigenen Reihen behalten.

Wann bricht der Vulkan Jalonen aus?

Weil die ZSC Lions über vier Blöcke verteilt die technisch besseren Spieler und sogar herausragende Künstler haben (Robert Nilsson, Roman Wick und Mattias Sjögren zum Beispiel) fällt ihnen die Umstellung vom nordamerikanischen zum skandinavischen Hockey leichter als den Bernern. Auch bei den ZSC Lions wird ja vom nordamerikanischen auf europäisches Hockey umgestellt.

So ist es logisch, dass der SCB in diesem Spitzenkampf gegen die ZSC Lions seine besten Szenen nach «alter Väter Sitte» hatte. Beide Treffer erzielte das ausländische Personal und das 1:1 war sogar ein einfaches, uriges, nordamerikanisches Tor. Ein Weitschuss von Maxim Noreau im Powerplay. Kein Vergleich zum kunstvoll «europäisch» herausgespielten 3:2 der ZSC Lions.

SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen, beobachtet seine Spieler auf dem Eis beim Eishockey Meisterschaftsspiel der NLA zwischen dem SC Bern den SCL Tigers und am Freitag, 9. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Noch beobachtet Jalonen meist ruhig seine Spieler. Aber wehe, wenn er ausbricht! Bild: KEYSTONE

Der Vulkan Kari Jalonen ist noch nicht ausgebrochen. Er gewährt seinen Jungs eine Lernphase und wir befinden uns erst im September. Ja, der Finne, der toben kann, dass die Wände wackeln, war selbst nach der ersten Meisterschafts-Heimniederlage guter Dinge. «Es war die beste Partie, die wir bisher gespielt haben.» Das sei auch der Grund, warum der neue ausländische Stürmer Maxime Macenauer keinen Einfluss aufs Spiel hatte. «Er muss sich erst an einen so hohen Rhythmus gewöhnen.» Der SCB-Chef monierte lediglich die fehlende Störarbeit seiner Stürmer vor dem Tor. «Wir hätten dem Torhüter öfters die Sicht nehmen müssen.»

Kein Grund zur Nervosität beim SCB

Es gibt ja keinen Grund, in Bern schon nervös zu sein. Niemand weiss besser als die Berner, dass die Saison eigentlich erst Ende Februar beginnt. Schliesslich hat der SCB im letzten Frühjahr den Titel vom 8. Platz aus geholt. Mit einem 8. Platz in der Tabelle segelt der SCB auf Meisterkurs.

Berns Luca Hischier kommt aufs Eis vor dem Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den SC Bern und den ZSC Lions, am Samstag, 17. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Einlauf der SCB-Spieler in die heimische Arena. Die Zuschauer im Hockey-Tempel wollen vor allem eines: unterhalten werden. Bild: KEYSTONE

Das Selbstvertrauen, das aus diesem Wissen kommt, gibt Anlass zur leisen Hoffnung auf Polemik. Die Saläre sind im September nicht niedriger als im März. Das grösste Publikum Europas will unterhalten sein. Wenn die Blätter im Oktober fallen, ist auch die Lernphase um und Niederlagen werden nicht mehr akzeptiert.

Für Leonardo Genoni folgt nun mit dem Spiel heute in Davos (bei uns im Liveticker) so etwas wie ein Tag der Wahrheit. In der Partie gegen den HCD ist es seine Pflicht, erstmals in dieser Qualifikation der klar bessere Goalie zu sein.

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