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Alles bleibt, wie es ist

Eismeister Zaugg

Ligareform abgeschmettert: Die Angst der NLA vor der NLB

Scheinheilig erklären die NLA-Vertreter das Interesse an einer NLB-Reform. In Tat und Wahrheit hüten sie sich davor, die zweithöchste Eishockey-Liga zu stärken. Weil sie Angst haben.



Wieder einmal haben die Vertreter der Nationalliga-Klubs in Ittigen getagt. Wieder einmal ist das Resultat in einer entscheidenden Frage gleich null. Aber wenigstens sind die Vertreter der NLA-Klubs entlarvt worden.

Die NLB umfasst bekanntlich nur noch neun Klubs (statt zwölf) und die Gefahr ist erheblich, dass es nächste Saison nur noch acht sein werden. Also wird in grossen Worten darüber debattiert, wie die NLB wieder besser gemacht werden könnte. Nun haben die NLA-Vertreter ihr wahres Gesicht gezeigt: Sie wollen alles tun, damit die NLB nicht besser wird.

Eine Verbesserung der NLB ist sehr einfach machbar. Durch eine Modusänderung, die dazu führt, dass die NLA und die NLB näher zusammenrücken. Dafür braucht es eine grössere Durchlässigkeit zwischen NLA und NLB. Also das Leistungsprinzip. Am einfachsten wäre es, wenn nach der Qualifikation die vier Letzten der NLA gegen die vier Ersten der NLB eine Hin- und Rückrunde mit zwei Ausländern um die vier Plätze in der höchsten Liga spielen würden.

Die Langnauer Fans und Torschuetze Raphael Kuonen, Mitte links, bejubeln das vierte Tor beim Eishockeyspiel der National League B zwischen dem SC Langenthal und den SCL Tigers am Samstag, 30. November 2013 in der Schorenhalle in Langenthal. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Langnau gegen Langenthal: Duell zweier erfolgreicher NLB-Klubs. Bild: KEYSTONE

Das wurde beschlossen

Aber genau das fürchten die NLA-Vertreter wie der Teufel das geweihte Wasser. Hinter verschlossenen Türen sind heute folgende Reform-Grundsätze gefasst worden:

1. Kein direkter Auf- und Abstieg zwischen NLA und NLB.

2. Die Anzahl NLA-Klubs (12) bleibt gleich.

3. Keine grössere Durchlässigkeit zwischen der NLA und der NLB.

Damit dokumentieren die NLA-Klubs ihre Angst vor den leistungsfähigen NLB-Organisationen (SCL Tigers, Olten, Visp, La Chaux-de-Fonds, Langenthal). Tatsächlich könnte es Ambri, die Lakers oder unter Umständen sogar Biel in einem solchen Direktvergleich mit den NLB-Vertretern erwischen.

Die NLA-Klubs nützen ihre Stimmenmehrheit in der Nationalliga, um jede Veränderung, die in Richtung Leistungsprinzip und Stärkung der NLB geht, zu blockieren.

L'equipe de viege fete sa victoire avec ses supporters, lors du 2eme match de la finale promotion-relegation LNA-LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le EHC Visp et le EHC Biel-Bienne ce samedi 12 avril 2014 a la Litterna Halle a Viege. (KEYSTONE/Maxime Schmid)

Jubel in Visp: Fans und Spieler freuen sich über einen Sieg. Bild: KEYSTONE

Sportlicher Erfolg ist keine Voraussetzung mehr für den Aufstieg in die NLB

Die aktuellen Vorschläge zur NLB-Reform sind absurd. Mehr noch: Es ist der Versuch, heute gesunde 1. Liga-Klubs in den Konkurs zu locken.

Die Anforderungen für einen Aufstieg in die NLB sollen nämlich gelockert werden. Im Grundsatz: Wer will, soll in die NLB aufsteigen dürfen, theoretisch sogar ein Klub aus der 2. Liga. Es müssen nur minimale Anforderungen an die Infrastruktur erfüllt werden. Ob mit einem oder zwei Ausländern und mit wie viel Budget dann in der NLB gespielt wird, soll keine Rolle mehr spielen. Es ist auch nicht mehr notwendig, die Meisterschaft der 1. Liga zu gewinnen.

Wie absurd das ist, zeigt sich daran, dass die Verbands- und Ligaführung vor drei Jahren einem gesunden, wirtschaftlich und sportlich intakten Hockeyunternehmen aus äusserst fragwürdigen, formalen Gründen den Aufstieg in die NLB verweigert haben (Huttwil Falcons) – worauf dieser Klub aufgelöst und die Eishalle geschlossen worden ist.

Fighting and wrestling-scene between unidentified Canadian (white) and Swiss hockey players during the match Switzerland vs. Team Canada in Huttwil, Switzerland, February 12, 1998.  (KEYSTONE/JUERG MUELLER)

Kein Eishockey mehr in Huttwil heisst auch, keine Schlägereien mehr wie hier beim Länderspiel Schweiz–Kanada 1998. Bild: KEYSTONE

Niemand kann, niemand will aufsteigen

Noch absurder wird es bei einem Blick auf die aktuelle Rangliste der 1. Liga. Denn für einen erleichterten NLB-Aufstieg kämen ja wohl in erster Linie die Spitzenteams der 1. Liga in Frage.

In der Westgruppe führt Neuenburg vor Forward Morges. Richtig: Diese zwei Klubs (bzw. die Rechtsvorgängerinnen) sind in der NLB Konkurs gegangen.

In der Zentralgruppe führt Brandis vor Thun. Richtig: Heinz Krähenbühl ist Präsident von Brandis. Er war vorher Präsident der vom Verband versenkten Huttwil Falcons. Und Thun hat schon in der 1. Liga diverse finanzielle Rettungsaktionen hinter sich.

In der Ostschweiz führt Biasca vor Winterthur. Mit Biasca ein dritter Profihockeyklub zwischen Ambri und Lugano – das ist schlichtweg nicht machbar. Und die Verantwortlichen in Winterthur sind so klug, dass sie ein gutes Leben in der 1. Liga (mit mehreren Meistertiteln) einem Konkurs in der NLB vorziehen.

Gaeste verfolgen die erste Runde des Swiss Ice Hockey Cup zwischen dem EHC Winterthur und dem EV Zug am Mittwoch, 1. Oktober 2014, in der Eishalle Deutweg in Winterthur, Schweiz. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der EHC Winterthur fühlt sich in der Nische 1. Liga wohl. Bild: KEYSTONE

Farmteams werden sterben gelassen

Wir sehen daraus: Es gibt gar keinen Markt für neue NLB-Unternehmen. Mit den aktuellen 21 Nationalliga-Klubs ist das Profihockey in unserem Land bestens positioniert. Diese 21 Klubs müssen sich untereinander nur besser organisieren. Will heissen: Entweder die NLA reduzieren oder wenigstens die Durchlässigkeit zwischen den Ligen erhöhen und das Leistungsprinzip fördern – mit eben jenem Modus mit den vier Letzten der NLA und den vier Ersten der NLB, die um die vier NLA-Plätze spielen.

Gänzlich unglaubwürdig ist das Schwadronieren über Farmteams. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen: Der SC Bern, das wirtschaftlich potenteste NLA-Unternehmen, hat sein Farmteam Neuenberg (an dem der SCB direkt beteiligt war) in Konkurs fallen lassen. Auch das aktuelle Farmteam, die Basel Sharks, die mit einer halben Million hätten gerettet werden können, hat der SCB im Sommer, ohne einen Finger zu krümmen, Konkurs gehen lassen.

Es bleibt alles so, wie es ist

Erfreulich immerhin, dass die Nationalliga-Klubs allen nicht durchsetzbaren Reglementen abschwören. Also kein reglementarischer Zwang zum Einsatz von Junioren oder zum Verzicht von Routiniers und keine Salärbegrenzung in der NLB.

Die ganzen Reformbemühungen mahnen an den Versuch, einen Bären zu waschen, ohne ihn nass zu machen. Die Angst der NLA vor der NLB ist viel zu gross, um echte Reformen durchführen zu können. Es bleibt deshalb erst einmal alles so, wie es ist. Verbandspräsident Marc Furrer und sein Vize Pius-David Kuonen sind viel zu führungsschwach, um Reformen auf den Weg zu bringen und, um die Klubs davon zu überzeugen, etwas zu ändern.

Marc Furrer, left, President of the Swiss Ice Hockey Federation, next to Pius Kuonen, right, President of the Swiss Ice Hockey National League, speaks to Swiss media, during a press conference at the Media Center of the Globe Arena in Stockholm, Sweden, on Monday, 6 May 2013. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Führungsschwache Verbandsspitze: Furrer (links) und Kuonen. Bild: KEYSTONE

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    Alle Leser-Kommentare
  • f303 20.11.2014 11:48
    Highlight Highlight Hockey ist (ausser in Bern) auch bei den Topclubs ein Zuschussgeschäft, sprich es braucht potente Sponsoren um zu überleben. Also strebt man bestenfalls langjährige, sichere Sponsoringverträge an, um wirtschaftlich und sportlich langfristig planen zu können. Kein grösserer Sponsor mag damit leben, dass er in einem Jahr täglich im TV zu sehen ist (NLA Berichte auf SRF, TC live) und im Falle eines Abstieges völlig in der Werbeversenkung verschwindet. Damit wird langfristige Planung fast unmöglich. Einzige Lösung: NLB in die Medien! TV Berichte, Live TV, ... dann kann man auch sportlich öffnen.
  • Against all odds 20.11.2014 08:15
    Highlight Highlight Für die 6 Topklubs der NLA wäre ein durchlässigerer Modus kein Problem. Für alle anderen, inkl. den den Topmannschaften der NLB, aber schon. Ich denke da an die Liftmannschaften wie den ZSC in den 80er-Jahren. Langfristige Strategien wären verstärkt dem unberechenbaren sportlichen Erfolg unterworfen. Klar wäre viel spannender, aber über längere Zeit würden noch mehr Klubs, auch aus der NLA, Konkurs gehen. Und natürlich kommt KZ immer mit diesem Thema, wenn Langnau in der NLB oben mitspielt. Als sie noch im A waren, war dies nie ein Thema...
    • f303 20.11.2014 11:29
      Highlight Highlight Dem ist absolut nichts hinzuzufügen.
  • Tom Garret 20.11.2014 00:34
    Highlight Highlight Ich bin absolut gleicher Meinung. Als nicht wahnsinnig Hockey interessierter langweile ich mich zu tode in der Saison da es ja kaum um was geht. Die Play Offs sind dann etwas spannender. Aber sonst? Kaum Abwechslung und gefühlte 20 mal die gleichen Paarungen...
    Ich glaube das mit den 4 Schlechtesten NLA und vier Besten NLB Teams (geklaut vom früheren Fussballmodus) wäre genau das richtige. Anders als im Fussball sind die Teams in der NLB des Hockeys ja Zuschauermässig auch oft recht nah an den NLA Teams weshalb es kaum zu Problemen in diesem Bereich kommen würde (wie damals im Fussball mit Yverdon und Delemont usw in der NLA die schlicht keine Fans hatten und so so auch wenig Interesse weckten...)
    • f303 20.11.2014 11:34
      Highlight Highlight Die Budgets ebenso wie der Leistungsunterschied sind viel grösser als der teilinteressierte Zuschauer meinen mag. Wir hätten so in kürzester Zeit mehrere Pleiten von Traditionsteams hinzunehmen. Das ist einfach nicht finanziell einfach nicht umsetzbar, da kaum ein Sponsor dieses Spiel auf Dauer mitmachen würde. Also müsste Sponsoring (und davon lebt Hockey nun mal) jedes Jahr neu verhandelt und erkämpft werden. Ein zermürbender Krampf. Einzige Chance: deutlich mehr Medienpräsenz der NLB. Dann könnte man Sponsoren die gleiche Strahlkraft des Engagements besser verkaufen.
  • Wildwing71 19.11.2014 19:33
    Highlight Highlight Leider denken die Klubverantwortlichen der NLA nicht über den Gartenzaun hinaus! ^
  • elnino 19.11.2014 18:09
    Highlight Highlight Erinnert mich schon fast an die Obama-Reformversuche sowie den Republikanern als "Blocker"
  • Prisca Liechti-Moser 19.11.2014 17:41
    Highlight Highlight "man" könnte auch die NLB etwas kleinwenig anders aufwerten und das ganz einfach. Die Presse sollte dieser Liga auch einbisschen mehr beachtung schenken, mal einen Matchbericht hier mal da im TV. Es muss nicht immer das selbe Team sein, aber es würde auch die Existenz einer unteren Liga zeigen.
    Oder der "BLICK" der ja so gross Sponsor vom Cup ist, der könnte auch mal eine Spalte im Sport freimachen, oder im Radio, schon nur die Resultate der NLB durchgeben, oder... gäbe viele kleine Dinge die grosse Wirkung hätte... und evt. sogar Sponsoren "anlocken"
    • f303 20.11.2014 11:35
      Highlight Highlight Genau das ist der Punkt.
  • Dan Röthlisberger (1) 19.11.2014 17:31
    Highlight Highlight Meine Liga

    3*7 Nati A, Nati A/B und Nati B

    Jeweils 3 Doppelrunden= 36 Spiele Anschliessend Preplayoffs

    Nati A, 1-4 Platzierter 2 Doppelrunden = 12 Spiele
    Nati A, 5-7 + 1. Nati A/B 2 Doppelrunden = 12 Spiele

    Anschliessend Playoffs
    Schlechtest Platzierter welcher beim PO-1/4Final ausscheidet steigt ab.

    Nati A/B 2-5, 2 Doppelrunden = 12 Spiele
    Nati A/B 6+7 + 1+2 Nati B, 2 Doppelrunden = 12 Spiele

    Anschliessend Playoffs
    Die 2 schlechtest Platzierten welche beim PO-1/4Final ausscheiden, steigen ab.

    Nati B

    Finalrunde
    2 Doppelrunden 16 Spiele
    3-7
    7. Nach Finalrunde steigt ab in die 1. Liga
  • super_silv 19.11.2014 17:30
    Highlight Highlight Als Langnau noch in der NLA waren tönten die Berichte über dieses Thema etwas anders ;)

    Und mal ganz ehrlich Langnau hatte es früher auch oft geholfen war der Abstieg so schwer, aber dieses Jahr kann es Langnau ja auch sportlich schaffen nicht nur am grünen Tisch.
    Als Rappifan muss ich sagen: leider.
    • Coach Cpt. Blaze 19.11.2014 17:59
      Highlight Highlight Wenn der Auf-/ Abstieg vereinfacht wird, steigen auch die Chancen wieder aufzusteigen. Sprich wenn es ein NLA-Team erwischen würde, wäre dies kein Weltuntergang, da der Aufstieg schnell wieder geschafft werden kann. Ein NLB-Team dagegen könnte mal NLA-Luft schnuppern und lässt sich nicht auf derart grosse und langfristig finanzielle Risiken ein wie es heute der Fall ist.

      Meiner Meinung nach wäre dies die beste Lösung. Jedoch wird sich daran leider nichts ändern solange die NLA-Clubbosse so stur und egoistisch bleiben...

Eismeister Zaugg

Startet unsere Hockey-Saison erst am 1. Januar 2021?

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Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wollte eigentlich die Meisterschaft auch am 18. September starten. Nun hat Liga-Manager Gernot Tripcke erklärt, die Saison werde nicht vor dem 1. November beginnen.

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