DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ahren Spylo (r.) 2014 im Biel-Dress gegen seinen Ex- und Neo-Klub HC Davos (Sven Jung).
Ahren Spylo (r.) 2014 im Biel-Dress gegen seinen Ex- und Neo-Klub HC Davos (Sven Jung).Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

«Steuerflüchtling» Spylo wird beim HCD dieses Wochenende bereits spielen

Ahren Spylo (33) darf schon am Wochenende erstmals für den HC Davos stürmen. Aber seine Steuerschulden muss er selbst bezahlen.
02.02.2017, 04:0902.02.2017, 06:26

Arno Del Curto sagt, sein neuer kanadischer Stürmer sei noch nicht in Form. «Aber ich werde ihn am Wochenende entweder gegen Zug oder gegen Ambri zum ersten Mal einsetzen.» Es ist sozusagen ein «Aufbautraining im scharfen Schuss». Nur so bekommt der letztjährige Ausländer des EHC Biel wieder Beine. Er hat diese Saison keine Spiele bestritten und sich in seiner nordamerikanischen Heimat fit gehalten.

Seine Steuerschulden im Kanton Bern aus seiner Tätigkeit bei Biel muss der Kanadier hingegen selber bezahlen. HCD-Präsident Gaudenz Domenig sagt: «Darum muss er sich selber kümmern, wir haben mit dieser Angelegenheit nichts zu tun und wir haben davon auch keine Kenntnis.»

«Wir haben damit nichts zu tun.»
Gaudenz Domenig und Martin Steinegger

Biels Sportchef Martin Steinegger dementiert Meldungen des «Bieler Tagblattes» nicht, wonach Ahren Spylo noch knapp 50'000 Franken Steuerschulden habe. «Wir haben aber damit nichts zu tun.»

Martin Steinegger weiss bescheid, hält sich aber raus.
Martin Steinegger weiss bescheid, hält sich aber raus.Bild: KEYSTONE

Stark vereinfacht gesagt: Die Klubs bezahlen die Einkommenssteuern für ihr ausländisches Personal direkt (Quellensteuer). Das war auch in Biel auf einem Bruttoeinkommen von 315'000 Franken so. (Martin Steinegger: «Aber dieser Lohn stimmt nicht»). Um die Einkommenssteuer muss sich der Spieler also nicht kümmern. Hingegen ist jeder ausländische Spieler verpflichtet, zusätzlich eine persönliche Steuerdeklaration für sein Vermögen einzureichen. Darum kümmern sich die Klubs nicht.

Prozedere kann einige Monate dauern

Die kantonalen Steuerverwaltungen besteuern Vermögen unterschiedlich. Unterlässt ein Spieler die Deklaration seines Vermögens, dann wird er eingeschätzt. In der Regel gilt bei Hockeyprofi: Ab 30 Jahren und mehrjähriger Tätigkeit in der Schweiz wird aufgrund der ligaüblichen Saläre ein Vermögen von rund einer Million angenommen. Ahren Spylo hat sechs Jahre für Biel gespielt (2010 bis 2016) – und damit ergibt sich für ihn aufgrund der im Kanton Bern üblichen Praxis tatsächlich eine Vermögenssteuer von rund 50'000 Franken, die er nun noch zu entrichten hat.

Auf seine Tätigkeit in Davos haben diese Schulden keinen Einfluss. Die bernischen Steuervögte haben die Möglichkeit, die Schulden auf dem Rechtsweg (Betreibung) einzufordern. Die Steuerschuld dürfte ein sogenannter «Rechtsöffnungstitel» sein, das Verfahren verkürzen und den Weg zu einer Lohnpfändung öffnen. Aber auch dann dauert das Prozedere einige Wochen. Mit ein bisschen Glück und Nerven kann Ahren Spylo also in Davos spielen und dann unser Land unbehelligt wieder verlassen, bevor die bernische Steuerobrigkeit an sein Geld herankommt, das er bis Saisonende in Davos verdient. Ahren Spylo wäre dann sozusagen ein «Steuerflüchtling». Auf seine Ein- und Ausreise haben Steuerschulden keinen Einfluss.

Gaudenz Domenig hat eine ganz pragmatische Lösung für das Steuer-Problem.
Gaudenz Domenig hat eine ganz pragmatische Lösung für das Steuer-Problem.Bild: KEYSTONE

HCD-Präsident Gaudenz Domenig hat noch einen anderen Vorschlag. «Immer vorausgesetzt, dass diese angeblichen Steuerforderungen rechtens sind, gibt es eine ganz einfache Lösung: Ahren Spylo kann ja zahlen…»

Nach 10 Jahren kann man wieder mit Schlittschuhen auf den Seealpsee

1 / 12
Nach 10 Jahren kann man wieder mit Schlittschuhen auf den Seealpsee
quelle: keystone / gian ehrenzeller
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Italien macht sich schon an den Champagner, da gleicht Wiltord im EM-Final noch aus
2. Juli 2000: Sylvain Wiltord ist der Edeljoker im Team der Franzosen. Im EM-Final hält der Stürmer Frankreich mit seinem Ausgleich in extremis am Leben – und macht den grossen Triumph der «Equipe Tricolore» so erst möglich.

Frankreich tritt als amtierender Weltmeister zur EM in Belgien und Holland an. Beim ungefährdeten Startsieg gegen Dänemark besteht die Startelf der hervorragend aufgestellten Franzosen aus zehn Akteuren, die schon vor zwei Jahren bei der Heim-WM den Pokal in den Pariser Nachthimmel gestreckt haben. Nur Mittelstürmer Nicolas Anelka war beim Triumph der «Equipe Tricolore» 1998 nicht dabei.

Zur Story