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Geneve-Servette's center Kevin Romy, left, celebrates his goal with teammates forward Kay Schweri, center, and forward Nathan Gerbe, of U.S.A., right, after scored the 2:0, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Geneve-Servette HC and SCL Tigers, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, January 2, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Bei Servette ist nichts mehr wie es einmal war.  Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Das Undenkbare denken – die letzten Tage des Servette, wie wir es kennen

Wer eine Möglichkeit hat, eines der restlichen Spiele der Serie SC Bern gegen den HC Genf-Servette zu besuchen, sollte sie nützen. Nach den Playoffs beginnt nämlich in Genf eine neue Zeit – möglicherweise sogar ohne Chris McSorley.



Wenn ein Chronist etwas wissen will, dann ruft er bei einem normalen Hockeyunternehmen den Sportchef an. Entweder wird er dann angelogen oder nicht angelogen. Aber er bekommt eine Antwort.

Bei Servette geht das nicht mehr. Seit die Stiftung, die das Erbe des Rolex-Gründers verwaltet («Fondation Hans Wilsdorf») auf den Plan getreten ist, hat in Genf eine neue Zeitrechnung begonnen. Diese Stiftung alimentiert die «Fondation 1890» (so benannt nach dem Gründungsjahr von Fussball-Servette). Die hat bereits Fussball-Servette gerettet und sorgt inzwischen auch bei Hockey-Servette für geordnete wirtschaftliche Verhältnisse.

Nun muss noch die Sportabteilung neu geordnet werden. Ein Anruf beim Sportchef bringt allerdings keine Klarheit. Sportchef Chris McSorley darf nicht reden. Und da er seinen Rentenvertrag bis 2024 nicht gefährden mag und um die «Anwalts-Dichte» in Genf weiss, akzeptiert er diesen Maulkorb ohne Knurren.

ARCHIVBILD ZUR ABSETZUNG VON CHRIS MCSORLEY ALS TRAINER DES HC SERVETTE GENF GSHC --- Geneve-Servette's Head coach Chris McSorley gestures, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and SCL Tigers, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, September 13, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Operetten-Sportchef Chris McSorley. Bild: KEYSTONE

Seit er im letzten Frühjahr als Coach und Manager abgesetzt worden ist, hat er bei Servette erstmals seit 2001 nicht mehr das letzten Wort. Er ist nur noch ein Operetten-Sportchef ohne Entscheidungsbefugnis.

Servette wie Nordkorea

Informationen aus dem Reich Servette sind daher ähnlich schwierig zu beschaffen wie aus Nordkorea. So wie niemand ausserhalb des Landes dazu in der Lage ist, Marschall Kim zu fragen (und zu zitieren), so kann niemand in direkter Rede wiedergeben, was Chris McSorley über Servette (und über seine Situation) zu sagen hat.

Aber es gibt natürlich verlässliche Gewährsleute, die direkten Zugang zum Hofe des Kanadiers haben und sehr wohl wissen, wohin die Reise gehen wird und unter Wahrung der Anonymität noch so gerne Auskunft geben. Diese «Geheimdienst-Informationen» aus gut unterrichteten Kreisen sagen Folgendes: Chris McSorley habe nach wie vor kein Gespräch mit den neuen Besitzern gehabt. Was ein Grund zur grosser Sorge sein müsste.

Informationen aus dem Reich Servette sind daher ähnlich schwierig zu beschaffen wie aus Nordkorea.

Aber Chris McSorley sage, er sei optimistisch und gehe davon aus, dass er bald von seinem Posten als «Frühstücks-Direktor» erlöst werde und zurück an die wahre Arbeit gehen könne. Er wolle wieder alle Macht als Sportchef und Coach. Weil es in der Schweiz nicht möglich sei, eine Mannschaft zu führen, wenn man nicht alle Macht habe. Mit anderen Worten: Es soll wieder so werden, wie es einmal war. Wie es von 2001 bis 2017 war. Die Tage von Cheftrainer Craig Woodcroft seien gezählt.

Trotz eines noch zwei Jahre laufenden Vertrages. Die Dinge in der Kabine seien aus dem Ruder gelaufen und nicht mehr in Ordnung zu bringen. Sein tüchtiger Assistent Jason O’Leary, letzte Saison mit Langenthal NLB-Meister, sei auf dem Weg nach Wien und dort erster Kandidat, um Cheftrainer Serge Aubin (nächste Saison bei den ZSC Lions) zu ersetzen.

Der Berner Mark Arcobello, rechts, und der  Genfer Damien Riat, links, kaempfen um den Puck  im ersten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem Geneve Servette HC am Samstag, 10. Maerz 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Servette-Spieler Riat. Bild: KEYSTONE

Also wird bald alles wieder so sein, wie es bis vor einem Jahr war, seit Chris McSorley 2002 Servette aus der 27-jährigen Verbannung in die Zweit- und Drittklassigkeit erlöst hat? Kommt es zur glanzvollen Wiederkehr des Mannes, den die lokalen Medien als «Jesus Chris» verehren? Kehrt die alte Herrlichkeit wieder?

Der Marc Lüthi des Welschlandes

So sicher ist das nicht mehr. Denn Chris McSorley ist nicht nur der Architekt des modernen Servette. Eine Art Marc Lüthi des Welschlandes, aber mit Sportkompetenz. Er ist auch ein charismatischer Macher, der keine Grenzen kennt und so sein Unternehmen in eine wirtschaftliche Sackgasse dirigiert hat. Er hat Servette so gross gemacht, dass es nicht mehr in die veralteten Strukturen und in die Genfer Denkschemen passt. Und sein Machtwille ist so ausgeprägt, dass die neuen starken Männer um Didier Fischer auf den Gedanken kommen könnten, dass ein Neustart mit etwas weniger charismatischen Persönlichkeiten einfacher sein und zu einer Beruhigung führen könnte.

Was im Hinblick auf die mühselige Realisierung des neuen Stadions durchaus hilfreich wäre. Wir wollen nicht gleich mit dem österreichischen Schriftsteller Karl Kraus von den letzten Tagen der Menschheit reden, einem Drama in fünf Akten. Aber es kann sehr wohl sein, dass wir gerade die letzten Tage des alten Servette erleben. Und wir sollten wenigstens probehalber schon mal das Undenkbare denken: Ein Servette ohne Chris McSorley.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Eifach öpis 15.03.2018 16:19
    Highlight Highlight Ich kann mir einem mcsorley-abschied aus genf nur vorstellen wenn er ein neues "projekt" hat.
    Meines wissens ist lausanne auf der suche nach einem geeigneten sportchef. Auch in la chaux de fonds gäbe es einen alten riesen, den man wecken könnte mit einwenig geld und einem mcsorley als alleinherrscher😉
  • Crecas 15.03.2018 13:02
    Highlight Highlight Man kann gespannt sein, was die Rolex Stiftung machen wird. Wenn es einen Eishockey-Fan in der Stiftung hat, dann ist alles möglich, denn mit den finanziellen Mitteln könnte dann niemand in der Liga mithalten. Die verwalten Milliarden.
  • Tikkanen 15.03.2018 06:12
    Highlight Highlight ...ja Chlöisu, ich werde hinäch dem letzten Deutschwrizer Auftritt von beiwohnen, ab nächsten Sonntagmorgen wird in Genf der Gletscher abgetaut🤗Jetzt noch kurz zur gestrigen, unterhaltsamen Hockeyweek🤔Genossen habe ich den angespannten Wohlwend, geradezu grotesk seine emotionalen Reaktionen dir gegenüber😂Anscheinend hat Fischis erfolgloser Lotterstaff beschlossen, dass der Chlöisu immer falsch liegt😖Fordert doch der Meritenlose🤡mehr mit Statistiken unterlegte Berichterstattung. Lobt den Langweiler Hoss, kritisiert von dir jeden Satz😳🤢🤮
    Chlöisu, hold the Line👍🏻

    Noch 10 bis🐻🏆🍻
    • Lümmel 15.03.2018 12:05
      Highlight Highlight Tikkimaus, wenn du als "langsamer Berner" eine solche Schleimspur hinter dir herziehst könnte man meinen du bist eine Schnecke.
  • Sloping 15.03.2018 04:39
    Highlight Highlight Interessant ist insbesondere die Vertragskonstellation. Mc Sorley hat doch auf seine Aktienanteile zu Gunsten dieses Rentenvertrags verzichtet. Wenn da wirklich was dran ist, würde eine Trennung für die neuen Eigner extrem teuer werden.
    • Gretzky 15.03.2018 08:46
      Highlight Highlight Der Vertrag wurde so von McSorley in der welschen Presse bestätigt. Ich kann mir deshalb auch nicht vorstellen, dass sie ihn weg schicken, sondern eher, dass er weiterhin als Sportdirektor amtet. Was das Stadion betrifft, so hat Chlöisu allerdings schlecht recherchiert. Das Stadion war das Projekt von Gillies und seinen Leuten, welche bei Servette nichts mehr zu melden haben. Dem Vernehmen nach wird man weitere Renovierungsarbeiten an der aktuellen Halle vornehmen, womit das Projekt der neuen Halle gestorben ist.

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