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ARCHIVBILD ZUR UNTERZEICHNUNG VON ZWEIJAHRESVERTRAEGEN DURCH EISHOCKEY-NATIONALMANNSCHAFTSTRAINER PATRICK FISCHER UNS SEINE ASSISTENTEN, AM FREITAG, 22. DEZEMBER 2017 - Swiss ice hockey national team coaches Tommy Albelin, Patrick Fischer and Christian Wohlwend, from left to right, taken at 'Tissot Arena' stadium in Biel, Switzerland, on November 6, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Trainer der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft Tommy Albelin, Patrick Fischer und Christian Wohlwend, von links nach rechts, portraitiert am 6. November 2017 in der 'Tissot Arena' in Biel. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Leiten weiterhin die Schweizer Nati: Tommy Albelin, Patrick Fischer und Christian Wohlwend. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Zwei weitere Jahre Patrick Fischer – wenn glauben wichtiger ist als siegen

Der Vertrag mit Nationaltrainer Patrick Fischer ist um zwei Jahre verlängert worden. Sportlich hoch riskant. Marketingtechnisch grandios.



Bis zur Heim-WM 2020 mit Patrick Fischer. Sein Kontrakt, der Ende Saison ausgelaufen wäre, ist vorzeitig um zwei Jahre verlängert worden. Obwohl er in seiner Amtszeit (erste WM 2016) bis bis auf eine Viertelfinal-Qualifikation 2017 noch rein gar nichts erreicht hat und die Schweizer beim Karjala Cup alle Spiele verloren und teilweise kläglich gespielt haben.

«Es gibt zwei Gründe, um mit einem Trainer zu verlängern. Da sind einmal die Resultate. Aber es geht gerade beim Nationaltrainer um mehr: es geht darum, ob er unsere Philosophie vertritt»

Raeto Raffainer

Obwohl es für den Nationaltrainer gar keinen Markt und damit überhaupt keine Notwendigkeit gibt, vorzeitig zu verlängern. Warum denn nicht den Spengler Cup, das Olympische Turnier und die WM abwarten? Kein Klub hat Interesse an den Diensten des gescheiterten Lugano-Trainer.

Es ist eine Vertragsverlängerung ohne Not und ohne Sinn. Nationalmannschaftsdirektor Raeto Raffainer bringt gute Argumente gegen diese polemische Behauptung vor: «Es gibt zwei Gründe, um mit einem Trainer zu verlängern. Da sind einmal die Resultate. Aber es geht gerade beim Nationaltrainer um mehr: Es geht darum, ob er unsere Philosophie vertritt, wie er Schlüsse aus den erzielten Resultaten erzielt und wie er mit dem gesamten Coaching-Team zusammenarbeitet.» 

Also sind es nicht primär die durch Resultate geschaffenen Fakten, die zur Vertragsverlängerung geführt haben. Sondern eher die Arbeitsweise, die Philosophie des Nationaltrainers. «Das können wir so sagen» bestätigt Raffainer. «Ein Nationaltrainer ist ja heute über seine Trainertätigkeit hinaus so etwas wie ein Nationalmannschafts-Manager.»

So ist das also: Der charismatische Kommunikator Patrick Fischer ist mehr ein «Verkäufer» der Nationalmannschaft bei den Klubs, den Werbepartner und den Medien. Reden beim Business-Lunch und die Personifizierung und Popularisierung der «Swissness-Philosophie» so wichtig wie das Coaching und die Ausarbeitung der Taktik. Das können auch die Assistenten.

SIHF Direktor Raeto Raffainer, links, und Eishockey-Nationalmannschaft-Trainer Patrick Fischer, rechts, anlaesslich einer Pressekonferenz zum Spengler Cup in Davos am Donnerstag, 23. November 2017 in Opfikon. (KEYSTONE/SIGGI BUCHER)

Raeto Raffainer gibt Fischer auch den Auftrag die Nati zu verkaufen. Bild: KEYSTONE

Der Nationaltrainer mehr als «Posterboy» unserer Hockey-Kultur als einfach ein langweiliger, profaner Resultate-Schmied. Gut Reden wird langfristig so wichtig sein wie Siege. Der Glaube, dass es schon gut kommen wird, ist grösser als die Gewissheit aus Resultaten und Siegen der Vergangenheit. Sportlich hoch riskant. Marketingtechnisch grandios.

Einen besseren Zeitpunkt für die Vertragsverlängerung hätte Raeto Raffainer nicht wählen können. Die Nationalmannschaft tritt erstmals seit 1979 und zum insgesamt 11. Mal beim Spengler Cup auf. Auch da geht es mehr um gute Stimmung als um profanes Resultatdenken. Da kann nichts schiefgehen.

Die Nationalmannschaft taumelte in den 1960er und 1970er Jahren zwischen Skandal und billiger Zirkusnummer durchs Turnier und die letzten drei Teilnahmen (1977, 1978 und 1979) endeten mit einem schmählichen letzten Platz.

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  • Ja, Fischer, Albelin und Wohlwend machen das gut.19%
  • Man hätte noch bis nach Olympia abwarten können.43%
  • Nein, es hätte einen neuen Trainer gebraucht.28%
  • Ich will nur das Resultat sehen.10%

Der erste Erfolg nach der Vertragsverlängerung ist für Patrick Fischer programmiert: Er wird mit der Nationalmannschaft beim Spengler Cup so gut sein wie nie zuvor. Er wird das beste Resultat einer Nationalmannschaft bei diesem Turnier erreichen.

Die Schweiz, in den 1960er und 1970er Jahren zweitweise international drittklassig, gehört heute als WM-Finalisten von 2013 zu den Titanen des Welthockeys. Wer sagt, dass ausser gegen Team Canada beim Spengler Cup jede Niederlage als Schmach gewertet werden muss, ist nicht einmal ein Polemiker.

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    Alle Leser-Kommentare
  • ujay 23.12.2017 05:10
    Highlight Highlight Find I guet. Im Gegensatz zum Klubeishockey funktioniert das hire and fire System in keinem Nationalteam. Schon längst erwiesen. Einige Optimisten glauben daran, weil sie die Qualität des CH Eishockeys masslos überschätzen. Viertelfinal ist das Mass aller Dinge, mehr eine Frage der Tagesform. Bleibt mal auf dem Teppich.
  • Rock'n'Rohrbi 22.12.2017 23:58
    Highlight Highlight Bin auch der Meinung, dass man den Naticoach auch langfristig binden kann. Ohne dass dieser bereits kurzfristig was gewinnen konnte. Die Spiele im Frühling in Paris haben Spass und Lust auf mehr gemacht. Die Olympiade birgt grosse Chancen und selbst wenn es keine Medaille wird, ist 4. oder 5.
    auch noch ein Erfolg. Lasst Patrick arbeiten und finde er ist näher an den Spielern dran als es ein Ausländer sein könnte.
    Der Natitrainer muss nicht wie ein Clubtrainer mit kurzfristigem Erfolg gemessen werden. Druck macht er sich selbst am meisten und will erfolgreich sein.
  • Wasmeinschdenndu? 22.12.2017 20:24
    Highlight Highlight Grandiose Marketing-Strategie!!! Niederlagen sind ja bekanntlich beste Werbung. Fischer ist der Sami Hyypiä des Eishockeys...
  • plaga versus 22.12.2017 18:24
    Highlight Highlight Ich verstehe die Verlängerung nicht. Da gehe ich mit einig, dass man warten müsste nach der WM. Das ist total wider dem üblichen Leistungsdenken im Spitzensport.
  • Gender Bender 22.12.2017 18:18
    Highlight Highlight Herr Zaugg mit Verlaub, aber sie kennen das Spiel nur aus zweiter Hand. Wenn dem anders wäre würden sie das System thematisieren und zwar ernsthaft. Da gibts durchaus Dinge die der Kenner ansprechen würde aber sie sind eben nur ein Kenner von Geschichten über das Spiel, nicht ein Kenner des Spiels.
  • Darkside 22.12.2017 18:07
    Highlight Highlight Wie gehabt, die galoppierende Inkompetenz im Verband setzt sich fort. Raffainer ist ein Clown, sorry. Wieso nicht warten bis nach Olympia, wo die Chancen auf einen Erfolg ja nicht schlecht stehen. Fischer hat bisher null und nichts erreicht, wenn sich das in Südkorea nicht ändert müsste er an jedem anderen Ort gehen. Aber hier hat er es gemütlich in der weltfernen SIHF Oase, wo Leistungskultur ein Fremdwort ist.
  • Sandro Lightwood 22.12.2017 17:51
    Highlight Highlight Was ist nun schlussendlich „Marketingtechnisch grandios“ daran, einfach mal so zu verlängern - ohne Not? Habs irgendwie nicht gepöggt.
  • Tschüse Üse 22.12.2017 17:42
    Highlight Highlight Ich mag mich noch erinnern wie Klaus Zaugg die Nati und Fischers System letzte WM noch in den Himmel lobte.
  • mukeleven 22.12.2017 17:16
    Highlight Highlight uff klaus - 2 weitere jahre an denen dir der zugang zur jeweiligen nati-pk von fischi verweigert wird. das sind düstere aussichten fuer den eismeister. 🎅🏽
    • Freilos 22.12.2017 20:39
      Highlight Highlight Ist dass so? Darf Zaugg die Nati PK‘s nicht besuchen?
    • Fabian Lehner 23.12.2017 11:29
      Highlight Highlight Klaus ist schon dabei, er darf einfach keine Fragen stellen :)
  • länzu 22.12.2017 17:15
    Highlight Highlight Dieser inkompetente Raffeiner kann machen was er will. Einen Vertrag mit einem Coach verlängern, der als Coach sowohl bei der Nati, als auch bei Lugano gar nichts gerissen hat, ist doch hirnrissig. Söihäfeli, Söidecheli sagt man bei uns in Bern zu solchen Machenschaften.
    • Amboss 22.12.2017 18:36
      Highlight Highlight Anders gefragt: Gibt es einen Grund, den Patrick Fischer auszuwechseln?
      Ich finde nicht. Fischer ist ein guter Typ, die Nati hat das erreicht, was sie muss (Viertelfinal) und hat sehr erfreulich gespielt.
      Bessere Resultate hatte sie unter Simpson nicht erbracht, im Gegenteil, die Leistungen in seiner Zeit waren ziemlich erbärmlich. Bis auf dieses eine Jahr, wo einfach alles gepasst hat.

      Es gibt doch keinen Grund, Fischer nicht einfach machen zu lassen und ihm die Möglichkeit zu geben, "dieses eine Jahr wo alles passt" zu erbringen
    • äti 22.12.2017 21:57
      Highlight Highlight Falsch: sehr guter Entscheid. Langfristiges Denken und Planen ist von Vorteil.

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