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Tigers Chris DiDomenico, jubelt nach dem 1:0, waehrend des Meisterschaftsspiels der National League, zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und den SCL Tigers, am Sonntag, 5. Januar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

DiDomenico in dieser Saison: 31 Spiele, 29 Skorerpunkte. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Gottéron – endlich der perfekte «Kindergarten» für DiDomenico

Was lange gärt, wird endlich gut. Gottérons Sportchef und Temporärcoach Christian Dubé bestätigt offiziell die Verpflichtung von Langnaus Chris DiDomenico. Langnaus Kanadier steht vor den zwei besten Jahren seiner Karriere.



«Unmöglich, absolut unmöglich!» So reagierte Christian Dubé noch am 5. Januar ganz offiziell auf die Frage, ob er Chris Didomenico ab nächster Saison verpflichtet habe. Zu diesem Zeitpunkt war der Deal, ein Zweijahresvertrag bis 2022, längst gemacht. Es gibt eine alte Redensart: Ein Gerücht, von einem Lügner dementiert, ist beglaubigt.

Der Eismeister deckte den Transfer schon vor drei Wochen auf:

Nun bezeichnen wir Christian Dubé natürlich nicht als Lügner. Da sei Gott davor! So etwas wäre persönlichkeitsverletzend und justiziabel. Aber eine Pinocchio-Nase gehört ihm in diesem Transfer-Schwank natürlich schon. Und ein bisschen schlaue Berechnung steht halt auch hinter der ganzen Sache: Gottérons Hockey-Ehrenmann ahnte, wusste, dass diese Geschichte, hält man sie noch ein wenig am Köcheln, Langnau destabilisieren würde.

Dubés «didoisieren» der Tigers

Das Problem ist in diesem Zusammenhang gar nicht mehr Chris DiDomenicos Leistungsvermögen. Das Problem sind die Konzentrationsstörungen durch das ganze Theater bei Mitspielern, Trainer und Sportchef. Verpassen die Langnauer die Playoffs, so werden wir sagen können, Dubé habe die SCL Tigers «didodisiert».

Aber was bringt einer wie DiDomenico einem Hockeyunternehmen wie Fribourg-Gottéron? Sehr viel. Der Kanadier steht mit 30 Jahren im besten Alter. Seine physische Verfassung ist tipptopp. Er ist ein sensibler, leidenschaftlicher, eigenwilliger Spieler und Leitwolf, auf seine Art ein Nonkonformist und – das ist im rauen Machosport Hockey für einen Rock'n'Roller nicht selbstverständig – auch ein Asket. Bars und sonstige angeschriebene Häuser meidet er.

Tigers Topscorer, Chris DiDomenico, rechts, und Fribourgs Topscorer, Julien Sprunger, links, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem HC Fribourg Gotteron, am Samstag 23. Februar 2019 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Nächste Saison Mitspieler: DiDomenico und Gottéron-Ikone Julien Sprunger. Bild: KEYSTONE

Einer, der Emotionen schürt

Aber wird er in Fribourg auch funktionieren? Natürlich wird er das. Er hat unter Heinz Ehlers funktioniert und, das wird schon wieder vergessen, er hat in Ottawa das Regime von Guy Boucher und Marc Crawford ertragen, ohne zu murren. Wer unter diesen beiden NHL-Generälen als einfacher Hockey-Soldat gedient hat, dem kommt selbst ein schlecht gelaunter Ehlers wie ein freundlicher Staubsauger-Verkäufer vor.

Der zentrale Faktor werden nicht die Tore und Assists sein, die Chris DiDomenico in den nächsten zwei Jahren beisteuern wird. Viel wichtiger: Er gehört zu den wenigen Spielern dieser Liga, die durch ihre Spielweise, durch ihr Wesen und Wirken, Emotionen in der Kabine, im Spiel und im Stadion entfachen. Damit ist er das Gegenstück etwa zu Freiburgs aktuellem schwedischen Stürmer Victor Stalberg.

Nie Meister? Kein Problem

Der HC Fribourg-Gottéron ist in seiner DNA eine «Traumfabrik». Also ein Sportunternehmen, das immer schon mehr vom Erlebniswert seines Hockeys als von den Resultaten gelebt hat. Noch nie Meister geworden? Kein Problem. Ewiges Hoffen auf den grossen Triumph nährt die Hockey-Seele viel besser als eine Meisterfeier.

Jean Martinet, Mitte, Praesident des Eishockeyclubs HC Fribourg-Gotteron, mit den zwei Russen im Club Slawa Bykow, rechts, und Andrei Chomutow, links, aufgenommen im Oktober 1990. (KEYSTONE/Str)

Den Titel gewann Fribourg nicht einmal zu Zeiten von Bykow (rechts) und Chomutow. Bild: KEYSTONE

So gesehen ist Gottéron natürlich auch in gewisser Weise ein «Kindergarten». Also ein Ort, wo Eishockey mehr gespielt als nur gearbeitet wird. Wo eben Emotionen und die Freude am Spielen wichtiger sind als zielgerichtetes Resultathockey. Ein Ort auch, zu der eine freche Transferlüge besser passt als eine stocknüchterne taktische Analyse. So muss es ja eigentlich auch sein: Eishockeyprofis sind schliesslich junge Männer, die fürstlich bezahlt werden, um zu spielen. Und nicht um zu arbeiten. Und sich deshalb manchmal gebärden wie unfolgsame Kinder.

Hockey als Spiel, als Leidenschaft – das ist genau das, was Chris DiDomenico braucht und so ist Gottéron der perfekte Klub für ihn und er ist der perfekte Spieler für Gottéron. Er ist akkurat der Spielertyp, den eigentlich auch die SCL Tigers brauchen, der perfekt auch zu den Emmentalern passt. Das Problem ist nur: Langnaus Sportchef Marco Bayer hat das nicht gemerkt. Gottérons Christian Dubé hingegen schon. Wenn schon eine Pinocchio-Nase für Dubé, dann auch eine Narrenkappe für Bayer.

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eau Rouge 16.01.2020 05:18
    Highlight Highlight Sehe das genau so, Klaus! Und alle die jetzt fabulieren es werde auch ohne Dido weitergehen (inkl. Peter Jakob) , schliesslich habe man Spiele wegen Dido auch verloren - Ja, das wird es - Trotzdem, wenn ein Spieler neben 1Punkt pro Spiel zusätzlich Emotionen in der Garderobe entfacht, die Merchandising-Kasse füllt und pro Spiel bestimmt mehr als 150 weitere Zuschauer mobilisiert, dann , ja dann müsstest du dich eigentlich „Hans im Glück“ wähnen.
    Alles daransetzen, diesen zu behalten, jedenfalls nicht zu vergraulen. Für Manche mag Dido nichts besonderes sein. Für Langnau war er ein Glücksfall!
    • Toddyboy 16.01.2020 20:42
      Highlight Highlight Genau...
  • Pax Mauer 15.01.2020 20:08
    Highlight Highlight „Didodisiert - schon jetzt das Wort des Jahres.
  • Goldjunge Krater 15.01.2020 18:20
    Highlight Highlight DiDomenico ist völlig überschätzt. In der NLB war er gut
  • Lumina 15.01.2020 17:15
    Highlight Highlight Entschuldigung Herr Zaugg, aber selbst wenn sich die eine oder andere Diva dort manchmal wie ein Vier- bis Fünfjähriger benimmt, heisst es bitteschön immer noch "Zirkus Gottéron" und nicht "Kindergarten".

    Sie als (angeblicher) Hockeyexperte, sollten das doch eigentlich längst wissen.
  • SörgeliVomChristophNörgeli 15.01.2020 16:38
    Highlight Highlight "Gottérons Hockey-Ehrenmann ahnte, wusste, dass diese Geschichte, hält man sie noch ein wenig am Köcheln, Langnau destabilisieren würde."
    Kann ich mir fast nicht vorstellen, dass Dube so gedacht hat, wenn man sieht, was er sonst als Sportchef für schlechte Leistungen bringt.
    • Raemy 16.01.2020 09:22
      Highlight Highlight Na na, so schlecht ist Dubés Arbeit gar nicht. Man sieht immer gern in erster Linie die negativen Dinge, um danach ausrufen – oder in deinem Fall "rumnörgeln" – zu können.
  • Nummelin 15.01.2020 14:32
    Highlight Highlight Die Diva passt zu Fribourg... oder in den zensierten Worten von Kienzle... "F...ing... L....boy!!!!"
    • CuJo 15.01.2020 15:11
      Highlight Highlight Ach ja, Lorenz Kienzle....der hat ja nicht mal in Ambri regelmässig gespielt.
    • Darkside 15.01.2020 20:15
      Highlight Highlight Im Ausrufen war er aber schon immer gross. Ich erinnere mich da an eine Szene am Spengler Cup...
  • Lueg 15.01.2020 14:24
    Highlight Highlight Noch mehr Emotionen bei FG....... Das macht aus Garderobe der Diven definitiv ein Hühnerstall....

    ich esse kein Popkorn sonst...
  • CuJo 15.01.2020 13:37
    Highlight Highlight So und jetzt könnt Ihr wieder aus allen Löchern kommen und "nie Schweizer Meister" brüllen. Mir als Gottéronfan ist das genauso egal wie die Verpflichtung von DiDo. In meinen Augen brauchen wir keinen fünften Ausländer sondern drei bis vier junge Nachwuchsstürmer. Das grösste Problem in Fribourg ist das dünne Lineup im Sturm, die Ausländerpositionen sind bereits jetzt sehr gut besetzt.
    • Pablo Escobar 15.01.2020 13:51
      Highlight Highlight Ihr werdet nie Schweizer Meister!
    • Schlawiner 15.01.2020 13:52
      Highlight Highlight Nie Schweizer Meister!
    • maylander 15.01.2020 13:59
      Highlight Highlight Keine Sorge, der Mann der den einzigen Schweizermeistertitel für den EVZ geholt hat steht jetzt in Fribourg an der Bande.
      Die Ausländer waren zu der Zeit auch nicht pflegeleicht.
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  • Couleur 15.01.2020 13:32
    Highlight Highlight Hinsichtlich des Geldes, das du durch Dubé die letzten Jahre ohne Erfolg in Fribourg verbrannt wurde, gehört ihm neben der Pinocchio Nase auch die Narrenkappe.
    • Ironiker 15.01.2020 13:55
      Highlight Highlight Dubé ist nach Habisreutinger, der aktuell leider nicht mehr wirkt, der Beste Sportchef des Landes! Kurz danach kommt Chatelain.

      Gut, ich bin weder Lugano, Fribourg noch Bern Fan.
    • Eifach öpis 15.01.2020 14:31
      Highlight Highlight Dies gilt also auch für die anderen 8 Sportchefs, die in den letzten Jahren keinen Titel geholt haben?
    • MARC AUREL 15.01.2020 17:10
      Highlight Highlight Naja, so schlecht ist der Chatelain auch wieder nicht. Als Sportchef hat er 2 Titeln geholt! Wer holte Arco? Und wer holte Jalonen? Sollte nach jeffrey auch noch Conacher kommen...
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