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Zuerichs Spieler versammeln sich um Goalie Lukas Flueeler vor dem dritten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, am Samstag, 31. Maerz 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die ZSC Lions nach dem Sieg im ersten Spiel gegen den SCB. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die ZSC Lions setzen auf das «China-Prinzip» – und führen deshalb gegen den SCB

Die ZSC Lions drängen den Meister an den Abgrund des Scheiterns. Weil sie ihre Kräfte besser einteilen als SCB-Trainer Kari Jalonen.



Viele Faktoren können dieses Halbfinale der Titanen entscheiden. Die Torhüter, die «Special Teams» (Powerplay, Boxplay) oder die Launen der Hockey-Götter: der Assist zum SCB-Siegestreffer in der Verlängerung kam ja in Zürich ungewollt vom Linienrichter.

Einzelne Faktoren kann der Coach durch seine Arbeit im Training beeinflussen. Andere – wie die Launen der Hockey-Götter – gar nicht.

Aber in einem Bereich haben die Bandengeneräle die absolute Entscheidungshoheit: Wie stark sie ihre Spieler forcieren. Sie sind dazu in der Lage, den Energie-Haushalt ihrer Mannschaft zu steuern.

Ohne Störung keine Chance

Die Energie ist in dieser Serie ein entscheidender Faktor. Weil die ZSC Lions nur eine Chance haben, wenn sie durch bissiges Forechecking permanent für Störungen im Maschinenraum der grossen, mächtigen Hockeymaschine SCB sorgen. Läuft diese Maschine ungestört, werden sie überrollt.

SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und dem SC Bern am Dienstag, 30. Januar 2018, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Berns Cheftrainer Kari Jalonen. Bild: KEYSTONE

ZSC-Cheftrainer Hans Kossmann hat es schon während der Viertelfinalserie gegen Zug gesagt und er betont es auch jetzt wieder: «Wir können die Belastung gut verteilen.» Was so banal tönt, ist das Erfolgsgeheimnis der ZSC Lions: das «China-Prinzip».

Den Begriff hat der grosse Servette-Zampano Chris McSorley kreiert. Als er die SCB-Überlegenheit zu erklären versuchte: «Es ist als ob man gegen die chinesische Armee kämpft. Immer wenn man glaubt, es ist überstanden, rollt eine neue Welle heran.» Er meinte damit: Der SCB ist über vier Linien so tief und gut besetzt, dass der Gegner am Ende zermürbt wird.

Am Ende entscheidet die vierte Linie

Diese Dominanz über vier Linien ist das logische Produkt der wirtschaftlichen Potenz des grössten Hockey-Konzerns im Lande mit einem Umsatz von gut und gerne 60 Millionen. Die Berner haben genug Geld für vier Angriffsreihen und vier Verteidigerpaare. Am Ende einer ausgeglichenen Playoffserie entscheidet oft die bessere vierte und nicht die bessere erste Formation.

Aber die Berner sind drauf und dran, diesen Vorteil ohne Not preiszugeben. Nicht mehr sie, sondern die ZSC Lions haben bisher das «China-Prinzip» erfolgreich angewendet. Die Zürcher spielen «bernischer» als der SCB. Deshalb führen sie mit 2:1 Siegen.

ZSC Lions Cheftrainer Hans Kossmann waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und den ZSC Lions am Samstag, 20. Januar 2018, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

ZSC Lions Cheftrainer Hans Kossmann Bild: KEYSTONE

Klotzen statt China

Der SCB-Trainer setzt in diesem Halbfinale auf eine andere Variante. Auf ein legendäres militärisches Prinzip. Heinz Guderian, einer der grössten Panzergeneräle aller Zeiten, prägte einst den Grundsatz: «Klotzen, nicht kleckern». Also konzentrierter, massiver Einsatz der besten Kräfte um die Entscheidung zu erzwingen. Keine Verzettelung.

Daran hält sich SCB-General Kari Jalonen. Er nützt die Breite seines Kaders nicht. Gegen die ZSC Lions hat er bisher lediglich 17 Spieler 7 Minuten oder länger eingesetzt. Hans Kossmann auf der Gegenseite 22. Das sind fünf mehr. Ein ganzer Block.

Noch erstaunlicher ist die Differenz bei den Stars. Kari Jalonen hat gegen die ZSC Lions 6 Spieler 20 Minuten oder länger pro Partie aufs Eis geschickt: Roman Untersander, Eric Blum, Simon Moser, Mark Arcobello, Maxim Noreau und Thomas Rüfenacht.

Hans Kossmann hat hingegen bisher im Halbfinale nur einem einzigen seiner Stars mehr als 20 Minuten Arbeitszeit pro Spiel zugemutet: dem kanadischen Verteidigungsminister Kevin Klein.

Der ZSC und das «stehende Heer»

Die ZSC Lions profitieren von ihrem «stehenden Heer». Vom eigenen Farmteam mit Spielern, die mit System und Umfeld vertraut und nahtlos ins Spiel integriert werden können. So ist es Hans Kossmann möglich, die Belastung auf mehr Spieler, auf vier Linien, zu verteilen. Die Energie besser zu verwalten. Nur so sind die Zürcher dazu in der Lage, das SCB-Spiel bereits im Ansatz zu stören und für Unruhe im SCB-Maschinenraum zu sorgen.

Am Ende des Tages zählt das Resultat. Gewinnt Kari Jalonen dieses Halbfinale und den Titel, gibt es in Bern keine Fragen. Die Stars dürfen, müssen in den entscheidenden Partien stärker belastet werden. Deshalb sind sie Stars. Deshalb werden sie besser bezahlt.

Dieses extreme Forcieren der Stars ist manchmal ein Merkmal von Meisterteams. Aber manchmal auch von Meistern, die bei der Titelverteidigung scheitern.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schluepli 02.04.2018 16:13
    Highlight Highlight Bern Meister im Eishockey und Fussball?
    Nein, dass wäre zuviel des Guten.
    Deswegen: Hopp ZSC!!!
  • Therealmonti 02.04.2018 14:46
    Highlight Highlight Lasst doch Zamboni-Dompteur, pardon, Eismeister das Fabulieren. Falls der ZSC die grosse, mächtige Hockeymaschine namens SCB tatsächlich aus der Halbfinalserie kegeln sollte, werden dem Gotthelf-Verschnitt aus dem Emmental bestimmt die richtigen erklärenden Worte einfallen. Ich kann es kaum erwarten.





  • Vord Lader 02.04.2018 13:36
    Highlight Highlight 3 Spiele später der erste Bericht in dem der SCB nicht die Weltherrschaft an sich reissen wird.
  • bullygoal45 02.04.2018 12:21
    Highlight Highlight Bin gespannt wie der SCB heute aus der Kabine kommt. Heute MÜSSEN sie gewinnen! 😉

    17:00Uhr Final 3 gegen Olten
    20:15Uhr Final 4 im Hallenstadion

    Das wird ein super Hockeytag! ☀️
  • Waldegg 02.04.2018 11:55
    Highlight Highlight Hoffentlich wechselt der Sami-Klaus auch seine Socken so fleissig wie seine Meinung🙈
    Den Mutzen geht wohl bald die Luft aus - selber schuld..., die Tiefe wäre da. Aber Herr Jablonen hat wohl Angst, den Jüngeren/Unerfahreneren etwas Vertrauen zu schenken, schade eigentlich😏
  • KönigHockey 02.04.2018 11:24
    Highlight Highlight Wenn man Zauggs Artikel liest, die er diese Woche geschrieben hat, stellt man sich schon oft die Frage warum der SCB nicht die Liga wechselt und beispielsweise die NHL in Grund und Boden spielt! Diese unbezwingbare, unaufhaltbate in allen Belangen überlegene Hockeymaschine...
    • manhunt 02.04.2018 14:11
      Highlight Highlight „...grosse, mächtige hockeymaschine...“
      du hast gross und mächtig vergessen!
  • Bettina Lüthi 02.04.2018 11:08
    Highlight Highlight Und das obwohl Genoni beschlossen hat nochmals Meister zu werden??? Gibts ja nicht
    • Coffey 02.04.2018 11:35
      Highlight Highlight Er hat ja nicht kommuniziert, in welcher Saison er das zu tun gedenkt.
    • chr1zz 02.04.2018 12:26
      Highlight Highlight Haha geil Made my day
    • mabisi 02.04.2018 14:08
      Highlight Highlight Vielleicht ist Genoni jetzt der erste Goalie seit Jeremias Gotthelf zeiten,der jetzt nicht mehr Meister werden will😂
  • Jonas Schärer 02.04.2018 11:00
    Highlight Highlight Wieso so martialisch? Das ist Sport und nicht Krieg. Diese beiden Dinge so konsequent zu vermischen naja. Kriegsrethorik im Sport finde ich sowieso etwas vom lächerlichsten, wer das tatsächlich auch noch ernst meint banalisiert und verharmlost etwas vom schrecklichsten was wir Menschen uns gegenseitig antun.

    Das der Z seine Kaderbreite bis dato besser nutzt als der SCB ist wiederum ein Faktum, welches imA besonders am SA deutlich geworden ist, da muss ich dem Samichlaus schon recht geben.
  • Coffey 02.04.2018 10:34
    Highlight Highlight Darüber hat man sich bei der SCB Anhängerschaft schon letzte Saison gewundert. Nur hat da in den Playoffs die vierte Linie unter der Führung von Aaron Gagnon mehr Durchschlagskraft entwickelt und etwas mehr Eiszeit als in der Qualifikation erhalten. Dieser Effekt ist in der laufenden Saison bisher ausgeblieben, egal ob Hischier die vierte Linie als Center führt oder Pyörälä. Hischier ist aber bemüht und kämpft, Pyörälä hat meines Erachtens kaum Einfluss auf das Spiel. In der Qualifikation konnte man ihm noch attestieren, kaum Fehler zu machen. Das ist jetzt auch vorbei.
  • Tikkanen 02.04.2018 10:21
    Highlight Highlight ...guter Artikel, Chlöisu👍🏻Ich für meinen Teil fahre heute ruhig nach Hipsterville🤔Zum einen war für mich von vornherein klar, dass sich die Hockeymaschine in 6 Spielen durchsetzen wird, zum anderen vertraue ich gelassen auf die Überlegenheit des SCB in allen Belangen🤔Bern hat den besseren Goalie, die stabilere Defensive und den effizienteren Sturm. Generell ist Bern‘s Kadertiefe in der🇨🇭unerreicht, von Erfahrung und Qualität des Coaching Staffs ganz zu schweigen.😳Somit klar, Bern gewinnt die nächsten drei und zieht Standesgemäss ins Finale ein...🤗

    Hopp Bärn, noch 7 bis🐻🏆😎🍻
    • HabbyHab 02.04.2018 10:57
      Highlight Highlight Bisher in der Serie sind all deine aufgeführten Punkte aber nicht korrekt. Genoni hat schon haltbare kassiert, die ZSC-Defensive wirkt gut, vorne sind sie effizienter (ausser, was Assists vom Schiri betrifft). Und Kadertiefe würde ich etwa als ausgeglichen bewerten..
    • KönigHockey 02.04.2018 11:25
      Highlight Highlight Hochmut kommt vor dem Fall...
    • schwiizermeischterevz 02.04.2018 11:28
      Highlight Highlight hey tikker nicht traurig sein. schon am donnerstag fliegen deine grännis raus. kannst ja dann zu mir in den süden kommen. ich stell schon mal den kirsch kalt. nur der arme aurel muss wohl zuhause bleiben. kei stütz. hey aurel, frag doch mal bim chole-marc! 🐻🔜🍖
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