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Lukas Flüeler ist zurück im ZSC-Tor – schaffen die Zürcher gegen Bern die Wende?
Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

«Remember 2012!» – eine Wende ist für die ZSC Lions Pflicht, nicht ein Wunder

0:2 gegen den SC Bern – na und? Im Jahr 2012 haben die ZSC Lions gegen einen besseren SCB die Finalserie nach einem 1:3-Rückstand noch gedreht. Das müsste jetzt erst recht möglich sein.
07.03.2016, 07:4907.03.2016, 16:09

NHL-General Bob Hartley schaffte 2012 das Wunder. Vom 7. Platz aus erreichte er mit den ZSC Lions das Finale. Dort schien nach vier Partien alles klar. Der SC Bern gewann die vierte Partie im Hallenstadion 2:0 und führte in der Serie 3:1. Drei «Matchpucks» für den SCB, zwei davon im heimischen Hockey-Tempel – das musste nach menschlichem Ermessen für den Titel reichen. Ein für seine Sachlichkeit bekannter Chronist fabulierte vor laufender TV-Kamera schon übermütig, der SCB könne den Champagner kaltstellen.

Es ist alles anders gekommen. Die ZSC Lions gewinnen in Bern 2:1 n.V., im Hallenstadion 6:3 und im 7. Finalspiel triumphieren sie in Bern durch einen Treffer von Steve McCarthy zweieinhalb Sekunden vor Schluss mit 2:1 und werden Meister. Ein Tor, übrigens, das man im Rahmen der Spielregeln so gut wie das 2:2 der ZSC Lions am letzten Samstag geben oder annullieren konnte.

Torhüter Ari Sulander durfte im Jahr 2012 nach einem dramatischen Playoff-Final gegen den SC Bern den Meisterpokal für die Lions in die Höhe stemmen.<br data-editable="remove">
Torhüter Ari Sulander durfte im Jahr 2012 nach einem dramatischen Playoff-Final gegen den SC Bern den Meisterpokal für die Lions in die Höhe stemmen.
Bild: KEYSTONE

Eine Wende wie im Frühjahr 2012 ist jetzt auch möglich. Oder besser: Eine solche Wende wäre gar kein Wunder. Sie ist vielmehr für Marc Crawford Pflicht. Der SCB war damals zumindest auf dem Papier besser und die ZSC Lions hatten weniger Talent als heute. Ein Blick zurück und die Frage, warum die Wende möglich war, lohnt sich durchaus.

Schaffen die ZSC Lions die Wende gegen den SC Bern?

Bob Hartley verteilte die Belastung besser als Marc Crawford. Er forcierte die besten Spieler nicht so stark. Und ein entscheidender Faktor war die höhere Spielintensität. Die aktuellen ZSC Lions haben die besseren «Häuptlinge», aber die meisterlichen Löwen von 2012 hatten die besseren «Indianer» und sie konnten «böser» und unangenehmer sein. Deshalb entwickelten die ZSC Lions 2012 eine höhere Spielintensität. Sie vermochten ihren Gegner, anders als bisher in diesem Viertelfinale, zu zermürben.

Die grossen, bösen Löwen

Ein paar wichtige Spieler aus dem Meisterteam von 2012 sind nicht mehr dabei: Leitwolf Andres Ambühl, der raue Mark Bastl, der Kämpfer Ronalds Kenins, der zähe Defensivsoldat Cyrill Bühler. Ist das entscheidend? Nein. Im aktuellen Team stehen genug «Indianer», die eine ebenso hohe Intensität ins Spiel bringen können. Aber sie brauchen genug Eiszeit und den Biss von 2012.

Die Löwen sind den Bären auf dem Papier körperlich leicht überlegen. Bisher gab es in den Playoffs für die Zürcher noch nicht viel zu jubeln.<br data-editable="remove">
Die Löwen sind den Bären auf dem Papier körperlich leicht überlegen. Bisher gab es in den Playoffs für die Zürcher noch nicht viel zu jubeln.
Bild: KEYSTONE

Die Berner sind ja im physischen Bereich nicht übermächtig. Sie sind im Schnitt sogar 2,12 Zentimeter kleiner und 2,33 Kilo leichter. Statt von den «Big bad Bears» können wir von den «Big bad Lions» reden. Zumindest auf dem Papier.

NHL-General gegen den kleinen Lars

Spielerisch sind die Zürcher heute sogar klar besser als 2012. Auston Matthews und Robert Nilsson haben mehr pures Talent als die beiden ersten SCB-Sturmlinien zusammen. Alles in allem muss das Motto heissen: «Remember 2012!» Gelassenheit und Besinnung auf die eigenen Qualitäten genügen. Hinter dem Trainer steht ein kluges Management und Marc Crawford hat ja auch 2014 und 2015 heikle Situationen überstanden gegen Lausanne, Servette (2014) und Biel (2015) das 7. Spiel gewonnen.

Der NHL-General Marc Crawford steht bei den Lions an der Bande.<br data-editable="remove">
Der NHL-General Marc Crawford steht bei den Lions an der Bande.
Bild: KEYSTONE
Beim SC Bern führt Lars Leuenberger das Zepter.<br data-editable="remove">
Beim SC Bern führt Lars Leuenberger das Zepter.
Bild: freshfocus

Sollte es im gleichen Stil weitergehen, sollten die ZSC Lions diese Serie verlieren, dann werden wir bei einer sachlichen, objektiven und unpolemischen Analyse nicht um die Feststellung herumkommen, dass der SCB besser gecoacht war. NHL-General Marc Crawford ausgecoacht vom kleinen Lars Leuenberger? Eigentlich undenkbar. Aber ein wenig sollten wir uns schon mit diesem ungeheuerlichen Gedanken vertraut machen.

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Patrick59
07.03.2016 09:34registriert Januar 2015
.... ich kann mir auch als Berner durchaus vorstellen, dass der ZSC diese Serie noch dreht, denn halt... aber die Situation damals war doch anders: der SCB hatte im Final ungleich grösseren Druck als jetzt. Diese ganze Saison bis jetzt war geprägt von Verletzungen, Trainerwechsel, Pech und Unvermögen. Am Ende hat es doch für die PO gereicht, auch mit Glück und Schützenhilfe...und jetzt gibt es nichts mehr zu verlieren, es ist Zugabe und dass das Team von Bern starke, playofferfahrene und robuste Spieler hat ist unbestritten. Es bleibt spannend..
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NichtswissenderBesserwisser
07.03.2016 17:42registriert Mai 2015
Als jahrelanger Z-Fan behaupte ich zu sagen, dass sie heute mit 10x dem höheren Talent spielen als noch im Meisterjahr 12.
Dafür spielten sie damals mit 10x mehr Herzblut und Leidenschaft. Der Zätt gleicht immer mehr einer kalten Maschinerie, die darauf konzipiert ist, immer 100% zu geben. Sobald 101% gefordert ist, ist Endstation.
Ich hoffe auf eine weiterhin spannende Serie. Möge das bessere Playoff (und nicht Quali-)team gewinnen!
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