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Biels Anton Gustafsson, Mitte, versucht sich gegen Rapperswils Goalie Melvin Nyffeler, links, und Danny Kristo durchzusetzen, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem SC Rapperswil-Jona Lakers, am Sonntag, 1. Dezember 2019 in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Biel konnte sich am Sonntag gegen die Lakers durchsetzen – dank eines starken Duos. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Das Duo, das Biel den Titel bescheren kann

Wird Luca Cunti (30) im Frühjahr die Meisterschaft entscheiden indem er aus einem «halben» einen «ganzen» Damien Brunner macht? Wir sollten uns mit dieser Frage auseinandersetzen.



Biel hat am Sonntagnachmittag die Lakers 3:2 besiegt. Eigentlich können wir sagen: Na und? Und zur Tagesordnung übergehen. Weil ein Spiel gegen die Lakers im Dezember keine neuen Erkenntnisse für die Playoffs im April bringt.

Es mag sein, dass nach einem luftig-locker-leichten Qualifikations-Nachmittagsspiel im Dezember eine Playoff-Prognose ungefähr so seriös ist, wie eine Wettervorhersage für den April aufgrund der Witterung vom 1. Dezember. Wir wissen lediglich, dass die Tage länger und die Temperaturen höher sein werden. Und das Hockey hitziger.

Und doch gibt es ein interessantes Detail. Es kann im April das Ringen um die höchste nationale Ehre entscheiden.

Ein Blick zurück hilft uns bei der Erklärung. Der 6. April 2019 ist der Tag des offensiven Traumas für die Bieler. Sie haben die Chance, mit einem Sieg über den SCB ins Finale einzuziehen. Aber sie verlieren mit 38:19 Torschüssen 0:1 und Meister wird schliesslich der SCB. Sie sind also an ihrer fehlenden offensiven Durchschlagskraft gescheitert.

Kehren wir zum nasskalten Sonntagnachmittag und zur Partie gegen die Lakers zurück. Auf den ersten Blick ist Damien Brunner (33) der Mann des Spiels.

Rapperswils Dominik Egli, rechts, gratuliert dem Bieler Man of the Match, Damien Brunner, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem SC Rapperswil-Jona Lakers, am Sonntag, 1. Dezember 2019 in der Tissot Arena in Biel. (PPR/Alessandro della Valle)

Damien Brunner (links) – war er Mann des Spiels? Bild: KEYSTONE

In der Vorsaison hatte er sich eine Adduktorenverletzung zugezogen. Nun ist er zurück. Was für ein Comeback! Er trifft zum 1:0 (11.) und sichert den Sieg mit dem 3:2 (38.). Vor der Rückkehr hatte ihn Trainer Anti Törmänen gefragt, ob bis zur Weihnachtspause mit einem Tor gerechnet werden könne. Nun sind es schon zwei.

Damien Brunner wird in seiner ersten Saisonpartie gleich zum besten Mann seines Teams gewählt. Er muss vor den TV-Kameras und den Chronisten Auskunft geben und bemüht sich sogar, sich in französischer Sprache auszudrücken. Biel ist eben auch Bienne.

Er kann tatsächlich der Mann sein, der die Meisterschaft für die Bieler entscheidet. Aber in diesem Spiel gegen die Lakers ist er nicht die Schlüsselfigur. Er war es ja an jenem 6. April beim 0:1 gegen den SCB auch nicht und blieb – wie alle Bieler – eine offensive «Nullnummer».

Aufschlussreicher ist in diesem Zusammenhang, wer bei der Vorbereitung der beiden Tore von Damien Brunner gegen die Lakers beteiligt war (Hockey ist bekanntlich ein Mannschaftsport). Es ist Luca Cunti. Er ist der Mann, der die Meisterschaft für Biel entscheiden kann.

Biels Luca Cunti jubelt nach dem Tor zum 3-4 beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem EHC Biel, am Donnerstag, 28. November 2019 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Luca Cunti ist ein Schlüsselspieler bei Biel. Bild: KEYSTONE

Mit ziemlicher Sicherheit hätte nämlich Damien Brunner damals am 6. April seine Mannschaft mit Luca Cunti an seiner Seite ins Finale gebracht. Aber da stürmte der Zürcher noch für Lugano.

Damien Brunner ist kein «Durchreisser». Kein «Brecher». Kein Solist und auch kein Mann der krachenden Schüsse. Er ist ein sensibles «Lauf-Genie» und erzielt seine Tore aus dem Lauf heraus. Weil er instinktiv und früher als seine Gegenspieler erahnt, wohin die Scheibe kommen wird, taucht er auf einmal wie aus dem Eis gewachsen am richtigen Ort auf und lenkt den Puck ins Tor. Mit einer «unschweizerischen» Frechheit und Kaltblütigkeit. Je schneller das Spiel, desto besser. Eine «Manndeckung» ist gegen ihn unmöglich.

Diese Stärke kann er nur ganz entfalten, wenn er einen Mittelstürmer an seiner Seite hat, der genauso tickt, der ebenso gut die Spielentwicklung zu lesen vermag, der auch mit diesem Hauch von Genie gesegnet ist, der ihm die Scheiben in den Lauf, in den freien Raum spielt. Er ist der Mann fürs Schnelle. Nicht fürs Grobe. Solo «funktioniert» der ehemalige Liga-Topskorer (mit Zug) und NHL-Stürmer (135 Spiele/67 Punkte) nicht. Erst der perfekte Mitspieler kann aus einem «halben» einen «ganzen» Damien Brunner machen.

Luca Cunti ist dieser perfekte Mitspieler. Er hatte bei beiden Toren gegen die Lakers seinen Stock im Spiel. Er ist ein smarter offensiver «Brandbeschleuniger». Dem 1:0 ging eine der schnellsten Kombinationen voraus, die wir diese Saison auf unseren Eisbahnen gesehen haben. Eine Sturmlinie mit Luca Cunti und Damien Brunner kann an einem guten Abend die schnellste der Liga sein.

Damien Brunner und Luca Cunti stürmten schon einmal gemeinsam im gleichen Team. Während der Saison 2017/18 in Lugano. Aber nie in der gleichen Linie. Entweder war Damien Brunner verletzt oder Trainer Greg Ireland kam es in seiner unergründlichen Weisheit einfach nicht in den Sinn, konsequent auf die Kombination Brunner/Cunti zu setzen.

In Biel hatte Antti Törmänen die beiden bereits während der Saisonvorbereitung in der gleichen Linie laufen lassen. Nun haben wir beim ersten gemeinsamen Einsatz in der Qualifikation gesehen, welche Wirkung diese Kombination von Spielintelligenz und Schnelligkeit erzielen kann. Es ist ein Duo, das die Meisterschaft entscheiden kann.

Biels Cheftrainer Antti Toermaenen feuert seine Spieler an beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem SC Rapperswil-Jona Lakers, am Sonntag, 1. Dezember 2019 in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Antti Törmänen wusste, dass er auf das Duo Brunner/Cunti setzen sollte. Bild: KEYSTONE

Biel ist von seiner DNA her eine spielstarke «Lauf-Mannschaft», an einem guten Abend sogar die schnellste der Liga. Die also nicht in erster Linie danach trachtet, mit Taktik und «Schablonenhockey» (wie beispielsweise der SCB) einen Treffer weniger als der Gegner zu kassieren.

In den Playoffs triumphieren eher die konservativen Coaches, die davon ausgehen, dass es einfacher ist, einen Treffer zu verhindern als einen zu erzielen.

Die Bieler kommen im April nur bis ins Finale, wenn sie ihre Laufmeter besser in Tore ummünzen als im letzten Frühjahr. Das wird ihnen nur gelingen, wenn das Duo Brunner/Cunti harmoniert und funktioniert. Wenn wir einen «ganzen» Damien Brunner sehen.

So gesehen war das Spiel gegen die Lakers schon mal ein Lichtblick.

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pax Mauer 02.12.2019 20:59
    Highlight Highlight Ich hab den Artikel zweimal durchgelesen aber keinen Hinweis zu Langnau entdeckt. Müssen wir uns Sorgen um den Eismeister machen?
  • COLD AS ICE 02.12.2019 17:10
    Highlight Highlight brunner und cunti sind nicht playoff tauglich. sobald hart auf den körper gespielt wird, sind beide abgemeldet
    • goldmandli 02.12.2019 18:25
      Highlight Highlight Das liest man immer wieder und immer wieder ist es quatsch. In den Playoffs wird nicht plötzlich ein anderer Sport gespielt. Es wird wohl allgemein weniger gescored und die Schiris pfeifen, aus welchen Gründen auch immer, weniger, aber top spieler sind auch in den Playoffs top.
    • COLD AS ICE 02.12.2019 19:34
      Highlight Highlight @goldmandli: während den playoffs sind die spiele härter, unkämpfter und allgemein intensiver. wenn du das anders siehst, dann hast du einfach keine ahnung. da kann mir KZ sicher recht geben. es gibt viele technisch versierte spieler die in einem rauen harten spiel regelmässig unter gehen. damien brunner hat auch in seiner nhl zeigt das er nur gut spielt wenn er platz hat und um sich abräumer hat. aber brunner hat allgemein zu wenig biss um auch in solchen spielen zu bestehen und aufzufallen.
    • Dynamischer-Muzzi 03.12.2019 14:08
      Highlight Highlight Abwarten bis die PO im Frühling beginnen, dann wird man sehen wer recht hat. Fakt ist, dass die Linie Brunner-Cunti-Künzle hervorragend funktioniert hat am Sonntag. Kommt da noch mehr Ablauf und Verständnis rein, muss das Tempo erst mal gestoppt werden können. Mal schauen wie oft das dann fair gelingt.
  • Dynamischer-Muzzi 02.12.2019 11:05
    Highlight Highlight Also Klaus, die Adduktoren haben vor 10 Tagen gezwickt, als Damien das Comeback nach seinem Kahnbeinbruch geben sollte.
    Nun zum Thema. Es ist wirklich Kaffeesatzleserei jetzt zu beurteilen, was eventuell in dem PO passieren könnte.
    In Biel freut man sich über dieses geile Comeback und vor allem über die Tatsache, dass das Lazarett sich langsam lichtet. Und Fakt ist auch, dass die Jungen Spieler in der Zwischenzeit super Jobs gemacht haben. In Biel ist die Mannschaft der Star und nicht ein einzelner Spieler oder der Trainer.
    Törmänen und Biel, dass passt ganz einfach und macht Spass!
  • BöserOnkel 02.12.2019 10:42
    Highlight Highlight Ausgerechnet Cunti und Brunner, welche wenn es hart auf hart kommt jedes mal abtauchen. Is klar Hr. Zaugg.
    • Hallo22 02.12.2019 13:23
      Highlight Highlight Würde ich so nicht sagen. Brunner buchte in den Playoffs in der NLA im Schnitt 0.72 Punkte pro Spiel. 2011/12 in 9 Spielen 14 Punkte (3 Tore/11 Assists), 2015/16 14 Punkte in eben so viel spielen (7 Tore/ 7 Assists), NHL 14 Spiele 9 Punkte (5 Tore 4 Assist, ok war neben Zetterberg aber doch eindrücklich). Würde sagen wenn er fit und in Form ist, ist er sehr wohl Playoffstauglich. Ausserdem sind Playoffs auch Kopfsache, hat meiner Meinung nach Martschini letzte Saison bewiesen. Wenn der in 14 Spielen 17 Punkte sammelt kann das Brunner auch.
    • BöserOnkel 02.12.2019 13:41
      Highlight Highlight Hat mit Playoffuntauglichkeit nix zu tun. Ich sage wenn es hart auf hart geht, sieht man die beiden niergends mehr. Sind beides absolute Schönwetterspieler.
    • Hallo22 02.12.2019 16:07
      Highlight Highlight Und ich denke das ein Brunner oder ein Cunti mit der richtigen Einstellung auch wenn es hart auf hart kommt brillieten könnten. Es sind ja nicht nur die beiden die Biel stark machen Und es ist beinahe unmöglich Cunti, Brunner, Rajala und Pouliot gleichzeitig aus dem Spiel zu nehmen. Ein Spieler aus dem Spiel nehmen geht. Führt jedoch zwangsläufig dazu dass ein anderer mehr Raum hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • feuseltier 02.12.2019 10:10
    Highlight Highlight Und wenn es rauer wird & einem Platz zur Verfügung gestellt wird, sieht man mindst. Einen von beiden nicht mehr...
    • goldmandli 02.12.2019 18:26
      Highlight Highlight Ist ja auch ein Teamsport. Zieht einer der beiden die Gegenspieler auf sich, macht halt der andere ein Tor.
  • Dr no 02.12.2019 09:54
    Highlight Highlight Das wird nicht passieren. So genial Brunner und auch Cunti manchmal sind, so tauchen sie manchmal völlig ab, zudem sind beide verletzungsanfällig. Eine Kiste Bier, dass das Traumduo die Playoffs nicht durchspielen wird.
  • Eau Rouge 02.12.2019 09:47
    Highlight Highlight Zu was Damien Brunner mit dem richtigen Center fähig ist, wissen wir spätestens seit Henrik Zetterberg. War ja nie Fan von ihm. Vielleicht auch weil man solche Spieler lieber in den eigenen, statt des Gegners Reihen hat. Erinnere hier gerne nochmals an die Szene in der Postfinance Arena als er meinem 12 jährigen Sohn beim Einspielen den Stock nach dem Spiel versprach. Als dann 2 1/2 Std. später ältere, geschätzte 8 Jugendliche denn Stock wollten, zeigte Brunner auf meinen Sohn (hinter all den anderen, grösseren Köpfen) und zwinkerte ihm zu.

    Thx Damien, du hast damals mein Eis gebrochen! Great
    • Forsberg 02.12.2019 13:15
      Highlight Highlight Du triffst den Nagel auf den Kopf! Von all den Spielern die ich bisher persönlich getroffen habe ist er die Person in der ich mich am meisten getäuscht habe! Ich dachte er sei arrogant und überheblich doch davon ist - zumindest hier in Biel - nichts spür- oder wahrnehmbar. Der Star in Biel ist die Mannschaft inklusive Trainergespann und das ganze sportliche Umfeld und darum glaube ich dass es noch viel Freude machen wird den beiden zuzuschauen - auch ausserhalb von Biel wenn man das Hockey spielen statt "krampen" sehen will.
    • Eau Rouge 02.12.2019 14:29
      Highlight Highlight @Forsberg

      Genau so schätzte ich ihn auch ein....

      Und wie auch du jetzt bestätigst vermutlich sehr zu Unrecht!

      Fand es jedenfalls eine wunderschöne Geste von ihm....😊😉✌️👍
    • Torben 02.12.2019 17:43
      Highlight Highlight Der Brunner ist - auf's Hockey bezogen - halt sehr, sehr ehrgeizig. Schon fast verbissen. Das mag nicht jeder...
  • Bettina Lüthi 02.12.2019 09:17
    Highlight Highlight Dä Titel führt über Zürich und gegen Zürich ist Cunti nie zusehen. Brunner ist immer unsichtbar wenn es zählt. Aber Biel hat zum Glück noch mehr zu bieten.
  • zeusli 02.12.2019 07:53
    Highlight Highlight Zucker und Marzipan sollen den Titel klar machen für Biel?
  • StB 02.12.2019 07:11
    Highlight Highlight Das Duo, das Biel den Titel bescheren kann.... und dann der Gustafsson im 1. Bild 😳😳
  • Gondeli 02.12.2019 06:50
    Highlight Highlight Adduktoren? Dachte er hätte sich das Handgelenk gebrochen?
    • Ironiker 02.12.2019 07:07
      Highlight Highlight Ganz genau war es ein Kahnbeinbruch in einem Spiel der Championsleague. Ist aber ja fast das gleiche...
    • PlayaGua 02.12.2019 13:15
      Highlight Highlight Lange ausser Gefecht gesetzt war er wegen des Bruchs. Aber letzte Woche hatte der Probleme mit den Adduktoren, weshalb eine weitere Woche Pause nötig war.
  • bullygoal45 02.12.2019 06:28
    Highlight Highlight Ein Klotner und ein Zürcher entscheiden den Schweizer Meister Titel - für die Bieler 😉

    Man könnte meinen, dies sei eine Legende aus Zauggs Märchenkiste 😃🤙🏻
  • Leguan 02.12.2019 06:16
    Highlight Highlight Und wenn es dann in den Playoffs ein wenig härter zu und her geht, wird man von den beiden nicht mehr allzuviel sehen.
    • goldmandli 02.12.2019 18:30
      Highlight Highlight Wahrscheinlich immer noch mehr, als von vielen anderen...

Pisa 2019: Wir sind höchst durchschnittlich – ausser in Mathematik

Heute wurden die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie veröffentlicht. Ausser beim Lesen, das stabil geblieben ist, haben sich die Schweizer Schüler verschlechtert im Vergleich mit 2015. Hier die Grafik dazu:

Vor allem in Mathematik enttäuscht die Schweiz: Belegten wir in Mathe in den vergangenen Jahren immer den europäischen Spitzenplatz, haben uns nun Polen, Estland und die Niederlande überholt. Nichtsdestotrotz zählt die Schweiz in Mathematik immer noch zu der Spitze. Fächerübergreifend …

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