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Berns Andrew Ebbett, rechts, jubelt nachher seinem Tor (6-1), beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Bern und dem HC Fribourg Gotteron, am Samstag, 9. September 2017, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Ein gewohntes Bild: SCB-Spieler um Gerber bejubeln den Sieg gegen Fribourg-Gotteron.  Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die Früchte des «Systems SCB» – das selbstsicherste Berner Team der Neuzeit

Ein starkes Gottéron verliert in Bern 1:6. Der SCB ist die letzte grosse Schweizer Mannschaft unserer Tage.



Mal angenommen, der SC Bern und Gottéron hätten nicht gegeneinander gespielt. Sondern einen Talentwettbewerb ausgetragen («Skills Competition»). Jeder Spieler wäre einzeln auf Beweglichkeit, Kraft, Stocktechnik et cetera getestet worden. Dieser Vergleich wäre wohl unentschieden oder nur sehr knapp für Bern ausgegangen.

Die Differenz bei dieser Machtdemonstration des Titelverteidigers machte nicht in erster Linie die Gesamtsumme des Talentes – was sich ja auch in einem Torschussverhältnis (29:30) zu Gunsten des Verlierers zeigt.

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Die Highlights der Partie.

Dieser Sieg war ein Produkt des «Systems SC Bern». Die Differenz machten das Selbstvertrauen und die Art und Weise wie die Berner ihr Talent einsetzten. Der SCB war beim Saisonauftakt im besten Wortsinne eine grosse Mannschaft. Also eine Mannschaft aus Siegern. Aus Spielern, die sich ihrer Sache sicher sind. Die wissen, dass sie alles für den Erfolg getan haben und dass sie siegen werden.

Härter, effizienter, präziser

Im krassen Gegensatz dazu auf mentaler Ebene Gottéron. Eine Mannschaft, die durch schwere Krisen gegangen ist, die die letzte Qualifikation auf dem vorletzten Platz beendet hat und die seit dem Finale von 2013 nie mehr zur Ruhe gekommen ist. Eine Mannschaft, der das Urvertrauen in die eigene Stärke fehlt und die nie daran glaubte, dieses Spiel gewinnen zu können. Eine Mannschaft, die viel besser ist, als sie glaubt – aber noch einige Zeit braucht, um wieder eine Siegermentalität zu entwickeln. Eine Siegermentalität, die beispielsweise Lugano seit 2006 vermisst. Eine Siegermentalität, die auch den ZSC Lions und dem EV Zug in dieser ausgeprägten Form fehlt. Eine Siegermentalität, die YB braucht, um Meister zu werden.

Berns Andrew Ebbett, rechts, erzielt den Tor (6-1) gegen Fribourgs Goalie Barry Brust, links, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Bern und dem HC Fribourg Gotteron, am Samstag, 9. September 2017, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Und schon zappelt der Puck wieder im Netz. Bild: KEYSTONE

Der SCB hatte mehr Energie. Der SCB spielte schneller, härter, entschlossener, effizienter, direkter, präziser. Der SCB lähmte Gottéron mit seinem selbstsicheren Auftreten so sehr, dass gar nie echte Emotionen («heiliger Zorn») aufkamen. Ohne Emotionen ist Gottéron wie ein Formel 1-Bolide ohne Sprit. Torhüter-Titan Barry Brust mahnte an einen traurigen, müden Elefanten. Nur ein einziges Mal blitzte das echte, das wahre, das wilde, das emotionale Gottéron auf. Als Leitwolf Julien Sprunger mit einem Direktschuss den starken Leonardo Genoni zum 4:1 bezwang.

In den letzten Jahren ist nie mehr eine Mannschaft so selbstsicher in eine Saison gestartet wie der SC Bern. Ja, wir haben den selbstsichersten SCB der Neuzeit gesehen. Eine Zuversicht, die auch das Fehlen von wichtigen Spielern vergessen liess. Es sind die Früchte des Systems, das Erfolgstrainer Kari Jalonen in Bern «implantiert» hat. Der SCB bekennt sich erstmals seit Jahren dazu, ein Spitzenteam zu sein und steht offiziell zur Zielsetzung Titelverteidigung. Der so typische eidgenössische Kleinmut mit «Höseler-Zielsetzungen» («erst die Playoffs erreichen») ist einem gesunden Selbstvertrauen gewichen, das sehr gute zum SCB und zu den Bernern passt. Schliesslich war Bern einmal einer der mächtigsten Stadtstaaten Europas.

Die letzte grosse Schweizer Mannschaft

Diese neue SCB-Qualität des «unbestürzbaren» Selbstvertrauens hat sich gegen Gottéron in der Körpersprache der Spieler gezeigt. Beispielsweise in den entschlossenen Abschlussversuchen in die alle verfügbare Energie und Kraft investiert wurden. Calle Andersson, einst ein Schillerfalter in Lugano, hat so in Unterzahl auf zwingende Art und Weise das 5:1 erzielt. Er ist kräftig und selbstsicher wie nie zuvor in seiner Karriere. Sein Trainer Kari Jalonen sagt, Andersson habe das beste Sommertraining der Karriere hinter sich. Es ist der Wille zur Verbesserung, der in Leistungs-Reizklima in Bern geweckt wird.

Auch Gaëtan Haas wird in diesem Klima stimuliert. Er hat sich in die Mannschaft eingefügt und spielt, als sei er nicht erst seit diesem Sommer, sondern seit Jahren in Bern. Er hat bereits eine grössere spielerische Wirkung als Martin Plüss (aber noch nicht den gleichen Einfluss in der Kabine). Wenn es je gelungen ist, Eishockey berechenbar zu machen und den Erfolg zu programmieren – dann dem SCB in diesem Startspiel gegen Gottéron. Sechs verschiedene Torschützen, zwei Treffer in Unterzahl (im Boxplay zeigte sich die selbstsichere Entschlossenheit der Berner am eindrücklichsten) und eines im Powerplay.

Die Grenze zwischen Selbstvertrauen und Arroganz ist im Sport allerdings fliessend und im Eishockey erst recht. Kari Jalonen ist ein Erfolgstrainer, der diese Grenze kennt und dafür sorgen wird, dass sie nicht zu oft überschritten wird und sich die Anzahl ärgerlicher Niederlagen (etwa gegen Langnau) in engen Grenzen halten wird. Eine alte Weisheit bestätigt sich: Grosse Klubs, grosse Mannschaften brauchen grosse Trainer. So wie der SCB jetzt auftritt, so hat der FC Basel jahrelang die helvetische Fussball-Operettenmeisterschaft dominiert.

Der FC Basel ist nicht mehr eine grosse Mannschaft und wird nicht mehr von einem grossen Trainer trainiert. Der SCB ist im Herbst 2017 die letzte grosse Mannschaft im helvetischen Mannschaftssport. Entschieden wird die Meisterschaft allerdings erst im Frühjahr 2018.

Der SC Bern ist Schweizer Meister 2017

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    Alle Leser-Kommentare
  • HabbyHab 10.09.2017 20:00
    Highlight Highlight Torhüter-Titan? Brust ist ein ziemlich schwacher Torhüter..

    Und..nur so.. Nottingham.
  • dis_Mami_het_gseit 10.09.2017 18:06
    Highlight Highlight Die Früchte des Geldes. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Es braucht einen Salary Cap.
    • Lan25d 10.09.2017 18:47
      Highlight Highlight Weil die Bieler nichts können?
    • T. aus B. 10.09.2017 19:06
      Highlight Highlight Wenn Bern in Sachen Finanzen alleine auf weiter Flur wär, von mir aus. Aber das ist Bern nicht.
      Zudem wird der Salary Cap gerne überschätzt. In der NHL hat die letzten Jahre auch nie ein Aussenseiter, den gar niemand auf der Rechnung hatte, den Titel gewonnen. Kompensationen in Sachen Spielern oder Draft-Picks hin oder her.
  • Boogie Lakeland 10.09.2017 16:18
    Highlight Highlight Abwarten, abwarten und, ah, abwarten. Die Lage beim SCB ist wirklich erschreckend ruhig. Aber um sie gleich auf den Sockel zu stellen würde ich mal bis zum Allerheiligen abwarten.
  • Scrj1945 10.09.2017 14:10
    Highlight Highlight Basel ist keine grosse mannschaft mehr? Beim trainer hat er recht, aber sonst nicht.Für das sollte es eine auf die klappe geben. Ich hab irgendwie das gefühl zaugg fühlt sich als sport gott. So wie er gestern respektlos über langnau (und ich bin wirklich kein langnau fan) und heute himmelhoch jauchzend über bern könnte man meinen, ein bestimmter berner fan (ihr wisst genau wenn ich meine) schreibt neuerdings die zaugg artikel
    • Mia_san_mia 10.09.2017 15:14
      Highlight Highlight Also ist ja schön bist du SCRJ-Fan. Aber wegen Basel musst Du doch nicht so ein Drama machen, die sind wirklich nichts mehr. CL letztes Jahr war peiich und jetzt sogar in der Meisterschaft...
    • welefant 10.09.2017 17:19
      Highlight Highlight bayern, hust...
    • Mia_san_mia 10.09.2017 19:34
      Highlight Highlight @lululove: Also bitte, das ist doch kein Vergleich 😂😂😂
  • Herren 10.09.2017 10:02
    Highlight Highlight Aus dem Bern-Hasser Zaugg scheint ein kleiner Fan geworden zu sein. :)
    • Herren 10.09.2017 15:28
      Highlight Highlight Da können wir bis zurück in seine Zeit beim "Blick" gehen, als die Affiche Bern-Langnau noch ein echtes Derby war. Damals hat er, der Langnau-Fan, regelmäßig gegen Bern gestichelt und intrigiert. Heute ist der Derbycharakter größtenteils verloren und die Kräfteverhältnisse in Bern sind klar aufgeteilt. Da kann selbst ein KZ nicht mehr glaubhaft dagegen anstänkern. Allerdings sah man es vor eineinhalb Jahren noch deutlich, als er den nachmaligen Meistertrainer Lars Leuenberger bösartig als "kleiner Lars" diffamierte. Das war Zaugg in Reinkultur.
  • MARC AUREL 10.09.2017 09:25
    Highlight Highlight Da gibt es nicht mehr viel dazuzusagen. Diese SCB ist GRANDE aber eine garantie das sie Meister werden gibt es nicht. Für mich ist nur der Z ( sie müssten eigentlich die Nr1 sein mit diesem Kader) und wenn Lugano konstant spielt mit Bern die Favoriten auf den Titel!
  • Imfall 10.09.2017 09:15
    Highlight Highlight "Der SCB ist im Herbst 2017 die letzte grosse Mannschaft im helvetischen Mannschaftssport."


    jaaa genau 😄🤦
  • Tikkanen 10.09.2017 08:24
    Highlight Highlight ...guter Artikel, Chlöisu👍🏻
    In der Tat ist so ein "Home Opener" in europas Hockeyhauptstadt immer ein Leckerbissen😁Man trifft im Tempel wieder Gesichter mit denen man über den Sommer weniger Kontakt hat und lässt bei Speis und Trank die Eisfreie Zeit Revue passieren bevor man sich zum Sessel begibt um den ersten Akt der Serienmeisterlichen Festspiele zu verfolgen🤗Was heuer auffällt ist die Siegesgewissheit und freudige Erregung in der ganzen Arena🤔Viele Verletzte, 2 Junioren aufgestellt aber dennoch weiss man: Diese Hockeymaschine eilt unaufhaltsam dem 3.🏆in Serie entgegen, dazu CHL🏆🍻
    • Scrj1945 10.09.2017 14:12
      Highlight Highlight Wieso bist du nicht in der steh rampe? Stimmt die stimmung in bern ist nur gut wenn man am gewinnen ist, sonst sind die cüpli trinker relativ leise
    • Lan25d 10.09.2017 14:54
      Highlight Highlight Haha,und dies sagt ein Rappi-fan?Eure Stimmung in Rapperswil-jona ist lächerlich.Eure 20 Auswärtsfans auch.Also gestern empfand ich die Stimmung als Sehr gut.Natürlich weil es auch ein Derby war.
    • Mia_san_mia 10.09.2017 15:21
      Highlight Highlight @Scrj1945: Sorry, das kommt doch nicht drauf an. Ich war in Rappi mehr als 10 Jahre auf der Stehrampe und bin halt irgendwann zu den Sitzplätzen. Stehrampe ist keinen Dreck besser, sogar eigentlich mühsam weil 90% Kindsköpfe sind die gar keine Ahnung von Hockey haben. Also zumindest in Rappi ist das seit den 90ern so, ich will da Andere Clubs nicht beleidigen wenns dort vielleicht besser ist ✌
  • dizzy 10.09.2017 06:52
    Highlight Highlight nach einem sieg im 1.spiel! den scb gleich so in den himmel zu loben ist für mich sehr fragwürdig...ist ihnen langweilig herr zaug?
  • mukeleven 10.09.2017 05:44
    Highlight Highlight hochmut kommt vor dem fall...
    • Cadinental 10.09.2017 12:02
      Highlight Highlight Hochmütig hat ja nicht der scb gespielt, nur der Chronist geschrieben......Nach einem Spiel sehr fragwürdig.....hopp scb

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