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Patrick Fischer, coach de l’equipe nationale suisse de hockey sur glace, parle lors d'une conference de presse a l’occasion du debut de la serie de matchs de preparation en vue des Mondiaux ce mercredi 27 avril 2016, a Geneve. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Patrick Fischer wird sich als Trainer der Eishockey-Nati etablieren.
Bild: KEYSTONE

Patrick der Letzte – und dazu ab nächster Saison Lars der Erste?

Noch ist offen, ob wir die Viertelfinals erreichen. Aber eines steht bereits nach vier von sieben Spielen fest: Nationaltrainer Patrick Fischer (40) bleibt bis 2018. Änderungen sind nur auf der Position der Assistenten zu erwarten.



Viertelfinals? Schön und gut und immer noch machbar. Aber wenn wir Zwischenbilanz ziehen, dann können wir sagen: es geht hier in Moskau notfalls auch ohne. Die letzte Wahrheit steht zwar immer oben auf der Resultatanzeige. Aber gerade eine Nationalmannschaft lebt inzwischen nicht alleine vom Siegen.

So wie der Mensch frei nach dem Matthäus-Evangelium nicht vom Brot alleine lebt, sondern auch etwas für die Seele braucht, so lebt die Nationalmannschaft nicht alleine von Wahrheiten auf der Resultatanzeige. Sie lebt auch von Emotionen, Dramen, Irrungen und Wirrungen. Wie in diesen Tagen von Moskau.

Patrick Fischer, coach de l’equipe nationale suisse de hockey sur glace, parle lors d'une conference de presse a l’occasion du debut de la serie de matchs de preparation en vue des Mondiaux ce mercredi 27 avril 2016, a Geneve. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Patrick Fischer wird wohl noch sicher bis ins Jahr 2018 Trainer der Schweizer Eishockey-Nati sein. Bild: KEYSTONE

Nun zeigt sich: Die Rechnung mit dem Projekt «Swissness» geht auf. Der Vertrag mit Patrick Fischer (41) wird zwar nur im Falle einer Viertelfinal- Qualifikation automatisch bis zum Olympischen Turnier von 2018 um zwei Jahre verlängert. Aber jetzt schon steht fest, dass sein Kontrakt nach der WM so oder so bis 2018 prolongiert wird. Wir steigen hier in Moskau nicht ab und die Mannschaft liefert so grandiose Unterhaltung, dass am Ende selbst das Verpassen der Viertelfinals kompensiert wäre.

Erfolg vs. Vermarktung

Diese Unterhaltung ist so gut, dass Verbandsdirektor Florian Kohler, ein Hexenmeister des Marketings, bei den in den nächsten Monaten anstehenden Verhandlungen um die Erneuerung der TV-Verträge und der Kontrakte mit den wichtigsten Sponsoren mindestens, ja wahrscheinlich sogar mehr Geld herausholen wird als nach der Silber-WM 2013 in Stockholm.

Was zählt ist Marketing. So gesehen können wir jetzt schon sagen: Die WM 2016 ist ein voller Erfolg. Die Puritaner mögen einwenden, der Sport sei doch wichtiger, es gehe um Weiterentwicklung, um die Ausarbeitung von taktischen Konzepten, um vielleicht doch noch einmal eine Medaille zu holen. Es könne doch nicht sein, dass man inzwischen wieder auf Augenhöhe mit Kasachstan, Norwegen und Dänemark zurückgefallen sei. Alles andere als die Viertelfinals sei als Misserfolg zu werten.

Florian Kohler, CEO of the Swiss Ice Hockey Federation, speaks to media, during an informal media meeting of the Switzerland national team, at the IIHF 2015 World Championship, at the O2 Arena, in Prague, Czech Republic, Monday, May 4, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Für Verbandschef Florian Kohler zählt nicht nur der Erfolg.
Bild: KEYSTONE

Das mag ja stimmen. Aber eine solche Einstellung war gestern. Heute ist die Nationalmannschaft ein Vehikel der Vermarktung. Mehr Schein als Sein. Das ist auch dann möglich, wenn die TV-Kameras jeden Spielzug ausleuchten. Wer hört, was Patrick Fischer über die Leistungen der Nationalmannschaft hier in Moskau sagt, kommt irgendwie zum Schluss, dass wir jetzt mindestens so gut, wenn nicht gar besser sind als 2013. Und wer weiss, vielleicht ist es ja wahr.

Umfrage

Wie weit kommt die Schweizer Eishockey-Nati an der WM in Moskau?

  • Abstimmen

2,061 Votes zu: Wie weit kommt die Schweizer Eishockey-Nati an der WM in Moskau?

  • 33%Die Schweiz übersteht knapp die Gruppenphase. Im Viertelfinal ist dann aber Endstation.
  • 24%Ein überraschendes Out in der Gruppenphase schockt alle Schweizer Eishockey-Fans.
  • 24%Der Einzug in den Halbfinal gelingt – ab da ist alles möglich!
  • 2%Die «Eisgenossen» schaffen es sensationell in den Final – für den Titel reicht es aber nicht.
  • 18%Die Schweiz wird in Moskau Weltmeister!

Ist denn nicht die Eishockeywelt überall näher zusammengerückt? Hat nicht der SCB vom 8. Platz aus den Titel geholt? Wird nicht auch die NHL immer ausgeglichener? Eben. Also ist es doch nur logisch, dass auch die WM-Teams immer näher zusammenrücken, dass wir halt auch gegen Kasachstan, Dänemark, Norwegen oder Lettland zittern müssen. Und zu keinem Zeitpunkt hat die Mannschaft hier in Moskau resigniert und in jedem der vier Spiele Rückstände und Rückschläge überwunden. Die Einstellung der Spieler stimmt. Der Nationaltrainer ist ein exzellenter Motivator.

Meistertrainer Lars Leuenberger als Assistent?

Idealerweise coacht der neue Assistent während der Saison das U 20-Nationalteam und schliesst sich dann nach der U 20-WM (die in der letzten Woche des alten und der ersten des neuen Jahres gespielt wird) der Mannschaft von Patrick Fischer an. Selbstverständlich muss dieser neue Mann auch den Schweizer Pass haben.

SCB Trainer Lars Leuenberger haelt den Meisterpokal hoch, bei der Meisterfeier des SCB am Samstag, 16. April 2016 auf dem Bundesplatz in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Lars Leuenberger: Vom Meistertrainer zum Nati-Assistent?
Bild: KEYSTONE

Die ideale Ergänzung für Patrick Fischer heisst Lars Leuenberger. Patrick Fischer musste in Lugano gehen (und konnte deshalb Nationaltrainer werden), weil er mit dem späteren Playoff-Finalisten auf den letzten Platz (!) abgerutscht war. Lars Leuenberger musste in Bern gehen, obwohl er den Meistertitel geholt hat.

Patrick, der Letzte und Lars, der Erste – das wäre das «Dream Team» an unserer nationalen Bande. Dann liegt vielleicht doch wieder einmal mehr drin als Pleiten gegen Kasachstan, Niederlagen gegen Norwegen und Zittersiege gegen Dänemark und Lettland. Und es sei bei dieser Zwischenbilanz nach vier von sieben Gruppenspielen noch einmal angemerkt: Noch immer ist in Moskau nach oben immer noch alles möglich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hockrates 12.05.2016 12:02
    Highlight Highlight Marketing wichtiger als Inhalt? Das trifft eher auf Zauggs Kolumnen zu.
  • Beobachter 12.05.2016 10:27
    Highlight Highlight Wenn KZ recht hat und inzwischen Marketing, das "mehr Schein als Sein", höher gewichtet wird als der sportliche Erfolg, dann wären wir jetzt also genau gleich weit wie die Schweizer Fussball Nati. Schande über uns....
  • faustus 12.05.2016 09:32
    Highlight Highlight Seien wir froh, dass die Absteigsgefahr gebannt ist.
    Der Dank gebührt der Mannschaft. Sie hat es geschafft; eher trotz Fischer und seiner Assis denn wegen.
    Sie hat wirklich Potential und wenn es ihr gelingt zusammenzuwachsen wie es der SCB vorgemacht hat, erscheint sportlich alles möglich auch ohne Lars.
    Hopp Schwiiz!
    • marak 12.05.2016 11:29
      Highlight Highlight Faustus, ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft schon eine Einheit ist. Mir wäre es aber recht, wenn die Defensive noch ein wenig mehr zusammenwachsen tut. Im Sinne von so stehen, dass weniger reingehen. Statistiken beiseite gelassen: Sie kassieren schlicht zu viele Tore. Und gewinnen tut man wenn man eine mehr reinhaut. Und je mehr man kriegt, je mehr muss man reinhauen.
  • Crecas 12.05.2016 09:26
    Highlight Highlight Bei der Nationalmannschaft mit 6 bis 9 interessanten Spielen pro Jahr (an der WM) gehts ganz sicher nicht um Spektakel, sondern in erster Linie um Erfolg.
  • Raembe 12.05.2016 08:42
    Highlight Highlight Immer diese Spekulationen, die WM läuft ja noch. Fischer und seine Assis machen keinen schlechten Job bisher. In den ersten Matches fehlte oft das Glück und das Vertrauen. Dies ist aber ganz normal an einer WM.

Der Grösste aller Zeiten geht – im Stil des Grössten aller Zeiten

Arno Del Curto (62) ist nicht mehr Trainer in Davos. Eigentlich unvorstellbar. Ein trauriger Tag für unser Hockey? Nein. Arno Del Curto verlässt die Arena als Sieger.

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Der Kanadier, der im Wesen und Wirken Arno Del Curto am nächsten kommt, hat recht und wieder auch nicht. Natürlich ist es hockeytechnisch ein trauriger Tag, wenn Del Curto sein Amt niederlegt. Nun ist McSorley der «Dinosaurier» der Liga. Er arbeitet seit 2001 in Genf und es passt, dass ausgerechnet er am Freitag der nächste Meisterschafts-Gegner der Davoser ist.

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