Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Visper Fans aus dem Wallis jubeln, nach dem Sieg im 7. Playoff-Halbfinal-Spiel der NLB, zwischen dem SC Langenthal und dem EHC Visp, am Sonntag, 23. Maerz 2014, in der Schorenhalle in Langenthal. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bild: KEYSTONE

Liga-Qualifikation

Eismeister Zaugg

Biel noch eine Niederlage vor der Panik – Visp wie vor 52 Jahren

52 Jahre nach dem einzigen Titel (1962) und 15 Jahre nach dem «Weltuntergang» sorgt Visp wieder für nationale Aufmerksamkeit. Biel steht noch eine Niederlage vor der Panik. 



Der sportliche Weltuntergang fand vor 15 Jahren statt. Der Jahrgang 1999 gilt im Walliser Sport nicht als «Grand cru». In diesem Jahr sorgt ein Schweizer Rekord für nationale Schlagzeilen. Leukerbads Kommunalpolitiker stellen mit Schulden in der Höhe von 360 Millionen einen Schweizer Rekord auf. 

Im Herbst des gleichen Jahres zieht das Hockey-Team aus dem gleichen Dorf seine Nennung für die Erstliga-Meisterschaft zurück. Es fehlen 75 000 Franken in der Kasse. Und in der Hauptstadt Sion erlischt vorübergehend der fussballerische NLA-Wirbel im Tourbillon. Der FC Sion steigt in die NLB ab. Schliesslich verliert das Wallis im Juni 1999 auch noch die Olympiabewerbung für 2006 gegen Turin. 

Logo der Sittener Olympia-Kandidatur (undtiertes Archivbild). Neue Arbeitsplaetze und eine Ankurbelung des Tourismus - Dies verspricht sich eine Studie der Universitaet Neuenburg von den Olympischen Winterspielen 2006 im Wallis und vergleicht diese mit einem wirtschaftlichen Impulsprogramm. (KEYSTONE/ARCHIVE)

Utopisches Plakat.  Bild: KEYSTONE

Ein Stern geht im Wallis auf

Just in diesen struben Zeiten beginnt einer der Fixsterne des Walliser Sportes wieder zu leuchten – und ist bis heute nicht mehr erloschen. Nach 14 Saisons (!) in der 1. Liga kehrt Visp 1999 in die NLB zurück. Aber die Rückkehr in die NLA ist dem Kanton Wallis bis heute noch nicht gelungen. Sierre hat die höchste Spielklasse 1991, Visp bereits 1972 verlassen. Sierre spielt nach einem Konkurs inzwischen in der 3. Liga.  

Die Helden in Visp zwischen NLA-Aufstieg (1960), Titel (1962) und Abstieg (1972) sind bis heute unvergessen: Torhüter Werner Bassani und das offensive Dreigestirn Kurt Pfammatter, Walter Salzmann und Herold Truffer. Dieses Trio erwarb eine Popularität, von der später selbst ein Bundesrat wie Roger Bonvin oder ein Sozialist wie Peter Bodenmann nur träumen konnte. 

Walter Salzmann hat für Visp das erste (gegen Davos) und das letzte NLA-Tor für Visp (gegen Ambri) erzielt. Dazwischen 117 andere. Zeitweise bildeten die fünf Brüder Amandus, Otto, Richard, Anton und Erwin sowie ihr Cousin Herold Truffer das Herzstück der Mannschaft.

Fifa-Präsident Blatter erinnert sich.

Die regionale Hockeykultur-Vielfalt als Hürde

Eigentlich wäre eine Rückkehr des führenden Walliser Hockeyunternehmens in die höchste Liga logisch. Fast ein Drittel der spielerischen Ressourcen der Romandie entfallen auf das Wallis. Die Ablenkung durch neumodische Freizeitangebote ist geringer als in urbanen Zentren.

Die Walliser werden nicht von ungefähr mit den Bernern verglichen, als «chächi» (gesunde) Burschen angesehen, die dem Zweikampf entlang der Bande mutig entgegengehen. Die Emotionen für das Eishockey lodern. 

Aber es ist bis heute nicht gelungen, die regionale Hockeykultur-Vielfalt mit zeitweise drei NLB-Teams (Visp, Sierre, Martigny) zu überwinden. Der HC Wallis, der wohl um den Titel spielen könnte, ist nach wie vor nicht über den Stand eines Sitzungsthemas hinausgekommen. Allerdings reift inzwischen auch bei den russischen Investoren in Martigny der Gedanke, dass es Sinn machen würde, alle Kräfte in Visp zu bündeln. 

Die Visper Fans aus dem Wallis jubeln, nach dem Sieg im 7. Playoff-Halbfinal-Spiel der NLB, zwischen dem SC Langenthal und dem EHC Visp, am Sonntag, 23. Maerz 2014, in der Schorenhalle in Langenthal. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bild: KEYSTONE

Spannende Liga-Qualifikation

Ein Zusammenschluss wäre auch im Interesse der Nachwuchsförderung. Dann wäre es möglich, auch im Wallis ein Elite-Juniorenteam zu führen. In den zwei höchsten Juniorenligen (Elite, Novizen) sind die Walliser nicht vertreten. 

Nun bringt Visp in der Liga-Qualifikation auch ohne Unterstützung des restlichen Wallis Biel ins Wanken. Der bessere Torhüter (Matthias Schoder) und die grössere Leidenschaft heben die Mannschaft auf Augenhöhe mit dem NLA-Letzten. Anders als bei der Liga-Qualifikation 2011 gegen Ambri (1:4 verloren) ist diesmal Entschlossenheit da, den Aufstieg zu wagen. 

Une illumination coloree est visible au sommet de la montagne

Wallis, ein Kanton bekannt für Berge und leidenschaftliches Eishockey. Bild: KEYSTONE

Kevin Schläpfer hat wieder einen vollen Energietank

Biel steht nach dem 2:5 in Visp noch eine Niederlage vor der Panik. Sportchef Martin Steinegger erweist sich jetzt wohl als Glücksfall. Der «schlachterprobte» Haudegen, einst auch charismatischer Leitwolf beim SC Bern, bleibt in der Krise ein Pragmatiker. Er hat sich am Sonntag noch einmal lange mit seinem Trainer Kevin Schläpfer unterhalten und ist überzeugt, dass die Mannschaft mit diesem Trainer aus der Krise herauskommen kann. 

L'entraineur biennois Kevin Schlaepfer, donne des consignes a ses joueurs lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre  Lausanne HC, LHC, et le EHC Biel ce samedi 1 fevrier 2014 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bild: KEYSTONE

«Kevin war während der Saison einige Male nicht so gut drauf. Aber jetzt ist er wieder da und er hat die Energie, um diese Krise zu meistern». Er geht davon aus, dass die Autorität des Cheftrainers ungebrochen bleibt, wenn der Liga-Erhalt gelingt. «Wir werden nach dieser Saison einiges zu besprechen haben. Aber der Trainer wird nicht das Thema sein». Die Serie steht 1:1. 

Biel kann mit Siegen in den vier Heimspielen den Ligaerhalt sichern. Das müsste doch zu schaffen sein. Aber das haben die Langenthaler im NLB-Halbfinale und die Langnauer im NLB-Finale gegen Visp auch gedacht.  

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8

Eismeister Zaugg

Die «60 Prozent-Formel», die unsere Eishockey-Meisterschaft retten kann

Bisher basieren die Einschränkungen im Sportbetrieb auf maximalen Zuschauerzahlen. Hockey-Ligamanager Denis Vaucher fordert eine Abkehr von diesem System. Er hat einen Vorschlag, der den Saisonstart am 18. September möglich machen und die gesamte Saison retten kann: die «60 Prozent-Formel».

Zu den Spielen der laufenden Fussball-Meisterschaft sind höchstens 1000 Zuschauer zugelassen. Bleibt es bei dieser Einschränkung für Sportveranstaltungen, dann wird die Hockey-Meisterschaft nicht wie geplant am 18. September gestartet. Der Bundesrat tritt das nächste Mal am 12. August wieder zusammen. Erst dann ist ein Lockerungs-Entscheid möglich.

Ist die Beschränkung der maximalen Zuschauerzahl der richtige Weg? «Nein» sagt Hockey-Ligamanager Denis Vaucher. «Nur eine auf einem …

Artikel lesen
Link zum Artikel