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Luganos Spieler freuen sich ueber das 2:0, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern, in der Resega Halle in Lugano, am Samstag, 2. April 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Nach einem verrückten ersten Playoff-Finalspiel jubelt der HC Lugano.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Wir haben das wahre Lugano, aber noch nicht den wahren SCB gesehen

Lugano gewinnt das erste Plaoyff-Finalspiel gegen Bern mit 5:4. Weil der SCB zu wenig böse war und «Lugano-Hockey» spielte. So kann der SCB nicht Meister werden.



Die Berner haben diese erste Playoff-Finalpartie in der Resega verloren, weil sie sich und ihrem Stil untreu geworden sind. Offensiver Übermut, zu stürmischer Vorwärtsdrang hat am Ende zum Siegestreffer (5:4) für Lugano geführt. Der SCB hat im letzten Drittel spektakuläres Lugano-Hockey gespielt – aber Lugano kann Lugano-Hockey besser spielen als der SCB.

» Hier gibt's alle Highlights der ersten Finalpartie im Video.

Die Intensität (und das Niveau) dieser ersten Partie war hoch. Aber wenn der SCB Meister werden will, muss die Intensität noch höher werden. Oder um es noch einfacher zu sagen: Die Berner müssen härter zur Sache gehen, böser werden, stärkere Emotionen entfachen und ihre talentierteren Gegenspieler so provozieren, dass sie sich nicht mehr aufs Spiel konzentrieren können. Playoff-Hockey eben. In dieser ersten Partie hat Lugano seine hohe Spielkultur durchgesetzt und gewonnen. Mit «Lugano-Hockey» kann der SCB nicht Meister werden.

Luganos Damien Brunner, rechts, im Duell mit Berns Simon Bodenmann, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern, in der Resega Halle in Lugano, am Samstag, 2. April 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Lugano hat sich mit aller Macht gegen den physisch robusten SCB gestemmt.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Der SCB liegt erstmals in den Playoffs 2016 zurück. Zum ersten Mal ist der Puck nicht den Weg der Berner gegangen. Kann Trainer Lars Leuenberger reagieren? Jetzt kommt die grosse Bewährungsprobe für ihn. Bisher musste er die grosse SCB-Maschine nur ein bisschen justieren. Aber Änderungen oder gar eine neue Programmierung waren nie nötig. Wer will, kann auch sagen: Es ist für Lars Leuenberger alles wie von selbst gelaufen.

Das ist nun nicht mehr so. Der SCB ist zum Auftakt vom rechten Weg abgekommen und es ist nun am Trainer, dafür zu sorgen, dass der SCB wieder seine Identität findet und «sein» Hockey spielt. Die Berner sind physisch stärker, aber sie können nicht mit Luganos offensiven Künstlern tanzen. Tun sie dies so wie vor allem im letzten Drittel dieser ersten Partie, dann ist das Finale nach vier Spielen vorbei.

Beim Finalauftakt erst zweimal mehr Tore

Das Resultat des ersten Finalspiels ist noch keine Vorentscheidung. Die Aufstellung der Resultate der jeweils ersten Finalpartie zeigt, dass in den bisher 30 Finals der spätere Meister zehnmal das erste Spiel verloren hat. Dieses 5:4 zwischen dem SCB und Lugano war eine der besten, offensivsten und spektakulärsten Final-Ouverturen der Geschichte. Mehr Tore sind nur 2005 (der ZSC gewann in Davos 6:4) und 1995 (Kloten gewann in Zug 8:3) gefallen. (kza)

Geht den Schweden die Luft aus?

Lugano ist es gelungen, dem SCB im besten Wortsinne davonzulaufen. Das ist Luganos grosse Chance. Denn die Energie der schwedischen Zauberkünstler reicht wahrscheinlich nicht für mehr als fünf Spiele «Firewagon-Hockey». Die Gefahr, dass Luganos Offensivkünstler vor der Ziellinie mit leeren Tanks stehen bleiben, ist erheblich. Einen Sprint über fünf Partien kann Lugano gewinnen. Aber nicht einen Langstreckenlauf, einen Zermürbungskampf über sieben Spiele.

Luganos Topscorer Linus Klasen im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern, in der Resega Halle in Lugano, am Samstag, 2. April 2016. (PHOTOPRESS/Gabriele Putzu)

Zwei Tore und zwei Assists: Linus Klasen war ganz klar der Mann der Partie.
Bild: PHOTOPRESS

Wir haben im ersten Spiel das wahre Lugano gesehen. Das «Kavallerie-Hockey» von Doug Shedden hat funktioniert: die schwedischen Stürmer hatten bei vier der fünf Treffer den Stock im Spiel. Zum ersten Mal in diesen Playoffs ist es dem SCB nicht gelungen, die besten gegnerischen Spieler im Schach zu halten.

Erstaunlich war nicht nur Luganos offensive Feuerkraft. Eher noch erstaunlicher: die Balance zwischen Offensive und Defensive ist nicht verloren gegangen. Die Verteidiger (Furrer, Vauclair, Hirschi) haben die Defensive erstaunlich gut zusammengehalten. Viel besser kann Lugano nicht mehr spielen.

Der SCB 2016 ist besser als der HCD 2006

Wir haben also in dieser ersten Partie das wahre Lugano gesehen. Aber noch nicht den wahren SCB. Wenn Lugano beim Auftakt 90 Prozent seines Potenzial umgesetzt hat, dann waren es beim SCB höchstens 60 Prozent.

Aus der Vergangenheit wissen wir, dass ein Playoff-Finale am Ende des Tages nicht auf spielerischen Tanzböden entschieden wird. Sondern in den defensiven Maschinenräumen der eigenen und der neutralen Zone. Selbst die spielerisch grossen Meisterteams dieses Jahrhunderts der ZSC Lions und des HC Davos verdankten ihre Triumphe eher der Taktik und der Organisation als der spielerischen Brillanz und reinem Talent. Und die SCB-Meisterteams von 2004, 2010 und 2013 sowieso.

Luganos Spieler freuen sich ueber den Sieg, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern, in der Resega Halle in Lugano, am Samstag, 2. April 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Lugano hat den Vorteil nun klar auf seiner Seite.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Der letzte spielerisch grosse, magische Meister war 2006 der HC Lugano. Und nun haben wir zum Auftakt den spielerisch besten HC Lugano seit 2006 gesehen. Einen HC Lugano mit genug Talent, um auf dem spielerischen Tanzboden ein Finale zu entscheiden. Wie 2006. Aber der wahre SCB – den SCB, den wir im Viertel- und im Halbfinale gesehen haben – ist besser als der HC Davos, der 2006 Luganos Finalgegner war.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hmm 04.04.2016 13:12
    Highlight Highlight Und auch hier wieder glänzende Polemik eines verbitterten Ladyboy Fan.

    Wir lassen euch gern im glauben das Lugano bei 90% und Bern bei 60% ist, Bern ist auch klarer Favorit ;-)

    Lugano hat diese Playoff bestes Eishockey präsentiert, aber wer sich nur auf ein Spiel konzentriert kann auch nicht wirklich sachlich schreiben.

    Recherche und Journalismus auf 30%, was Klaus?

    Es ist ein Hammerfinal und im 1. Spiel wurde alles gebote.
    Möge der bessere gewinnen!
  • Nummelin 03.04.2016 12:58
    Highlight Highlight Und der Herr Zaugg hat womöglich gestern das erste Mal ein ganzes Spiel des HCL verfolgt. Anders kann ich mir sein realitätsfremdes Geschreibe nicht erklären. Lugano hat alles andere als sein bestes Hockey gezeigt. Da ist grosses Steigerungspotential vorhanden. Gestern mussten sie aber auch nicht mehr tun. Und Lugano kann ohne Probleme mit mehr Härte umgehen. Ihr müsst nur mal den Chris fragen. Die Genfer spielten einiges härter!
  • Tikkanen 03.04.2016 12:01
    Highlight Highlight ...da halt ich es mal mit dem alten Lemaire: Offense win Games, Defense win Cups!!Wird auch im epochalen Finalklassiker nicht anders sein. Leicht enttäuscht bin ich ob der bescheidenen Provokationsleistung der Berner. Einzig der Simu liess es ein paar Mal krachen😩 Wie auch immer, der Ausrutscher passierte halt schon im ersten Spiel, am Dienstag werden wir im Tempel das gewohnte PO Hockey der Mutzen sehen, Lapi wird frühzeitig duschen, die 🇸🇪 und Damien werden grännend ihre Blessuren beklagen und der Elvis hat weniger Fortuna als gestern😳 Hopp Bärn👍
    • Amboss 03.04.2016 12:38
      Highlight Highlight 5 Gegentore. Momol super Defence :)


      Freuen wir uns auf den Dienstag. Geile Serie
    • ch2mesro 03.04.2016 18:11
      Highlight Highlight ganz klarer blitz von mir, da du lapierre schon gestern, als frühzeitigen duschkandidaten gesehen hast. ☝🏻dafür hat sich rüfi wie von mir vorausgesagt zuückgehalten. 🤓😎
  • Alle haben bessere Namen als ich. 03.04.2016 11:05
    Highlight Highlight Vielleicht ist der wahre SCB auch der, der Quali-Letzter wurde und wir haben jetzt bei acht von neun Spielen einfach irgendetwas anderes gesehen?
  • whatthepuck 03.04.2016 11:01
    Highlight Highlight Lugano wird die Serie nicht mehr aus den Händen geben. Mit Prozentzahlen argumentieren ist so dermassen Primarschulniveau, Eismeister! Ein 90%-iges Lugano gewinnt am Ende halt doch gegen ein 60%-iges Bern. Wer im Meisterschaftsfinal nicht bereit ist, sollte sich fragen, was er dort überhaupt tut. All they do is win. #Lugano
  • Boixos 03.04.2016 09:39
    Highlight Highlight Bin auch nicht der Meinung von Chloisu...

    Lugano hat auf jeden Fall auch noch Luft nach oben... waren teilweise dumme Fehler in der Verteidigung und im zweiten Drittel dumme Strafen die es zu vermeiden gilt.

    Ausserdem kommt nun die vermeintliche Paradedisziplin Luganos. Auswärtsspiel.

    Wir dürfen gespannt sein...
    • RoJo 04.04.2016 07:49
      Highlight Highlight Jedoch wird der Schiedsrichter dann auch erkennen, dass Brunner zwei Hände hat, um seinen Stock zu halten! Und sein Mini-Novizen-Verhalten beim Stockheben von Conacker nicht mehr bestrafen! Lugano lebt von 3-4 Spielern! Wenn sie 5:3 spielen können, bedeutet das unweigerlich Goal ......Ansonsten hat der SCB Lugano im Griff! Und die Top-Linie (Weltklasse!) WIRD mit leeren Tanks stehen bleiben!!
    • Boixos 04.04.2016 09:11
      Highlight Highlight Naja..bei 5vs5 war das Spiel sehr ausgeglichen, bzw. im ersten Drittel Lugano klar besser...

      Die Berner Tore vielen dann ja auch vor allem in Überzahl.

      aber ja wir werden es sehen.....
  • Amboss 03.04.2016 09:19
    Highlight Highlight Bin gar nicht der Meinung des Eismeisters. Lugano hat doch gerade im Halbfinale bewiesen, dass es Playoff-Hockey spielen kann. Rumplig, zäh, zermürbend und mit Toren zum richtigen Zeitpunkt. Bern musste gestern zum ersten Mal Playoffs-Hockey zeigen, kann aber sicher noch besser als gestern. Die Serie ist offen und lanciert. geil
    • Borilein 03.04.2016 23:37
      Highlight Highlight Zaugg erzählt seit Jahren nur Quatsch und hat keine Ahnung von Hockey. Beide Teams spielten gestern auf Topniveau, wozu leider auch Fehler gehören.
      Lugano wird diese Serie gewinnen, weil...
      - Klasen der beste Ausländer auf Schweizer Eis ist
      - Elvis besser als Stepanek ist und
      - Douggie doch mehr Erfahrung hat als Lars
      Forza Ragazzi
    • RoJo 04.04.2016 13:05
      Highlight Highlight Borilein.. Klasen ist ein super Ausländer und wirklich einer der besten. Trotzdem ist für mich Lindgren der absolut beste Ausländer in der Schweiz! Er ist nämlich nicht nur offensiv sondern auch defensiv sackstark!! Und ich bin kein HCD-Fan!

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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