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Der enttaeuschte Zuercher Sven Senteler nach dem fuenften Playoff-Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Samstag, 11. April 2015, im Hallenstadion in Zuerich. Der HC Davos hat die Playoff-Final-Serie mit 4:1 gewonnen und damit die Meisterschaft fuer sich entschieden. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Das Gegenstück zum Davoser Freudentaumel. Sven Senteler hadert im Hallenstadion mit sich und der Welt. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

«Auch schlechter Sex ist Sex» – die ZSC Lions lecken nach dem Debakel gegen Davos ihre Wunden

Die ZSC Lions haben den Titel nicht verteidigt. Die Enttäuschung wird durch die Einsicht gemildert, gegen einen grossen HC Davos verloren zu haben.



Lions-Trainer Marc Crawford spricht nach der vierten und entscheidenden Niederlage gegen den neuen Meister Davos von der «fine Line», die in dieser Serie zwischen Sieg und Niederlage stand. Die kleinen Dinge, die über Sieg und Niederlage entschieden haben. «Das gehört zum Sport. Ein Teil war Puck-Luck.» Eine zentrale Rolle habe Torhüter Leonardo Genoni gespielt: «Wir haben bei den Torschüssen im Verhältnis von 3:1 dominiert, bei den Torchancen sogar mit 4:1 und wir haben doch keinen Weg gefunden, um die Serie zu gewinnen. Das sagt, wie gut der gegnerische Torhüter war.»

11.04.2015; Zuerich; Eishockey NLA Playoff - ZSC Lions - HC Davos; Trainer Marc Crawford (L, ZSC) gratuliert Trainer Arno Del Curto (R, Davos) zum Meistertitel (Patrick Straub/freshfocus)

Ein schwerer Gang: Marc Crawford muss Arno Del Curto zum Titel gratulieren.  Bild: Patrick Straub/freshfocus

«Mein Bier trinken.»

Marc Crawford über seine Zukunftspläne.

So knapp es auch war, niemand hadert mit dem Schicksal, niemand sucht Ausreden. Marc Crawford sagt, es sei eine sehr gute Serie gewesen und der HC Davos ein verdienter Meister. Er sagt es nicht nur, er meinte es auch so. Dann wird er gefragt, was er nun tun werde. Er schaut auf die Flasche, die er in der Hand hält und sagt: «Mein Bier trinken.» Und kehrt in die Garderobe zurück.

Abflug in die NHL?

Tatsächlich wird die Zukunft von Marc Crawford ZSC-Sportchef Edgar Salis stark beschäftigen. «Er kann bis zum 15. Juni aus seinem Vertrag aussteigen und in die NHL wechseln.» Weil dort einige Jobs frei werden, wird Marc Crawford in die Verlosung kommen. Will heissen: Er wird bei mehreren NHL-Klubs ein valabler Kandidat sein. Frage daher an Edgar Salis: «Haben Sie schon einen Plan B, wenn der Trainer gehen sollte? Der Sportchef würde seine Arbeit nicht machen, wenn er sich auf einen solchen Fall nicht vorbereiten würde.» Er weiss also schon, wer neuer ZSC-Trainer wird, wenn Marc Crawford gehen sollte? «Nein.»

Aber er weiss, wie es ist, wenn der Trainer, den er behalten möchte, doch geht: Meistertrainer Bob Hartley hat seine Ausstiegsoption im Sommer 2012 praktisch am letzten Tag eingelöst, um Coach der Calgary Flames zu werden. Er hat die Mannschaft soeben in die Playoffs geführt – nachdem fünfmal hintereinander die Playoffs verpasst worden sind.

Calgary Flames coach Bob Hartley, center, celebrates with the team after an empty-net goal and victory over the Los Angeles Kings, during the third period of an NHL hockey game Thursday, April 9, 2015, in Calgary, Alberta. The Flames won 3-1 and clinched a playoff berth for the first time in six years. (AP Photo/The Canadian Press, Larry MacDougal)

Bob Hartley mischt die NHL auf. Tut es ihm Marc Crawford gleich? Bild: AP/The Canadian Press

Zu viel Vorspiel, zu wenig Abschluss

Hat diese Finalniederlage Konsequenzen bei der Zusammenstellung der Mannschaft? Edgar Salis sagt, es sei jetzt, in den Emotionen des Augenblickes, noch zu früh, um eine solche Frage zu beantworten. Er könne nur so viel sagen, dass er eine Ausländerposition neu besetzen könne. Marc-André Bergeron, Ryan Shannon und Ryan Keller haben weiterlaufende Verträge. 

«Darüber haben sich schon klügere Leute als ich Gedanken gemacht.»

Edgar Salis

Warum ist die Titelverteidigung erneut nicht gelungen? Als Spieler hat Edgar Salis die letzte Titelverteidigung unseres Hockeys im Frühjahr 2001 mit den ZSC Lions miterlebt. «Darüber haben sich schon klügere Leute als ich Gedanken gemacht. Ich weiss es nicht. Das gewisse Etwas fehlte uns. Man könnte sagen, der Siegeshunger habe gefehlt. Aber das trifft es nicht. Ich kann unseren Spielern keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben. Es hat einfach nicht ‹Klick› gemacht. Bei unserer Offensive war zu viel Vorspiel und zu wenig Abschluss.» 

Frust bei den Lions nach der Niederlage im Playoff-Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Samstag, 11. April 2015, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Am Ende bleibt nur eine grosse Leere. Die ZSC Lions müssen mitansehen, wie sich Davos die Meistermedaillen abholt. Bild: KEYSTONE

«Auch schlechter Sex ist Sex.»

Edgar Salis

Diese Aussage provoziert eine launige Bemerkung: Wenn man ihn richtig verstanden habe, könne man seine Aussage trivial in einem Satz auf den Punkt bringen: Eine Finalserie wie schlechter Sex. Nun wird trotz der Niederlage doch noch gelacht und Edgar Salis sagt: «Okay, aber auch schlechter Sex ist Sex.»

Wo sieht er im Rückblick den Wendepunkt dieser Serie? «Das war das dritte Spiel am Ostermontag in Zürich

Der HC Davos ist zum 31. Mal Schweizer Meister

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