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ARCHIVBILD --- ZUM START DES FINALS DER SCHWEIZER EISHOCKEY PLAYOFFS ZWISCHEN DEN ZSC LIONS UND DEM HC LUGANO AM DONNERSTAG, 12. APRIL 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Jubel zum 2:0 bei Zuerichs Patrick Geering, links, dem doppelten Torschuetzen Fabrice Herzog, Mitte, und Reto Schaeppi, rechts, im vierten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem SC Bern, am Montag, 2. April 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Ob Sieg oder nicht, sie sind wahre Helden: Patrick Geering, Fabrice Herzog und Reto Schäppi. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

So oder so – die ZSC Lions sind wahre Helden

Ob die ZSC Lions am Mittwoch oder am Freitag Meister werden, ist inzwischen fast unerheblich. Helden sind sie auf jeden Fall.



Es ist die erste Playoff-Niederlage 2018, die den ZSC Lions so richtig eingefahren ist. Unter die Haut geht, das Selbstvertrauen erschüttert, Zweifel in die Seele, Herzen und Köpfe streut. Und zum ersten Mal den Gedanken aufkommen lässt, dass es vielleicht doch nicht reicht. 0:4 in Lugano.

Lugano hat ja nicht einfach gewonnen. Die Tessiner sind über die Zürcher hinweggebraust wie ein Nordföhnsturm. 60 Minuten lang. Ohne zu ruhen und zu rasten. Als sei der Leibhaftige vom Monte San Salvatore herabgefahren.

Zurich's player Kevin Klein, Lugano’s player Jani Lajunen and Zurich's goalkeeper Lukas Flueeler, from left, during the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Die Luganesi haben nicht nur gewonnen, sie haben die Zürcher hinweggefegt. Jani Lajunen in Aktion. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Zum ersten Mal seit dem 10. März, seit dem Playoff-Auftakt in Zug (1:4) sind die ZSC Lions «gerockt» worden. Dieses 1:4 war damals eine «Ruck-Niederlage». Sie führte dazu, dass ein Ruck durch die ganze Mannschaft ging. Es war der Anfang der Wiedergutmachung. Einer Mission. Aber dieses 0:4 in Lugano könnte nun (muss aber nicht) der Anfang vom Ende sein.

Was denken sie wirklich?

Es gibt die Berufsbezeichnung Psychophysiognom. Bei diesem Handwerk wird aus der Mimik, dem Ausdruck der Sinnesorgane, der Augen, der Nase, des Mundes, des Gesichtes und des Untergesichtes sowie der Ohren gelesen. Dabei wird versucht herauszufinden, ob ein Mensch wirklich das denkt und fühlt, was er sagt.

Dieses Finale wäre für einen Psychophysiognomen eine echte Herausforderung. Jetzt gibt es eine offensichtliche Differenz zwischen Worten und tatsächlicher Verfassung herauszuarbeiten.

Das Spiel ist vorbei. Im Kabinengang der Resega zu Lugano stellen sich die besiegten Helden den Chronistinnen und Chronisten. Sie sagen die auswendig gelernten Playoff-Sprüchlein auf. Wie es Brauch geworden ist. «Wir nehmen Spiel für Spiel.» – «Wir müssen das Spiel abhaken und nach vorne schauen.»

Zurich's players react after the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Was steckt hinter den auswendig gelernten Phrasen? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Es ist auch der Moment der tiefschürfenden Analysen. Oder wenigstens des Versuches. Auf der Suche nach den Ursachen des samstäglichen Untergangs wird von einem Chronisten die besondere Form der Anreise vorgebracht. Ob es eine Rolle gespielt habe, dass man für einmal nicht mit dem Bus sondern mit der Eisenbahn nach Lugano gefahren sei. Ob man deshalb nicht bereit gewesen sei und schon nach 27 Sekunden das 0:1 kassiert habe.

Aber diese goldene Brücke zur Ausrede betritt keiner. Nein, nein, die Reise mit der Bahn sei sogar sehr angenehm gewesen. Man habe mehr Platz als im Bus gehabt. Heimwärts sind die Zürcher dann wieder mit dem Bus gereist.

Ehrlich wäre, dass es ein Schock war

Wenn jeder sagen dürfte, was er tief in der Hockey-Seele fühlt und sein Hockey-Herz ausschütten dürfte, dann würde es wahrscheinlich anders tönen. Dann wäre die Rede von einem «Schock». Von der «Wucht» des gegnerischen Spiels. Vielleicht sogar vor leiser Resignation. Können wir diesen Gegner wirklich noch stoppen? Sogar Hans Kossmann zeigt Anzeichen von nachdenklicher Milde.

Auf das 1:4 damals in Zug vermochten sie heftig zu reagieren. Aber da waren sie noch Aussenseiter gewesen. Doch jetzt ist der Titel nur noch einen Sieg entfernt.

Wer aufmerksam zugehört und zugeschaut hat, konnte im Kabinengang aber auch kleine Zeichen der Hoffnung erkennen. Ganz offensichtlich ist die Niederlage nicht allen so in die Glieder gefahren, dass sie ratlos und verdattert wären. Ein Chronist mit einer dieser neumodischen Bildermaschinen bittet Fabrice Herzog um ein Interview. Der Nationalstürmer sagt: «Moment noch» und ruft nach einem Baseball-Cap mit Sponsorenaufschrift. Sobald ZSC-Stars im Bild erscheinen ist ein Baseball-Cap mit Sponsorenaufschrift Pflicht. Ein Helfer eilt mit der Kopfbedeckung herbei. Das Interview beginnt. Eigentlich ist es kein Wunder, dass Fabrice Herzog schon so oft in den kritischen Phasen wichtiger Spiele ein kaltblütiger Skorer war.

Jubel zum 2:0 bei Zuerichs doppeltem Torschuetzen Fabrice Herzog, links, und Reto Schaeppi, rechts, im vierten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem SC Bern, am Montag, 2. April 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Ganz der Profi: Fabrice Herzog. Bild: KEYSTONE

Verlieren können die ZSC Lions eigentlich nicht mehr. Natürlich wäre es schmerzlich, jetzt im Titelkampf doch noch zu scheitern. Aber länger und intensiver als siegreiche bleiben uns geschlagene Helden in der Erinnerung haften. Der Held ist ja eine Person, die eine Heldentat, also eine besonderes, ausseralltägliche Leistung vollbringt. Die heroischen Fähigkeiten können körperlicher Art (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer) oder auch geistlicher Art (Mut, Leidenschaft, Kampfkraft, taktische Disziplin, Schlauheit) sein.

Heldentum hängt also nicht von Sieg oder Niederlage ab. Ja, dem klassischen Heldentum muss immer auch die Möglichkeit des Sturzes, des Scheiterns innewohnen. Und dann bestimmt letztlich die Fallhöhe die Grösse dieses Heldentums.

Scheitern die Zürcher so kurz und so dramatisch vor dem Ziel, dann ist die Fallhöhe beträchtlich. Ein Scheitern würde in der Erinnerung bald zur Heldentat verklärt und als Mythos weiterleben.

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

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Video: Angelina Graf

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    Alle Leser-Kommentare
  • fandustic 23.04.2018 13:11
    Highlight Highlight Na ja, Helden. Sie spielen nun einfach das, was sie schon in der Quali hätten zeigen müssen (oder man erwartet hat). Zugegeben, der Z spielt es sehr gut, so wie Lugano auch. Von den letzten vier Mannschaften wären wohl alleine die Bieler „Helden“ gewesen...wenn es den ins Finale gereicht hätte.
  • supi 23.04.2018 11:42
    Highlight Highlight Machen wir es uns doch einfach:

    Der Sieger des Finals ist Meister
    Der Verlierer der Held

    .. weil entweder zuviele Verletzte .. oder Start von Platz 7 aus ..
    So kriegen beide was

    Have a good day 😉
    • Nummelin 23.04.2018 13:13
      Highlight Highlight Einverstanden 😁. Eigentlich e sch.... egal. Helden sind jene welche sich jeden Tag für Schwächere einsetzen, seien dies nun Menschen oder Tiere.
  • Schiri 23.04.2018 09:14
    Highlight Highlight Heldentat geistlicher Art? Nicht eher geistiger Art??

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