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Le Top Scorer de Langnau Christopher DiDomenico droite, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A entre le HC Fribourg-Gotteron et le SCL Tigers, ce mardi, 14 fevrier 2017 a Fribourg. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Wegen Chris DiDomenico machen sich die SCL Tigers Hoffnungen auf die Playoffs – zu Recht? Bild: PPR

Sorgen in Zürich und Langnau – was tun, wenn Spieler grösser sind als der Trainer?

Der Unterschied könnte nicht grösser sein: Die SCL Tigers haben nominell eines der schwächsten Teams der Liga. Die ZSC Lions auf dem Papier die mit Abstand stärkste Mannschaft. Aber die beiden Trainer haben ein überraschend ähnliches Problem.

15.09.18, 17:01 16.09.18, 11:01


Eigentlich war es bloss ein bedeutungsloses Spiel mit Gratiseintritt. Aber die Partie der SCL Tigers gegen die meisterlichen ZSC Lions eröffnete einen Blick in die Zukunft. In die Polemiken der kommenden Wochen.

Polemik? Das Resultat ist geradezu diplomatisch. Die SCL Tigers verlieren 3:4. Ein ewiger Pessimist mag nun sagen, es sei beunruhigend, wenn die Langnauer auf eigenem Eis gegen den 7. der letztjährigen Qualifikation verlieren. Aber die ZSC Lions sind ja auch Meister.

Langnaus Trainer Heinz Ehlers ist einerseits in einer komfortablen, andererseits auch in einer heiklen Lage. Er hat fünf ausländische Stürmer zur Verfügung. Komfortabel, weil er davon ausgehen kann, in jeder Partie vier einsetzen zu können. Was für ein Team der hinteren Tabellenhälfte von entscheidender Bedeutung sein kann. Heikel, weil er jedes Mal einen aus dem Quintett Harri Pesonen, Eero Elo, Mikael Johansson, Chris DiDomenico und Aaron Gagnon auf die Tribüne setzen muss.

Mal wieder eine Unbeherrschtheit

Heinz Ehlers sagt, er werde immer wieder einen anderen zuschauen lassen. Sozusagen im Rotations-Prinzip. Taktische Erwägungen gibt es ja nicht: alle fünf sind Stürmer. Die Leistung und nichts als die Leistung möge die Richterin sein.

Ohne Boshaftigkeit dürfen wir jetzt schon sagen: Dieses «sozialistische Prinzip» der Gleichbehandlung aller wird er bald aufgeben. Das unbedeutende Spiel gegen die ZSC Lions hat es gezeigt. In der 28. Minute kassiert Chris DiDomenico nach einer Unbeherrschtheit zusätzlich zu einem Zweiminuten-Ausschluss eine Zehnminutenstrafe. Es ist nicht sein Spiel. Kein Tor, kein Assist.

Tigers Chris DiDomenico, links, und Biels Topscorer Robbie Earl rechts, geraten aneinander, waehrend dem Eishockey National League A Spiel, zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Dienstag 29. November 2016 in der Ilfishalle in Langnau. (PPR /Marcel Bieri)

DiDomenico fehlt die Geduld, die Strafbank ist deshalb nie weit. Bild: PPR

Heinz Ehlers sagt, er habe eigentlich schon gewusst, welche vier Ausländer er beim Saisonstart am nächsten Freitag einsetzen wird. Nun sagt er nach der Partie gegen die ZSC Lions: «Nun bin ich nicht mehr sicher, wer es sein wird ...» Denn nach diesem Spiel ist eigentlich klar: Chris DiDomenico gehört gegen die Lakers auf die Tribüne.

«Jesus Chris» beim Saisonstart auf eigenem Eis gegen den Aufsteiger auf der Tribüne? Nachdem letzte Saison ständig gejammert worden ist, die skandinavischen Ausländer hätten zu wenig Temperament, man brauche einen ausländischen Leitwolf, der Emotionen wecken, das Team auf dem Eis und in der Garderobe führen könne. Einen wie Chris DiDomenico. Und so hatte Sportchef Jörg Reber alles daran gesetzt, den Kanadier zurückzuholen, der im Februar 2017 Langnau kurz vor Saisonschluss Richtung NHL verlassen hatte.

DiDomenico gegen die Lakers auf der Tribüne?

Nie mehr seit den fernen Zeiten von Todd Elik steht in Langnau ein ausländischer Arbeitnehmer so sehr im Mittelpunkt wie Chris DiDomenico. Der Verräter des Frühjahres 2017 personifiziert im Herbst 2018 die Hoffnungen auf die nächsten Playoffs. Dass erneut über 4000 Saisontickets verkauft worden sind, verdanken die Langnauer der Rückkehr des verlorenen Sohnes.

Der kanadische Feuerkopf hat auf die provokative Frage, ob er eine Verbannung auf die Tribüne akzeptieren werde, schon vor einiger Zeit wie ein echter Musterprofi gesagt: «Der Trainer ist der Chef, er entscheidet.» Ja klar, das sagt jeder.

Ottawa Senators' Christopher DiDomenico, left, moves the puck as Florida Panthers' Aaron Ekblad, right, defends during the first period of an NHL hockey game, Saturday, Dec. 23, 2017, in Sunrise, Fla. (AP Photo/Luis M. Alvarez)

Das NHL-Abenteuer hat DiDomenico hinter sich gelassen – die Hitzköpfigkeit ist noch da. Bild: AP/FR596 AP

Aber einer mit dem Temperament von Chris DiDomenico kann eine Verbannung auf die Tribüne gar nicht akzeptieren. Sonst wird er sich selbst untreu. Er ist ein «Alphatier». Ein Leitwolf. Gerade deshalb haben ihn die Langnauer ja zurückgeholt. Aber ein Leitwolf kann nicht im Rudel traben. Er muss es führen. Das ist seine Natur. Das Problem: Wenn es nicht so läuft, wie es laufen sollte, neigt Chris DiDomenico zum «überbeissen»: Er wartet nicht mit staatsmännischer Gelassenheit auf seine Chance. Er versucht, das Schicksal zu zwingen. Die Strafbank ist dann oft nicht mehr weit.

Der feurige Leitwolf im taktischen Käfig eines grossen Trainers: Bei Heinz Ehlers ist die Mannschaft, das Kollektiv immer grösser als der Einzelspieler. Das ist die Frage, die ihn in den nächsten Monaten umtreiben wird: Ist Chris DiDomenico ein so grosser Spieler, dass er grösser sein darf als das «System Ehlers»? Oder etwas polemischer: Was tun mit einem Spieler, der grösser ist als der Trainer?

Ist Aubin ein grosser Trainer?

Und die ZSC Lions? Dort hat der neue Trainer ganz ähnliche Sorgen. Er hat nicht bloss einen Spieler, der grösser ist als das System, als der Trainer, wie Heinz Ehlers mit Chris DiDomenico. Er hat mindestens 15 davon.

Die Zürcher sind fast nicht mehr wiederzuerkennen. Aus einer Mannschaft, die das Spiel in den Playoffs so sehr vereinfacht hatte, dass alle verzweifelten, auch die grössten Gegner, ist ein Spektakel-Team geworden, wie es unsere Liga noch nicht oft hatte. «Harlem Globetrotters on Ice». Immer wieder blitzt die Klasse der einzelnen Stars auf. Was bei Langnau im Spiel der Zufall ist, das ist bei den Zürchern Talent, Berechnung, Klasse. Einfach grossartig.

Eigentlich war es ja bloss ein bedeutungsloses Spiel. So unwichtig, dass der Eintritt gratis war. Also ist es nicht notwendig, mit der gleichen Demut im System zu arbeiten wie in den Playoffs. Deshalb spielt es keine Rolle, dass bei diesem Test jeder fast nur offensiv dachte und die Mannschaft von der taktischen Disziplin der Playoffs so weit entfernt war wie das Hallenstadion vom Madison Square Garden.

Der neue ZSC Trainer Serge Aubin instruiert die Mannschaft vor zwei jungen Fans beim Trainingsauftakt in der Eishalle in Oerlikon aufgenommen am Freitag, 10. Juli 2018, in Zuerich. (KEYSTONE/Aladin Klieber)

Serge Aubin muss seinem Starensemble taktische Disziplin beibringen – eine schwierige Aufgabe. Bild: KEYSTONE

Und doch lässt diese Partie erahnen, was Trainer Serge Aubin in den nächsten Wochen und Monaten umtreiben wird: Wie kann er diese schier unermessliche Menge an Talent in taktische Formen giessen? Wie kann er die Notwendigkeit von taktischer Disziplin während der Qualifikation vermitteln? Es zeichnet sich nämlich schon ab, dass die Zürcher dank ihres schier unermesslichen Talentes zu viele Spiele doch noch gewinnen werden, die sie eigentlich aufgrund taktischer Liederlichkeiten hätten verlieren müssen.

Diese ZSC Lions sind wahrlich eine grosse Mannschaft. Eine grosse Mannschaft braucht einen grossen Trainer. Sonst spielt sie nicht wie eine grosse Mannschaft. Das ist die Frage, die in Zürich in den nächsten Monaten das Potenzial zu Polemik hat: Ist Serge Aubin tatsächlich ein grosser Trainer?

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Brikne, 20.7.2017
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15
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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LordVenedig 16.09.2018 09:52
    Highlight halli hallo... der sommer ist vorbei und es geht bald los.
    ich habe mir das abo auch nicht wegen dido geholt und freue mich trotzdem das er wieder da ist. wir werden es noch sehen wer sich diese saison auf den ausländerpsoitionen durchsetzt.dido muss leistung zeigen wie jeder andere im team sonnst wird von der tribüne aus zugesehen.noch etwas für die die sich überlegt haben kein abo zu kaufen aber trotzdem eins haben... kommt einfach nicht zu den spielen dann können wir das eisfeld besser sehen. :D
    16 6 Melden
  • Mia_san_mia 16.09.2018 08:21
    Highlight Also man weiss ja, dass ich nicht viel von den Langnauern halte. Aber hoffe ich doch, dass es gelogen ist, das auch nur eine Person ene Saisonkarte wegen dem Schwalbenkönig Di Domenicho gekauft hat...
    20 26 Melden
  • na ja 15.09.2018 21:35
    Highlight Und zu 100% hab ich mein Abo nicht wegen DiDo gekauft! Und ich bin sicher nicht einzig!
    68 9 Melden
    • Gondeli 15.09.2018 23:36
      Highlight Richtig! Abos werden für alle Tigers gekauft! Endlich gehts los.

      Ho-ho-hopp Langnou!
      14 11 Melden
    • exeswiss 16.09.2018 04:51
      Highlight jupp habe mir eher noch überlegt kein abo mehr zu holen nach der bestätigung des transfers, aber ich kann halt nicht ohne eishockey.
      32 4 Melden
    • Mia_san_mia 16.09.2018 10:33
      Highlight Ich hoffe das hat kein einziger gemacht 🤔
      4 13 Melden
  • LebeauFortier 15.09.2018 17:26
    Highlight Um es mit den Worten eines lieben Berner Kollegen zu sagen:
    Spieler kommen und gehen. [...] Das sind nur aufgenähte Buchstaben. [...] Der ZSC aber bleibt. [...]

    Dann noch einige Floskeln zu:
    - konkurrenzlos in Europa
    - Vergleich mit New York Rangers
    - Serienmeister aus Hipsterville

    etc.
    etc.
    etc.

    Wie auch immer, ich freue mich auf die neue Saison. Komme, was wolle!
    110 25 Melden
    • LebeauFortier 15.09.2018 18:45
      Highlight Was ich in der Hitze des Geschlechts vergessen habe:
      - „Niemand ist grösser der ZSC!“
      - eine Handvoll Emojis (aber dafür bin ich zu alt, wie mein lieber Berner Kollege eigentlich auch)
      53 10 Melden
    • P1erre991 16.09.2018 04:35
      Highlight Von wegen " der Z ist der Grösste" , vor 20 Jahren ist der "Z" die Liftmannschaft Nr.1 gewesen. Und sonst gar nichts!
      9 30 Melden
    • LebeauFortier 16.09.2018 10:51
      Highlight Hach Pierre, hast den zynischen Seitenhieb gegenüber dem SCB nicht deuten können. Schade.

      Ja, früher war der ZSC nicht das Mass aller Dinge. Genau so wenig wie der SCB. Du meinst aber die Zeit vor 30 Jahren, vor 20 Jahren ging der ZSC-Lift nämlich nur noch aufwärts...

      Und auch wenn ich‘s zynisch gemeint hab, aktuell ist der ZSC wohl Meister, sorry. Ich schreibe wohlgemerkt „ist“. Also hör auf mit der Vergangenheit.
      20 2 Melden
    • Hayek1902 16.09.2018 12:40
      Highlight Noch 62 bis zum 🏆 hast du vergessen
      12 2 Melden
    • LebeauFortier 16.09.2018 12:51
      Highlight Danke Hayek. Ich muss mir diese Arroganz zu erst aneignen. Gebe mir aber Mühe.
      10 2 Melden
    • Pat the Rat (der Echte) 16.09.2018 14:25
      Highlight P1erre991 hat vermutlich unser aller Liebster Tikkanen noch nicht kennengelernt.
      Und sein Sarkasmusdetektor muss auch defekt sein ;-)
      13 2 Melden
    • MARC AUREL 16.09.2018 20:16
      Highlight Und gewisse Züzis die kaum besser sind..😉. Unglaublich diese Arroganz
      1 25 Melden
    • RML 16.09.2018 20:47
      Highlight Aurel....durch Arroganz fallen hier vor allem Tikkanen und Du auf....nicht unbedingt andere. Aber ich weiss, der Spiegel ist immer mühsam
      17 1 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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