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Spieler und Fans von Wiki-Muensingen jubeln beim Ehrentreffer im Swiss Ice Hockey Cup zwischen dem EHC Wiki-Muensingen aus der ersten Liga und dem EV Zug, am Dienstag, 27. September 2016, in der Sagibachhalle in Wichtrach. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Kleines Hockeyfest in Münsingen beim Cupspiel gegen den EV Zug. Bild: KEYSTONE

Ein TV-Eigentor gefährdet die Zukunft des Hockey-Cups

Am 16. November wird entschieden, ob es den Schweizer Cup für fünf weitere Jahre gibt. Ein unüberlegter TV-Deal sorgt für rote Köpfe und könnte das «Aus» für den Cup bringen.



Die Vermarktungsagentur Infront Ringier hat den Cup erfunden um ins Hockeygeschäft einsteigen zu können. Nun läuft der Dreijahresvertrag mit dem Verband (Swiss Ice Hockey) aus. Infront Ringier hat die Option für weitere fünf Jahre Cup soeben fristgerecht eingelöst. Sie wird aber nur wirksam, wenn der Verband weiterhin bereit ist, den Cup auszutragen. Und das ist zurzeit fraglich.

Wikis Simon Laedrach links, und Michael Wenger, im Kampfen um den Puck gegen Zugs Dominic Lammer, Mitte, im Sechzehntelfinal Spiel im Swiss Ice Hockey Cup zwischen dem EHC Wiki-Muensingen aus der ersten Liga und dem EV Zug, am Dienstag, 27. September 2016, in der Sagibachhalle in Wichtrach. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Gibt's solche Duelle bald nicht mehr? Spieler von Wiki Münsingen kämpfen gegen Dominic Lammer vom EVZ.  Bild: KEYSTONE

Das Problem: Der Verband hat mit UPC (früher Cablecom) ab der nächsten Saison einen neuen TV-Partner, der in den fünf Jahren bis 2022 im Durchschnitt 35,20 Millionen bezahlt. Nun hat Infront Ringier ohne Rücksprache mit dem Verband die TV-Rechte am Cup an den UPC-Erzrivalen Teleclub verkauft, der nach dem Verlust der TV-Rechte für die Liga ab nächster Saison nach jedem Hockey-Strohhalm greift. Was sich jetzt als Eigentor erweist und für rote Köpfe sorgt.

Den Cup beerdigen?

Verbands-Geschäftsführer Florian Kohler sagt es diplomatisch klug: «Unser neuer TV-Partner ist über diese Konstellation nicht glücklich.» Denn nun organisiert der Verband mit dem Cup einen Wettbewerb, der gegen die Interessen seines wichtigsten Partners verstösst. UPC will nächste Saison seinen neuen Bezahl-Sportsender My Sports als den ultimativen helvetischen Hockey-Kanal lancieren. Was nun?

Florian Kohler, CEO, spricht anlaesslich der Jahresmedienkonferenz 2016/17 der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF), am Freitag, 5. August 2016, im Hauptsitz der Postfinance in Bern. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Florian Kohler muss bald eine Entscheidung fällen. Bild: KEYSTONE

Am 16. November muss Florian Kohler formell bei der Nationalliga (den Vertretern aller NLA- und NLB-Klubs) die Weiterführung des Cups um fünf Jahre beantragen. Wenn er den Antrag nicht stellt, ist der Cup Geschichte.

«Für die Erstliga-Klubs ist der Cup eine gute Sache.»

Florian Kohler, Verbands-Geschäftsführer 

Die einfachste Lösung wäre es, den Cup Geschichte werden zu lassen. Dann wäre UPC glücklich und das Problem gelöst. Mit ziemlicher Sicherheit wäre es sogar möglich, die bisherigen Cup-Sponsoren für einen fliegenden Wechsel zur Nationalliga und zur Nationalmannschaft zu begeistern. Und die Erstliga-Klubs könnten ab der Saison 2017/18 mit einem schönen Zustupf aus dem gut gefüllten Topf der TV-Gelder für den Verlust des Cups entschädigt werden.

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Aber so einfach will es sich Florian Kohler nicht machen. «Für die Erstliga-Klubs ist der Cup eine gute Sache, die wir nicht einfach so nach drei Jahren aufgeben wollen. Wir suchen nach Lösungen.» Seit 2014 ist ja auch von verschiedenen Seiten mit viel Herzblut für die Renaissance des Cups gearbeitet worden. Und durchschnittlich verdient ein Erstligaclub mit einem Cup-Heimspiel gut und gerne 50'000 Franken.

Die GCK Spieler von links, Dominik Diem, Jari Allevi, Marc Geiger und Jerome Bachofner, jubeln nach dem Tor zum 3:1 im Eishockey Sechzehntelfinal Cupspiel zwischen den GCK Lions und dem HC Ambri Piotta in der Eishalle KEK, in Kuesnacht am Dienstag, 27. September 2016. (KEYSTONE/Nick Soland)

Dieses Jahr scheiterte Ambrì im Cup an den GCK Lions. Bild: KEYSTONE

«Keine Terminprobleme»

Aktuell gibt es zwei interessante Lösungs-Vorschläge. Einige NLA-Klubgeneräle regen an, vorerst eine einjährige Cup-Pause einzulegen. Mit der offiziellen Begründung einer Terminnot. Die ist in der Tat gegeben: 2017/18 ist eine olympische Saison und im Februar wird der Meisterschaftsbetrieb wegen des olympischen Turniers fast drei Wochen ruhen. So hätte Florian Kohler dann genug Zeit, den TV-Interessenskonflikt und auch alle sonstigen Cup-Probleme zu lösen.

«Ich weiss noch nicht, ob ich den Antrag für die Cup-Verlängerung einreichen werde.»

Florian Kohler

Cup-General Willi Vögtlin – er macht auch die Nationalliga-Spielpläne – hält von diesem Vorschlag allerdings nicht viel. «Wir sollten keine Pause machen. Ich habe den Spieldatenkalender für die Olympia-Saison bereits mit den Cup-Terminen gemacht. Es gibt keine Terminprobleme, weil wir ja den Dezember-Termin der Nationalmannschaft gestrichen haben.» Die Nationalmannschaft spielt Anfang Dezember 2017 keine Länderspiele und tritt dafür beim Spengler Cup auf.

Der zweite Vorschlag: Der Verband kauft dem Cup-Erfinder Infront Ringier die Rechte am Cup ab und vermarktet den Wettbewerb künftig selber. Dann könnte der politisch unglückliche TV-Deal mit dem Teleclub wieder rückgängig gemacht werden und die pannenreiche Operetten-Veranstaltung hätte endlich einen seriösen, offiziellen Charakter. «Das ist ein sehr guter Vorschlag» sagt Willi Vögtlin.

06.01.2016; Bern; Eishockey Schweizer Cup - SC Bern - ZSC Lions; 
Willi Voegtlin
 (Urs Lindt/freshfocus)

Willi Vögtlin sagt, es gebe keine Terminprobleme. Bild: freshfocus

Die Begeisterung für den Cup ist bei der Nationalliga zwar gering. Der SC Bern, immerhin 2014 erster Cupsieger der Neuzeit, hat kürzlich sogar per offizieller Medienmitteilung seine Cup-Geringschätzung betont, nur die dritte Garnitur (mehrheitlich Elite-Junioren) zur ersten Runde nach Biasca zum NLB-Schlusslicht Ticino Rockets entsandt und so ein klägliches Ausscheiden provoziert. Trotzdem werden die Klubs mit ziemlicher Sicherheit eine Verlängerung um fünf Jahre bewilligen – wenn der entsprechende Antrag am 16. November auf die Traktandenliste kommt.

Florian Kohler sagt auf die Frage, ob er den Antrag für die fünfjährige Cup-Verlängerung einreichen wird: «Ich weiss es noch nicht.» Wer wettet, dass er es tun wird und der Cup trotz allem weiterlebt, hat recht gute Gewinnchancen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sven Bürki 14.10.2016 11:05
    Highlight Highlight Die mit ihren tv rechten, wenn man den cup schauen will dann geht man ins stadion. Nur wegen den tv rechten den cup absagen ist doch absurd. Als langnau noch in der b war durften wir ein derby gegen bern erleben was schon echt geil war, es waren so munkelt man dass über 6200 leute im stadion waren. Z.b für einen 1. Liga verein gibt das einen haufen kohle und auch die spieler haben freude da sie zum teil gegen ihre vorbilder spielen dürfen.
  • Go-away 13.10.2016 22:15
    Highlight Highlight Das Stadion befindet sich in Wichtrach
  • Normi 13.10.2016 19:35
    Highlight Highlight Das hat der Teleclup auch verdient weil:

    1.Sehr sehr schlechtes Promoten von Eishockey im allgemeinen

    2. obwohl die Schweiz im Eishockey zu den Top 10 der Welt gehört ist es in der breiten Öffentlichkeit nur eine Randnotiz

    3.Und dann noch die gefühlten 0.001 s/spiel und runde an Bildmaterial für den SRF...

    gut hat der Teleclub die rechte verloren

    Karma Baby
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  • Herren 13.10.2016 19:34
    Highlight Highlight In schöner Regelmäßigkeit spricht sich Klaus Zaugg gegen den Cup aus. Wetten, dass das aufhören würde, wenn Langnau im Cupsieg etwas reißen würde?
    • Lueg 13.10.2016 21:46
      Highlight Highlight Nicht mal dann. Es geht KZ nicht um den Cup oder das Hockey. Es geht immer noch um sein Ende beim Ringier Revolverblatt Bilck.
    • Herren 16.10.2016 17:43
      Highlight Highlight Ja, klar. Daran habe ich noch gar nicht gedacht.
  • Pingu80 13.10.2016 18:31
    Highlight Highlight Ich finde den Cup eine tolle Sache. Insbesondere die 1 Runde, wenn ein kleiner Verein aus der 1. Liga einen grossen Club zuhause empfangen darf. Die Stimmung unter den Zuschauer ist viel angenehmer und entspannter als bei den meisten Meisterschaftsspiele. Ich würde eher die zusätzlichen 6 Meisterschaftsrunden die vor ein paar jahren eingeführt wurden, wieder streichen.
  • Tikkanen 13.10.2016 17:40
    Highlight Highlight ....macht nüt! Der Cup ist als Traditionsloser Event völlig überflüssig. Und die 50k welche anscheinend von 1.Liga Klubs verdient werden, sind vermutlich eher die Ausnahme den die Regel. Für einen solchen Gewinn muss schon der SCB zugelost werden, ansonsten kann die Summe kaum zustande kommen😳 Item Chlöisu, wenn schon Cüpli dann schreib lieber von der CHL, dieser 🏆kann ab dem nächsten Frühjahr in der Hauptstadt bestaunt werden😮😋
    • Gantii 13.10.2016 21:16
      Highlight Highlight welche hauptstadt?
      meinst du eventuell bundesstadt?
    • Martinov 13.10.2016 22:52
      Highlight Highlight Ach tikkanen..
    • mad_aleister 14.10.2016 10:42
      Highlight Highlight Einmal mehr...
  • Normi 13.10.2016 17:28
    Highlight Highlight Wer hat heute noch einen Teleclub-bonzen-kasten/Abo zuhause ?

    tja auf falsche Pferd gesetzt...

    aber eigentlich könnten Sie Herr Zaug einen neuen CUP erfinden z.B den Super Watson Swiss Eishockey CUP

    ps: dann könnten sie bestimmt auch die Regeln mitbestimmen ;-)
    • mad_aleister 14.10.2016 10:43
      Highlight Highlight Eine Regel von Zaugg wäre, dass die SCL Tigers im Cup-Final gesetzt wären ;)
  • Roaming212 13.10.2016 16:48
    Highlight Highlight Ach wie lächerlich das Ganze doch ist. UPC kann sich doch einen Scheiss um den Cup kümmern, den schauen die meisten sowieso nur im Stadion und nicht im TV. Und vorallem kann Cablecom es mal gut sein lassen, sie haben Gewonnen die NLA-Rechte bekommen. Wollen sie etwa auch die NHL verklagen weil Teleclub diese jetzt überträgt? Alles können Sie nunmal nicht haben

Unsere Hockey-Manager haben den Intelligenztest bestanden

Weiterhin vier Ausländer. Ein Votum für unser Hockey und für unsere Klubkassiere. Ein anderer Entscheid war eigentlich undenkbar.

Die Abstimmung der NL-12-Klubs über eine Erhöhung von vier auf sechs Ausländer war eigentlich keine demokratische Entscheidungsfindung. Es war ein Intelligenz-Test für unsere Klubmanager.

Niemand, der noch bei Verstand ist, konnte für eine Erhöhung auf sechs Ausländer sein. Es gab dafür weder wirtschaftliche noch sportliche Gründe. Der klare Ausgang der Abstimmung von 9:3 zeigt: Die meisten Klubmanager können denken und rechnen. Den Hockey-Göttern sei Dank.

Der Entscheid stärkt die Marke …

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