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Ambri's Head Coach Luca Cereda, during the regular season game of the National League Swiss Championship 2018/19 between HC Ambri Piotta and HC Davos, at the ice stadium Valascia in Ambri, Switzerland, Friday, October 12, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Luca Cereda wäre der perfekte Trainer für den HCD

Ambri, der neue HCD – und Luca Cereda, der neue Arno Del Curto

Der perfekte neue Trainer für den HC Davos wäre eigentlich Ambris Luca Cereda. So oder so kann Ambri Hoffnung und Vorbild für den HCD sein.

klaus zaugg



Weil der Trainer nicht in Frage gestellt werden kann und darf, wird in Davos gerne auf gesellschaftliche Entwicklungen verwiesen. Zusammengefasst ungefähr so: Es sei eben schwierig geworden, ein Hockey-Unternehmen oben in den Bergen zu finanzieren. Die Spieler der «Generation Smartphone» leben, lieben und spielen lieber in den urbanen Zentren.

Doch so ist es nicht. Es gibt sie noch, die wahre Hockey-Romantik. Ambri beweist, dass Eishockey in den Bergen, in einer Randregion heute noch möglich und cool ist. Ambri ist der neue HCD und Luca Cereda der neue Arno Del Curto.

Wenn Ambri erfolgreich sein kann, dann ist es auch für den HCD möglich, die Liga wieder zu rocken. Der HCD hat sogar die besseren Voraussetzungen als Ambri. Davos ist ein Weltkurort und die Dependance der Zürcher Goldküsten-Millionäre. Sie helfen gerne mit, den HCD ein wenig zu alimentieren. Der Spengler Cup gilt als sportliches Weltkulturerbe und spült dem HCD Jahr für Jahr zwei Millionen in die Kasse. Mindestens.

Ambri ist hingegen ein «Geisterdorf» am Südfuss des Gotthards, dieser steinernen Seele Helvetiens. Kein Kurort. Fast ganz verlassen, seit die Schnellzüge nicht mehr halten und die Autos auf dem Highway grusslos durchs Tal brausen. Davos hat von allen Orten auf der Alpennordseite am meisten Sonnentage. In Ambri kommt die Sonne von November bis Februar nicht mehr hinter den mächtigen Bergen hervor. Ein kalter, dunkler, düsterer Ort.

Und doch lebt Ambris Hockeykultur. Ja, Ambri mischt inzwischen mit seinem dynamischen, mutigen, leidenschaftlichen, mitreissenden Jugendstil-, Energie- Lauf- und Tempohockey den «Strichkampf» auf und ist die Mannschaft der Stunde. Ambri mahnt an den wilden HCD nach dem Wiederaufstieg in den 1990er Jahren. Sogar die zweite Playoff-Qualifikation seit 2006 ist möglich.

Was macht Ambri besser als Davos? Da ist der Vorteil, «von unten» zu kommen. Davos war noch 2015 Meister (Ambri in der gleichen Saison in der Qualifikation 11.). Nichts macht einen Wandel, einen Umbruch, einen Neuanfang oder gar eine Revolution so schwierig wie eine ruhmreiche Vergangenheit. Alteingesessene, meisterliche, aber altmüde Leitwölfe wie Captain Andres Ambühl (35) oder Félicien Du Bois (35) blockieren die Hierarchie. In Ambri war Michael Fora letzte Saison vor dem Aufbruch zu seiner amerikanischen Kurzvisite mit 21 Jahren der jüngste Captain der Liga.

Und da ist noch etwas, was oft vergessen geht: Das Scouting ist in Ambri besser. Kein Wunder: Ambri hat mit Paolo Duca (37) einen echten, charismatischen Sportchef. Er ist der Architekt der Revolution und der gleichaltrige Luca Cereda sein Baumeister.

Bestes Beispiel: mit Marco Müller (24) hat Ambri im Sommer 2017 dem SCB einen Stürmer ausgespannt, der inzwischen dazu in der Lage ist, einen ersten oder zweiten Sturm zu führen. Davos übernahm im letzten Sommer vom SC Bern bloss die weniger talentierten «Hinterbänkler» Luca Hischier (23) und Dario Meyer (21).

Eine Schmach, eine Blamage, ja eine Bankrotterklärung für die HCD-Sportabteilung. Dominic Zwerger spielte vor seiner Abreise nach Nordamerika (2013) bei den Novizen- und Elitejunioren in Davos.

Ambri hat auch Glück. WM-Silberheld Michael Fora ist zurück. Sein Amerika-Abenteuer, eigentlich für zwei Jahre geplant, ist schon nach ein paar Wochen zu Ende gegangen. Er kann das entscheidende Puzzle-Teilchen für die Playoff-Qualifikation werden. Die aktuelle Krise der Davoser ist bei weitem nicht so schlimm wie jene, die Ambri inzwischen nach einer jahrelangen Depression überwunden hat. Ambri musste 2011, 2012 und 2017 sogar in die Liga-Qualifikation. Die letzte Chance war eine Revolution. Luca Cereda und Paolo Duca haben diese Chance genutzt.

«Aber so wie Kuba keinen zweiten Fidel Castro, so findet Davos keinen neuen Arno Del Curto.»

Ist also Ambri Vorbild und Hoffnung für den HCD? Ja und nein. Ja, weil die Voraussetzungen (Finanzen, Infrastruktur, geographische Lage) in Davos oben besser sind als in der Leventina.

Nein, weil es in Davos wieder eine Revolution braucht. Revolutionen können nur charismatische Persönlichkeiten machen. Wie vor 22 Jahren Arno Del Curto in Davos. Wie jetzt Luca Cereda und Paolo Duca in Ambri. Aber so wie Kuba keinen zweiten Fidel Castro, so findet Davos keinen neuen Arno Del Curto. Ohne Revoluzzer keine Revolution.

Kürzlich ist Gaudenz Domenig im kleinen Kreis von einem dem HCD gutgesinnten Chronisten darauf aufmerksam gemacht worden, dass der perfekte neue HCD-Trainer Luca Cereda heisst. Worauf der HCD-Präsident ganz spontan und ehrlich sagte: «Ja, aber wir dürfen doch Ambri den Cereda nicht wegnehmen!»

Wo er recht hat, da hat er recht. Oder geht da vielleicht doch etwas? Luca Cereda, mit 37 drei Jahre jünger als damals Arno Del Curto bei seinem Amtsantritt in Davos, kann Ende Saison aus seinem Vertrag in Ambri aussteigen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • TheWall_31 30.10.2018 17:10
    Highlight Highlight Ob Klaus, "Chlöisu" oder Eismeister:
    Ich denke wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt, dass ich mir einen Artikel von dir herbeisehne, aber deine Meinung zum Zwischenfall Marti - Mosimann würde mich wirklich interessieren. Ein üblicher Open-Ice-Check aufgrund eines sehr durchschaubaren Dribblings, Marti wird wegen einem Check gegen den Kopf bestraft. Er ist nunmal 20cm grösser und zudem hat Mosimann den Kopf unten, das ist nicht mal ein "ungewollter, aber riskierter Check gegen den Kopf" - bei korrektem Verhalten von Mosimann wäre da absolut nichts passiert. Wie siehst du die Sperre?
  • PeterGotBirthday 30.10.2018 16:17
    Highlight Highlight Solange Cerede mit Ambri im Aufwärtstrend ist wird er den Club bestimmt nicht verlassen. Auch wird er sicher nicht nach einem Neuanfang in Ambri gleich den nächsten Neuanfang in Davos antun. Dafür müsste man ein Sadist sein. Ich denke, wenn er mit Ambri so weiter macht wird er bleiben und die Entwicklung vorantreiben.
    Man darf nicht vergessen, als er zu früh seine Karriere Beenden musste war genau ein Verein für ihn da. HCAP! (OK und der Verband als Uxy Trainer) Auch gaben Sie Ihm die Zeit für den behutsamen Aufbau als Trainer bei den Junioren, 1 Liga, Nati B und Assi bei der NLA. Der belibt!
  • riqqo 30.10.2018 14:15
    Highlight Highlight Ich denke und hoffe nicht, dass Davos im entferntesten Falle eines Falles, Cereda von Ambri wegholen würde.

    Selbst wenn viele Fans in Davos Cereda mit offenen Armen empfangen würden. Dem Freund nimmt man den Trainer nicht weg…
    Stand heute ist Arno derjenige, der Davos aus der Patsche holt/holen muss. Stand heute ist Cereda in Ambri an der Bande. Und ich hoffe mit von Herzen, dass dies so bleibt.

    Gerne würde ich Arno erst im 2021 verabschieden (Genügend Zeit fürs Planen von einem Neuanfang) und von grösstem Herzen würde ich Ambri einen Playoff-Final oder gar den Meister gönnen!
  • manuro 30.10.2018 10:04
    Highlight Highlight und Inti Pestoni hätte auch bei Ambri spielen können......
    • Ad Sch 30.10.2018 14:33
      Highlight Highlight jetzt, bei dem momentanen stand bereut er seinen schritt sicherlich ein bisschen. sowie lhotak auch...
    • Lumina 30.10.2018 16:58
      Highlight Highlight Warum sollte Lhotak irgendetwas bereuen?

      Obwohl Gottéron erst kürzlich zweimal recht böse gegen Bern getaucht ist, glückte im dritten Anlauf die Revanche und allg. gesprochen, läuft der Karren momentan recht ordentlich bei Fribourg, da sie wieder weiter vorne mitspielen, als auch schon.

      Lhotak hat momentan also kaum etwas zu bereuen.
  • Wunderwuzzi 30.10.2018 08:57
    Highlight Highlight Ich grüsse immer wenn ich in Ambri vorbeifahre.Immer.
    • Vedder (aka der Dude) 30.10.2018 13:34
      Highlight Highlight Ich gehe sogar immer ab der Autobahn und fahre beim Stadion vorbei, obwohl ich nicht mal Ambri Fan bin...
  • Saimen83 30.10.2018 08:57
    Highlight Highlight Siamo sempre qua! 💙
  • Klartext 30.10.2018 07:33
    Highlight Highlight Nicht gänzlich unwahr das hier zusammengestiefelte - vor allem die erfolgreichere Neuzeit von Ambri ist schön anzusehen. Was die aktuelle Misslage des HCD betrifft, ist nach gut und gerne 20 Berichten (in 10 Tagen) aber auch mal genug.
  • MyPersonalSenf 30.10.2018 07:28
    Highlight Highlight Also bevor cereda von Ambri nach Davos geht.. fliegen Einhörner über den Gotthard. Der Chronist beweist hiermit nichts von Ambrí, dem Tessin und dessen Hockeystolz zu verstehen.
    Vor allem ist es eine Ansicht eines D-Schweizers welcher sich nicht mit Herrn Cereda als Person auseinandersetzt.. in Ambrí ist dieser jetzt schon ein „Gott“.. und auch wenn er das in Davos sein könnte, wäre ihm das viel weniger Wert! Davos ist nicht mehr so attraktiv wie Sie vielleicht meinen.
    • marak 30.10.2018 08:00
      Highlight Highlight Mit Verlaub, schon wein wenig senfig, der Kommentar.
      Was bitte ist denn ein D Schweizer?
      Also der Cereda wird zwar schon noch ein wenig bleiben. Er scheint mir nicht auf den Kopf gefallen zu sein. Aber er war ein Sportler mit Perspektiven und dem entsprechenden Ehrgeiz versehen. Er ging nach Übersee. Hat sich lange durchgebissen, trotz den bekannten Problemen. Er wird auch Ambri eines Tages verlassen. Und wenn er es gut anstellt, wird er auch Gott in der Leventina bleiben, wenn der den HCD, SCB, ZSC oder die Nati oder was auch immer trainiert.
    • MyPersonalSenf 30.10.2018 11:01
      Highlight Highlight Interessant, dass sie den HCD in einer Gilde mit SCB, ZSC und Nati sehen... es fibt für Cereda keinen Grund zum HCD zu gehen..
    • marak 30.10.2018 14:07
      Highlight Highlight Ganz einfach. Es gibt nicht mehr als zehn Stellen in der höchsten Liga plus die Nati. Cereda hat Mitte 30 den ersten Trainerposten. Bleibt er im Business und ist er nicht der nächste ADC (punkto Amtsdauer), dann kommt noch der eine oder andere Klub hinzu. Ich hätte auch andere Mannschaften nennen können. Schauen wir 30 Jahre zurück, dann wissen wir nicht so genau, wer denn in den kommenden 30 Jahren als Topadresse gilt und wer nicht.
  • Mr Magoo 30.10.2018 07:24
    Highlight Highlight Für einen Umbruch braucht es in Davos dringend jemanden neues, mit ADC wird dies leider nicht mehr möglich sein. Wie der neue Trainer heissen wird, ob Cereda oder anders ist egal. Einfach müsste sich jeder neue von dem Vermächtnis ADC lösen können.
    Daher denke ich, wäre es das beste für Davos, wenn ACD auch als Sportchef zurücktreten und nicht als "Graue Eminenz" hinter dem neuen Trainer stehen würde.
  • emptynetter 30.10.2018 07:24
    Highlight Highlight lieber Eismeister,
    1. Gibt es im helvetischen Eishockey kein anderes Thema mehr als den HCD? Leider ist halt der HCD (noch) nicht polemisierbar, darum wurde wohl der vom Eismeister täglich hergeschriebene Trainerwechsel (noch) nicht vollzogen.
    2. Kürzlich hat der Eismeister die 'Generation Smartphone' und die 'Berge' als Grund für den Niedergang des HCD ausgerufen. Jetzt soll das gleich plötzlich wieder als Vorbild dienen?
    • Lumina 30.10.2018 17:03
      Highlight Highlight Doch gibt es, der SCB und Eismeisters Swiss League "Topteam" *Lachanfall des Jahres on* Kloten! ☝🏼
  • caini 30.10.2018 07:05
    Highlight Highlight Ich attestiere Hischier und Meyer mehr Talent als Müller. Diese Transfers als schlecht abzutun finde ich falsch. Ich glaube mit ein wenig Geduld und Selbstvertrauen können beide eine gute Karriere hinlegen. Besonders Meyer hat mir beim SCB immer gefallen. Von mir aus gesehen gab es keinen Grund ihn abzugeben. Leider hat Jalonen seit Amtsantritt keinen eigenen Junior weitergebracht. Schade eigentlich wenn man sieht was für Talent vorhanden wäre......
  • Goon (Zeuge Del Curtos) 30.10.2018 05:45
    Highlight Highlight "Kürzlich ist Gaudenz Domenig im kleinen Kreis von einem dem HCD gutgesinnten Chronisten darauf aufmerksam gemacht worden....."

    Und wer hat dem Zaugg davon erzählt?
  • Tikkanen 30.10.2018 05:40
    Highlight Highlight ...da wurde der Gaudenz aber vom Chlöisu gut beraten, aber vergesst eins nicht: Die Top Performance vom Cereda ist auch anderswo bemerkt worden. Realistisch ist eher, dass der Luca noch bis Ende nächster Saison in Ambri bleibt, dann die perfekt justierte Hockeymaschine🐻 vom Käru übernimmt und Europas Hockeyhauptstadt rockt🤗

    U überhoupt, warum zur Hölle sollte das grösste 🇨🇭 Coaching Talent im Murmeliland versauern und wie Arno vergranten?
    Dert obä wird künftig der Ligaerhalt als Maximalerfolg gefeiert werden, Meister werden die Bündner höchstens noch in der Nati B😎

    Hopp Bärn👏🏻😀
    • emptynetter 30.10.2018 10:11
      Highlight Highlight Da gehört eine zünftige prise Überheblichkeit dazu, zu glauben, dass jeder Trainerweg einmal nach Bern führen muss. Dass sind Allüren fast wie in hipsterville.
    • MARC AUREL 30.10.2018 11:09
      Highlight Highlight Emptynetter, BERN ist sicher eine Adresse die sehr viele oder die meisten Trainer nicht nein sagen würden wenn sie eine Chance bekommen..
    • Willy Tanner 30.10.2018 11:50
      Highlight Highlight Die perfekt justierte Hockeymaschine aus der Hockeyhauptstadt, die sogar perfekt justiert titellos bleibt! ;-) Jalonen machts möglich ;-) Das wird sich Cereda sicher nicht antun.
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  • Fosi 30.10.2018 02:04
    Highlight Highlight Ein Witz das Cereda nach so kurzer Zeit den Verein verlassen wird. Danke hier für an den Verfasser.. 😅
    Das gehört alles zum Neuaufbau von Ambri.
    Ich bin mit der letzten Saison sehr übertascht, zufrieden und werde es auch Tag täglich aufs neue sein.
    Jetzt darf in Ambri auch mal die Sonne scheinen!

  • Harald Juhnke 29.10.2018 23:30
    Highlight Highlight Cereda mit Arno zu vergleichen geht gar nicht!!
    Forza Ambri

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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