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Langnaus Cheftrainer Heinz Ehlers dirigiert seine Spieler im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Freitag, 29. September 2017, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Unter strenger Beobachtung: Langnaus Coach Heinz Ehlers. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Sieben Spiele Hockey-Frieden für Langnaus Trainer Heinz Ehlers

Es gibt schon im September Spiele, die darf ein Trainer unter gar keinen Umständen verlieren. Heinz Ehlers hat so ein Spiel mit den SCL Tigers gegen Biel 2:1 gewonnen. Nun hat er bis zum 24. Oktober Ruhe.



Vor der Partie wird über Langnaus bitterernste sportliche Situation (Schlusslicht) gescherzt. Kevin Schläpfer ist letzte Saison in Biel entlassen worden. Aber Biel muss ihm noch bis im nächsten Frühjahr den Lohn bezahlen. Diese Salärzahlungen laufen über die ordentliche Erfolgsrechnung. Frage also: Wenn Kevin Schläpfer nun im Laufe dieser Saison einen Job findet, was macht Biel dann mit dem freigewordenen Geld?

Spassvögel machen ein paar Vorschläge. Zum Beispiel: Manager Daniel Villard und Sportchef Martin Steinegger dürfen für ihre verdienstvolle Arbeit zwei Wochen auf Klubkosten Luxus-Ferien machen. Oder Sportchef Martin Steinegger versucht, die Rückkehr von Verteidigerhaudegen Dave Sutter von den ZSC Lions einzufädeln. Oder er legt das Geld beiseite. Um Luganos Philippe Furrer eine Offerte zu machen, die der Nationalverteidiger einfach nicht ablehnen kann.

Hätte Langnau gegen Biel verloren, wäre die «parlamentarische Immunität» von Trainer Heinz Ehlers aufgehoben worden. Will heissen: Eine Diskussion um eine Amtsenthebung von Heinz Ehlers, in Langnau nach wie vor so undenkbar wie Bigamie im Vatikan, hätte begonnen. Nicht nur in den Wirtshäusern. Auch intern. Im Verwaltungsrat. Und in der Kabine.

Kevin Schläpfer ante portas!

Heimniederlagen gegen Biel haben im Bernbiet halt immer wieder schicksalsschwere Bedeutung. Marc Lüthi feuerte seinen Meistertrainer Antti Törmänen im November 2014 nach einem 1:4 gegen Biel. Und vor einem Jahr entschied der Verwaltungsrat in Langnau nach einem 2:5 gegen Biel Trainer Scott Beattie zu feuern. Der Kanadier wurde noch eine Partie im Amt belassen (die er in Kloten gewann) und dann durch Heinz Ehlers ersetzt.

Nach dem 0:4 in Kloten hätte sich Heinz Ehlers eine Heimniederlage gegen Biel nicht mehr leisten können. Kevin ante portas! Sportchef Jörg Reber hätte auf Geheiss des Verwaltungsrates ins Baselland hinunter telefonieren und sich bei Kevin Schläpfer nach dem Befinden erkundigen müssen. Und die Polemiker hätten die Computer geölt.

Biels Head Coach Kevin Schlaepfer, waehrend dem Meisterschaftsspiel in der NLA zwischen dem EHC Biel und den SCL Tigers, am Freitag, 11. November 2016, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Übernimmt er bald im Emmental? Ex-Biel-Coach Kevin Schläpfer. Bild: KEYSTONE

Aber die SCL Tigers haben die Partie gegen Biel gewonnen. Warum? Wir können uns eine tiefschürfende Analyse ersparen. Die Statistik liefert uns die Antwort. Hier die Fangquote der Torhüter. Spiel für Spiel. Diese Zahlen sind Gospel. Wahrheit. In Stein gemeisselt.

Wir können nach dem 2:1 gegen Biel, Langnaus erstem Drei-Punkte-Sieg im laufenden Championat, viele Helden feiern. Wie immer nach einem Sieg. Beispielsweise den sanften Riesen Thomas Nüssli, der am Ursprung beider Treffer steht. Mit 7 Punkten Langnaus bester Schweizer Skorer. Im Alter von 35 Jahren. Er dürfte der beste alte Spieler der Liga sein. Im letzten Drittel spielte er defensiv überragend und organisierte echtes «Heinz-Ehlers-Hockey» mit dem zurückhängenden Stürmer. Biel kam nicht mehr zu Überzahlsituationen.

Auf den Torhüter kommt's an

Aber Thomas Nüssli wäre ohne die Paraden von Ivars Punnenovs kein Held geworden. Erst der lettische Nationaltorhüter mit Schweizer Lizenz hat Langnaus Sieg möglich gemacht. Er hielt exakt doppelt so viele Schüsse (40) wie Biels Jonas Hiller (20). Der verdient dafür doppelt so viel wie Ivars Punnenovs.

Niemand weiss besser als Heinz Ehlers, wie viel er in dieser Partie seinem letzten Mann verdankt. Er ist kein Mann des billigen Einzellobes. Aber er rühmte nach der Partie: «Ivars hat unglaublich gespielt.» Für einmal war Heinz Ehlers weder grantig noch zu freundlichen Scherzen aufgelegt. Er war einfach unendlich froh und erleichtert und fast seufzend bilanzierte er: «Lieber schlecht spielen und gewinnen als gut spielen und verlieren.» Wo er recht hat, da hat er recht.

Tigers Goalie Ivars Punnenovs, wehrt ab waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und den ZSC Lions, am Freitag, 8. September 2017, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

«Unglaublich gespielt»: Ehlers lobt Torhüter Ivars Punnenovs. Bild: KEYSTONE

Wir sind damit zu den Ursprüngen des Hockeys zurückgekehrt. Eine mässig talentierte Mannschaft wie Langnau kann ein Spiel nur gewinnen, wenn der Torhüter viel mehr als 90 Prozent der auf ihn hereinprasselnden Pucks abwehrt. Ob ihm die Vorderleute helfen oder ihn im Stich lassen, ist unerheblich. Gute Goalies brauchen für gute Abwehrquoten gute Vorderleute. Grosse Torhüter erreichen unabhängig von ihren Vorderleuten formidable 90er-Abwehrquoten. Ivars Punnenovs war für einmal nicht bloss ein guter, sondern ein grosser Torhüter. Er hat Heinz Ehlers und Sportchef Jörg Reber eine Atempause verschafft.

Schicksalsspiel gegen Ambri

Der Sieg gegen Biel beschert Heinz Ehlers nun sieben «Ponyhof-Spiele». Es wird also in Bezug auf seine «parlamentarische Immunität» unerheblich sein, ob er die nächsten sieben Partien gegen Lugano, Gottéron, Lausanne, Bern, Davos, die ZSC Lions und Zug gewinnen oder verlieren wird. Sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, sieben Tage hat die Woche, sieben Tage dauerte die Erschaffung der Welt, es gibt die sieben Tugenden und die sieben Todsünden, die sieben fetten und die sieben mageren Jahre. Und nun die sieben (Spiel-) Tage Hockeyfrieden für Heinz Ehlers.

Das nächste Spiel, das Langnaus kultiger Trainer unter gar keinen Umständen verlieren darf, folgt erst am 24. Oktober auf eigenem Eis gegen Ambri. Bis dahin ist mit dem 2:1 gegen Biel seine «Unentlassbarkeit», seine «Unkritisierbarkeit», ja, sein «Unfehlbarkeits-Dogma» garantiert. In Stein gemeisselt. Und ganz nebenbei: Bis dahin muss Biel weiterhin das Salär von Kevin Schläpfer bezahlen.

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

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    Alle Leser-Kommentare
  • schwiizermeischterevz 30.09.2017 14:57
    Highlight Highlight der zukünftige meister spielt die fribürgerli an die wand. zug hat die mit abstand besten ausländer der liga.

    der eismeister schreibt aber lieber über die langweiligen tigerlis und ein spiel, das nun aber wirklich keinen mensch interessiert...

    gääähn
    • MARC AUREL 30.09.2017 18:30
      Highlight Highlight Ich glaube Bern hat die besten Ausländer...
    • Freiburg90 30.09.2017 18:44
      Highlight Highlight Um Meister zu werden braucht es eine ausgeglichene Mannschaft und nicht nur 4 gute Ausländer . Dies reicht nicht gegen ein Bern .
      Vielleicht wäre es besser die rosarote Brille weg zulegen und die Spiele relasitisch an zuschauen . Nur so viel zu die " fribürgerli " an die Wand spielen .
    • FaW 02.10.2017 14:05
      Highlight Highlight Jeder Club ist interessant und sollte erwähnt werden... @schwiizermeischterevz
  • Gondeli 30.09.2017 14:26
    Highlight Highlight Der Ivärsu kann sich bei Ciaccio für dessen Verletzung bedanken.... Bekäme Ciaccio mal mehrere Spiele hintereinander, die Playoffs wären auf sicher!

    Aber der Tigersfan nimmt alle Siege mit Dank dem immerkämpfenden Team!

    Ho-ho-hopp Langnou! Plee-Offs mir chöme!
    • Scrj1945 30.09.2017 23:42
      Highlight Highlight Plee-out meinst du wohl. Ciacco ist in meinen augen schlechter als punnenovs. Und wen die langnauer weiterhin so viele tore kassieren sieht man sie in den play outs
    • Mia_san_mia 01.10.2017 05:27
      Highlight Highlight Haha das meinst Du hoffentlich nicht ernst. Und es heisst "Playoffs"...
  • Grundi72 30.09.2017 12:52
    Highlight Highlight Könnt ihr bitte nicht zukünftig Adrian Bürgler vermehrt über Hockey schreiben lassen? Er schreibt die viel interessanteren und vor allem besser recherchierten Berichte als Zaugg, der die gleichen 6 Sätze seit 20 Jahren zu jedem Thema in etwas neuer Reihenfolge dahinbrünzelt..
    • Lümmel 30.09.2017 16:28
      Highlight Highlight +1
    • Mia_san_mia 01.10.2017 05:27
      Highlight Highlight Sind beide gut.
  • eatsleepplayhockey 30.09.2017 12:46
    Highlight Highlight bevor irgend eine diskussion über heinz ehlers entfacht sollte jörg reber seinenplatz räumen. ich glaube auch nicht, dass kevin schläpfer in den nächsten 10 jahren wieder einen nla klub finden wird. aber der eismeister hat schon recht und das hat man in den vergangenen jahren auch immer wieder gesehen. ohne topgoalie werden langnau, ambri, biel, lausanne und kloten die playoffs nie schaffen.
    • narmigron 30.09.2017 15:26
      Highlight Highlight Da du 5 mannschaften aufzählst, wird mindestens 1ne davon es doch schaffen in di po kommen
    • Mia_san_mia 01.10.2017 05:28
      Highlight Highlight Langnau wird es auch mit Lundqvist im Tor nicht schaffen 😂
  • Tikkanen 30.09.2017 09:53
    Highlight Highlight 1. Ende Saison wird Müller den Reber ablösen und mit den Tigerli gehts wieder aufwärts👍🏻

    2. Nach wie vor darf kein Nati A Team absteigen. Denn alles bisherige ist besser als ein Aufstieg der langweiligen Leckers🤢

    btw, null Polemik in Bern, die Hockeymaschine läuft so gut dass bescheidene Gegner wie die Murmelis mit niedriger Drehzahl locker vom Eis gefegt werden😎🍻
    • Mia_san_mia 30.09.2017 10:29
      Highlight Highlight Rappi im A wäre sicher viel besser als Langnau. Langnau will sowieso niemand sehen, eine lanfweiligeren Club gibt es nicht. Und dazu noch die primitiven Fans...
    • Goon 30.09.2017 11:54
      Highlight Highlight Rappi soll schön dort bleiben wo es ist. Die braucht wirklich niemand.
    • Zerschmetterling 30.09.2017 12:27
      Highlight Highlight Ich fänds super wenn Davos endlich mal absteigen würde... 😁
    Weitere Antworten anzeigen
  • MARC AUREL 30.09.2017 09:09
    Highlight Highlight Diese Mannschaft der Tigers hat wohl ganz einfach nicht genug Qualität wie Ambri um sich für die Playoffs zu qualifizieren!
  • Mia_san_mia 30.09.2017 09:02
    Highlight Highlight Da würde ich gar nicht über den Trainer diskutieren. Es kommt sowieso nicht darauf an, wer diesen untalentierten Haufen trainiert. Wir können einfach alle hoffen, dass dieser Verein bald aus der NLA verschwindet.
    • sidthekid 30.09.2017 10:31
      Highlight Highlight Läck du wirst ja richtig getriggert wenn ein Artikel über Langnau erscheint... Aber keine Sorge, du kannst dich noch lange ärgern ☺️
    • sven_meye 30.09.2017 14:04
      Highlight Highlight Lass mich raten, du hättest lieber Rappi oben, gell ? ;)
    • Mia_san_mia 30.09.2017 14:19
      Highlight Highlight Irgendjemand muss ja den Langnauern sagen wie es ist. Die haben wirklich das Gefühl, sie seien verdient im A 😂🙈
    Weitere Antworten anzeigen

Wie aus dem Titanen Leonardo Genoni auf einmal ein «Lotter-Leo» geworden ist

Leonardo Genoni (32) muss zum ersten Mal in seiner Karriere hinter einer «Lotter-Verteidigung» spielen. Logisch, dass er gegen ein grandioses Langnau zum «Lotter-Leo» geworden ist. Zug kassiert im vierten Spiel bereits die zweite Niederlage. Die SCL Tigers gewinnen 5:3 (2:1, 1:2, 2:0)

Den Zugern können wir hockeytechnisch viel vorwerfen. Nur eines nicht: fehlendes Spektakel. Sie haben bisher am meisten Tore erzielt (17) und am meisten Treffer kassiert (18). Die Unterhaltung ist grossartig. Zum Vergleich: Biel führt die Tabelle mit einem Torverhältnis von 9:5 an.

Es wäre für den legendären Ingenieur Gustaf Eiffel einfacher gewesen, aus Jasskarten einen Eiffel-Turm zu bauen als für Leonardo Genoni in Langnau aus Zugs Abwehr ein Bollwerk zu machen.

In seiner 13. Saison in der …

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