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Weniger bekannte Spieler wie der Davoser Ersatztorhüter Senn Gilles müssen das Geld für ihre Berater selber aufbringen.<br data-editable="remove">
Weniger bekannte Spieler wie der Davoser Ersatztorhüter Senn Gilles müssen das Geld für ihre Berater selber aufbringen.
Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Anwälte als Spieleragenten: Wie naiv sind eigentlich unsere Hockey-Manager?

Eigentlich ist es nur eine Fussnote. Aber sie sagt mehr über die Naivität unserer Hockeymanager aus als jeder Fehltransfer: Neu wollen die Klubs die Agenten-Provision nicht mehr bezahlen.
19.02.2016, 18:0020.02.2016, 17:02

In Nordamerika gibt es diese Diskussion gar nicht. Die Zusammenarbeit zwischen Spieler und seinem Vertreter (Agenten) ist vertraglich geregelt und gesetzlich geschützt. Nur wer eine Agenten-Lizenz hat, darf als Agent tätig sein und mit den NHL-Managern verhandeln.

In der Schweiz gibt es lediglich das Gesetz über Arbeitsvermittlung, das diese Zusammenarbeit regelt und die Agenten brauchen eine Bewilligung der zuständigen kantonalen und eidgenössischen Behörden.

Die Agenten verlangen für ihre Dienste einen Prozentanteil am Lohn. Durchschnittlich sind es fünf Prozent. In der Schweiz hat sich im Laufe der Jahre eingebürgert, dass die Klubs diese Provision bezahlen. Nun hat die Liga entschieden, dass die Klubs diese Provision nicht mehr bezahlen.

Für Stars wie Andres Ambühl würden die Vereine die Provision wahrscheinlich trotzdem noch übernehmen.<br data-editable="remove">
Für Stars wie Andres Ambühl würden die Vereine die Provision wahrscheinlich trotzdem noch übernehmen.
Bild: Christian Pfander/freshfocus

Natürlich bezahlen die Klubs wie bisher diese Provisionen. Allerdings nur noch bei wichtigen Spielern. Wer sich die Klubs aussuchen kann, dem wird die Bezahlung der Agentenprovision als «Zückerli» offeriert. Bei den weniger bedeutenden Spielern, die froh um einen guten Vertrag sind, wird man hingegen streng aufs neue Reglement verweisen.

Anwälten fehlt das «geheime Wissen»

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Idee, Anwälte könnten eigentlich die Aufgabe von Spieleragenten übernehmen. Wer so etwas in die Welt setzt, hat entweder keine Ahnung, wie es wirklich läuft oder war während seiner ganzen Karriere miserabel beraten.

Es geht ja nicht nur darum, ob ein Spielervertrag allen rechtlichen Anforderungen genügt und alles gut versichert ist und ob es allenfalls nötig ist, mit den Steuerbehörden einen Deal auszuhandeln. Das kann ein Anwalt tatsächlich. Und für solche Aufgaben arbeiten Spieleragenten oft mit Anwälten und Versicherungsspezialisten zusammen.

Spieleragenten wie André Rufener (hier noch als Spieler der Kloten Flyers) kennen bei Verhandlungen alle Tricks.<br data-editable="remove">
Spieleragenten wie André Rufener (hier noch als Spieler der Kloten Flyers) kennen bei Verhandlungen alle Tricks.
Bild: KEYSTONE

Aber die Ausgestaltung des Vertrages ist der kleinste Teil des Geschäftes. Wichtiger ist das «geheime Wissen» des Eishockeys. Wissen, wie man mit einem Sportchef verhandelt. Wissen, welche Risiken ein Spieler bei einem Transfer eingeht. Wissen wie die Hierarchie in einem Team aussieht. Wissen, wie der zukünftige Chef (Trainer) eines Spielers funktioniert. Und ein guter Agent kümmert sich um seinen Spieler, wenn er Schwierigkeiten hat. Fädelt notfalls einen Transfer noch während der Laufzeit eines Vertrages ein.

Kosten steigen und steigen

Von alledem hat ein Anwalt keine Ahnung. Das Hockeygeschäft ist so speziell, dass ein gewöhnlicher Anwalt ohne jahrelange Erfahrung in diesem Geschäft einem Spieler etwa so viel helfen kann wie ein Eunuch bei Sexualproblemen. Und sobald ein Anwalt den Telefonhörer zur Hand nimmt, läuft der Zähler.

Ein guter Anwalt verrechnet schnell einmal 500 Franken pro Stunde. Ob er nun etwas erreicht oder nicht. Alleine ein Matchbesuch kann da mehr als 3000 Franken kosten. Und zudem ist es einem Anwalt verboten, Prozentprovisionen zu kassieren – er darf die klassische Agentenprovision gar nicht akzeptieren. Er muss eine Rechnung schreiben.

Die Aufregung um die neue Regelung um die Agenten-Provisionen ist kein Sturm im Wasserglas. Es ist ein Sturm im Schnapsglas. Alles geht weiter bis bisher. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.

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