Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland`s Nino Niederreiter during the game between Czech Republic and Switzerland, at the IIHF 2019 World Ice Hockey Championships, at the Ondrej Nepela Arena in Bratislava, Slovakia, on Thusday, May 21, 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Der schnelle Nino Niederreiter wird es den Kanadiern nicht einfach machen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Wir haben eine Halbfinal-Chance – aber eine kleinere als 2018

Die Schweizer können im Viertelfinal gegen die Kanadier (Donnerstag, 16.25 Uhr) eher gewinnen als gegen einen europäischen Titanen. Weil Lino Martschini gegen die Nordamerikaner ebenso gefährlich ist wie auch Nino Niederreiter.

Klaus Zaugg, Bratislava



Noch kein Sieg gegen die Grossen. Also nur Aussenseiter im Viertelfinale gegen Kanada? Falsch. Wir sind ein ernsthafter Herausforderer der Kanadier. Der Pessimist sagt: Wir werden knapp verlieren. Der Optimist ist überzeugt: Wir packen sie.

Und was sagt der realistische Chronist? Wir haben eine Chance auf das Halbfinale. Aber eine kleinere als vor einem Jahr bei der Silber-WM in Kopenhagen. Gottseidank spielen wir jetzt wenigstens gegen Nordamerikaner.

Die nordamerikanischen WM-Teams liegen uns nämlich besser. Wir finden beim Kramen in den Erinnerungen und den staubtrockenen Statistiken viel Trost.

Mit Geduld, taktischer Schlauheit, Ordnung in der eigenen Zone und Tempo sind die Kanadier zu packen.

Seit die Schweiz zu den Grossen gehört – seit der Silber-WM von 2013 – haben wir gegen die Nordamerikaner kein «K.O.-Spiel» mehr verloren. Wir gewannen 2013 das Halbfinale gegen die USA (3:0) und im letzten Frühjahr gegen Kanada (3:2).

Gegen europäische Teams setzte es hingegen 2013 und 2018 im Finale gegen Schweden zwei Niederlagen ab. Vor einem Jahr gewannen wir das Viertelfinale gegen Finnland nur, weil ein Operetten-Nationaltrainer die Loyalität der Spieler verloren hatte.

epa07589276 Switzerland's Nino Niederreiter in action during the IIHF World Championship group B ice hockey match between the Czech Republic and Switzerland at the Ondrej Nepela Arena in Bratislava, Slovakia, 21 May 2019.  EPA/MELANIE DUCHENE

Die Schweizer müssen gegen Kanada zu ihrer Linie zurückfinden. Bild: EPA/KEYSTONE

Gegen ein intaktes, gut gecoachtes europäisches WM-Team haben wir hingegen grösste Schwierigkeiten und erst einen einzigen Sieg gefeiert: 2013 im Viertelfinale gegen Tschechien.

Das alles hat seine Logik. Die europäischen WM-Teams sind besser eingespielt, organisiert, taktisch disziplinierter und schlauer als die erst unmittelbar vor dem Turnier zusammengestellten WM-Teams der Kanadier und Amerikaner.

Das bedeutet: Mit Geduld, taktischer Schlauheit, Ordnung in der eigenen Zone und – das ist entscheidend – Tempo sind die Kanadier zu packen.

Offensiv sind wir also gut genug fürs Halbfinale. Aber defensiv noch nicht.

Aber die Schweizer müssen wieder zur Geduld, zur taktischen Schlauheit und der Ordnung in der eigenen Zone finden. So wie während der «B-WM», den vier ersten Partien gegen Italien, Lettland, Österreich und Norwegen.

Das in lichten Momenten mitreissende Tempospiel gegen Schweden (3:4), Russland (0:3) und Tschechien (4:5) hat uns zwar sieben Tore eingebracht. Aber der Glanz dieses Spektakels lenkt von einer besorgniserregenden Schwäche ab: In diesen drei Partien wehte im Spiel der Schweizer zu oft der Lotterhauch der defensiven Liederlichkeit. 12 Gegentore sind zu viel.

Switzerland's Leonardo Genoni during the game between Switzerland and Russia, at the IIHF 2019 World Ice Hockey Championships, at the Ondrej Nepela Arena in Bratislava, Slovakia, on Sunday, May 19, 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Muss sein Tor gegen Kanada noch besser verteidigen: Leonardo Genoni. Bild: KEYSTONE

Offensiv sind wir also gut genug fürs Halbfinale. Aber defensiv noch nicht. Beim Kramen in den Erinnerungen und den staubtrockenen Statistiken werden wir klüger.

Wir haben auf dem Weg ins Finale 2013 und 2018 in den «K.O.-Spielen» nie mehr als zwei Treffer kassiert: 2:1 gegen Tschechien (Viertelfinal) und 3:0 gegen die USA (Halbfinal) im Rahmen der WM 2013. 3:2 gegen Finnland (Viertelfinal) und 3:2 gegen Kanada (im Halbfinal) bei der WM vor einem Jahr.

Mindestens zwei Tore haben wir in jedem dieser vier Spiele erzielt. So einfach ist es also: Kassieren wir gegen die Kanadier nicht mehr als zwei Treffer, dann stehen wir mit grosser Wahrscheinlichkeit zum dritten Mal in den letzten sieben Jahren im WM-Halbfinale.

Ohne formidable Torhüterleistung geht es nicht. Leonardo Genoni ist gut genug, um ein grosser Goalie zu sein.

Es ist möglich, gegen die Kanadier nur zwei Tore zuzulassen. Patrick Fischer ist dazu in der Lage, die vor allem im Spiel gegen Tschechien erkennbaren Ansätze zu defensivem «Pausenplatzhockey-Verhalten» wieder abzustellen und für stabile Verhältnisse in der eigenen Zone zu sorgen.

Bleibt noch die Frage: sind wir dazu in der Lage, gegen Kanadier drei oder mehr Treffer zu erzielen? Was für eine Frage! Come on! Natürlich sind wir offensiv stark genug.

Die Kanadier kommen direkt von den kleineren nordamerikanischen Eisfeldern zur WM. Sie haben alle Spieler aus der NHL rekrutiert.

Russia's Yevgeni Malkin, left, checks Swiss Lino Martschini during the Ice Hockey World Championships group B match between Switzerland and Russia at the Ondrej Nepela Arena in Bratislava, Slovakia, Sunday, May 19, 2019. (AP Photo/Ronald Zak)

Lino Martschini in Aktion gegen Russlands Yevgeni Malkin. Bild: AP/AP

Härte und Provokationen beeindrucken die rauen Kerle wenig bis gar nicht. Was sie hingegen auf dem grossen Eisfeld nicht mögen, ist hohes Tempo. So gesehen ist Lino Martschini (168 cm/65 kg) für die Kanadier ein so unangenehmer Gegenspieler wie Nino Niederreiter (188 cm/98 kg). «Speed kills» sagen die Nordamerikaner.

Das Wichtigste zuletzt. Selbst wenn die Schweizer defensiv beeindrucken und offensiv begeistern: ohne formidable Torhüterleistung geht es nicht. Leonardo Genoni ist gut genug, um ein grosser Goalie zu sein. Aber er war bisher in Bratislava noch kein so grosser Goalie wie 2018.

Als Schlussfolgerung bleibt: die Schweizer haben gegen Kanada eine Chance. Aber eine kleinere als 2018 im Halbfinale. Sie sind zwar am Ende der Gruppenspiele ungefähr gleich gut wie vor einem Jahr. Aber die Kanadier sind besser als 2018.

Schrille, kuriose und schlicht hässliche Trikots

Nico Hischier beantwortet unsere ungewöhnlichen Fragen

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

25
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eidi 22.05.2019 23:06
    Highlight Highlight Hauptsache man konnte "Operetten" einbauen...
  • Philu 22.05.2019 22:49
    Highlight Highlight Der Schlüssel wird sicher das Powerplay sein. Während Kanada echt gutes Powerplay zeigte, konnte die Schweiz bisher nicht wirklich überzeugen.
  • p***ylover 22.05.2019 09:43
    Highlight Highlight Sollte die Schweiz gegen Kanada verlieren, drücke ich dem Deutschen Team die Daumen!
  • dho 22.05.2019 09:38
    Highlight Highlight Der realistische Chronist? You made my day 🤣
  • geissli 22.05.2019 09:29
    Highlight Highlight Viele beanstanden das ungenügende Powerplay, dies macht mir keine Sorge, solange wir bei 5 -5 Tore erzielen.
    Viel mehr finde ich die defensive Disziplin bzw. Strategie oder Ordung, wie auch immer das man es nennt, eine Katastrophe. Gegen die Grossen haben wir einen unglaublichen Schnitt von 4 (!!!!) Gegentoren, das ist echt besorgnisergende...
  • CuJo 22.05.2019 08:42
    Highlight Highlight Wieso ist Berra nicht gut genug, um ein grosser Torhüter zu sein ?
    • hanibal79 22.05.2019 22:53
      Highlight Highlight Weil es in der BCF Arena kein Playoff Hockey zu bestaunen gab.
  • feuseltier 22.05.2019 08:13
    Highlight Highlight Sie dürfen einfach nicht immer ins offene Messer laufen. .. Dann wird es schwierig fpr den Torhüter. .

    Hopp Schweiz
  • Hoefi14 22.05.2019 08:02
    Highlight Highlight Oh das heisst morgen um 4 Uhr nach Hause gehen. Schade ist der Match nicht am Abend. Bin gespannt wie sie sich schlagen werden, bis jetzt waren die Spiele gegen die grossen an dieser WM ziemlich knapp. Aber die CH spielte noch keinen Match über 60 Min auf höchstem Niveau bzw. Fast fehlerfrei.
  • Gondeli 22.05.2019 07:42
    Highlight Highlight Das wird ein Spaziergang für die Kanadier. Der Nati fehlen halt die Langnauer um zu zeigen was Kampf und Aufopferung bedeutet...
  • Theageti 22.05.2019 07:34
    Highlight Highlight dIe sChWeIz wIrD Zu 66.66% WeLtMeIsTeR 🙄
  • Chloote 22.05.2019 07:32
    Highlight Highlight Ich vermute das war's dann wohl mit der WM 2019 für die Schweiz. Denn ab den Finalspielen wird Kanada ganz anderst zur Sache gehen, als noch in den Gruppenspielen. Kanada kann jeweils problemlos 2 - 3 Gänge höher schalten, wenn es denn gegen die Schweiz nötig sein sollte. Da müsste wirklich alles zusammenpassen, damit die Schweiz Kanada niederringen könnte.
    • Willy Tanner 22.05.2019 09:22
      Highlight Highlight Genau, letztes Jahr im Halbfinale haben sie sogar 4 Gänge hochgeschaltet......nützt nichts! ;-)
  • kupus@kombajn 22.05.2019 06:14
    Highlight Highlight Mir macht viel mehr sorgen, dass ich Donnerstag um 16:15 nicht schauen kann.
    • Nelson Muntz 22.05.2019 07:44
      Highlight Highlight geh heute 20x aufs WC und sag dass du Magenbeschwerden hast...dann kannst du morgen zuhause bleiben
    • Bobby Sixkiller 22.05.2019 09:16
      Highlight Highlight Gönn es einem Schichtler wie mir doch auch, habe Gott sei Dank Frühschicht 😉
    • kupus@kombajn 22.05.2019 11:01
      Highlight Highlight @Nelson Muntz: es liegt nich am Job.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MR92 22.05.2019 05:58
    Highlight Highlight Ich finde das amüsant! Die Schweiz wird aktuell in alle Himmel gelobt. Ich frage mich nur wie die Schweizer gegen Kanada erfolgreich sein wollen, wenn ihr Power Play auf so schwachem Niveau ist. Ist aber auch kein Wunder, wenn man mit Ambühl einen der kleinsten Spieler dem gegnerischen Torhüter vor die Nase stellt.

    Ich tippe auf ein 3:1 für Kanada
  • Denk nach 22.05.2019 05:39
    Highlight Highlight "Und was sagt der realistische Chronist? Wir haben eine Chance auf das Halbfinale. Aber eine kleinere als vor einem Jahr bei der Silber-WM in Kopenhagen."

    Ich bin mir da nicht so sicher, da nach den ersten vier Siegen die Quali eigentlich schon klar war hatte die nati 3 Spiele gegen Grosse, die nicht wirklich ein" Ernstkampf" waren, und das in einer sehr starken Gruppe. Das Spiel gegen Schweden hätte auf beide Seiten kippen können, bei den Russen waren wir schon qualifiziert und hatten am Vortrag das harte Spiel gegen die Schweden und Tschechien hätten wir gewinnen können ohne emptyneter.
    • CuJo 22.05.2019 08:47
      Highlight Highlight Ein bischen viel "hätte, hätte, Fahrradkette", findest Du nicht ? Spiel gegen Schweden kann ich nicht beurteilen, gegen die Russen mussten wir aber sowas von unten durch, da braucht niemand kommen mit "schon qualifiziert", wir waren mehr oder weniger chancenlos.
      Alles in allem bleibt es so wie ich es schon vor ein paar Tagen geschrieben habe: Wir kommen genau so weit, wie es die Lineups der Grossen zulassen....und in diesem Jahr lassen sie fast kein Halbfinale zu, es sind einfach zuviele NHL-Profis am Start. Es braucht einen überragenden Torhüter, Effizienz (Tore aus wenig Chancen) und Glück.
    • Eric Lang 22.05.2019 09:02
      Highlight Highlight Dreamer, you Dreamer...
    • Kronenhirsch 22.05.2019 11:19
      Highlight Highlight Wenn die Kanadier spielen wie gestern gegen die USA dann wird es relativ schwierig, aber die 🇨🇭 lassen einfach nicht soviel zu hopp CH
  • The Returner 22.05.2019 05:20
    Highlight Highlight Auf den Punkt, Klaus!👍🏻🏁 Frage mich einzig, wieso wir mit der Struktur, dem System der Finnen oder Schweden nicht zu Recht kommen! Die Russen lasse ich bewusst aussen. Die spielen dieses Jahr in einer andern Liga und stoppen sich hoechstens selbst!
    Trotzdem, wie auch immer es kommen mag:
    Danke Fischi! Danke Nati! Es bereitet Freude euch zuzuschauen!👍🏻✌🏻🎉🎉🏁
    • kupus@kombajn 22.05.2019 07:54
      Highlight Highlight Weil die CH-Stärken Tempo und läuferische Qualitäten sind und die Skandinavier, besonders die Schweden, mit ihrem durchstrukturierten und disziplinierten Defensiv- und Stellungsspiel, welches bereits im gegnerischen Drittel beginnt, hervorragend in der Lage sind, diese Stärken zu neutralisieren. Deshalb wird das Spiel gegen Kanada schwieriger als auch schon, weil dieses Team Canada viel disziplinierter Auftritt als beispielsweise letztes Jahr.

      Die Russen bauen auf denselben Stärken wie die Schweizer auf, können alles aber noch ein Stück besser.

Die Schweiz spielt an der Heim-WM 2020 in Zürich – ein grober Fehler

Die Schweiz trägt ihre Gruppenspiele in Zürich und nicht in Lausanne aus. Eine Respektlosigkeit sondergleichen gegenüber der welschen Eishockey-Kultur.

Alles in Zürich. Zürich ist der Nabel der Schweiz. Der Verband («Swiss Ice Hockey») hat den Sitz in Zürich. Also trägt die Schweiz bei der Heim-WM vom 8. bis 24. Mai 2020 ihre sieben Gruppenspiele gegen Russland, Finnland, die USA, Lettland, Norwegen und Italien in Zürich aus. Das ist bequemer und entspricht dem Selbstverständnis und der Arroganz der Deutschschweizer und Zürcher. Alles logisch? Alles klar?

Nein. Die erfolgreichen Organisatoren der letzten beiden WM-Turniere in Dänemark (2018) …

Artikel lesen
Link zum Artikel