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Davos Headcoach Arno Del Curto im 4. Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem HC Davos, am Donnerstag, 24. Maerz 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Kann auch mal nichts sagen: Davos-Trainer Arno Del Curto.
Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Schade, dass Arno Del Curto zum Playoff-Final schweigt – denn er hätte sehr viel zu sagen

Davos-Kulttrainer Arno Del Curto tritt nicht auf dem Jahrmarkt der Final-Eitelkeiten auf. Das ist sehr schade. Weil es einen beunruhigenden Trend gibt.



Die SCB-Hockeymaschine hat bisher in den Playoffs alles verschlungen. Den Qualifikationssieger ZSC Lions, den Titelverteidiger HC Davos und im Final bereits zweimal den spielerisch besseren HC Lugano. Zu den ewigen Träumen unseres Hockeys gehört ein Engagement von Arno Del Curto beim SC Bern. Und wir können davon ausgehen, dass Bern mit ihm an der Bande wahrscheinlich die ganze Saison so rocken (aber nicht so spielen!) würde wie jetzt in diesem Final.

Arno Del Curto mag nicht öffentlich zum Final reden. Er sagt: «Keine Interviews!» Zu ausgeprägt ist sein sportlicher Gerechtigkeitssinn: Er überlässt die Bühne den Siegern. Für ihn ist es ausgeschlossen, als Verlierer die Sieger zu kritisieren. So etwas wäre für ihn eine Respektlosigkeit sondergleichen.

Thomas Ruefenacht, rechts, von Bern spielt um den Puck gegen Elvis Merzlikins, Mitte, von Lugano im 2. Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem HC Lugano, am Dienstag, 5. April 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Schenken sich nichts: Bern führt im Playoff-Final gegen Lugano mit 2:1 Siegen.
Bild: KEYSTONE

SCB-Verrat am «totalen Hockey»

Das ist eigentlich sehr schade. Denn Arno Del Curto hat schon eine Meinung zu diesem Finale. Eine dezidierte sogar. Dieses unerbittliche Hockey, gespielt mit vier Linien, das den SC Bern zur grössten Playoff-Sensation aller Zeiten tragen könnte (aber es ist noch nicht vollbracht!), entspricht zumindest im Ansatz durchaus seiner Philosophie eines «totalen Hockeys». Del Curto ist ja rastlos auf der Suche nach dem noch schnelleren, präziseren, intensiveren, härteren und besseren Hockey und nach dem noch kräftigeren und zugleich noch beweglicheren, schnelleren, intelligenteren und disziplinierteren Spieler.

Aber Arno Del Curtos Traum von diesem «totalen Hockey» ist vom SCB in einem gewissen Sinne verraten worden. Dieses reissende, «totale» SCB-Hockey verlässt schon mal das Bachbett der Disziplin und der Regeln. Darum ist es schade, dass er das Interview (aber nicht das Gespräch) zu diesem Thema verweigert. Es ist ja nicht nur so, dass sich in Zeiten der finalen Dramen Kritik nicht gehört. Vor allem kann es sich kein Trainer leisten, etwas gegen Härte und Provokationen zu sagen. Das ist im Macho-Milieu Eishockey noch verpönter als Pornographie an einem SP-Parteitag.

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Aber es gibt schon Gründe, ein wenig beunruhigt zu sein. In keiner anderen wichtigen Liga ist der Unterschied zwischen Qualifikation und Playoffs in der Regelauslegung so extrem wie in diesem Frühling in der NLA. Der Trend des modernen Hockeys zu Intensität durch Tempo, zu Checks ohne «Nachtreten» und zur Verbannung der «kriegerischen Stockarbeit» und der Provokation ist bei uns nicht mehr zu erkennen.

Viel Vergnügen an der WM …

Das grandiose Final-Drama bietet uns eben auch einen Rückfall in die Zeiten des archaischen, rauen, alttestamentlichen Hockeys. Und die Schiedsrichter lassen es geschehen. Sie haben ja von der Ligaführung her nicht den Rückhalt, die Regeln durchzusetzen. Tatenlos nimmt die Ligaführung seit langer Zeit die permanente Untergrabung der Autorität unserer Schiedsrichter hin – und jetzt ernten wir die bitteren Früchte der Anarchie: Spieler, Coaches und Sportchefs haben sich längst daran gewöhnt, Grenzen ungestraft zu überschreiten, und dann, wenn sie in die Schranken gewiesen werden, die Schiedsrichter als Deppen hinzustellen.

Wir haben als erste wichtige Liga der Welt «Nulltoleranz» bei der Regelauslegung für die Playoffs wieder abgeschafft. Es kann Arno Del Curto nicht freuen, wenn er sieht, was aus seinem Traum vom «totalen Hockey» gemacht wird. So «strub» wie in diesem Final ist es noch nie zu und hergegangen. Das ist gut fürs Drama, für die Unterhaltung und erst recht für Polemiken aller Art. Aber etwas weniger gut für die Gesundheit der Spieler und für die internationale Konkurrenzfähigkeit. Bei der WM gilt wieder «Nulltoleranz».

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herren 10.04.2016 14:24
    Highlight Highlight Wieder so ein polemischer Artikel von Bern-Hasser Zaugg. Der SCB hat gegen Davos schlicht das bessere Playoff-Hockey gezeigt. Punkt.
  • BeatBox 09.04.2016 18:20
    Highlight Highlight Ach ja, genau jetzt wo der SCB wieder zu den Big Bad Bears wird, kritisiert Zaugg das was er von Bern immer gefordert hat...

    Ich kann mich an einige Playoffserien in den letzten Jahren erinnern, die gegen Bern gelaufen sind weil die anderen Mannschaften ihr gröbstes Repertoire hervorgeholt haben (Genf, Lausanne). Da wurde jeder, der die Schiris kritisierte als Memm hingestellt. Jetzt läuft die Kutsche für Bern, jetzt wird es hinterfragt...

    Legt die Regeln nur gaanz normal aus, auch die Luganesi springen alles an was sich bewegt!
  • Gigi,Gigi 09.04.2016 17:30
    Highlight Highlight Alle Achtung Herr Zaugg
    Das hätte ich nicht gedacht, dass Sie indirekt Kritik an Bern üben. Aber tatsächlich, es stimmt, in diesen Playoffs wurde die Härte in nicht nur einer Partie massiv überschritten, auch, ja vor allem vom SCB. Denn es kann doch nicht sein, dass im besten Hornusser- und Schwingerstil alles niedergestreckt und gecheckt wird, was sich nicht wehren kann. Insbesondere Checks von der Seite, ob korrekt oder nicht, die bewusst eine Verletzung des Gegners in Kauf nehmen, gehören rigoros abgestraft. Sonst haben wir bald Verhältnisse und Krankenakten wie im American Football.
    • faustus 11.04.2016 08:57
      Highlight Highlight Kann Gigi nur beipflichten!
  • Bruno Wüthrich 09.04.2016 17:06
    Highlight Highlight Sooo dramatisch finde ich die Härte in dieser Finalserie gar nicht. Dem SCB gelingt es, sehr viel Intensität in die Spiele zu bringen, Lugano hält überraschend gut dagegen. Aber wir hatten keine Gehirnerschütterungen, keine Schulterverletzungen, keine gebrochenen Knochen etc. Wir hatten keine Fouls, die an Dreckigkeit Bisheriges übertroffen hätten. Die Fouls waren auch nicht zahlreicher als in andern Finalserien. Die Schiedsrichter machen einen guten Job.
    Zudem: Es ist nicht «unser» Traum, dass ADC Trainer in Bern wird. Es ist allenfalls der Traum von SCB-Fans. Das wars dann aber auch schon.
  • keplan 09.04.2016 16:29
    Highlight Highlight Mir gefällt dieses hockey irgendwie besser (ausser müll auf dem eis). Vielleicht ein bischen weniger hart wär auch ok.
    • Schreiberling 09.04.2016 17:17
      Highlight Highlight Nichts gegen hartes, intensives Hockey. Aber dass Checks wie jener von Sprunger komplett oder die von Gerber oder Rod beinahe unbestraft bleiben, hat nichts mit hartem Hockey zu tun. Das ist ein Angriff auf die Gesundheit der Spieler.

      So was darf nicht sein, in einer Liga die zu den besten Europas gehören will.
    • keplan 09.04.2016 18:39
      Highlight Highlight Ich wollte damit nie sagen, dass es nicht das oberste Ziel sein soll das alle spieler gesund nach hause gehen.
  • Vernon Roche 09.04.2016 16:24
    Highlight Highlight Herr Zaugg, wenn ich Sie richtig verstehe ist Bern nur im Final weil es die Schiedsrichter zulassen? Weil die Berner unfair spielen und es geduldet wird?
    Mit Verlaub, das ist eine Beleidigung für die dargebotene Leistung der Berner bis anhin. Der SCB steht kurz vor dem Titel, weil alle, bis zum Wurstverkäufer in der Allmend, an den Sieg glauben. So wie wir im letzten Jahr.

    Gruss aus Davos
  • winglet55 09.04.2016 16:02
    Highlight Highlight Wieso soll sich Arno äussern? Er hat mit dem Final nichts zu tun. Wenn er sich mitteilen wollte, dann wäre er Journi geworden, nicht Trainer. Eines kann man dem Trainer von Davos nicht vorwerfen, mangelnden Stil!
  • Staal 09.04.2016 15:58
    Highlight Highlight und Drittens wird der SCB nächste Saison mit neuem, harten ausländischen Trainer statt Marionetten Lars möglicherweise wieder im Playout landen. Dann wird die Möggergemeinde wieder nach Arno schreien.
    • Bobo B. 09.04.2016 16:13
      Highlight Highlight Nächster Versuch bitte. Du bist noch immer nicht witzig. Aber langsam komme ich zum Schluss, dass bei dir einfach die Voraussetzungen nicht vorhanden sind...
    • Staal 09.04.2016 16:46
      Highlight Highlight und Du liebes Bobochen lebst einfach im Momentum. Geniesse es ! und lies vielleicht ein Buch
    • Bobo B. 09.04.2016 16:56
      Highlight Highlight Sta(a)linisten sind etwas aus der Mode geraten. Ebenso verhält es sich mit deiner Person. Ich lebe vielleicht für den Moment (das ist immer angezeigt in den PO) und masse mir nicht an, anderen Teams die Zukunft vorauszusagen. Vielleicht würdest du dich besser um die Perspektiven deines Teams kümmern.
  • Бɘгинʌгđ БaͤгɘиБөιđ 09.04.2016 15:49
    Highlight Highlight Vergiss jetzt endlich deinen Traum, dass Arno irgendwann SCB-Trainer wird. Erstens wird er morgen 80, Gratulation Arno, und zweitens ist der SCB gerade auch ohne ihn das stärkste NLA-Team 🐻
    • TheMan 09.04.2016 18:20
      Highlight Highlight Arno del Curto wird 80 jahre Alt? Wär mir Neu. 60 wird Arno am 23.7
    • Бɘгинʌгđ БaͤгɘиБөιđ 09.04.2016 21:56
      Highlight Highlight Schon mal was von Ironie gehört? Oder einfach nur ein Klugscheisser?

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