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Spieler von SC Bern, Eric Blum, Simon Moser, Thomas Ruefenacht, und SC Bern Spieler Mark Arcobello, jubelen nacher fuenfte Tor zum SC Bern Spieler Mark Arcobello, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (PPR/Anthony Anex)

Jubelnde Berner – Zug hatte dem Meister im ersten Finalspiel nichts entgegenzusetzen. Bild: PPR

Eismeister Zaugg

SCB-Hockey wie Blitz und Donner – das «Ende der Finalgeschichte»?

Titelverteidiger SC Bern fegt Zug zum Auftakt des Playoff-Finals mit 5:0 vom Eis. Im Pulverdampf einer gewaltigen SCB-Offensive waren alle Zuger gleich klein.



Für einmal geben wir einem Schiedsrichter das erste Wort. Danny Kurmann hat in Bern sein letztes NLA-Spiel geleitet – er gibt seinen offiziellen Abschied am 21. April beim Länderspiel Schweiz gegen Russland. Er sagte mit der Weisheit aus über 1000 Spielen: «Es war so einseitig, dass ich als Schiedsrichter das Spiel nicht einmal hätte beeinflussen können, wenn ich es gewollt hätte ...»

Wohl wahr. Nie mehr seit dem Frühjahr 2006, als Lugano den HCD zum Finalauftakt mit 5:0 besiegte – und mit 4:1 Meister wurde – hat es im ersten Finalspiel ein so klares Ergebnis gegeben.

Zugs Carl Klingberg im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Was für eine Klatsche für den EV Zug. Bild: KEYSTONE

Warum? Nun, wir haben SCB-Hockey wie Blitz und Donner gesehen. Sozusagen Eishockey als Naturereignis. Diese Bezeichnung trifft den Untergang des EV Zug am besten. Bei einem heftigen Gewitter gibt es keinen Schuldigen. Es ist höhere Gewalt. So lässt sich diese krachende Niederlage am besten erklären: Die Berner sind wie der Leibhaftige vom Berner Hausberg Gurten herabgefahren und über die Zuger hinweggebraust wie ein Gewittersturm. Wie ein Naturereignis, für das es nur eine Erklärung gibt: Höhere Gewalt. Nach dem 2:0 spürte jeder im Stadion: Es ist vorbei.

Auf das letzte Drittel (0:0) hätte man verzichten können. Und statt Hockey zu spielen hätte Francine Jordi aus Richigen bei Worb – sie sang die Nationalhymne – noch fünf oder sechs Lieder vortragen können. Beispielsweise «Ein Märchen aus Eis» – «Wunschlos glücklich» – «Du bist mein Held» (für den dreifachen Torschützen Mark Arcobello).

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Bei einer gewöhnlichen Niederlage obliegt es dem Chronisten, die Schuldigen zu benennen, ihnen die Fehler vorzuhalten und, wenn die gut bezahlten Stars versagt haben, auch mit Schmähungen nicht zu geizen. Meist führt ja ein Scheibenverlust oder ein Stellungsfehler oder ein Missverständnis zu jenem Treffer, den wir dann hinterher, wenn wir wissen, wie es ausgegangen ist, als den Entscheidenden bezeichnen. Auch das Wort «Lottergoalie» ist dann bei der Beurteilung der Leistung des letzten Mannes in der Regel nicht mehr weit.

Erste Tor (1-0) von SC Bern Spieler Mark Arcobello, Mitte, gegen Goalie Tobias Stephan, links, und Zugs Santeri Alatalo, rechts, im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Tobias Stephan war gestern nicht zu beneiden. Bild: KEYSTONE

Aber all das wird diesem ersten Finalspiel nicht gerecht. Zug ist nicht das Opfer eines individuellen Fehlers, eines einzelnen Versagers geworden. Zug hat in Bern einen kollektiven Zusammenbruch erlitten. Alle sind daran beteiligt.

Im Pulverdampf der gewaltigen SCB-Offensive waren alle Zuger gleich klein, es gab keine Unterschiede mehr. Wir können eigentlich nur einen von aller Schuld freisprechen: Torhüter Tobias Stephan. Er war ganz einfach chancenlos. Der einsamste Mann im Berner Hockeytempel. Er stand alleine draussen im tobenden offensiven Unwetter, das da über seine Mannschaft hereinbrach und nicht enden wollte, bis die Entscheidung gefallen war.

Plüss schlicht überragend

Die Leistung der Berner personifiziert Martin Plüss. Er ist diese Woche 40 geworden. Bei nummerischer Unterlegenheit erzwingt er im besten Wortsinne das 2:0. Zum ersten Mal in unserer Hockeygeschichte hat ein 40-Jähriger im Finalspiel einen Treffer erzielt.

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Martin Plüss mit dem 2:0 in Unterzahl. Video: streamable

Kein Wunder hat der Mittelstürmer, der sich mit dem SCB nicht über eine Vertragsverlängerung einigen konnte, inzwischen auch Angebote aus Schweden und von den Kölner Haien. Diesen zweiten Treffer hatte der Captain in der 9. Minute erzielt. Und bereits zu diesem Zeitpunkt war allen klar, dass der SCB als Sieger vom Eis gehen wird.

Martin Plüss sagte hinterher auf die Frage, ob denn dieses 5:0 nun schon den Titel bedeute, mit der Weisheit von über 20 Jahren Hockey: «Es kommt drauf an, was wir aus diesem Spiel machen. Es ist ein Sieg, nicht mehr und nicht weniger.» In Zug habe man oft Probleme gehabt und man dürfe dem Gegner gar nicht erst die Initiative überlassen. Tatsächlich hat der SCB am 21. Januar in Zug 0:6 (0:2, 0:2, 0:2) verloren.

Gross ist nach diesem wuchtigen Auftakt die Versuchung, nun bereits das Ende der diesjährigen Finalgeschichte auszurufen. So wie es der berühmte amerikanische Politologe Francis Fukuyama nach dem Untergang des Kommunismus einst in seinem Bestseller «Das Ende der Geschichte» verkündet hat – und sich, wie wir heute wissen, gründlich geirrt, ja blamiert hat.

Berns Topscorer Mark Arcobello jubelt nach seinem Tor zum 1-0 im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Mark Arcobello ist mit drei Toren der Matchwinner für den SCB. Bild: KEYSTONE

Die Geschichte dieser Finalserie 2017 ist noch lange nicht zu Ende. Gestern ist bloss mit Karacho das Vorwort geschrieben worden. Die Zuger sind das «Opfer» des besten SC Bern dieser Saison geworden. So geradlinig, wuchtig, präzis, schnell, kaltblütig haben die Berner diese Saison noch nie gespielt.

Das Publikum in Bern ist eher schwerblütig. Doch gestern hat es schon im ersten Drittel eine «Standing Ovation» gegeben. So früh wie seit Menschengedenken nicht mehr. Es ist, als hätten die Berner im Viertel- und im Halbfinale bloss langweiliges defensives Hockey-Schach und Spielkontrolle zelebriert, um den Finalgegner in die Irre zu führen. Um ein gewaltiges Offensivpotenzial bis zum Finale geheim zu halten und für die finale Entscheidung aufzusparen.

Berner Fans feiern ihre Mannschaft im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ekstase in der PostFinance Arena.  Bild: KEYSTONE

Folgt die Zuger Auferstehung?

Anders als im richtigen Leben bieten die Playoffs in der Zeitspanne von acht Tagen mindestens viermal eine neue Chance. Der SCB hat zum Auftakt über seinem spielerischen Nominalwert gespielt. Aber der EV Zug weit unter seinen Möglichkeiten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der SCB auf dem gestrigen Niveau «durchzieht» ist wesentlich kleiner als die Wahrscheinlichkeit einer wundersamen Auferstehung der Zuger. Ein Gewitter zieht rasch vorüber. Die Mannschaft von Harold Kreis hat diese Saison immer wieder ihre Zähigkeit, ihre Unerschütterlichkeit unter Beweis gestellt. Eine ihrer Qualitäten ist es, nie aufzugeben und wieder aufzustehen. Die Zuger sind dazu in der Lage, die Niederlage wie Strassenstaub aus den Kleidern zu klopfen und wieder ganz von vorne zu beginnen.

Zugs Haudegen Timo Helbling war nach dem Spiel keineswegs kleinmütig oder gar zerknirscht. «Wir waren naiv und nervös und sind blindlings ins Verderben gelaufen.» Er ist sicher, dass das so nicht mehr passieren wird. «Wir haben gegen Davos mindestens so heftiges Forechecking überstanden.» War es fehlende Finalerfahrung? «Im Nachhinein sieht es so aus.»

Willi Voegtlin, Chef Spielplan Swiss Ice Hockey, traegt den Meisterpokal vom Eis, vor dem ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Willi Vögtlin bringt den Meisterpokal. Bild: KEYSTONE

Das Schlusswort überlassen wir wieder einem mit der Weisheit aus über 1000 Spielen. Ex-Spitzenschiedsrichter, Spielplan- und Cup-General Willi Vögtlin ist bei jedem Final dabei. Er muss auf den Pokal aufpassen. Er mahnt zur Vorsicht: «Es ist gefährlich, wenn schon während des ersten Spiels die Olà-Welle durchs Stadion geht.» Wohl wahr, lieber Willi. Aber ein leichter Sieg zum Auftakt ist immer noch besser als eine schwere Niederlage.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ordo Malleus 07.04.2017 12:43
    Highlight Highlight Zug war einfach nicht bereit. Der Auftritt war sogar noch schwächer als beim letzten Gastspiel kurz vor den Playoffs. Im Sinne eines würdigen Finale, muss sich der EVZ klar steigern. Hopp SCB.
  • Lan25d 07.04.2017 12:31
    Highlight Highlight Fakt ist:Der Evz wird am Samstag ganz anders auftreten!Trotzdem habe ich ein sehr gutes Gefühl was dem SCB angeht.Wie man gestern gesehen hat,hat der SCB das Spiel nicht auf die leichte Schulter genommen.Plus mit dieser tollen Kulisse in Bern!So kann es gerne weiter gehen!!
  • Isalogan 07.04.2017 12:28
    Highlight Highlight Bärenstark🐻💪🏼
  • Baccaralette 07.04.2017 12:17
    Highlight Highlight Nein - keine Überleistung. Sondern einfach der SCB im Playoff-Finale.
    Bisher hat der SCB immer einen Tick besser gespielt als sein Gegner. Keine Energie verschwenden, das wars. Warum muss man Lugano mit 7:0 wegpusten, wenn man weiss, man kommt mit einem statt zwei Schritte auch ins Finale?
    Und Zug - eh ja. Sie können nichts dafür. Sie sind halt einfach Zug.
  • CheGue 07.04.2017 12:08
    Highlight Highlight Grundsätzlich stimmt die Aussage von Diaz nach dem Spiel im Schweizer Fernsehen. Es spielt keine Rolle ob du 1:0 oder 5:0 verlierst..... Trotzdem, wenn du so vorgeführt wirst und nicht den Hauch einer Chance hast..... bezweifle ich seine Aussage! Der SCB kann sich nur selber stoppen! Wie sagt Tikkanen so schön: noch 3 bis 🥇🏆
  • Pegi9999 07.04.2017 10:13
    Highlight Highlight Es ist ein Spiel gespielt, nicht mehr und nicht weniger. Das sagte auch Plüss.Lugano hat im hf das erste Spiel auch gewonnen und die Serie verloren, jedoch will ich den scb nicht mit dem hcl vergleichen, aber man sollte nicht vergessen:
    It’s not over till the fat lady sings
    In diesem Sinne, auf weiteres gutes hockey🤘🏽
    • R. Schmid 07.04.2017 14:34
      Highlight Highlight Ich hoffe die Zuger spielen dann noch ein wenig mit! SCB Ollllleeee!
  • sidthekid 07.04.2017 09:22
    Highlight Highlight CTRL+F "Lottergoalie" --> 1 Treffer --> BINGO! 🎉🎉😄
  • The Kurt 07.04.2017 08:38
    Highlight Highlight Zwar ist erst ein Spiel gespielt, aber es ist schön zu sehen, dass die Zuger ihre opportunistische, langweilige Spielweise aus dem Halbfinal nicht mehr bringen können.

    Gegen die abschlussschwachen Davoser hat das noch gereicht, aber der SCB verfügt über Ausländer eines anderen Formats. Da wird Stephan auch nicht jedes mal den Sieg stehlen können.
    • Santale1934 07.04.2017 09:40
      Highlight Highlight Da hat wohl jemand das Ausscheiden noch nicht verkraftet... ;-)
      Und dann noch "Da wird Stephan auch nicht jedes mal den Sieg stehlen können", im Sport sollte man auch mal ein guter Verlierer sein können :-)
      Hoffe auf eine starke Reaktion von Zug, damit das Finale nicht zu einer langweiligen einseitigen Partie wird.
  • Track 07.04.2017 08:35
    Highlight Highlight Die Zuger erwarteten Gummibärli (hier gelesen), dachten aber wohl an Haribo. Dass aus vulkanisiertem Gummi aber auch ein Puck entstehen kann haben sie vergessen. Der ist dann bekanntlich ziemlich hart und schnell! ;)
  • olllli 07.04.2017 08:26
    Highlight Highlight So sieht es aus wenn eine Mannschaft wo noch nie im Final stand gegen eine Mannschaft antreten muss wo schon mehrere Meistertitel gewonnen hat. Zug war Mental völlig überfordert, sie waren durch die Nervosität wie gelähmt.
    • Gantii 07.04.2017 11:37
      Highlight Highlight welche*
  • Blitzableiter 07.04.2017 08:23
    Highlight Highlight Es war ja Donnerstag. 😎 War einfach nur geil!
  • schwiizermeischterevz 07.04.2017 08:16
    Highlight Highlight die niederlage kostet uns ein müdes lächeln. morgen werden die grännis bis nach neuchatel weggepustet. 10:0!
    • Bullet-Tooth-Joni 07.04.2017 09:17
      Highlight Highlight Die paar Nasen der Herti-Sirupkurve haben gestern aber nicht nach "einem müden Lächeln" ausgesehen sondern eher wie krampfhaft versteinertes, ungläubiges Staunen über die nicht-leistung ihrer Eiskunstläuferinnen...
    • zsalizäme 07.04.2017 09:26
      Highlight Highlight Du bist mindestens so schlimm wie Tikkanen. Und das sage ich als EVZ-Fan.
    • Pingu80 07.04.2017 09:44
      Highlight Highlight Und aus eurem müden lächeln, wird es morgen ein Tränenmeer geben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tikkanen 07.04.2017 08:14
    Highlight Highlight ...wie angekündigt gestaltete sich der Auftakt zum Sweep über den EV Weltkonzern💰als Schaulaufen der glorreichen Berner Hockeymaschine👍🏻Seit den Tagen der alten Oilers nie mehr gesehehe Dominanz Berns über die in allen Belangen überforderten Opportunisten aus dem Briefkastenkäffli😁Der Tempel rockte wie selten, schlichtweg phänomenal🤗So geil, das ich sogar das Bier holen vergass, sensationell🤗So, am Samstag geht es auf nach Zug, freue mich auf den Auswärts-Kantersieg und die empörten Grindä der dortigen Heim"fans"🤢Noch 3 bis zur epochalen und doch so einfachen Titelverteidigung🐻🏆🍺😎
    • Roger Hügli (1) 07.04.2017 09:04
      Highlight Highlight Mag alles sein, aber bekanntlich kommt Hochmut sehr oft vor dem Fall!
    • PHM 07.04.2017 11:21
      Highlight Highlight Tikkanen, dreht sich dein Geist derartig in Kreisen? Wieviele Male mussten wir jetzt zu jedem einzelnen Playoffgegner die gängigen Vorurteile, die jeder Primarschüler kennt, immer und immer wieder hören? Und dann sind es nichtmal solche, die mit Hockey zu tun hätten.

      Dein Repeatmodus ist echt nicht zu beneiden. Wie eine ewige, deprimierende Karussellfahrt, eingezäunt von den eigenen kognitiven Fähigkeiten.

      Bin nichtmal verärgert und mein Mitleid ist nichtmal gespielt 🤔
    • Rübli 07.04.2017 11:30
      Highlight Highlight Lieber Tikki, der EV Weltkonzern finanziert schön euer SC Beamtenmikado jahrein, jahraus. und die 16'000 SCB Fans im Stadion waren trotz der überragenden Vorstellung während 50 Minuten leiser als die Zuger Auswärts"Fans". Einzig die Animation durch Stadion-DJ hat den Berner Fans ab und zu ein Tönli rausgedrückt. Ich freu mich auf die weiteren Kapitel dieses Buches.
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