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Bern's Ramon Untersander, Mark Arcobello, Simon Moser and Andrew Ebbett, from left, celebrate during a Champions Hockey League round of 16 match between Switzerland's SC Bern and Finland's JYP Jyvaeskylae, at the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Tuesday, November 1, 2016. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Berner Jubel mit Untersander, Arcobello, Moser und Ebbett (von links). Bild: KEYSTONE

Darum hat der SC Bern die Chance, die Champions League zu gewinnen

Der SC Bern spielt in der Champions Hockey League finnischer als JYP Jyväskylä und gewinnt 3:2. Wieder einmal bestätigt sich eine nordamerikanische Hockey-Weisheit: «Speed kills.»



Der SC Bern hat das gleiche Problem wie ein alter Dieselmotor. Ein Problem, das Schweizer Teams bei internationalen Partien und auch die Nati immer wieder haben. Sie brauchen eine längere Aufwärmphase um internationale Betriebstemperatur zu erreichen. Gestern haben wir erst im zweiten Drittel den wahren SCB gesehen.

» Alle Achtelfinal-Hinspiele mit Schweizer Beteiligung

Skandinavische Teams sind in der Regel grösser und kräftiger. Das ist auch in diesem Fall so. Die Männer des finnischen Mittelfeldteams (Platz 9 in der 15er-Liga) messen im Schnitt 185,86 Zentimeter. Die Berner lediglich 181,38. 13 Finnen sind schwerer als 90 Kilo. Aber nur sieben Berner. In Finnland und Schweden verbringen die Spieler halt vom Juniorenalter an mehr Zeit im Kraftraum als bei uns.

Die Berner sind in der ersten Phase chancenlos. Weil sie fast jeden Zweikampf gegen die kräftigeren Finnen verlieren, die mit viel mehr Druck auf dem Stock arbeiten. Und mit ihrer Wucht die Lufthoheit in allen drei Zonen und der Bande entlang haben.

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Die fünf schönsten Tore der Achtelfinal-Hinspiele von gestern. Video: YouTube/Champions Hockey League

Der SCB finnischer als die Finnen

Die Berner, in der heimischen Liga physisch dominant, werden erst einmal kräftig durchgerumpelt. JYP Jyväskylä spielt rauer als einst die meisterlichen «Big Bad Bears». Es ist die internationale Härte und Intensität, die unserer Liga fehlt und auch die Zuschauer irritiert. Nach dem ersten Drittel führt JYP Jyväskylä verdient 2:0.

Die Schweizer können Finnen oder Schweden nicht einschüchtern und vom Eis arbeiten. Dafür sind sie zu klein, zu leicht, zu wenig kräftig und in der Regel auch zu weich. Aber wir sind dazu in der Lage, an einem guten Abend selbst den Finnen, die zu den besten Läufern der Welt gehören und für ihr Lauf- und Tempohockey auf höchster Ebene weltberühmt sind, den Schneid abzukaufen.

Bern's Gian-Andrea Randegger, left, fights for the puck with Jyvaeskylae's Valtteri Hotakainen, right, during a Champions Hockey League round of 16 match between Switzerland's SC Bern and Finland's JYP Jyvaeskylae, at the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Tuesday, November 1, 2016. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Randegger drückt Hotakainen aufs Eis. Bild: KEYSTONE

In fünf Minuten vom 0:2 zum 3:2

Tempo ist seit Anbeginn der Zeiten unser wirksamstes Mittel gegen internationale Konkurrenz. «Speed kills», sagen die Nordamerikaner. Tempo triumphiert über Grösse, Gewicht und Kraft.

Nach der ersten Pause zelebrieren die Berner die besten zehn Minuten seit der Amtsübernahme des finnischen Trainers Kari Jalonen. Sie sausen und brausen über die Finnen hinweg und brauchen nur 31 Sekunden bis zum Ausgleich. Nach knapp fünf Minuten ist das 0:2 in ein 3:2 verwandelt. Erst dann gelingt es dem Gegner nach und nach, mit Härte das Tempo zu drosseln. Am Resultat ändert sich nichts mehr.

Wo endet die Reise?

Reicht dieses 3:2 fürs Rückspiel? Ja, wenn vier Faktoren stimmen:

  1. Kein «Dieselsyndrom». Die Berner müssen von allem Anfang an Betriebstemperatur haben.
  2. Kein Hockeyschach, kein Rumpelhockey. Von der ersten Sekunde an freches und präzises Tempo- und Laufhockey mit tiefen Forechecking-Nadelstichen.
  3. Disziplin. Provokationen nicht mit Fausthieben und Stockschlägen, sondern mit Laufarbeit beantworten.
  4. Goalie Leonardo Genoni spielt sein bestes Hockey.

Wenn diese vier Punkte erfüllt sind, kommen die Berner nicht nur eine Runde weiter. Dann sind sie sogar dazu in der Lage, die Hockey Champions League zu gewinnen.

Der Modus

Jyväskylä braucht am nächsten Dienstag fürs Weiterkommen einen Sieg mit zwei Toren Differenz. Anders als im Fussball zählen Heim- und Auswärtstore gleich viel. Bei einem Sieg der Finnen mit nur einem Tor Unterschied kommt es zu einer Verlängerung von zehn Minuten und, falls nötig, zu ein Penalty-Schiessen.

Entschuldigung, wie sehen Sie denn aus? Schrille, kuriose und schlicht hässliche Trikots

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zbude 02.11.2016 21:15
    Highlight Highlight Ersten: ich habe den Match gesehen. Zweitens: ich bin SCB-Fan. Drittens: Dieses Spiel kannst du jetzt 10x wiederholen, und 10x gewinnen die Finnen. Sie sind um Klassen besser, läuferisch, technisch. Das wird auch im Rückspiel so sein.
  • rundumeli 02.11.2016 18:31
    Highlight Highlight allerliebst:

    "Die Schweizer können Finnen oder Schweden nicht einschüchtern und vom Eis arbeiten. Dafür sind sie zu klein, zu leicht, zu wenig kräftig und in der Regel auch zu weich. "
  • andre63 02.11.2016 12:22
    Highlight Highlight who cares?
  • Tikkanen 02.11.2016 10:12
    Highlight Highlight Herrlich. Diese Saison können zwei weitere🏆dem prallvollen Pokalregal im Tempel hinzugefügt werden👍
    • Der müde Joe 02.11.2016 11:14
      Highlight Highlight Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
    • „Lotter“Leser 02.11.2016 11:50
      Highlight Highlight ist aber auch doof, wenn man abends dann sagen muss "wusst ich's doch!" ;)
    • Der müde Joe 02.11.2016 11:57
      Highlight Highlight Ich lass mich gerne überraschen. ;)
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Nun ist es offiziell: Langenthal kann nicht in die höchste Liga aufsteigen

Liga-Direktor Denis Vaucher bestätigt, was bisher krampfhaft geheim gehalten worden ist: Wird der SC Langenthal Meister, kann er nicht aufsteigen und die Rapperswil-Jona Lakers bzw. Davos sind gerettet.

Auf die Frage, ob der SC Langenthal in seinem Kultstadion «Schoren» in der NL spielen dürfte, sagt Liga-Direktor Denis Vaucher klipp und klar: «Nein, der Schoren erfüllt die Anforderungen an ein Stadion in der höchsten Liga nicht und kann auch mit infrastrukturellen Anpassungen in der Sommerpause 2019 nicht National-League-tauglich gemacht werden.»

Päng! Das ist Klartext in der reinsten Form. Endlich wissen wir: das Thema Aufstieg ist für Langenthal ganz offiziell vom Tisch.

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