DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die NL-Klubs im Glück: Ihre TV-Einkünfte belaufen sich trotz Corona-Krise weiter auf 1,6 Millionen Franken (Symbolbild).
Die NL-Klubs im Glück: Ihre TV-Einkünfte belaufen sich trotz Corona-Krise weiter auf 1,6 Millionen Franken (Symbolbild).
bild: keystone
Eismeister Zaugg

Das grosse Aufatmen: Es gibt ganz oben auch künftig gleich viel Hockey-TV-Geld

21.06.2021, 13:1921.06.2021, 15:13

Die grosse, bange Frage war: Bringt der neue TV-Vertrag den Klubs in der höchsten Liga gleich viel Geld ein wie bisher? Nun sind die Zahlen bekannt. Und siehe da: Die Klubkassiere in der höchsten Liga dürfen künftig mit gleich viel Geld rechnen. Unser Hockey kann seine Position im nationalen TV- und Werbemarkt mit einem Rückgang im einstelligen Millionenbereich gut behaupten.

Nächste Saison muss das TV-Geld unter 13 und übernächste Saison gar unter 14 Klubs der höchsten Liga aufgeteilt werden. Und nun ist klar: Es gibt trotzdem für alle gleich viel Geld wie vorher in der 12er-Liga. Wie ist das möglich?

Für die nächste Saison gilt noch der alte TV-Vertrag. Der neu ausgehandelte Fünfjahres-Kontrakt mit Sunrise/UPC («MySports») läuft erst ab übernächster Saison (2022/23). Aber neu umfasst die höchste Liga nach dem Aufstieg von Ajoie ja nicht mehr 12, sondern 13 Teams. Und doch wird es auch nächste Saison rund 1,6 Millionen Franken pro Klub geben.

Der Grund für die wundersame Gelderhaltung: Die TV-Gesamtvermarktungs-Einnahmen laufen nächste Saison zum letzten Mal über den Verband, der das Geld an die Klubs weitergibt. Dank Mehreinnahmen – u.a. 13,40 Millionen Franken versicherter Gewinn aus der nicht durchgeführten WM 2020 – fällt das Geschäftsergebnis so gut aus, dass der Verband den Klubs mehr Geld ausschütten und so dafür sorgen kann, dass es auch bei 13 Teams bei rund 1,6 Millionen bleibt.

Ab übernächster Saison (2022/23) gilt der neue Fünfjahres-TV-Vertrag, den nicht mehr der Verband, sondern die NL-Klubs direkt mit Sunrise/UPC («MySports») ausgehandelt haben. Das Geld fliesst also ab 2022 nicht mehr über den Verband, sondern direkt zu den NL-Klubs. Ab übernächster Saison (2022/23) werden es in der höchsten Liga voraussichtlich 14 Teams sein (kein Absteiger im Frühjahr 2022, aber ein Aufsteiger). Und trotzdem wird es auch dann für 1,6 Millionen TV-Geld pro Klub in der höchsten Liga reichen.

Wie ist das möglich? Erstens fliesst alles TV-Geld zu den Klubs und nichts mehr in die Verbandskasse. Neu werden die Klubs zwar beim Verband Dienstleistungen einkaufen (u.a. Schiedsrichter, Organisation der Nachwuchs-Meisterschaften) – aber diese Aufwandsentschädigung ist kleiner als vorher die Summe, die der Verband für sich vom TV-Geld zurückbehalten hat.

Der Mittelkreis ist seit Jahren gelb.
Der Mittelkreis ist seit Jahren gelb.
Bild: KEYSTONE

Mit etwas Glück gibt es ab übernächster Saison (2022/23) sogar etwas mehr als 1,6 Millionen in die 14 Klubkassen. Die zentrale Liga-Vermarktung ab übernächster Saison ist nämlich noch nicht verkauft. Am Ende dieser Saison läuft der Vertrag mit der Postbank «PostFinance» aus, die als Werbefläche seit Jahren den Mittelkreis in allen Stadien und den Topskorer gekauft hat. Beides ist nun neu ausgeschrieben worden. Die Chancen, dass ein Unternehmen diese Werbemöglichkeit für mehr als eine Million einkauft, sind intakt. Dann dürfte es ab übernächster Saison (2022/23) zusätzlich eine hohe fünfstellige Summe pro Klub geben.

Der Verband bleibt auch unter den neuen Verhältnissen finanziell kerngesund. Eine Ernüchterung gibt es trotzdem: Der Verband verkauft seine TV- und Vermarktungs-Rechte nun zum ersten Mal in eigener Regie. Anzubieten hat er ab übernächster Saison lediglich die Frauen-Meisterschaft, das Amateurhockey, die Testspiele der Nationalmannschaft (die WM läuft separat) und die Werbung auf Dress und Helm der Schiedsrichter.

Bei der Nati rollt der Rubel nicht mehr so wie früher.
Bei der Nati rollt der Rubel nicht mehr so wie früher.
Bild: KEYSTONE

Für die TV-Rechte hat das staatstragende Fernsehen SRF soeben in einer ersten Verhandlungsrunde weniger als eine Million geboten. Die tüchtigen Verbandsgeneräle haben schon mit etwas mehr gerechnet. Und nach wie vor hat der Verband keinen neuen Hauptsponsor (als Ersatz für die «Zürich») gefunden und eine Verlängerung mit «PostFinance», die neben der Liga auch den Verband alimentiert hat, ist eher unwahrscheinlich. Für den Verband gilt: Es geht gleich weiter wie bisher. Aber auf gewisse finanzielle Extravaganzen muss ab 2022 wohl verzichtet werden.

Die Swiss League ist nun ebenfalls in eigener Regie in Sachen TV- und Vermarktungsrechte unterwegs. Im bisherigen Vertrag, der noch für die nächste Saison gilt, bekommt jeder Klubkassier der zweithöchsten Liga aus TV- und Vermarktungsgeld ziemlich genau 375'000 Franken. Die Summe ist für das nun anlaufende letzte Vertragsjahr leicht auf diese 375'000 Franken erhöht worden, weil ja nächste Saison nicht mehr zwölf, sondern nur elf Klubs bezahlt werden müssen (Ajoie ist aufgestiegen).

Die Swiss League ist inzwischen juristisch selbstständig und trägt ihre TV- und Werbehaut in Eigenregie zu Markte. Ab 2022 hat auch die zweithöchste Liga ihre eigenen TV- und Liga-Vermarktungsverträge. Aber die sind noch nicht ausgehandelt.

Die Swiss League muss weiterhin unten durch.
Die Swiss League muss weiterhin unten durch.
Bild: keystone

Bereits zeichnet sich ab, dass es sehr schwierig wird, einen Liga-Vertrag mit der gleichen Summe wie bisher (375'000 pro Klub) zu bekommen. Für die TV-Rechte dürfte es nicht viel mehr als eine Million geben – wenn überhaupt. Gut möglich, dass sich Sunrise/UPC («MySports») zu einem «Schnäppchen-Preis» auch die TV-Rechte an der Swiss League sichert.

Aus der Liga-Gesamtvermarktung (Mittelkreis, Topskorer) mehr als eine halbe Million zu lösen, wird sehr, sehr schwierig sein. Die Chance der einzelnen Klubs liegt in der direkten Vermarktung in den regionalen Märkten, in denen sie stark verankert sind. Aber aus der Liga-Gesamtvermarktung und den TV-Einnahmen wird es ab 2022 erheblich weniger Geld geben. Der alte, noch diese Saison gültige TV- und Vermarktungs-Vertrag, in dem alle Rechte (Verband, National League, Swiss League) gebündelt waren, brachte pro Saison ungefähr 35 Millionen, die sich Verband, National League und Swiss League teilten.

Der neue, ab 2022 laufende TV-Vertrag mit Sunrise/UPC («MySports»), der nur noch die Rechte an der höchsten Liga enthält, bringt nicht ganz 30 Millionen. Weil dieses Geld aber vollumfänglich zur National League fliesst und nicht mehr mit Verband und Swiss League geteilt werden muss, bleibt den Klubs der höchsten Liga nach wie vor mindestens gleich viel Geld (rund 1,6 Millionen). Auch mit einer 13er und einer 14er-Liga.

Wenn nach der National League auch der Verband und die Swiss League ihre TV- und Vermarktungsverträge unter Dach und Fach haben, dürften die Gesamtinvestitionen der TV-Stationen und Liga-Werber nicht mehr ganz 35 Millionen betragen. Bei dieser Summe geht es lediglich um ligaweite Rechte (Schiedsrichter, Topskorer, Mittelkreise). Sie hat nichts mit den Investitionen in die Werbung bei den einzelnen Klubs (u.a. Banden, Dress, VIPs) zu tun.

Ob es den einzelnen Klubs gelingt, nach der Virus-Krise die Werbe- und Sponsoringverträge zu gleichen Konditionen zu verlängern, muss sich erst noch zeigen. Es zeichnet sich immerhin ab, dass unser Hockey (Verband, National League, Swiss League) die Position auf dem nationalen TV- und Werbemarkt mit Verlusten im einstelligen Millionenbereich gut behaupten kann. Wie im richtigen Leben gibt es ganz oben (National League) beim TV-Geld und der Gesamtvermarktung kaum Verluste. Mit weniger Geld muss unten – beim Verband, bei der Swiss League – gerechnet werden.

watson Eishockey auf Instagram
Selfies an den schönsten Stränden von Lombok bis Honolulu, Fotos von Quinoa-Avocado-Salaten und vegane Randen-Lauch-Smoothies – das alles findest du bei uns garantiert nicht. Dafür haben wir die besten Videos, spannendsten News und witzigsten Sprüche rund ums Eishockey.

Folge uns hier auf Instagram.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

1 / 72
NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden
quelle: keystone / fabrice coffrini
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du bist ein echter Eishockey-Fan? So kriegst du das Stadion-Feeling zuhause hin

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Lausanne und sein folgsamer «Pizza-Trainer»

Eigentlich wollte Lausannes Manager Petr Svoboda John Fust bereits während des verlorenen Viertelfinals gegen die ZSC Lions vom Assistenten zum Cheftrainer befördern. Aber das schien ihm dann doch etwas gar abenteuerlich. Aber warum nicht John Fust als Cheftrainer für nächste Saison?

Die Szene ist verbürgt. Sie spielt noch während der Virus-Krise. Als in den Beizen nicht uneingeschränkt serviert werden darf. Also: Unter anderem sitzen Petr Svoboda, Cheftrainer Craig Mac Tavish, Assistent John Fust, Scout Kevin Ryan und mehrere Spieler am Tisch. Kurz vor Mittag unterbricht der Chef die Besprechung. Es sei Zeit, Essen zu gehen. Er wird belehrt, dass eine gemeinsame Mahlzeit wegen der Covid-Einschränkungen in der Beiz nicht möglich sei. Petr Svoboda sagt, dann müsse man …

Artikel lesen
Link zum Artikel