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15.12. 2014; Langnau; Eishockey Schweizer Cup - SCL Tigers - SC Bern:  Byron Ritchie (Bern) mitte gegen Alban Rexha (Tigers) links und Lukas Haas (Tigers)(Christian Pfander/freshfocus)

Die Lösung: Einen Sonderstatus für die Tigers und den SC Bern im Cup. Bild: Christian Pfander/freshfocus

Ewiges Duell mit den Tigers

Eismeister Zaugg

Der SC Bern hat den Cup gerettet und sollte ewiger Finalist sein

SCB-General Marc Lüthi hat den Eishockey-Cup gerettet. Der Final gegen Kloten wird im ausverkauften Hockey-Tempel ein Spektakel. Der SCB spielt um den Cup, Klotens Trainer Sean Simpson um die Ehre und eine prima Ausrede.



Der Eishockey Cup ist eine Veranstaltung ohne sportlichen Wert. Das ist zwar ein bisschen hart ausgedrückt, kommt aber der Wahrheit halt doch recht nahe. Denn anders als im Fussball ist der Cup nicht ein Eintrittsticket für europäische Wettbewerbe. Der Cup im Eishockey ist ein reines Kommerz-Produkt der erfolgreichen Sportvermarktungsagentur InfrontRingier.

Die ausverkaufte Ilfishalle vor dem dritten Viertelfinalspiel des Swiss Ice Hockey Cups 2014/15 zwischen de SCL Tigers und dem SC Bern am Montag, 15. Dezember 2014, in der Ilfishalle Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Den Fans wird auch im Cup Spektakel geboten, hier im Viertelfinalspiel zwischen den Tigers und Bern. Bild: KEYSTONE

Nun muss es keine schlechte Idee und keine Sünde sein, wenn eine Vermarktungsagentur im 21. Jahrhundert einen Wettbewerb erfindet, um mit einer Sportart Geld zu verdienen. Zu kritisieren ist lediglich, dass sich die Nationalliga-Clubs insgesamt viel zu billig verkauft haben. Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Wir können bereits Bilanz ziehen. Der Cup hat den Erstliga-Klubs Volksfeste und den SCL Tigers im Viertelfinal gegen den SCB ein gefühltes «Jahrhundert-Spiel» beschert. Und der Final vom Mittwoch in Bern ist ausverkauft. Nicht weil der Cup die Massen elektrisiert, sondern weil der SCB dafür sorgt.

SCB-Lüthis schlaue Strategie

SCB-General Marc Lüthi ist der beste Vermarkter im Schweizer Sport. Er hat die Chance erkannt, mit dem Cup Geld zu verdienen – auch wenn der SCB den Final verlieren sollte, wird der Gewinn aus dem Cupwettbewerb gut und gerne eine halbe Million Franken betragen. Denn der SCB verdient ja mit der Gastronomie. Und so hat Marc Lüthi auch mit schlauer Preispolitik und Rabatt für die Saisonkarten-Inhaber dafür gesorgt, dass das Stadion voll sein wird. Der Cup wird also vor einer würdigen Kulisse ausgespielt und unser Staatsfernsehen überträgt live.

epa04379105 CEO Marc Luethi of Swiss Ice Hockey club SC Bern during a press conference during the season media day of the SC Bern, 01 September 2014, Bern, Switzerland.  EPA/ANTHONY ANEX

Dieser Mann weiss, wie man einen Klub vermarktet: Marc Lüthi. Bild: EPA/KEYSTONE

Dieses Endspiel in Bern ist allerdings bloss schöner Schein und der Glanz bloss Trompetengold. Ohne einen Titanen wie dem SCB in der Endausmarchung wäre das Interesse am Cup gering und bei jedem anderen NLA-Klub in der Deutschschweiz das Stadion nicht voll. Gott sei Dank hat das Los den Hockey-Tempel zu Bern und nicht Kloten als Austragungsort bestimmt.

Es wäre also fatal, wenn der SCB nicht ins Final gekommen wäre. Dann wäre der Cup eine Pleite. Und daraus müssten die tüchtigen Veranstalter eigentlich lernen. Da der Cup-Wettbewerb ja keine sportliche, wohl aber hohe kommerzielle Ideale hat, darf und kann die Zukunft mit ein paar Handgriffen gesichert werden.

So wäre der Cup-Erfolg gesichert

Der SCB und die SCL Tigers bekommen künftig einen Sonderstatus. Sowohl der SCB als auch die Tigers müssen in einer ersten Runde gegen einen Erstligisten antreten. So haben wir zwei Volksfeste im Bernbiet. Sodann spielen der SCB und die SCL Tigers in der zweiten Runde immer gegeneinander – und der Sieger ist direkt fürs Final qualifiziert und führt auch das Endspiel durch. Die restlichen Klubs spielen den zweiten Finalisten aus.

15.12. 2014; Langnau; Eishockey Schweizer Cup - SCL Tigers - SC Bern: Thomas Ruefenacht (Bern) links gegen Lorenzo Croce (Tigers) mitte und Miro Zryd (Tigers) (Christian Pfander/freshfocus)

Immer Bern – Langnau in der zweiten Runde? Bild: Christian Pfander/freshfocus

So wird der SCB sozusagen «ewiger Finalist». Ein ausverkauftes Stadion und ein würdiger Rahmen sind garantiert. Darüber hinaus haben wir im Herzen der Schweiz jede Saison das «Jahrhundert-Spiel» Langnau gegen Bern. Und sollte es dann doch einmal zu einer Sensation kommen, dann sind die SCL Tigers im Final – und auch in diesem ganz besonderen Falle ist ein ausverkauftes Stadion garantiert. Analog der «Arosa Challenge» der Nationalmannschaft sollten wir den Cup bei diesem neuen Modus «SCB-Challenge» («Défi Berne» für die Welschen) nennen. Das wäre ehrlich und transparent und würde der aktuellen Wirklichkeit sowieso sehr nahe kommen.

Für Klotens Trainer Sean Simpson bietet der Cup-Final eine einmalige Gelegenheit, die Ehre zu retten und eine erstklassige Ausrede zu finden. Wir erinnern uns: 2009 hat Sean Simpson mit den ZSC Lions die Champions Hockey League gewonnen – nach wie vor einer der grössten Triumphe in der Geschichte des Schweizer Mannschaftsportes. Ein paar Wochen später scheiterte er in den Playoffs im Viertelfinale gegen Fribourg kläglich: Vier Spiele, vier Niederlagen.

Simpson und der Jahrhunderterfolg

Doch niemand kritisierte Sean Simpson. Denn es war klar: Nach dem grandiosen Erfolg in der Champions Hockey League war es einfach nicht mehr möglich, noch einmal «nachzuladen» – die Playoff-Pleite war der Preis für den Triumph im europäischen Klubwettbewerb. Sean Simpsons Name in der ZSC-Geschichte steht nicht für eine verpasste Titelverteidigung und zwei Viertelfinal-Pleiten von 2009 und 2010 (er scheiterte nochmals im Viertelfinale und wurde anschliessend sofort Nationaltrainer), sondern für einen Jahrhunderterfolg im europäischen Wettbewerb.

Haben die Klotener eine Chance gegen den grossen SC Bern?

Wenn WM-Silberschmied Sean Simpson mit den Kloten Flyers den Cup in Bern gegen den übermächtigen SC Bern gewinnt, dann hat er die Ehre gerettet. Selbst dann, wenn er anschliessend die Playoffs verpassen sollte. Die Ausrede ist dann die gleiche, wie 2009 bei den ZSC Lions. Nach dem grandiosen Erfolg im Cup war es einfach nicht mehr möglich, noch einmal «nachzuladen» – die Abstiegsrunde ist der Preis für den Triumph im nationalen Cup-Wettbewerb. Sean Simpsons Name in Klotens Geschichte steht dann nicht für die verpassten Playoffs des Vorjahresfinalisten. Sondern für einen, na ja, Jahrhunderterfolg im Cup. Eigentlich kann der Kanadier ja gar nicht verlieren, denn auch der Verlierer des Cup-Finals wird eine Medaille bekommen. Eine Silber-Medaille. Sean Simpson, der Silberschmied von Stockholm, wäre als Cup-Final-Verlierer fortan auch noch der Silberschmied von Bern.

Da soll niemand kommen und sagen, es gehe im Cup um nichts. Die Unterhaltung wird erstklassig sein.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oliver Hochenwarter 11.02.2015 23:38
    Highlight Highlight Zaugg wir wissen das du den CUP nicht magst und es ist mir egal! Vor 42 Jahren gab es auch schon Einen Cup eine richtige Champions league gibt es nicht also wie sollte man sich dafür Qualifizieren können und überhaupt was glauben Sie den bitte ist heute im Sport noch nicht Kommerzialisiert? Ich sehe lieber ein Cupspiel als 10 Spiele gegen das gleiche Team in einem Jahr!
  • einfach ich 11.02.2015 19:27
    Highlight Highlight Cup ist sicher gut aber für nächstes Jahr bitte die Regionen Aufteilungen abschaffen! So ist es wahrscheinlicher als Fan in ein Stadion zu reisen indem er noch nie war (siehe ZSC in Visp) ausserdem ist das der Reiz am Cup.
  • Senftube 11.02.2015 18:55
    Highlight Highlight Trotz aller Ironie: Auch ohne den SCB könnte der Final ein Erfolg sein. Das Problem ist nur, dass die Niveauunterschiede (im Gegensatz zum Fussball) zu den unterklassigen Clubs zu gross sind. Im Fussball kann ein 1. Ligist einem Superleague Club ein Bein stellen, im Hockey undenkbar. Wäre der Final z.B. ZSC vs. Arosa.... das ganze Schanfigg wäre in Zürich und die Halle ein ausverkauftes Volksfest. Mein Rezept: Der Oberklassige müsste gegen Unterklassige ohne Ausländer antreten und der Unterklassige dürfte sich mit 2-3 Ausländern (finanziert durch Cup) eines anderen NL-Vereins verstärken.
    • sevenmills 11.02.2015 20:34
      Highlight Highlight Ich finde, die Ausländer sollten spielen, schliesslich will sich ein Unterklassiger gegen die richtige Mannschaft messen.

      Es wurde vor dem Cup oft gesagt, dass die Unterschiede zu gross seien. Ich finde, das hat sich ÜBERHAUPT nicht bestätigt. Langnau hat mit Bern auf Augenhöhe gespielt und hätte gewinnen können, Biasca und Bellinzona haben die Lakers und Ambri geärgert, Brandis hat Langenthal gefordert. Visp hat gegen Davos dominiert (Davos hat's zu leger genommen und prompt keine Chance) und ohne Topausländer Keller hätte Visp wohl auch gegen den ZSC 2-2 gespielt.

      Von wegen keine Chance!
  • BOSELLI 11.02.2015 17:21
    Highlight Highlight Es gibt genau drei Sachen auf dessen das Schweizer Eishockey nicht verzichten kann........Chloisu......SCB.....Muppetloge......kennsch es?
  • Steven Shank 11.02.2015 16:30
    Highlight Highlight Herrlich ironischer text mit vielen (versteckten) Seitenhieben!! Zaugg musste beim Schreiben wohl selber schmunzeln! :) an alle die es nicht gepöggt haben...das ewige duell bern gegen langnau ist nicht ernst gemeint ;)
  • zappeli 11.02.2015 14:38
    Highlight Highlight Super Idee! Und der Playoff-Final wird fix zwischen dem ZSC und Kloten ausgetragen. Grund: Tolle Volksfeste in Zürich und die anderen Teams konzentrieren sich mehr auf den Cup, wo die Finalteilnahme noch möglich ist. Der Cup wird attraktiver und das Schweizer Eishockey gewinnt an allen Fronten. *ironie aus*

    Wo bleibt die Satire-Kennzeichnung bei diesem Beitrag?
  • Albi Gabriel 11.02.2015 14:34
    Highlight Highlight Wenn der SCB ja sooo gut vermarktet wird, dann könnte er ja in Zukunft auf öffentliche Mittel (Postfinance, BLS etc.) verzichten...
  • Against all odds 11.02.2015 14:33
    Highlight Highlight A propos Langnau und SCB, ich habe da auch einige Ideen:
    1. Bern und Langnau sollen eine eigene Meisterschaft spielen. Wie damals in der DDR (Dynamo Weisswasser gegen Dynamo Berlin in den Play-offs).
    2. Beide sind automatisch für den Cup-Final qualifiziert.
    2. KZ darf nur noch über diese Spiele berichten, diese Berichte erscheinen dann nur noch in der Berner Zeitung und der Wochenzeitung für das Emmental und das Entlebuch.
    • subreena 11.02.2015 16:07
      Highlight Highlight Hmm, meinst du das jetzt ironisch, wenn nicht gar sarkastisch, oder bist du tatsächlich der Meinung, dass das eine gute Idee ist?

      Über wen soll sich die Restschweiz denn nerven, wenn der SCB in einer 2-Mannschaften Liga spielt? ;)
  • ironmike 11.02.2015 14:25
    Highlight Highlight so, so KZ sieht wieder einmal alles durch die Berner Stadtbrille, warten wir ein paar Jahre ab, dann sehen wir wie sich der Cup entwickelt und ich gehe jede wette ein dass dieser dann auch für andere Klubs attraktiv wird, also nichs mit mumpitz wie sonderstatus für SCB und SCL, auch in den anderen Regionen der Schweiz wird schliesslich Eishockey gespielt.
    • subreena 11.02.2015 15:30
      Highlight Highlight Du hast wohl vergessen zu lesen was zwischen den Zeilen steht.. KZ schreibt nicht pro SCB sondern Contra Cup :)
      Und der Artikel trieft vor Neid auf Marc Lüthi...

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