Sport
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Philip-Michael Devos, von Ajoie, jubelt nach seinem 1:2 Tor im dritten Playoff-Finalspiel der National League B zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Ajoie, am Donnerstag, 24. Maerz 2016, in der Diners Club Arena in Rapperswil. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Philip-Michaël Devos sorgt in der NLB für Furore – die NLA-Vereine interessiert das aber nicht. Bild: KEYSTONE

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Der NLB-Schwefelgeruch – niemand will diesen ausländischen Topskorer

Der kanadische Stürmer Philip-Michaël Devos (26) wäre eigentlich der perfekte Ausländer für Kloten, Biel oder Langnau. Aber nur ein Wunder kann dem NLB-Topskorer einen Vertrag in der NLA bescheren.



Für einmal dürfen wir zu einem Sachverhalt im Hockey aus dem Buch der Bücher zitieren: «Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause.»

Es geht um die Besetzung der Ausländerpositionen. Ein Königreich also für gute und günstige ausländische Arbeitskräfte. Gerade bei Hockeyunternehmen wie die SCL Tigers, Biel oder Kloten, die bei begrenzten Ertragsmöglichkeiten versuchen, nur so viel Geld auszugeben wie sie einnehmen.

Zwei Kinder warten auf die Top Scorer Spieler waehrend die Spieler des EHC Kloten auflaufen zum Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Kloten und dem EHC Biel am Samstag, 18. Februar 2017, in der SWISS Arena in Kloten. (PPR/Patrick B. Kraemer)

In Kloten sind die finanziellen Mittel beschränkt. Bild: PPR

Nun gibt es einen kanadischen Stürmer, der alle hockeytechnischen und wirtschaftlichen Kriterien erfüllt. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Er ist ein Musterprofi und gewann als Junior auf höchster nordamerikanischer Juniorenstufe – nicht nur die Skorerwertung. Er wurde auch als Musterprofi (Most Sportsmanlike Player) geehrt.

Er dominiert das Spiel in der Schlüsselposition eines Mittelstürmers. Er ist ein kaltblütiger Skorer, ein formidabler Spielmacher und vernachlässigt seine defensiven Pflichten nicht. Er hat eine gute Postur (183 cm/81 kg), ist mit 26 Jahren im besten Alter und vermag als Leitwolf eine Mannschaft zu führen. Er kennt darüber hinaus die Verhältnisse in der Schweiz. Der perfekte Hockey-Gastarbeiter also. Er müsste der begehrteste Spieler auf dem helvetischen Ausländer-Markt sein. Aber keiner der NLA-Sportchefs will ihn.

Philip-Michaël Devos trumpft in der NLB gross auf. Bild: KEYSTONE

Es geht um den Kanadier Philip-Michaël Devos. Letzte Saison führte er Ajoie zum sensationellen NLB-Meistertitel – mit 24 Punkten in 18 Playoffpartien. Diese Saison setzte er in der Qualifikation mit 40 Toren und 57 Assists in 48 Spielen eine neue Bestmarke und in den Playoffs führt er wieder magistral Regie.

In Kloten, Biel und Langnau suchen die an strikte Budgetvorgaben gebundenen Sportchefs einen spielstarken, günstigen, ausländischen Mittelstürmer. Pascal Müller (EHC Kloten) darf für einen Ausländer nächste Saison nicht mehr als 150'000 Franken netto ausgeben. Er bestätigt: «Das ist tatsächlich die Obergrenze, die für uns gilt.»

Für dieses Geld bekäme er Philip-Michaël Devos. Aber seine Begeisterung hält sich in Grenzen. Er sagt: «Wie das Beispiel von Lee Jinman zeigt, sind gute Statistiken in der NLB keine Garantie für die NLA.» Tatsächlich erreichte der kanadische Center 2005/06 mit Sierre noch bessere Werte als Philip-Michaël Devos (103 Punkte in 42 Qualifikationsspielen/29 Punkte in 17 Playoffspielen). Er zügelte im Sommer 2006 nach Langnau und dort ging sein NLA-Abenteuer nach 22 Spielen (2 Tore/8 Assists) ruhmlos zu Ende.

Philip-Michael Devos (HC Ajoie) waehrend der PostFinance Top Scorer Ehrung NLB im Haus des Sports, am Mittwoch 17. Februar in Ittigen. (PHOTOPRESS/Dominik Baur)

Devos mit dem Scheck für den NLB-Topscorer. Bild: PHOTOPRESS

Pascal Müller räumt ein, dass es auch ein aktuelles Gegenbeispiel gibt. Chris DiDomenico war im Frühjahr 2015 der charismatische Leitwolf in Langnaus Aufstiegsteam. Mit weniger guten NLB-Statistiken als Philip-Michaël Devos und Lee Jinman. (43 Qualifikationsspiele/63 Punkte, 19 Playoffspiele/35 Punkte).

Trotzdem bewährte er sich anschliessend in der ersten NLA-Saison und wäre nun auch in seinem zweiten NLA-Jahr ein überragender Spieler, wenn er im Sommer mindestens mit einer Hornussergesellschaft trainiert hätte. Wegen miserabler konditioneller Verfassung muss der kurzatmige Kanadier zwischendurch geschont und auf die Tribüne verbannt werden.

Auch Biels Martin Steinegger lässt sich nicht für Philip-Michaël Devos begeistern. «Er ist ein kompletter Spieler, aber ohne herausragende Eigenschaften. Er ist bei uns kein Thema.» Langnaus Jörg Reber hat sich eingehend mit Devos befasst. «Ich habe ihn schon vor einem Jahr beobachtet. Aber er hat für uns nicht erste Priorität. Er ist spielerisch auf einem sehr hohen Niveau. Aber ich bin nicht sicher, ob er sich physisch durchsetzen könnte.»

Joerg Reber, Sportchef  SCL Tigers, waehrend der Vorsaison-Pressekonferenz, am Sonntag, 6. September 2015, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Jörg Reber ist nicht sicher, ob sich Devos in der NLA physisch durchsetzen würde. Bild: KEYSTONE

Hockeytechnisch vermag die Skepsis gegenüber Devos nicht ganz zu überzeugen. Die Erklärung ist wohl eher im «weichen», im psychologischen Bereich zu finden. Philip-Michaël Devos hat das Pech, dass er nie in der NHL und nie in Schweden, Finnland oder der KHL gespielt hat. Nebst einer Saison in der italienischen Meisterschaft (49 Spiele, 103 Punkte) ist seine wichtigste europäische Referenz die Zeit mit Ajoie in unserer zweithöchsten Liga. Er bringt den Hockey-Schwefelgeruch der NLB nicht mehr aus den Kleidern.

Wenn der Sportchef einen Ausländer aus der NLB holt, hat er keine Ausrede, wenn es nicht funktioniert. Kein «aber er war in der NHL gut» oder «aber er hat an der WM auf höchstem Niveau überzeugt» oder «aber in Schweden hat er sich bewährt». Werden die Erwartungen nicht erfüllt, hat der Sportchef einen «B-Schluuch» verpflichtet und muss für Häme nicht sorgen.

Die Bibel hat doch recht: Der Prophet (der Ausländer aus der heimischen Hockeyszene) gilt im eigenen Lande nichts.

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mukeleven 24.02.2017 00:26
    Highlight Highlight lee jinman hat einen substantiellen beitrag an die letzten 2 meistertitel des hcd's geleistet! nicht nur auf- sondern auch neben dem eis - kz, frag mal deinen freund arno.
  • Beobachter 23.02.2017 22:45
    Highlight Highlight Zug zum Beispiel koennte das ohne Risiko machen. Zum einen gehe ich davon aus, dass man naechste Saison mindesten einen wenn nicht zwei neue Auslaender brauchen wird. Zudem koennte man ihn zunaechst fuer die Academy laufen lassen und ihn dann langsam und ohne Druck fuer die NLA aubauen.
  • der berner 23.02.2017 22:25
    Highlight Highlight Also die beste Linie der letzten 15 Jahre in der NLB war die BRM Linie des HC Ajoie. Die Baras / Roy / Desmarais Linie. Schade ging Desmarais damals für einige Spiele zu Biel. Kloten und Basel (damals NLA) wollten ihn auch.
    Kann mich noch gut an die Auftritte in der legendären Patinoire in Malley gegen den HC Lausanne erinnern.
    Jedesmal wenn diese Linie auf dem Eis Stand ging ein Raunen durchs Stadion...
    Als James das erste Mal im Dress des EHC Visp retour nach Ajoie kam.
    Die Halle war rappelvolle - Gänsehaut Feeling wie die Fans James feierten.
    Play Icon

  • Scrj1945 23.02.2017 20:50
    Highlight Highlight Ajoie wurde nur meister wegen devos barras und hazen. Und weil sie noch etwa 10 spieler von servette und biel ausgeliehen haben. Und genau wegen diesen faktoren sind sie auch dieses jahr wieder gut dabei. (Ausser barras der hst aufgehört)
  • Der müde Joe 23.02.2017 15:02
    Highlight Highlight Ich finde auch andere NLB (Schweizer)spieler sind sicher noch A-tauglich. Es ist mir manchmal ein Rätsel wie gewisse NLA Spieler immer wieder Verträge erhalten, obwohl diese keinen Fuss vor den anderen bringen, geschweige denn einen Puck auf Tor.
    • Der müde Joe 23.02.2017 15:50
      Highlight Highlight Und lieber einen günstigen "B-Schluuch" riskieren, als einen teuren "Nhl/Ahl-Schluuch"
    • sevenmills 23.02.2017 17:02
      Highlight Highlight Bestes Beispiel ist z.B. Julian Schmutz: Letztes Jahr Visp und dieses Jahr Nationalmannschaft. Nur ein Beispiel...
  • ujay 23.02.2017 14:45
    Highlight Highlight EHC Kloten.....😎 Für 150000 gibts keinen (brauchbaren) Ausländer. Die Mechanismen in diesem Markt passen sich nicht euch an....träumen kann man ja!
    • Ass 23.02.2017 17:27
      Highlight Highlight Ist so. Nur das Vermögen müssen die Ausländer selber versteuern -> Bsp. Ahren Spylo
    • Chloote 24.02.2017 15:05
      Highlight Highlight ujay hat völlig recht!
      Träumt weiter EHC Kloten...
      Für 150'000.- gibt es kein brauchbares Material an Ausländer.
      Wenn man sich in Kloten keine Ausländer mehr leisten kann, so sollte man sich ernsthaft Gedanken machen um einen noch verbleib in der NLA.
      Lehmanns Plan wird in keiner Weise aufgehen.
      Der Zuschaueraufmarsch bei den Heimspielen wird noch viel mehr zurückgehen, wenn den Saisonkarteninhabern immer weniger Geboten wird für ihr Geld.
      Es macht ja auch keinen Spass sein Team nur beim verlieren zu zusehen.
      Mit oder ohne Ausländer...
      Kloten wird es auch in Zukunft nicht einfach haben!
  • Sloping 23.02.2017 14:14
    Highlight Highlight Seine AHL Statistiken liefern halt kaum Argumente für einen NLA Vertrag. Wenn es damit nicht klappt, wäre wohl die DEL der nächste realistische Schritt, der ihn salär- und hockeytechnisch weiter bringen könnte. Wenn er dort skorermässig auch in der Spitzengruppe mitmischt, könnte er dann trotzdem noch zum Thema in der NLA werden. Kevin Clark, der von den SCL Tiger als zu ungenügend eingestuft wurde und jetzt in Schweden top ist, hat auch diesen Weg genommen.
  • dis_Mami_het_gseit 23.02.2017 14:01
    Highlight Highlight Devos in Ehren. Biel hat die besten Söldner seit dem Aufstieg. Mit MAP und Lundin noch nicht verlängert. Und beide sind hervorragend. Nur logisch dass Devos kein Thema in Biel ist.
    • manolo 23.02.2017 16:11
      Highlight Highlight MAP ja, aber Lundin lieber nicht!
    • Joël Miotti 23.02.2017 16:54
      Highlight Highlight @manolo
      Du und viele andere unterschätzen Lundin gewaltig. Seine unauffällige Spielweise vermittelt vielen leider das Bild eines ungenügenden Ausländers. Jedoch verrichtet Lundin sehr solide Defensivarbeit und macht vergleichsweise wenige Fehler.
      Er ist nun mal ein stay-at-home Verteidiger, weshalb er nicht auffällig ist. Aber man hat ihn auch nicht zum Scoren geholt.
    • MARC AUREL 24.02.2017 07:31
      Highlight Highlight Ob Biel wirklich die besten Ausländer hat? Es gibt viele Klubs mit gute Ausländer.

  • Ano Nym 23.02.2017 13:54
    Highlight Highlight Schon erstaunlich wie viele parallelen man mit Langnau und Dido herstellen kann🤔
    • exeswiss 23.02.2017 14:09
      Highlight Highlight warum nicht? dido kam auch aus der italienischen liga. man vermutete ebenfalls er erfülle die anforderungen für die NLA nicht und hat sich trotzdem durchgesetzt. für mich gibt es keine bessere parallele.
  • Gondeli 23.02.2017 13:48
    Highlight Highlight Der DEvos wäre doch einer für DAvos...
    ...ach wie bin ich lustig heut'...
  • Bacchus75 23.02.2017 13:38
    Highlight Highlight Devos und Hazen haben aber im letzten Jahr den Vertrag bis 2018/19 verlängert. Geht es im Bericht um eine NLA Austiegsklausel?
    Weitere Antworten anzeigen

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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