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CAPTION CORRECTION - KORRIGIERT IDENDITAET DES BERNER SPIELERS - Nico Hischier, rechts, von Bern gegen Jason Fuchs von Ambri im Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und HC Ambri-Piotta am Freitag, 11. Dezember 2015, in der Postfinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Der SCB stolperte auch über Ambri-Piotta und verlor mit 3:5.
Bild: KEYSTONE

Sieben Worte genügen zur Lösung der SCB-Krise

Der SC Bern hat seine eigene Geschichte vergessen und steckt in der grössten Depression seit dem Wiederaufstieg von 1986. Dabei lösen sieben Worte das Problem.



SCB-Sportchef Chatelain hat es einerseits nicht leicht. Andererseits ist die Lösung seines grössten SCB-Problems sehr einfach. Ich will hier einmal ein bisschen langfädig werden, aber am Schluss die Lösung für alle SCB-Probleme aufzeigen.

Einerseits übt Alex Chatelain also ein überaus anspruchsvolles Amt aus. Das soll zu seiner Entlastung wieder einmal erwähnt sein. Zu wissen, ja nur zu erahnen, welcher Spieler tüchtig ist und welcher nicht, Mannschaften zusammenzustellen, Transfers zu machen, ähnelt gerade in Bern einem unaufhörlichen Aufbauen von Kartenhäusern, die ein geheimnisvoller Windzug immer wieder umbläst.

18.11.2015; Bern; Eishockey NLA - SC Bern Medienkonferenz; 
Der neue Sportchef Alex Chatelain (Bern) an der Medienkonferenz
 (Urs Lindt/freshfocus)

Chatelain hat momentan beim SCB viele Baustellen.
Bild: freshfocus

Kein Streben nützt, kein Fleiss bringt Belohnung. Kein Vorgesetzter, an den man sich vertrauensvoll wenden kann. Denn alle sind in Bern irgendwie Vorgesetzte und wissen es besser. Alle Menschen in den Strassen, in den Kaffeehäusern, in den Bahnhöfen, im Tram, im Stadion, in den Redaktionsstuben, auf den TV-Kommentaren-Plätzen, im Dählhölzli und auf dem Bundesplatz.

Andererseits ist es eigentlich gar nicht so schwierig, SCB-Sportchef zu sein. Denn es gibt auch fünf unumstösslichen Wahrheiten, Säulen der Weisheit, an die er sich anlehnen kann.

1. Wir müssen Steuern zahlen.
2. David Jobin ist verletzt.
3. Unser Leben wird einmal zu Ende sein.
4. Marc Lüthi hat immer das letzte Wort.
5. Jede Mannschaft braucht einen guten Torhüter.

Schwerste Krise seit dem Wiederaufstieg

Kein anderer Hockeyklub hat die Torhüter-Wahrheit so sehr beherzigt und von Generation zu Generation sorgsam weiter vererbt wie der SC Bern. Die Geschichte des SC Bern wird stärker und länger als die jedes anderen Klubs von grossen Torhüter geprägt.

Von René Kiener, Jürg Jäggi, Renato Tosio und Marco Bührer. Sie zählen alle zu den ganz Grossen der Schweizer Eishockeygeschichte. Jeder hat mehrere Titel geholt.

13.11.2015; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Lausanne HC; 
Torhueter Marco Buehrer (Bern) auf der Bank
 (Urs Lindt/freshfocus)

Seit der Verletzung von Marco Bührer läuft es dem SCB nicht mehr. 
Bild: freshfocus

Mit René Kiener beginnt 1955 die Dynastie grosser Torhüter im SC Bern. Sie wird weitergeführt von Jürg Jäggi und Renato Tosio. Sie endet im Herbst 2015 mit der Fussverletzung von Marco Bührer. Von 1955 bis 2015, 60 Jahre lang, hat der SC Bern nie ein grösseres Torhüterproblem. Vielleicht ist es gerade diese gefühlte sorglose Ewigkeit rund um die SCB-Goalieposition, die dazu geführt hat, dass die Bedeutung grosser Torhüter, die fünfte der Wahrheiten, vorübergehend nicht mehr beachtet wird. Nächste Saison kommt ja dann mit Leonardo Genoni wieder ein grosser Schlussmann.

Natürlich hat die schwerste Krise des SC Bern seit dem Wiederaufstieg von 1986 verschiedene Ursachen. Aber jede Analyse beginnt und endet beim Torhüter. Mit einem guten NLA-Goalie würde der SCB jetzt, da Guy Boucher das Handwerk gelegt worden ist, die Playoffs mühelos schaffen.

Dem SCB fehlt das Fundament

Es ist wie es ist: Der SC Bern hat gegen Ambri wegen Torhüter Janick Schwendener (23) verloren. Vier haltbare Treffer. Stellungsfehler. Zu viele abprallende Pucks. Viel zu passives Verhalten. Zu oft weiss er nicht, wo der Puck ist. Er erreichte gegen Ambri eine Fangquote von 83,33 Prozent. Ein Sieg ist für eine so verunsicherte Mannschaft nur mit einer Quote ab 92 Prozent möglich. Mit einer Gesamtquote von 89,05 Prozent ist Janick Schwendener statistisch der schwächste NLA-Torhüter dieser Saison.

11.12.2015; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - HC Ambri-Piotta; 
Alexandre Giroux (Ambri) gegen Torhueter Janick Schwendener (Bern)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Der SC Bern hat das Spiel gegen Ambri wegen Schwendener verloren.
Bild: freshfocus

Eine Mannschaft wird von hinten nach vorne aufgebaut. Torhüter, Verteidiger, Center. Ohne Torhüter hat eine Mannschaft kein Fundament. Ob Janick Schwendener wegen des miserablen Defensiverhaltens und der taktischen Verwahrlosung seiner Vorderleute gar nicht dazu kommt, zu zeigen wie gut er ist, oder ob er die ganze Defensive destabilisiert, braucht nicht erörtert zu werden. Es ist auch überheblich, dass Yannick Schwendener mit seiner Statur und seinem Stil hinter einer gut organisierten Mannschaft – in Zürich oder in Genf – wahrscheinlich ein guter NLA Goalie wäre. Mit Servette hat er ja sogar das Finalspiel des Spengler Cups gewonnen.

Martin Pluess, links, von Bern nach einem Tor von Ambris Cory Emmerton, nicht im Bild, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und HC Ambri-Piotta am Freitag, 11. Dezember 2015, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Bern braucht einen besseren Torhüter.
Bild: KEYSTONE

Aber das alles spielt keine Rolle. Der SCB kommt nur dauerhaft aus dieser Krise heraus, wenn Alex Chatelain mit der 8. und letzten Ausländerlizenz einen grossen, charismatischen Torhüter verpflichten kann. Dieser Goalie muss mindestens die Kragenweite eines Nationaltorhüters in Finnland oder Schweden oder NHL-Niveau haben.

Mit dem Krisenmanagement beim SCB ist es wie mit dem Lesen dieser Story (falls Sie bis zum Schlussabschnitt durchgehalten haben): Alles Drumherumreden ist gar nicht nötig. Ein einziger Satz, bestehend aus sieben Wörtern, genügt. Der SCB braucht sofort einen besseren Torhüter.

Erst dann machen weitere Massnahmen Sinn.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spassvogel88 12.12.2015 19:15
    Highlight Highlight Bührer ein guter Torhüter? Hab ich was verpasst?
    5 14 Melden
  • greenfields 12.12.2015 18:39
    Highlight Highlight Nicht alles stimmt so, wie geschrieben, zum Teil fast ein wenig Blödsinn. Sorry, aber ein Torhüter kann noch so gut sein, wenn er eine Abwehr vor sich hat wie die des SCB gestern gegen Ambri (Blum ausgenommen, der Einzige, der wirklich dagegen hielt so gut er konnte), dann steht er im Schilf. Auch Zurkirchen hatte gestern seine Fehler, Abpraller, aber wo waren die SCB-Stürmer, um diese auszunützen? Immer weit weg vom Slot. In den ominösen knapp 4 Minuten waren die SCB-Verteidiger sowas von total am Pennen, liessen Schwendener im Stich und die Ambri-Stürmer schalten und walten wie sie wollten.
    7 1 Melden
  • Tikkanen 12.12.2015 18:11
    Highlight Highlight Wieder mal hat Zaugg recht. Nun braucht es Gudļevskis im SCB-Tor.
    3 7 Melden
  • UncleHuwi 12.12.2015 17:38
    Highlight Highlight sehe ich ein bisschen anders: es ist sehr wohl von bedeutung, dass der goalie eine stabile defense vor sich hat. diese zieht den goalie mit...sowie umgekehrt natütlich auch! aber wenn vorne die tore nicht fallen, bekommt man sie eben hinten. eine weisheit die sich immer wieder bestätigt. aber diese SCB-krise nur an dem torhüter festzumachen, finde ich zu einfach. und auch unfair gegenüber dem Torhüter! meine meinung. bin selber eishockey-goalie :)
    17 0 Melden
  • Kari Metzger 12.12.2015 17:01
    Highlight Highlight Ein bisschen Schadenfreude bleibt haften, der Aufstieg 1986 war ein Bsch... am grünen Tisch und es zählte nur das Geld, das Bern an den Verband ablieferte
    12 26 Melden
    • Kitten 12.12.2015 18:31
      Highlight Highlight Echt jetzt? 20 Jahre später immer no am trötzeln?? Auch als nicht Berner Fan, diese Geschichte ist Vergangenheit und Bern hat in den letzten 20 Jahren genug bewiesen, dass sie in die NLA gehören! Auch wenn es mal schwierige Zeiten gibt.
      14 3 Melden
    • Kitten 12.12.2015 18:32
      Highlight Highlight Korrektur: Huch 1986 ist ja schon 30 Jahre her... 😱😱 wie die Zeit vergeht
      15 0 Melden
  • ben_fliggo 12.12.2015 16:45
    Highlight Highlight Welche Torhüter kämen denn konkret in Frage, Herr Zaugg?
    9 1 Melden
    • Amboss 12.12.2015 20:10
      Highlight Highlight Ja, das hab ich mich auch gefragt. Die wirklich guten Goalies vom beschrieben Format haben doch entweder einen Stammplatz in einem Top-Verein oder sie suchen eine grössere Herausforderung als bei einem sportlich mittelmässigen Verein im Playoffquali-Sumpf... Noch dazu kommt, dass so ein Engagement in jeden Fall nur für diese Saison geht, da die Goalie-Frage für nächste Saison geregelt ist.

      Dann mal viel Glück bei der Suche...
      4 1 Melden
  • Schreiberling 12.12.2015 16:21
    Highlight Highlight Janick Schwendener schreibt man mit J nicht mit Y, Herr Zaugg.
    10 1 Melden
    • @schurt3r 12.12.2015 16:29
      Highlight Highlight Ist korrigiert.
      4 0 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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