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Switzerland's forward Enzo Corvi #71 scores the 1:1 against Finland's goaltender Harri Saeteri, 2nd left, past Finland's players defender Juuso Riikola, left, and defender Miika Koivisto, right, during the IIHF 2018 World Championship quarter final game between Finland and Switzerland, at the Jyske Bank Boxen, in Herning, Denmark, Thursday, May 17, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Finnland zog im Viertelfinal gegen die Schweiz den Kürzeren. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Staatskrise in Finnland: «Die schlimmste Blamage aller Zeiten»

Die schmähliche Niederlage gegen die Schweiz wirft in Finnland hohe Wellen. Sogar der Staatspräsident hat sich in die Diskussion eingemischt.



Wenn der Staatspräsident sich besorgt äussert, dann handelt es sich um eine Staatskrise. Die 2:3-Pleite gegen die Schweiz ist in Finnland nicht weniger als das: eine Staatskrise.

Präsident Sauli Niinistö reagierte unverzüglich und twitterte: «Wir haben einen Systemfehler». Also Kritik am Trainer von allerhöchster staatlicher Stelle.

Für alle, die Finnisch können: Hier der besagte Tweet.

Und tatsächlich entlädt sich der Zorn über dem Haupt von Nationaltrainer Lauri Marjamäki (40). Hier eine Auswahl der Schlagzeilen aus den beiden grössten finnischen Tageszeitungen «Ilta Sanomat» und «Ilta Lehti» nach dem Untergang gegen die Eidgenossenschaft.

«Lauri Marjamäki ein Fiasko»

«Das Turnier endet für die Löwen grausam. Lauri Marjamäki wie der Kapitän der Titanic.»

«Der grösste Plauderer aller Plauderer. Nach dem Kollaps sieht Marjamäki keine Fehler bei sich selbst»

«Der Turnier der Löwen endete in einer Katastrophe.»

«Lauri Marjamäki ist der schlechte Nationalcoach der letzten 30 Jahre».

«Löwen, schämt euch. Es ist die schlimmste Blamage aller Zeiten.»

Die Nationalspieler sind in Finnland Löwen. Die Leistungen der Spieler werden daher mit Löwen und Schafen beurteilt.

Drei Löwen ist Weltklasse, drei Schafe gibt es für die miserabelste aller miserablen Leistungen. Die Verteilung der Löwen und Schafe nach dem 2:3 gegen die Schweiz zeigt, dass nicht alle Spieler vollständig versagt haben. Dass also vor allem der Trainer im Zentrum der Kritik steht.

Mehr als einen Löwen gab es für keinen Spieler. Aber immerhin sechs haben einen Löwen bekommen. Darunter Torhüter Harri Säteri. Für sieben Spieler gibt es ein Schaf, für weitere sieben sogar zwei Schafe.

epa06701299 Finland's head coach Lauri Marjamaki during the Sweden Hockey Games tournament match between Sweden and Finland at Hovet arena in Stockholm, Sweden, 29 April 2018.  EPA/HENRIK MONTGOMERY SWEDEN OUT

Lauri Marjamäkis Zeit als finnischer Nationaltrainer ist vorbei. Bild: EPA/TT NEWS AGENCY

Die Forderung nach einem Nationaltrainerwechsel muss nicht erhoben werden. Lauri Marjamäki wechselt als Cheftrainer zu Jokerit Helsinki, dem finnischen Team in der KHL. Er hat dort schon im vergangenen November unterschrieben.

Die Frage ist nun allenthalben, warum General Manager Jari Kurri, der grösste finnische Spieler aller Zeiten, ausgerechnet Lauri Marjamäki zum Cheftrainer macht.

Nun, Lauri Marjamäki gewann 2015 mit Kärpät Oulu die finnische Meisterschaft und wurde Coach des Jahres. Er galt als Kronprinz der finnischen Trainer und wurde vor zwei Jahren mit 38 der jüngste Nationaltrainer aller Zeiten. Er mahnt in seinem Auftreten ein wenig an Patrick Fischer. Ein guter, für finnische Verhältnisse sogar ein wenig ein charismatischer Kommunikator.

Schweiz gegen Kanada

Nach Finnland will die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft nun im Halbfinal auch Kanada überraschen. Das Spiel beginnt um 19.15 Uhr. Ab 18.30 Uhr seid ihr im watson-Liveticker hautnah dabei.

Das klägliche Scheitern im höchsten Traineramt – er kam bei der WM 2017, beim Olympischen Turnier und nun bei der WM 2018 nicht über die Viertelfinals hinaus und beim World Cup landeten die Finnen auf dem letzten Platz – wird darauf zurückgeführt, dass dieser Job für ihn eine Nummer zu gross war.

Es ist aber auch die Stunde der Verschwörungstheoretiker. Lauri Marjamäki hatte eine Verlängerungsoption im Vertrag als Nationaltrainer. Auf die hat er früh verzichtet. Weil er Trainer bei Jokerit wird. Jokerit braucht vom finnischen Verband jeweils die Freigabe für die KHL. Und so ist kein Schelm, wer da in Finnland sagt, Jari Kurri habe dem Verband als Dank für die KHL-Freigabe einen Dienst erwiesen und von Lauri Marjamäki erlöst.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Coffey 19.05.2018 23:29
    Highlight Highlight Ach, die Staatskrise wird sich relativieren, wenn die Finnen feststellen, dass auch die Kanadier dran glauben mussten.
  • Clark Kent 19.05.2018 16:55
    Highlight Highlight die spinnen, die finnen.
  • General Kraken 19.05.2018 16:44
    Highlight Highlight Finde es jetzt nicht gerade die Jahrhundertblamage für Finnland. Sie haben gegen eine sehr starke CH-Nati verloren. Wenn man diese Schlagzeilen liest könnte man meinen die finnischen Journalisten haben das Gefühl in der Schweiz habe noch kaum einmal jemand einen Hockeystock in der Hand gehabt..
    • Wawi 19.05.2018 16:55
      Highlight Highlight Habe ich auch gedacht. Die CH hat schon mehrfach bewiesen, dass sie an guten Tagen mit den grössten Nationen mithalten können.
  • Globidobi 19.05.2018 15:08
    Highlight Highlight Wollte eigentlich im Sommer nach Finnland in die Ferien. Wäre es somit sinnvoll, bei EDA nachzufragen, ob ich meine Ferien dort unbedenklich verbringen kann? 😅
    • Ehringer 19.05.2018 15:32
      Highlight Highlight Kannst du. Der Artikel fasst es sehr gut zusammen: Die Wut entlädt sich auf den Trainer. Online sind die Kommentare grundlegend im Stil "Gratulation Schweiz, mit diesem Trainer gewinnt man nichts". Ich glaube eher, die Schweiz muss bald das Asylwesen für finnische Trainer öffnen, weil die nicht mehr sicher sind in ihrem Land ;)
  • N. Y. P. D. 19.05.2018 15:00
    Highlight Highlight Herr Zaugg

    Sie müssen jetzt sofort nochmals an die Säcke, bzw. an den Schreibtisch.

    Es fehlt noch immer der Fischer - Verriss. Wie soll sich Fischi motivieren, wenn der Eismeister nicht liefert.

    Die Zeit drängt..
  • N. Y. P. D. 19.05.2018 14:55
    Highlight Highlight Das ist so cool und sympathisch.
    Mit den drei Löwen und den drei
    Schafen.
    Könnte man das bei uns auch
    einführen ?
    Klaus Zaugg könnte die Löwen und Schafe jeweils verteilen. Das gäbe reichlich Diskussionsstoff.

    Insbesondere nach dem WM-Titel.
    24 x 3 Löwen
    und 1 x 1 Schaf
    😄😄
    • Lueg 19.05.2018 15:05
      Highlight Highlight KZ kennt nur Tiger und Bären.... Das mit den Löwen und Schafen hat er abgeschrieben....
    • Rumpelstilz 19.05.2018 17:25
      Highlight Highlight Wenn schon Löwen, die von Eseln geführt werden... :-)
    • Fulehung1950 19.05.2018 18:02
      Highlight Highlight Gute Idee. Ich würde anstatt Löwen Kuhglocken und anstatt Schaf Kuhfladen verteilen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lueg 19.05.2018 14:33
    Highlight Highlight In der Schweiz gibt es doch auch ein finischer Trainer (habe seinen Namen vergessen) der gescheitert ist....
    • Sir Konterbier 19.05.2018 14:55
      Highlight Highlight Das war aber im Fussball oder?😉
    • Lueg 19.05.2018 15:02
      Highlight Highlight 🤔😯 noch einer mehr .... scheint eine finische Eigenart zu sein.....
  • Sloping 19.05.2018 14:22
    Highlight Highlight Ich frage mich gerade beim Lesen dieser finnischen Schlagzeilen, ob nun dort oder in der Schweiz die grössten Hockeypolemiker, sprich Chronisten, beheimatet sind...Man stelle sich vor was passiert wäre, wenn Fischer die Viertelsfinale verpasst hätte. Wie spitz die Feder des Eismeisters wohl gewesen wäre?!?
    • Howard271 19.05.2018 14:43
      Highlight Highlight „Zauberlehrling!“
      „Operettenhockey!“
      In etwa so? 😁
  • megge25 19.05.2018 14:02
    Highlight Highlight Es ist aber auch die Stunde der Verschwörungstheoretiker.

    Und so ist kein Schelm, wer ...

    Das klägliche Scheitern im höchsten Traineramt ...

    Er galt als Kronprinz ....

    ... der grösste finnische Spieler aller Zeiten, ...

    ... nicht weniger als das: eine Staatskrise.

    Immerhin mal ein Artikel ohne Langnau :)
    • Mänu Renfer 19.05.2018 19:07
      Highlight Highlight megge25 wie die alte fasnacht. (gähn)

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