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Berns Simon Moser, 2. von rechts, jubelt mit seinen Teamkollegen Justin Krueger, Simon Bodenmann und Andrew Ebbett nach seinem Tor zum 2-1 im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Dienstag, 23. Februar 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der SCB darf sich dank dem Sieg gegen Servette weiter Hoffnungen auf die Playoff-Teilnahme machen.
Bild: KEYSTONE

Eine Bierdusche als Weckruf, aber keine fünfte Auferstehung für den SC Bern

Der SC Bern feiert mit dem 4:1 gegen Servette die vierte Wiederauferstehung der Saison. Jetzt müsste es für die Playoffs reichen. Oder?

24.02.16, 08:33


Bier war der Champagner, der die vierte Auferstehung, den Sieg über Servette, die Rückkehr des SC Bern über den Trennstrich weihte.

Die Berner waren schon wieder ins Fahrwasser einer erneuten Niederlage geraten, der dritten in Serie. 0:1 lagen sie zurück und sie blieben immer wieder in der gut organisierten Verteidigung der taktisch cleveren Genfer hängen, verloren die meisten Zweikämpfe und waren nur eine Operetten-Version der «Big Bad Bears.» Das 0:2, das wahrscheinlich die Entscheidung gewesen wäre, lag in der Luft.

Zuschauer verfolgen das Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Dienstag, 23. Februar 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Was für eine Halle, doch Stimmung kommt in Bern erst spät auf.
Bild: KEYSTONE

Da erwischte Rumpelflügel Tim Traber in der 34. Minute Thomas Rüfenacht mit einem harten Check. Der SCB-Stürmer blieb theatralisch wie ein italienischer Fussballprofi auf dem Eis liegen, suchte den Restausschluss und spielte schliesslich munter weiter. Es wurde zwar nur eine Zweiminutenstrafe, aber die sollte zum 1:1 und zu Servettes Untergang führen.

Endlich, endlich, endlich flammten in der grössten Arena Europas Emotionen auf. Ein erboster SCB-Matchbesucher schüttete sein Bier übers Plexiglas auf Servette-Assistent Louis Matte. Die SCB-Ordnungshüter wurden herbeigerufen und geleiteten den Mann aus dem Stadion. Er kehrte übrigens fürs letzte Drittel wieder auf seinen Sitz zurück.

Chris McSorley trocknet seinen Assistenten ab.
streamable

Genfs Cheftrainer Chris McSorley trocknete seinem Assistenten demonstrativ mit dem Frottiertuch den biernassen Rücken und jetzt «brannte» es im Berner Hockey-Tempel. Der Zorn in den Herzen war entfacht, auf den Rängen und auf der Spielerbank. Chris McSorley erzählte hinterher: «Die Leute hinter unserer Spielerbank sind anständig und im Laufe der Jahre habe ich mit denen so etwas wie eine Beziehung aufgebaut. Nur ein Clown sitzt dort und jeder kennt ihn. Er hat das Bier ausgeschüttet». Headschiedsrichter Andreas Fischer wird einen Rapport einreichen und der SCB wird eine Busse zu bezahlen haben.

Wenn der Motor ins Laufen kommt

Für SCB-Trainer Lars Leuenberger war diese Aufregung ein Wendepunkt im Spiel. «Aber wir waren diesmal von allem Anfang an bereit. Wir liessen uns auch durch den ersten Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen.» Das konnte er hinterher gut erzählen und so tun, als habe man alles im Griff gehabt. Aber nichts hatte der SCB bis zu diesem Zeitpunkt im Griff gehabt.

Es bedarf daher der Schilderung scheinbarer Nebensächlichkeiten um das Wesen und Wirken der Berner in diesen aufregenden Tagen der Zweifel zu erklären. Die Emotionen sind erst durch diese gegnerischen und äusseren Einwirkungen, durch Tim Trabers Check und die Bierdusche geweckt worden. Eben jene Emotionen, die das SCB-Spiel als Treibstoff braucht und die dem SCB-Spiel in den letzten beiden Partien gegen Gottéron (0:4) und in Zürich (2:5) so sehr gefehlt hatten. Eine Bierdusche als Siegeschampagner.

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Die beiden WM-Silberhelden Martin Plüss (Vollstrecker) und Simon Moser (Passgeber) sorgten für den 1:1-Ausgleich. Der 38-jährige Leitwolf und der raue Emmentaler waren im Powerplay vereint. Sie waren, ansonsten in getrennten Linien stürmend, die dominierenden Figuren, ja die Titanen im Spiel des SC Bern.

Berns Luca Hischier, rechts, im Kampf mit Genfs Goran Bezina im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Dienstag, 23. Februar 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

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Fortan gab es keinen Zweifel mehr am Ausgang dieser Partie. Wenn Emotionen die Segel des SCB-Spiels blähen, dann spielt es keine Rolle mehr wie der Gegner heisst. In dieser zweiten Hälfte der Partie erlebten die Zuschauer so etwas wie die vierte Auferstehung der «Big Bad Bears».

So wie die Berner in dieser zweiten Hälfte aufgetreten sind, hätten sie bereits in den vorangegangenen beiden Partien Gottéron und die ZSC Lions gebodigt. Diese Überlegenheit hat auch Chris McSorley anerkannt. «Der Gegner wollte den Sieg mehr als wir. Das kommt selten vor, aber es war so. Ich werde mit ein paar von meinen Spielern ein ernsthaftes Wort reden müssen. Der SCB hat den Sieg verdient.»

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Aber ohne Schiedsrichterschelte geht es natürlich nicht beim grossen Servette-Zampano. Er monierte, die Wende sei auch durch die Schiedsrichter verursacht worden, die es nicht gewagt hätten, im entscheidenden Moment Strafen gegen den SCB zu pfeifen. Das ist barer Unsinn. Aber Schiedsrichterkritik gehört zu einer Servette-Niederlage wie das Glockengeläut zur Alpabfahrt.

Eine gute Ausgangslage – mehr nicht

Unter normalen Umständen könnten wir jetzt, nach dieser vierten Auferstehung, davon ausgehen, dass der SCB die Playoffs erreichen wird. Und so wie der SCB in der zweiten Spielhälfte aufgetreten ist, vom Halbfinal oder noch mehr fabulieren. Aber der SCB steht nun exakt dort, wo er bereits am 12. Dezember nach dem 6:5 in Zug, dann erst recht am 23. Dezember nach dem 6:5 n.P. gegen die ZSC Lions und schliesslich am 30. Januar nach dem 5:2 gegen Zug stand.

Bereits nach diesen drei Partien haben wir jeweils die Wiederauferstehung der «Big bad Bears» in blumigen Worten gefeiert, den SCB in die Playoffs geschrieben, gar als gefährlichen Aussenseiter im Titelkampf angekündigt und Nottrainer Lars Leuenberger, den «kleinen Lars», als grossen Bandengeneral gefeiert. Aber im Februar musste der Chronist die Geschichte wieder umschreiben.

Berns Simon Moser, links, erzielt das Tor zum 2-1 gegen Genfs Torhueter Robert Mayer im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Dienstag, 23. Februar 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Als der SCB mal führte, war für Servette nichts mehr zu machen. 
Bild: KEYSTONE

Deshalb sei hier einfach vermerkt: Der SCB hat sich eine gute Ausgangslage geschaffen. Es gibt nach wie vor viele Varianten. Aber wichtig ist: Nur der SCB, die Kloten Flyers und Lausanne können die Playoffs noch aus eigener Kraft schaffen. Der SCB spielt am Freitag gegen Lausanne.

Eine Pleite in diesem Spiel wäre die Mutter aller Niederlagen. Und eine fünfte Auferstehung der «Big Bad Bears» gäbe es dann mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alano 24.02.2016 21:46
    Highlight Es geht gar nicht um Check oder nicht 2' min. Schiri pfeift / Strafe / Ende.
    Was mich masslos ärgert ist die Tatsache, dass Mc Sorley diskutiert und gestikuliert- und unsere Zebras erweisen ihm die Ehre. Gehen zum Dialog an die Bande und lassen sich einlullen....
    Das gibt es nicht mal in der Regioleague... Schiris am diskutieren, Spielunterbruch, Zeitaufschub... und der nette Herr Trainer aus Genf lacht sich ins Fäustchen.
    3 0 Melden
  • Brian 24.02.2016 14:19
    Highlight BeatBox: Du hast absolut recht, das war ein klares Foul und der hochgelobte Eismeister spricht von einem Check! Das ist eben typisch KZ, die Schiedsrichter sind offensichtlich seine grossen Freunde. In keinem seiner Kommentare werden die Schiris irgendwie kritisiert, nein nie und nimmer. Auch ist es schon nervig immer wieder über den SCB zu schreiben. Es gibt eben nebst Kloten auch noch Lausanne und Ambri die am Strich kämpfen. Ich erwarte von einem Eishockey-Experte, dass er jeweils alle Mannschaften analysiert.
    2 7 Melden
  • Spi 24.02.2016 14:19
    Highlight McSorley soll sich über Strafen gegen den SCB beklagt haben? Das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.
    2 0 Melden
  • BeatBox 24.02.2016 13:34
    Highlight Der Check gegen Rüfi war klar ein Check to the head, da spielt es keine Rolle ob er nachher wieder spielt. Für eine vergleichbare Aktion wurde Scherwey gesperrt, da hat Rubin auch wieder gespielt... also nicht wieder die Tatsachen verdrehen, vor allem wenn der Videobeweis noch im Artikel eingefügt ist.
    18 2 Melden
  • Bruno Wüthrich 24.02.2016 11:13
    Highlight Aus die Maus nach 49 Runden für den SC Bern? Verliert der SCB gegen Lausanne nach 60 Minuten, so können sie den LHC nicht mehr überholen. Die Waadtländer hätten dann in den Direktbegegnungen die bessere Bilanz. Die einzige Möglichkeit, die Playoffs trotzdem zu erreichen, wäre dann - ein 3-Punkte Sieg im letzten Spiel bei Gottéron vorausgesetzt - die Schützenhilfe der SCL Tigers, die in ihren letzten beiden Qualispielen Kloten keinen Punkt zugestehen dürften. Denn Kloten und Bern haben in den Direktbegegnungen gleich viele Punkte erzielt, die Tordifferenz spricht jedoch für Kloten.
    17 2 Melden
    • TheMan 24.02.2016 12:08
      Highlight Ein Träumer. Ach wie Süss.
      0 9 Melden
    • Bruno Wüthrich 24.02.2016 13:06
      Highlight Nix da Träumer. Wer den Knüller SCB gegen LHC verliert, kann sich in dieser Quali nicht mehr vor dem direkten Gegner klassieren und wird deswegen im Rennen um die Playoffs hinter diesem klassiert sein. Immerhin ist die Chance der Lausanner etwas grösser, sich trotzdem vor Kloten zu platzieren. Denn anders als der SCB haben die Waadtländer gegen Kloten eine positive Bilanz, was im Extremfall ein Punkt wert sein kann.
      Übrigens: Ambri ist nicht zu vergessen. Gut vorstellbar, dass die Leventiner gegen Biel und Lugano die volle Punktzahl einfahren. Das sowohl den SCB als auch den LHC unterDruck.
      9 1 Melden
    • Pascal Mona 24.02.2016 13:42
      Highlight Ich bin ja sonst meist eher gegenteiliger Meinung zu Bruno Wüthrich, aber hier schreibt er für einmal nur die Fakten auf. Keine Ahnung wie du auf "Träumer" kommst derMann...
      5 0 Melden
  • Hubertus Herbstlaub 24.02.2016 11:12
    Highlight Herr Zaugg
    Können Sie auch mal über Lausanne schreiben, statt nur über den SCB und ab und an Kloten und Ambri. Denn auch diese Mannschaft ist ja voll im Strichkampf.
    19 12 Melden
    • Tikkanen 24.02.2016 13:38
      Highlight ...Lausanne?? Haben die dort einen Hockeyclub??
      Richtigerweise schreibt Zaugg meistens nur Artikel über die mehr als 2-3 Schnäuze interessieren. Sonst kommt da als nächstes die Forderung nach Artikel über den EHC Bumbach oder so🙄
      9 13 Melden
  • RoJo 24.02.2016 08:57
    Highlight Das schätze ich an ihnen, Herr Zaugg! Sie stehen zu ihren Vermutungen und wenn es sich als Irrtum manifestiert, korrigieren sie sich! Gut gesehen, Eismeister!
    22 5 Melden
    • bobi 24.02.2016 12:21
      Highlight Inwiefern. Dass Herr Zaugg sagt, WIR hätten Leuenberger als Bandengeneral gefeiert. Wohl eher er selbst... So übernimmt man meiner Meinung nach die Verantwortung für falsche Vermutungen nicht.
      7 6 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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