DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nashville Predators defenseman Roman Josi (59), of Switzerland, blocks a shot by Pittsburgh Penguins center Sidney Crosby (87) in the first period of an NHL hockey game Tuesday, March 4, 2014, in Nashville, Tenn. (AP Photo/Mark Humphrey)

Auf dem Eis werden sie sich in den kommenden Tagen oft begegnen – Roman Josi und Sidney Crosby. Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Kampf der Kulturen im Stanley-Cup-Final – Crosby oder Josi, das ist hier die Frage

Die Finalserie um den Stanley Cup lässt sich durchaus auf zwei Personen zuspitzen. Roman Josi oder Sidney Crosby? In gewisser Weise auch eine Auseinandersetzung der Hockey-Kulturen.



Verteidigen ist Handwerk, Tore schiessen Kunst. So war es weitgehend bis in die 1970er-Jahre hinein. Verteidiger als Spielgestalter mit grossem offensiven Einfluss gibt es als festen Bestandteil des modernen Hockeys erst seit den 1970er-Jahren, seit Bobby Orr 1970 als erster Verteidiger NHL-Topskorer wurde.

Inzwischen prägen Verteidiger längst auch Stanley-Cup-Siegerteams. Von den letzten zehn Gewinnern der «Conn Smythe Trophy» für den Playoff-MVP sind immerhin zwei Verteidiger (Duncan Keith und Scott Niedermayer).

FILE - In this May 10, 1970, file photo, Boston Bruins' Bobby Orr goes into orbit after scoring the goal against the St. Louis Blues that won the Stanley Cup for the Bruins in Boston. Barry Meisel, president of the MeiGroup, has authenticated game-worn sports memorabilia since 1997. His company was once asked by a collector to authenticate a jersey that an auction house was purporting to have been worn by Boston Bruins great Bobby Orr the night they captured the 1972 Stanley Cup. (Ray Lussier/The Boston Herald via AP, File)

Bobby Orr wurde als erster Verteidiger zur NHL-Legende. Bild: AP/The Boston Herald

Einst wurden jene, die nicht als Stürmer zu gebrauchen waren, in die Verteidigung verbannt. Längst ist es keine Strafe mehr, «nur» Verteidiger zu sein. Paul Coffey, einer der besten Offensiv-Verteidiger der Geschichte, war Stürmer. Doch als er acht Jahre alt war, stellte ihn der Coach in die Verteidigung. Paul rebellierte. Sein Vater aber erklärte ihm, warum er Verteidiger werden sollte.

«Paul, wie viele Verteidiger sind in deiner Mannschaft?» – «Vier.» – «Paul, wie viele Stürmer sind in deiner Mannschaft?» – «Neun.» – «Paul, vier gegen neun – das bedeutet mehr Einsatzzeit für dich.» Paul kapierte, wurde Dollarmillionär, holte vier Stanley Cups mit Edmonton und Pittsburgh und hat heute seinen Platz in der NHL-Ruhmeshalle («Hall of Fame»).

Der Kampf der Hockey-Kulturen

Pittsburgh gegen Nashville ist auch ein «Kampf der Kulturen». Pittsburgh hat mit Sidney Crosby (29) und Ewgeni Malkin (30) zwei dominierende Center. Sie gehören zu den absolut Besten der Welt und Pittsburghs grandiose «Mittelachse», zu der auch noch Nick Bonino (29) gehört, prägt das Spiel – erst recht nach dem Ausfall von Weltklasse-Verteidiger Kris Letang (30). Nur zwei der besten zehn Playoff-Skorer sind Verteidiger (Schultz, Cole).

Pittsburgh Penguins' Sidney Crosby (87) and Evgeni Malkin (71) pose with the the Prince of Wales Trophy after beating the Ottawa Senators 3-2 in the second overtime period during Game 7 of the Eastern Conference final in the NHL Stanley Cup hockey playoffs in Pittsburgh, Thursday, May 25, 2017. (AP Photo/Gene J. Puskar)

Sidney Crosby (l.) und Ewgeni Malkin mit der «Prince of Wales Trophy» für den Sieger der Eastern Conference. Bild: Gene J. Puskar/AP/KEYSTONE

Offensiv-Verteidiger Mark Streit sass beim ersten Finalspiel erneut auf der Tribüne. Bei Nashville durfte Yannick Weber mitspielen. Dass hätte sich Mark Streit (39) nicht träumen lassen: Er ist nicht gut genug für den Stanley-Cup-Final, Yannick Weber (28) hingegen schon.

Nashvilles Spiel wird mit Roman Josi (26), P.K. Subban (28) und Ryan Ellis (26) eher von der besser besetzten blauen Linie gesteuert – erst recht nach dem Ausfall von Topskorer und Center Ryan Johansen (24). Vier der besten zehn Playoff-Skorer sind Verteidiger (Elis, Subban, Josi, Ekholm). Im ersten Finalspiel hatten bei Pittsburgh zwei Verteidiger mehr als 22 Minuten Eiszeit (Daley, Määttä). Bei Nashville waren es vier (Josi, Ellis, Ekholm, Subban).

Wer gewinnt den Stanley Cup?

Heckmotor oder Vorderradantrieb?

Helvetisch zugespitzt können wir zu diesem Finale auch sagen: Roman Josi, MVP der WM 2013 oder Sidney Crosby, MVP der Stanley-Cup-Playoffs 2016? Der sanfte Titan aus dem Bernbiet, der in der ersten Finalpartie mehr Eiszeit hatte als jeder andere Spieler (28:22 Minuten), mehr auch als bei der Silber-WM 2013 (20:08 Minuten) oder Kanadas Superstar? Um es einfacher auszudrücken: Was treibt 2017 eine Mannschaft zum Stanley Cup? Ein Heckmotor oder ein offensiver Vorderradantrieb?

Nashville Predators defenseman Roman Josi (59), of Switzerland, chases down the puck with Pittsburgh Penguins center Sidney Crosby (87) in the first period of an NHL hockey game Saturday, Oct. 25, 2014, in Nashville, Tenn. (AP Photo/Mark Humphrey)

Verkehrte Welt: Crosby verfolgt Josi. Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Titelverteidiger Pittsburgh hat das erste Spiel gegen den Aussenseiter, der zuvor noch nie über die zweite Runde hinausgekommen war, 5:3 gewonnen und führt 1:0. Roman Josi buchte einen Assist, Sidney Crosby deren zwei.

Die Nummer-1-Picks im NHL-Draft seit 2000

1 / 21
Die Nummer-1-Picks im NHL-Draft seit 2000
quelle: ap/fr171389 ap / michael ainsworth
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweiz gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

«Allein gegen die Mafia» – Ajoie ist die Mannschaft des Jahres

Ajoie besiegt Kloten nach Verlängerung 5:4 und kehrt nach 28 Jahren in die höchste Liga zurück. Ein hochverdienter Aufstieg gegen alle Widerstände für das «Gallische Dorf» unseres Hockeys.

Mathias Joggi, dem rauen Powerstürmer und ehemaligen Nationalspieler, gelingt das historische Tor zum 5:4 nach 11 Minuten und 17 Sekunden in der Verlängerung. Das Tor, das Ajoie in die höchste Liga bringt.

Was für eine späte Krönung der Karriere des 35-jährigen Bielers, der nach einem Umweg über Davos und Langnau 2018 bei Ajoie am Ort seiner Bestimmung angekommen ist.

Nach dem Meistertitel von 2016 und dem Cupsieg von 2020 ein weiterer Triumph für Gary Sheehan, seit Jahren der meistunterschätzte …

Artikel lesen
Link zum Artikel