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Transfer-Coup

Nach Dubé und Plüss folgt mit Eric Blum der nächste Berner Königstransfer

Der SC Bern investiert erstmals seit 2008 wieder richtig Geld in den Sport und holt Nationalverteidiger Eric Blum (27). Eine Trendwende?
23.04.2014, 13:3923.04.2014, 16:52

Eric Blum wechselt mit einem Dreijahresvertrag von Kloten nach Bern. Bei den Bernern soll der 27-Jährige rund 600'000 Franken pro Saison kassieren. Auch Servette, die ZSC Lions und Lugano waren an Blum dran.

Das grösste Hockeyunternehmen der Schweiz mit einem Gesamtumsatz von 50 Millionen Franken hat in den letzten Jahren seine Sportabteilung vernachlässigt. Der SCB ist ein Gastrokonzern mit kleiner Sportabteilung geworden. In deren Kernstück, die erste Mannschaft, wurden weniger als 18 Millionen investiert. Mit dramatischen Folgen. Der SCB hat als erster Titelverteidiger der Geschichte (seit 1986) die Playoffs verpasst.

Dem SC Bern blieb in der abgelaufenen Saison nur Frust.
Dem SC Bern blieb in der abgelaufenen Saison nur Frust.Bild: KEYSTONE

Die letzten grossen Investitionen haben sich gelohnt

In der Vergangenheit hat SCB-General zweimal das unternehmerische Risiko nicht gescheut und in den Sport investiert. Während des Spengler Cups 2001 verpflichtete er Luganos Christian Dubé für die kommende Saison und machte den Kanadier mit Schweizer Lizenz zum bestverdienenden NLA-Spieler. Die Investition zinste im Titel von 2004.

Gut sechs Jahre später öffnete Marc Lüthi den Tresor erneut für den Sport und nicht um eine weitere Beiz zu kaufen. Er holte Martin Plüss und machte auch ihn zum bestverdienenden NLA-Spieler. Die Investition zinste in den Titeln von 2010 und 2013.

Die Verpflichtung von Martin Plüss führte zu den SCB-Meistertiteln 2010 und 2013.Bild: KEYSTONE

Wenn die Not gross genug ist, wird investiert

Nun hat Marc Lüthi wieder den Tresor geöffnet, und wie bei der Verpflichtung von Christian Dubé und Martin Plüss wird die Salärhierarchie neu gestaltet. Er macht Eric Blum zum bestverdienenden Schweizer NLA-Verteidiger. Der Dreijahresvertrag ist nicht ganz zwei Millionen wert.

Noch heute Mittwoch hatten die Klotener in einer weiteren Gesprächsrunde versucht, Blum zum Bleiben zu überreden. Es half nichts. Der Nationalverteidiger hat seinem bisherigen Arbeitgeber mitgeteilt, dass der Entscheid gefallen sei. Für den Klub mit den vielen Zuschauern. Eric Blum wechselt für drei Jahre zum SC Bern.

Christian Dubé, Martin Plüss und jetzt Eric Blum: Die SCB-Strategie wird ersichtlich. Wenn die Not gross genug ist, wird investiert. Wird Eric Blum die gleiche Wirkung erzielen wie Christian Dubé und Martin Plüss?

Wenn der Königstreffer Eric Blum beim SC Bern einschlägt wie seine Vorgänger, dann müssen sich die Gegner warm anziehen.
Wenn der Königstreffer Eric Blum beim SC Bern einschlägt wie seine Vorgänger, dann müssen sich die Gegner warm anziehen.Bild: KEYSTONE

Das ist die zentrale Frage für die nächste Saison. Wenn ja, dann kann der SCB aus der Abstiegsrunde direkt in den Finalhimmel auffahren – wie diese Saison die Kloten Flyers. Vor allem dann, wenn auch die Besetzung der Ausländerpositionen (Chuck Kobasew, Nathan Ostryck – watson.ch berichtete) so gelingt wie geplant. Chuck Kobasew war vor einem Jahr auch Wunschausländer der ZSC Lions, bekam aber noch einmal einen Einjahresvertrag in der NHL

Der SC Bern muss umdenken

Was auffällt: Die Stürmer Christian Dubé, Martin Plüss und der Verteidiger Eric Blum sind Offensivspieler. Eric Blum ist ein dynamischer Läufer, der mit seinen Rushes das Spiel öffnet. Martin Plüss hat in Schweden und bei Ralph Krueger gelernt, nach taktischer Schablone zu spielen. Aber Eric Blum ist kein Systemverteidiger. Will also heissen: Beim SCB ist eine taktischer und auch sonstiger Umbau dringend notwendig.

Wenn SCB-General Marc Lüthi und sein Wunschtrainer Guy Boucher die autoritären Sturkturen im Unternehmen und in der defensiven Grundausrichtung der Mannschaft nicht lockern, dann machen die an und für sich richtige Strategie und die Verpflichtung des Freidenkers Eric Blum wenig Sinn.

Der SCB-General Marc Lüthi muss die autoritären Strukturen überdenken.
Der SCB-General Marc Lüthi muss die autoritären Strukturen überdenken.Bild: KEYSTONE

Wenn Marc Lüthi hingegen einsieht, dass eine Mannschaft nun mal nicht gleich strukturiert und geführt werden kann wie ein Gastronomiebetrieb, wenn er akzeptiert, dass ein Spieler eine eigene Meinung haben und diese auch äussern darf, wenn zudem Guy Boucher zur Einsicht kommt, dass Eishockey ein Spiel und nicht nur defensive Arbeit ist und hin und wieder sogar taktischen Ungehorsam duldet, dann wird der SCB wieder eine Macht. Oder salopp gesagt: Je weniger Marc Lüthi und Guy Boucher und je mehr Eric Blum in der SCB-Sportabteilung stecken, desto besser.

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