Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Zuercher Goalie Niklas Schlegel sitzt auf dem Eis waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem Geneve Servette HC, am Freitag, 22. Dezember 2017, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Niklas Schlegel ist beim ZSC nach der Rückkehr von Lukas Flüeler wieder nur die Nummer 2. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Niklas Schlegel und die schöne Märchenstunde im TV-Studio

Wechselt ZSC-Torhüter und WM-Held Niklas Schlegel zum HC Davos? Nein, er wird in Zürich bleiben.



Der «Blick» hatte das Gerücht brandaktuell am Freitag lanciert. Logisch also, dass am Abend im Studio des Hockey-TV-Senders MySports fleissig darüber spekuliert wurde: Niklas Schlegel (23) wechselt auf nächste Saison von den ZSC Lions zum HC Davos.

In einer heilen Hockey-Welt käme es zu diesem Transfer. Bei den ZSC Lions kommt Niklas Schlegel nicht an Lukas Flüeler (29) vorbei. Der meisterliche Titan (192 cm/99 kg) hat sich von seinen Blessuren erholt und spielt endlich wieder sein bestes Hockey. Er hat soeben gegen Biel (2:1) mit einer Fangquote von 95,45 Prozent den Sieg gesichert. Er ist inzwischen statistisch gar die Nummer 1 der Liga. Mit einem Vertrag bis 2020 ist seine Position bei den ZSC Lions unbestritten.

Die Schlegel-Diskussion bei MySports:

Damit ist klar: Der coole, flinke Reflexgoalie Niklas Schlegel (178 cm/66 kg), im Vergleich zu Lukas Flüeler fast ein Floh, wird im Hallenstadion auch nächste Saison bloss die Nummer 2 sein.

Sein Vertrag läuft aus. Wenn er seine Karriere in Schwung bringen will, dann ist jetzt der Moment gekommen, an einem anderen Ort die Nummer 1 zu werden. Schliesslich hat er mit einem sensationellen WM-Debut (Sieg gegen Tschechien) im letzten Mai in Paris seine internationale Klasse eindrücklich unter Beweis gestellt.

Der EHC Kloten hat ihm diese Chance geboten. Sein Agent Andi Rufener hatte noch im Spätherbst erklärt, sein Klient sei im übertragenen Sinne bereits auf halbem Weg vom Hallenstadion in den Schluefweg. Aber eine Umkehr ist auch auf halbem Weg möglich. Niklas Schlegel hat es abgelehnt, in Kloten die Nummer 1 zu werden.

Lions Torhueter Niklas Schlegel im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel, am Freitag, 19. Januar 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Niklas Schlegel ist wieder zum Zuschauen verdammt. Bild: KEYSTONE

Nun gibt es für ihn die zweite Chance beim HC Davos. Gilles Senn (21) und Joren van Pottelberghe (20) haben Potenzial und gingen schon durch den NHL-Draft. Aber beide gehören inzwischen statistisch zu den schwächsten NLA-Torhütern.

Der HCD hat (k)ein Torhüter-Problem

Keine Frage: Niklas Schlegel hätte realistische Chancen, beim HC Davos nächste Saison die Nummer 1 zu werden. Deshalb macht das Transfergerücht eines Transfers nach Davos schon Sinn. Kommt dazu, dass er bei den ZSC Junioren in der gleichen Mannschaft gespielt hat wie der gleichaltrige Flurin Domenig, der Sohn von HCD-Präsident Gaudenz Domenig.

Aber das ach so schöne, am Freitag im TV-Studio angedachte Hockeymärchen vom Zürcher, der oben im Winterwunderland Davos den HCD zu neuen Final- und Meisterhöhen hexen und in die Fussstapfen von Jonas Hiller, Reto Berra und Leonardo Genoni treten wird, ist halt nur ein schönes Transfer-Wintermärchen.

Davos' Joren van Pottelberghe, left, and goalkeeper Gilles Senn celebrate after winning the game between HC Davos and Mountfield HK at the 91th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Wednesday, December 27, 2017. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Gilles Senn (r.) und Joren van Pottelberghe sind und bleiben beim HCD gesetzt. Bild: SPENGLER CUP

Gilles Senn und Joren van Pottelberghe haben beide Verträge bis 2019. Und HCD-Torhütertrainer Marcel Kull ist der Beste seines Faches – die Chancen, dass er einen der beiden oder gar beide wieder in Form bringt, stehen gut. Und wenn eine Mannschaft dazu in der Lage ist, mit Lottergoalies zu gewinnen – dann der Cup-Finalist. Gegen Gottéron kam Gilles Senn bloss auf eine Fangquote 82,14 Prozent – aber der HCD siegte 6:5. Und als es darum ging, den Cupfinal zu erreichen, hexte Joren van Pottelberghe den HCD sogar gegen Biel, das Team der Stunde, und Jonas Hiller zum Sieg.

Die Torhütersituation ist in Davos zwar kritisch. Aber noch lange nicht hoffnungslos. Sicherheitshalber hat sich Arno Del Curto selber ein «Medien-Moratorium» (=Stillhalteabkommen) auferlegt: Auf die Torhüter und einen möglichen Transfer von Niklas Schlegel angesprochen, sagt er nur, dass er nichts sage. «Ich sage gar nichts, nichts, nichts.» Er wolle bis zu den Playoffs überhaupt gar nichts mehr sagen.

Schlegel wird in Zürich bleiben

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger sass am Freitagabend auch im TV-Studio. Er bestätigte nichts und er dementierte nichts so wie er auch sonst gegenüber neugierigen Chronisten nichts bestätigt und dementiert hat. Wie es sich für einen souveränen, klugen Sportchef gehört.

Wer jetzt trotz fehlender offizieller oder inoffizieller Bestätigung – also blindlings – wettet, dass die ZSC Lions nächste Woche die Vertragsverlängerung mit Niklas Schlegel bekanntgeben werden, kann viel, viel Geld verdienen. Dass Niklas Schlegel bei den ZSC Lions bleibt, ist schon seit letztem Donnerstag klar.

Sportchef Sven Leuenberger waehrend einer Medienkonferenz des SC Bern in der PostFinance Arena in Bern am Mittwoch, 18. November 2015. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger überlässt bei der Kaderplanung nichts dem Zufall. Bild: KEYSTONE

Und warum auch nicht? Hand aufs Herz: Das Leben als Nummer 2 bei den mächtigen ZSC Lions im schönen Zürich ist angenehmer, als sich in Kloten oder Davos oder sonstwo dem Stress und der Verantwortung einer Nummer 1 auszusetzen.

Wie lehrt uns doch der Dichterfürst Goethe (leicht abgeändert): «Es wechselt Pein und Lust, geniesse beim ZSC, wenn du kannst, und leide in Kloten oder Davos nur, wenn du musst.»

Niklas Schlegel muss nicht nach Kloten oder Davos.

Die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chloote 21.01.2018 12:20
    Highlight Highlight Schlegel ist ( noch ) kein Top Torhüter.
    Wenn er sich zum nächsten Schritt entscheidet, dann müsste er jetzt zu einem anderen Verein als Nr.1 wechseln.
    Beim Zsc wird auf die Karte Flühler gesetzt.
    Auch beim EHC Kloten hat man andere Pläne, was die Besetzung des Torhüterposten Betrifft.
    Wenn dieser Transfer des Wunschkanditaten den Verantwortlichen von Kloten gelingen sollte, ja dann wäre das der Transferhammer 2018.
  • Der müde Joe 21.01.2018 10:09
    Highlight Highlight Zitat: Und warum auch nicht? Hand aufs Herz: Das Leben als Nummer 2 bei den mächtigen ZSC Lions im schönen Zürich ist angenehmer, als sich in Kloten oder Davos oder sonstwo dem Stress und der Verantwortung einer Nummer 1 auszusetzen.

    Wer so eine Einstellung hat, hat als Nr.1 sowieso nichts verloren.
    Zeigt auch wieder mal das der Klaus vom Profisport nicht viel versteht.
  • Lümmel 20.01.2018 17:38
    Highlight Highlight Wieviele Spiele bestritt Flüeler diese Saison? Weiss das jemand?
  • Sloping 20.01.2018 17:15
    Highlight Highlight Für einen jungen Torhüter sollten die Einsatzzeiten das zentrale Kriterium sein. Wenn Schlegl primär bei GC spielt, kann er sich nicht weiter entwickeln. Vielleicht erhofft er sich auch wegen Flüelers Verletzungsanfälligkeit auch beim Z gewisse Chancen. Ich denke er wird, wenn überhaupt, nur eine kurze Vertragsverlängerung abschliessen, denn beim Z geistert in Zukunft ja auch noch Genoni umher. Sollte Berra in Anaheim verlängern, wäre aus meiner Sicht Gotteron eine gute Option. Er sollte dort hin gehen, wo er in der NLA eine reele Chance auf die Nr. 1 hat.
  • Freilos 20.01.2018 16:16
    Highlight Highlight Schlegel - In meinen Augen eine Klasse besser als der überschätzte Flüeler.
    • HabbyHab 20.01.2018 17:06
      Highlight Highlight Hast du in letzter Zeit ZSC-Spiele geschaut?

Davos holt Nygren-Ersatz aus Finnland +++ Sprunger bis 2023 bei Gottéron

Die Klubs der National League komplettieren ihre Kader für die Saison 2019/20. Wer wechselt wohin? Die aktuellsten Transfers und eine Übersicht sämtlicher Teams.

Der HC Davos hat als Ersatz für den verletzten Magnus Nygren den finnischen Verteidiger Otso Rantakari verpflichtet. Der 25-Jährige stösst von Tappara Tampere mit einem Vertrag bis zum Ende des Spengler Cup 2019 zu den Bündnern. In seinen drei Saisons beim finnischen Erstligisten Tampere brachte es der Offensiv-Verteidiger Rantakari in 184 Meisterschaftsspielen auf 96 Skorerpunkte (27 Tore/69 Assists).

Nygren wird dem HC Davos noch mindestens bis November nicht zur Verfügung stehen. Der Schwede …

Artikel lesen
Link zum Artikel