Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Hockey-Gott Kevin Schläpfer ist zurück. Wird er bald Kloten-Trainer?

Eismeister Zaugg

Der «Hockey-Gott» ist zurück – Kloten oder am Ende gar Langnau?

Kevin Schläpfer (47) wird am Wochenende zum Jobgespräch in Kloten erwartet. Es kann sein, dass er dann vor einer schicksalsschweren Entscheidung stehen wird.



Im Hintergrund die typischen Geräusche von Eishockey-Training in einer leeren Arena. Pucks, die an die Bande klatschen. Tatsächlich sitzt Kevin Schläpfer in einer leeren Arena auf der Tribüne, als er das Hosentelefon abnimmt. Er beobachtet das Training der Blackhawks in Chicago. Er ist auf Besuch bei seinem ehemaligen Spieler und NHL-Superstar Patrick Kane.

abspielen

Patrick Kane war während des NHL-Lockouts zusammen mit Tyler Seguin bei Biel. Video: YouTube/FightForBiel

Ja, er habe von den Ereignissen in Kloten gehört. «Ich komme am Freitag zurück in die Schweiz und werde am Samstag oder am Sonntag in Kloten vorsprechen.» Er habe zwar keinen Agenten, aber André Rufener habe den Kontakt vermittelt.

«Ich kann es mir nicht leisten, in einem Jahr immer noch arbeitslos zu sein.»

Kevin Schläpfer

Kevin Schläpfer als Nachfolger von Pekka Tirkkonen neuer Cheftrainer in Kloten? Gehen wir einmal davon aus, Präsident Hans-Ulrich Lehmann möchte lieber Kevin Schläpfer als Reto von Arx oder gar Michel Zeiter – würde Kevin Schläpfer dann den Job annehmen? Eine schicksalsschwere Frage.

Der neue Besitzer des EHC Kloten Hans-Ulrich Lehmann spricht an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 2. Mai 2016, in Glattfelden. Der Zuercher Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann hat sich mit den bisherigen Eigentuemern des Traditionsklubs, der nordamerikanischen Gruppe

Will Hans-Ulrich Lehmann Kevin Schläpfer an der Klotener Bande sehen? Bild: KEYSTONE

Kevin Schläpfer wird von Biel noch bis Ende dieser Saison bezahlt. Er ist also als frischgebackener Besitzer eines schönen Eigenheims in Sissach noch nicht im finanziellen Zugszwang. «Aber ich kann es mir nicht leisten, in einem Jahr immer noch arbeitslos zu sein.»

Halb so teuer wie ein Ausländer

Welche Optionen hat er überhaupt? Die Reputation, ein «Hockey-Gott» zu sein, hat ihn letztlich in Biel nach mehr als zehn Jahren auch nicht vor der Entlassung bewahrt. Seit dem 14. November 2016 ist er ohne Job. In Genf, Fribourg und Ambri sind im letzten Frühjahr neue Trainer eingestellt worden. Kevin Schläpfer war nie ein Thema.

Wenn der Baselbieter wieder auf die grosse Bühne zurückkehren will, dann kann er nicht mehr wählerisch sein. Dann müsste er eigentlich den Job in Kloten – wenn er ihn denn angeboten bekommt – annehmen. So schwierig diese Aufgabe auch sein mag. Er sagt zurecht. «Wenn ich eine Mannschaft auf dem letzten Platz übernehme, dann kann ich ja eigentlich nur gewinnen. Schlimmer kann es nicht kommen…»

Bild

Viel zu verlieren hätte Schläpfer mit Kloten nicht. tabelle: srf

Er hat gute Chancen. Für einmal ist der Schweizer Pass bei der Jobsuche ein Vorteil. Klotens Präsident Hans-Ulrich («Spar-Ueli») Lehmann hätte gerne einen Schweizer Trainer. Nicht weil er ein Patriot ist. Sondern weil er rechnen kann. Ein Schweizer Trainer kostet halb so viel wie ein Ausländer. Weil er die Steuern selber bezahlt und bereits eine Wohnung und ein Auto hat.

Kevin Schläpfer überkommen bei einer Pressekonferenz die Emotionen

Schläpfers wahre Bestimmung

Kevin Schläpfer wäre richtiggehend eine Billiglösung: da Biel noch bis im nächsten Frühjahr seinen Lohn zahlt, muss Hans-Ueli Lehmann, wenn er gut verhandelt, vielleicht bis Saisonende nur den halben Lohn übernehmen. Billiger wäre nicht mehr möglich. Noch billiger wäre gratis.

So günstig wie Kevin Schläpfer wären wahrscheinlich nicht einmal Reto von Arx oder Michel Zeiter (Trainer und Sportchef bei Klotens Partnerteam Winterthur). Und zudem könnte Kevin Schläpfer gleich auch noch das Amt eines Sportchefs übernehmen. Die Doppelbelastung Trainer/Sportchef hat er in Biel immerhin drei Jahre lang (2010 bis 2013) gemeistert.

Oder gibt es für den «billigen Kevin» vielleicht doch noch eine andere Option? Die Titanen der Liga – Bern, Lugano, die ZSC Lions, Davos, Zug – sind für ihn kein Thema. Es bleibt eigentlich neben Kloten nur noch der Klub seiner Bestimmung. Die SCL Tigers.

Wäre Eishockey wirklich ein grosses Schauspiel – dann müsste Kevin Schläpfer in Langnau arbeiten. Dort hat er als Leitwolf des Aufstiegsteams von 1998 sowieso schon Kultstatus.

Der Langnauer Walter Gerber im Freudentaumel: er wird am Dienstag abend, 7. April 1998, von Mitspielern und Fans gefeiert, nachdem Langnau das entscheidende Aufstiegsspiel gegen Herisau in der Langnauer Ilfishalle in der Verlaengerung mit 3:2 gewonnen hat. (KEYSTONE/Michele Limina)

Walter Gerber beim Aufstieg der Langnauer 1998. Bild: KEYSTONE

Die Situation ist delikat. Heinz Ehlers hat in Langnau noch einen Vertrag bis zum Ende dieser Saison. Schafft er die Playoffs, dann kommt es zu einer automatischen Verlängerung um ein weiteres Jahr. Bis 2019.

Die Sache mit dem Spatz und der Taube

Die SCL Tigers können die Playoffs schaffen. Aber würde Heinz Ehlers über das Saisonende hinaus bleiben? Die Langnauer wissen, dass sich Biel stark für ihren Trainer interessiert. Das wird zwar vom Management offiziell bestritten (logisch). Aber direkte Kontakte unter den Verwaltungsräten der beiden Unternehmen haben diese Frage geklärt: Ja, Biel ist konkret an der Rückkehr seines Aufstiegstrainers von 2008 interessiert.

Wer war in Biel und ist jetzt bei den Tigers? Genau, Thoooomas Nüssli!

Video: watson/Laurent Aeberli, Reto Fehr, Lea Senn

Damit ergibt sich für Kevin Schläpfer die delikate Situation, die wir mit der Volksweisheit «Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach» umschreiben.

Bekommt er von Kloten eine Offerte – soll er dann diesen Spatz in der Hand wählen und die Chance nützen, um ins Geschäft zurückzukehren? Oder soll er auf die Taube auf dem Dach, den Job in Langnau, warten? Er räumt ein: «Ja, so kann man meine Situation umschreiben.» Aber er weiss auch: «Langnau kann unmöglich hinter dem Rücken von Heinz Ehlers jetzt schon mit mir für nächste Saison verhandeln. Das wäre gegen alle Anstandsregeln und ich würde solche Verhandlungen ablehnen.» Aber die Gespräche könnten ja geheim geführt werden. «So naiv zu glauben, so etwas liesse sich geheim halten, sind nicht einmal Sie…»

Das Risiko ist in Kloten wesentlich grösser als in Langnau. Doch so oder so wäre ein Scheitern beim zweiten NLA-Trainerjob für Kevin Schläpfer fatal. Die Kritiker, die sagen, er funktioniere ausserhalb von Biel nicht, würden recht bekommen.

ALS VORSCHAU AUF DIE AM MITTWOCH, 7. SEPTEMBER 2016, BEGINNENDE EISHOCKEY NATIONAL LEAGUE A SAISON, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Biels Trainer Kevin Schlaepfer freut sich ueber den Treffer zum 3:2 im Eishockey Spiel der National League A zwischen dem EHC Biel und den ZSC Lions, am Dienstag, 15. September 2015, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Kann Kevin Schläpfer ausserhalb von Biel funktionieren? Bild: KEYSTONE

Sportlich mag es gehupft wie gesprungen sein, ob er in Langnau oder Kloten arbeitet. Aber in Kloten kann er sich nicht auf die Loyalität des Präsidenten verlassen. Hans-Ulrich Lehmann ist hockeytechnisch etwas so verlässlich und berechenbar wie US-Präsident Donald Trump in der Politik. In Langnau wäre der Rückhalt durch Management, Präsident und Verwaltungsrat ungleich grösser. Und dieses Vertrauen des Arbeitgebers (auch in schwierigen Zeiten) hat in Biel ja erst Kevin Schläpfers fast elfjährige Karriere möglich gemacht.

Wenigstens ist Kevin Schläpfer jetzt wieder im Gespräch und zurück im medialen Rampenlicht. Das ist ja auch schon mal was. 

So sieht es aus, wenn NLA-Teams Frauen anflirten

Video: watson

Alle NL-Topskorer der Qualifikation seit 2002/2003

Witziges zum Eishockey

«Alli Berner essed s Steak medium, nur de Maxime Noreau» – 21 Memes mit Hockey-Spielern

Link zum Artikel

Jetzt wird die Saison richtig lanciert – «Despacito» in der ultimativen Eishockey-Version

Link zum Artikel

«Na Kids, wer sieht besser aus: Roman Josi oder P.K. Subban?»

Link zum Artikel

68 Fakten zu Jaromir Jagr – Ex-Freundinnen, Feuerwehrmann-Auftritte und legendäre Zitate

Link zum Artikel

Wir haben Schweizer Eishockey-Grössen etwas umgestylt – erkennst du sie trotzdem?

Link zum Artikel

Finde es ein für alle Mal heraus: Wie viel Eismeister steckt in dir?

Link zum Artikel

Nico Hischier zeigt uns, was NHL-Stars in sein Freundschaftsbuch geschrieben haben

Link zum Artikel

Diese 27 GIFs zeigen, weshalb Eishockeyspieler die geilsten Typen der Welt sind

Link zum Artikel

Darling, Holden Zucker – Hockeyspieler erzählen mit ihren Namen Geschichten

Link zum Artikel

Du weisst nicht, welches Team der Hockey-WM zu dir passt? Dieses Flussdiagramm hilft dir

Link zum Artikel

Diese Eishockey-Namen geben dir Antworten auf Fragen, die du gar nicht gestellt hast

Link zum Artikel

Mach das beste aus der Bruthitze und zeig im heissen Sportquiz, dass du on fire bist!

Link zum Artikel

10 Bilder, die zeigen, was die Playoff-Halbfinalisten während den Partien wirklich denken

Link zum Artikel

Titel, Batzeli und Zürifäscht: Wir haben die Postkarten-Feriengrüsse der Eishockey-Stars abgefangen

Link zum Artikel

«Wenn selber bachet hesch, isch es Dean Kukan» – witzige Memes zur Hockey-WM

Link zum Artikel

Mit diesen 10 Tipps überlebst du auch als Hockey-Fan den heissen Sommer

Link zum Artikel

Weil jeder Bilderrätsel liebt: Erkennst du diese Eishockey-Stars?

Link zum Artikel

Ein Betroffener erzählt, wie schlimm es ist, HCD-Fan zu sein

Link zum Artikel

Der HCD ist da, wo es viel Bier gibt, und Servette haut nicht nur den Lukas – wenn die NLA ein Oktoberfest wäre

Link zum Artikel

Martschini im Tindergarten – die Playoff-Finalisten auf der Dating-App

Link zum Artikel
«Was ist der Unterschied zwischen Genf-Servette und Tinder?» 12 kurze Witze zu den Schweizer Eishockey-Klubs

Schoppen, Bibeli und Divas – erkennst du alle NLA-Klubs in der grossen Emoji-Tabelle?

Link zum Artikel

Fischer fischt an der WM mit diesen Fischen nach dem Titel

Link zum Artikel

Wenn Eishockey-Spieler im Büro arbeiten würden

Link zum Artikel

Was nach dem Playoff-Final WIRKLICH abging

Link zum Artikel

Was haben Harold Kreis und Frodo Beutlin gemeinsam? Wir gehen mit den NLA-Trainern in die zweite Witzrunde

Link zum Artikel

Vergiss den MVP – diese 20 Awards sollte der Eishockey-Verband vergeben!

Link zum Artikel

Die streng geheimen Einladungen für die Weihnachtsessen der NLA-Klubs

Link zum Artikel

Schisshaas, Schiller, #stancescuout – der Facebook-Wahnsinn der Playoff-Viertelfinals

Link zum Artikel

Musst du als Hockey-Liebhaber einfach kennen: Die 9 wichtigsten Grafiken zur NLB

Link zum Artikel

Vom 2-Bier-Kerl bis zum Tussi am Handy: Diese 11 Typen triffst du in jeder NLA-Kurve

Link zum Artikel

Der ultimative Hockey-Guide: Dieses Diagramm weist dir den Weg zu deinem Lieblingsteam

Link zum Artikel

Der fieseste Chlaus hat unsere Hockey-Teams besucht. Logisch, artet es aus!

Link zum Artikel

Wenn Schweizer Hockey-Teams Männer wären: So versuchen die NLA-Klubs, Frauen aufzureissen

Link zum Artikel

«Was ist der Unterschied zwischen Genf-Servette und Tinder?» 12 kurze Witze zu den Schweizer Eishockey-Klubs

Link zum Artikel

Bist du bereit für die Playoffs? Dann musst du die Hockey-Spieler auch als Emojis kennen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

23 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Mandelmus
18.10.2017 18:45registriert March 2014
Da hat jemand mal wieder einen Weg gefunden, über Langnau zus chreiben, obwohl in Kloten ein Trainer gesucht wird..
713
Melden
Zum Kommentar
Lindros88
18.10.2017 19:29registriert February 2014
Schläpfer ist hauptsächlich wegen Zaugg wieder (oder immer noch) im Gespräch! Und ja, wir haben es verstanden: Lehmann ist ein hockeytechnischer Donald Trump 🙄
654
Melden
Zum Kommentar
sidthekid
18.10.2017 19:30registriert May 2015
Im letzten Absatz schwingt definitiv die Erleichterung des Eismeisters mit 😄
450
Melden
Zum Kommentar
23

Eismeister Zaugg

Der Bundesrat erlaubt eine Saison des Chaos, der Illusionen und der billigen Ausreden

Hurra, die Eishockey-Meisterschaft beginnt am 1. Oktober. Die bundesrätlichen Weisungen machen es möglich. Aber es wird ein Tanz am Abgrund der Pleite und des Chaos. Den Klubs werden Ende Saison 60 bis 70 Millionen Franken fehlen.

Die Stadien dürfen nur halb gefüllt werden. Durch die Umwandlung in Sitzplätze geht 25 Prozent der Kapazität verloren und von diesen Sitzplätzen dürfen nur zwei Drittel besetzt werden. Damit sind wir bei der Hälfte der Stadionkapazität angelangt. Der ursprünglichen Minimalforderung der Klubs.

Das ist zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Die Schätzung von SCB-Manager Marc Lüthi, dass ihm Ende der Saison drei bis fünf Millionen Franken fehlen werden, ist alarmierend. Liga-Direktor Denis …

Artikel lesen
Link zum Artikel