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Bild: Photopress

Auftaktpleite gegen Kloten

Eismeister Zaugg

Conz wie Stecher? Als ob die Zeit in Fribourg stehen geblieben wäre

Kloten siegt in Fribourg zum Halbfinal-Auftakt 4:2 – weil die Zürcher defensiv überzeugten, weil Gottéron zu wenig leidenschaftlich spielte und Goalie Conz keine Mauer war. Kehren die alten Geister wieder zurück in die Patinoire St-Léonard?



Der HC Fribourg-Gottéron ist legendär für seinen «heiligen Zorn»: Für die Leidenschaft der Spieler. Mit diesem «heiligen Zorn» hat sich Gottéron seit dem Aufstieg von 1980 immer wieder aus heiklen Lagen befreit und so manches Hockeywunder vollbracht.

In der ersten Halbfinalpartie gegen die Kloten Flyers erwachte diese Leidenschaft zu spät. Erst im Laufe des zweiten Drittels. Erst, als es bereits 0:3 stand. Aber nach dem 2:3 flaute diese Leidenschaft wieder ab und die Zürcher gerieten nie in Gefahr, dieses Spiel zu verlieren.

Diese erste Partie brachte die Rückkehr der alten Geister: Schon in den 1990er Jahren hatte Kloten, damals noch als EHC konstituiert, im Finale zweimal mit taktischer Intelligenz über Gottérons Leidenschaft und Spielkunst (mit Slawa Bykow und Andrej Chomutow) triumphiert.

Der Zuercher Marc Haueter, Mitte, versucht sich im Spiel der ersten Runde der Eishockey NLA zwischen dem HC Gotteron und den ZSC Lions, am 20. September 1997 in Freiburg, gegen das Freiburger Russen-Duo, Slava Bykov, links, und Andrej Chomutov, rechts. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Das bis heute legendäre Russen-Duo Bykow/Chomutow führte Gottéron in zwei Playoff-Finals, die beide verloren gingen. Bild: Keystone

Ein Betriebsunfall, kein Grund zur Resignation

Das ist zwar 20 Jahre her. Aber gestern war es, als sei die Zeit stehen geblieben: Klotens Defensivspiel funktionierte, wie damals, mit der Präzision eines Uhrwerkes gegen einen optisch überlegenen Gegner (41:24 Torschüsse für Gottéron!). Der einzige Aussetzer, der Timo Helbling den Anschlusstreffer zum 2:3 ermöglichte, blieb letztlich ohne Folgen für den weiteren Verlauf der Partie. Die Kloten Flyers beeindruckten mit taktischer Intelligenz und Disziplin. Sie imponierten aber auch mit ihrer Kampfkraft, Zähigkeit und Leidenschaft.

Ist für Gottéron schon wieder alles verloren wie einst in den beiden Finals 1993 und 1994 gegen Kloten? Nein. Die Niederlage ist für Gottéron eher ein Betriebsunfall und vorerst noch kein Grund zur Resignation. Den Zürchern wird es nicht noch einmal gelingen, so mühelos ein 3:0 vorzulegen. Die extrem defensive Spielweise, nach dem 3:0 logisch, war das goldene taktische Rezept. Aber kann es so gelingen, im Falle eines Falles nach einem Rückstand eine Wende herbeizuführen?

Gottérons Spiel war zu berechenbar, zu schematisch. Mit taktischem Schach wird Kloten nicht zu besiegen sein. Wenn Gottéron Klotens Stil imitiert und sich einschläfern lässt, dann ist es verloren. Nur mit mehr Risiko und Kreativität, mit grösserer Härte, mit höherer Intensität und mit einer Prise Provokation wird es gelingen, Klotens Verteidigung und Torhüter Martin Gerber zu überwinden.

Conz und die schlechten Erinnerungen an Stecher

Verteidiger-Raubein Timo Helbling (bisher 486 NLA-Spiele/1028 Strafminuten) hat auf seinem Statistikblatt nach 5 Playoffpartien mehr Skorerpunkte (2) als Strafminuten (0). Das zeigt uns: Nach dem Freilos gegen Ambri (4:0) ist Gottéron noch nicht ganz in den Playoffs angekommen. Sag mir, ob Timo Helbling rumpelt und ich sage dir, ob Gottérons heiliger Zorn erwacht ist.

Freiburg-Goalie Dino Stecher in Aktion, aufgenommen am 9. Oktober 1993 in Lugano beim Nationalliga A Eishockeyspiel HC Lugano gegen den SC Freiburg. (KEYSTONE/Str)

Weil Fribourg mit Dino Stecher keinen überragenden Goalie hatte, klappte es in den Jahren von Bykow/Chomutow letztlich nie mit einem Titelgewinn. Bild: Keystone

Eines muss Gottérons Trainer Hans Kossmann allerdings beunruhigen: Klotens Torhüter Martin Gerber (Fangquote 95,12 %) war klar besser als Benjamin Conz (Fangquote 83,33 %). Noch beunruhigender: Die Klotener haben die Schwächen des Gottéron-Goalies erkannt und erzielten zwei Treffer hoch ins Netz: Benjamin Conz ist klein (179 cm) und deckt die obere Hälfte des Tores mit seiner Postur zu wenig ab. Deshalb war er selbst als bester Torhüter der U 20-WM 2010 nie ein Thema für die NHL.

Schon in den drei Finals der 1990er-Jahren ist Gottéron letztlich am Goalie gescheitert. Erst war Berns Renato Tosio besser als Dino Stecher (1992). Dann zweimal Klotens Reto Pavoni. Wiederholt sich die Geschichte 2014?

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