DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Wohin des Weges, Leonardo Genoni? Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Darum brauchen die «neuen» ZSC Lions Leonardo Genoni gar nicht mehr

Die ZSC Lions können mit einem Halbfinal-Triumph über den SC Bern ein kurzweiliges Transferspektakel auslösen und viel Geld sparen. Es geht auch um die Zukunft von SCB-Torhüter Leonardo Genoni.



Die ZSC Lions haben Zug soeben aus den Playoffs gekippt. Ortstermin. Die Atemluft im Bauch des Stadions ist getränkt mit Schweiss, Enttäuschung und Freude. Lärmiger Jubel und Trubel dringen aus der Kabine der Zürcher. Und im Gang davor stehen die ZSC-Bürogeneräle – Sportchef Sven Leuenberger und Manager Peter Zahner – mit gewichtiger Miene herum.

Zuerichs Sportchef Sven Leuenberger, links, und Zuerichs Trainer Hans Kossmann, rechts, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC, am Freitag, 2.Februar 2018, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger. Bild: KEYSTONE

Da stellt ein vorwitziger Chronist dem ZSC-Sportchef die Frage, wozu er eigentlich den Leonardo Genoni noch brauche? Der Lukas Flüeler sei ja mindestens so gut. Sven Leuenberger mag auf diese Provokation nicht eintreten.

Es ist ja so, dass Leonardo Genoni (30) beim SC Bern noch einen Vertrag für nächste Saison hat. Es ist aber weitherum bekannt, verkündet und unbestritten, dass die Zürcher den mehrfachen HCD- und SCB-Meistergoalie à tout prix nach Vertragsablauf in Bern endlich zurückholen wollen. Schliesslich ist er ja ein eigener Junior, der im Frühjahr 2007 Zürich verlassen hat um in Davos und in Bern die Hockeywelt zu erobern.

HC Davos Spieler Leonardo Genoni, fotografiert am Mittwoch, 29. August 2007, anlaesslich des Fotoshootings in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Jakob Menolfi)

Genoni im August 2007 nach seinem Wechsel zum HC Davos. Bild: KEYSTONE

Hard-Rock-Hockey statt Puckgeschiebe

Leonardo Genoni verdient beim SCB ziemlich genau 650'000 brutto im Jahr. Da er im August erst 31 wird und mindestens noch fünf gute Jahre vor sich hat und ihn Bern unbedingt halten will, darf er mit einer schönen Lohnerhöhung rechnen. Er dürfte ab 2019 der bestverdienende NLA-Torhüter aller Zeiten sein.

Soweit so gut. Aber nun hat Lukas Flüeler die ZSC Lions soeben mit einer Fangquote von 93,29 Prozent ins Halbfinale gehext. Der wehrhafte Riese (192 cm/ 99 kg) ist endlich wieder ein charismatischer Blocker mit einer zwingenden Ausstrahlung. Er ist der bisher beste Torhüter der Playoffs 2018.

Die Fangquote der Playoff-Torhüter

1. Leonardo Genoni (Bern) 95.78%
2. Lukas Flüeler (ZSC) 93.29%
3. Elvis Merzlikins (Lugano) 92.68%
4. Gilles Senn (Davos) 90.73%
5. Tobias Stephan (Zug) 90.61%
6. Robert Mayer (Genf) 89.44%
7. Jonas Hiller (Biel) 89.06%
8. Barry Brust (Fribourg) 85.07%

Inzwischen haben die Zürcher die von Hans Wallson eingeschleppte «Schwedische Grippe» auskuriert. Dieses unsägliche pseudointellektuelle Puckgeschiebe quer, rückwärts, wieder quer und wieder rückwärts mit Walzerdrehungen in den Ecken statt vor dem Tor hatte alle und vor allem auch Lukas Flüeler verunsichert.

Nun ist wieder Hard-Rock-Hockey angesagt. Einfach, urig, rau, geradlinig, vorwärts und direkt wie die Musik der alten Status Quo. Und siehe da: Nach Wiederherstellung einer vernünftigen taktischen Ordnung spielt auch Lukas Flüeler wieder sein bestes Hockey.

Zuerichs Trainer Hans Kossmann im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel, am Dienstag, 5. Maerz 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Bild: KEYSTONE

Playoff-Betriebstemperatur bei den Lions

Da auch nächste Saison ein nordamerikanischer Trainer (Serge Aubin) an der Bande stehen wird, dürfte sich am taktischen Layout und damit auch am Spiel von Lukas Flüeler wenig ändern.

Die «neuen» ZSC Lions brauchen Leonardo Genoni also nicht mehr. Neu in Anführungszeichen, weil es ja eigentlich eine Rückkehr zu den alten, wahren, meisterlichen nordamerikanischen ZSC-Tugenden in der Tradition von Kent Ruhnke, Larry Huras, Bob Hartley und Marc Crawford ist.

So oder so sind die ZSC Lions nun der gefährlichste Gegner für den Meister. Der SCB ist seit Mitte Dezember nicht mehr richtig gefordert worden. Hans Kossmann ist es hingegen gelungen, seine Jungs aus der Komfortzone zu vertreiben. Die ZSC Lions haben Playoff-Betriebstemperatur.

Torhueter Lukas Flueeler, links, vom ZSC bei einer Parade im fuenften Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions, am Dienstag, 20. Maerz 2018, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Flueeler)

Hext Lukas Flüeler den ZSC auch gegen Bern weiter? Bild: KEYSTONE

Dieses Halbfinale wird so ausgeglichen sein, dass die Torhüter mit ziemlicher Sicherheit die Differenz machen werden. Und wenn Lukas Flüeler, mit Vertrag bis 2020, besser oder gleich gut sein sollte wie Leonardo Genoni, dann macht es für die Zürcher definitiv keinen Sinn mehr, sich um Leonardo Genoni zu bemühen. Es ist dann besser, das Geld in Transfers von Feldspielern oder ins ausländische Personal zu investieren.

Und so stellt sich für Leonardo Genoni und dessen Agenten Erich Wüthrich die Frage: Warum eigentlich zurück nach Zürich? Warum nicht nach Zug? Ja, Zug. Zum dritten Mal in vier Jahren sind die Zuger unter Trainer Harold Kreis bereits im Viertelfinale aus den Playoffs geflogen. Zu den Versagern gehört erneut Torhüter Tobias Stephan (34). Sein Vertrag läuft Ende der nächsten Saison aus. Also zum gleichen Zeitpunkt wie der Kontrakt von Leonardo Genoni. Das passt.

Zugs Torhueter Tobias Stephan beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und HC Geneve-Servette, am Samstag, 27. Januar 2018, in der Bossard Arena in Zug.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der Vertrag von Tobias Stephan läuft nächste Saison aus. Bild: KEYSTONE

Meister wird Zug nämlich nur mit einem Meistergoalie. Tobias Stephan ist, wie wir soeben gesehen haben, kein Meistergoalie. Es obliegt Zugs Sportchef Reto Kläy, nicht nur kurzfristig, sondern auch strategisch (langfristig) zu denken.

Wenn Sven Leuenberger Leonardo Genoni in Zürich also nicht braucht – wäre der aktuelle SCB-Torhüter dann, sofern er Bern verlassen wird, nicht der ideale, der perfekte Mann für Zug?Müsste sich Reto Kläy nicht bei Genonis Agent Erich Wüthrich melden?

Reto Kläy sagt auf eine entsprechende Anfrage: «Wer weiss, vielleicht habe ich ja schon angerufen ...». Leonardo Genoni ab Sommer 2019 nicht mehr in Bern, auch nicht in Zürich, aber in Zug? Transfer-Affaire à suivre.

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber

Video: Angelina Graf

Die besten 50 Eishockey-Spieler des Jahres 2017

Witziges zum Eishockey

«Alli Berner essed s Steak medium, nur de Maxime Noreau» – 21 Memes mit Hockey-Spielern

Link zum Artikel

10 Bilder, die zeigen, was die Playoff-Halbfinalisten während den Partien wirklich denken

Link zum Artikel

Du weisst nicht, welches Team der Hockey-WM zu dir passt? Dieses Flussdiagramm hilft dir

Link zum Artikel

Mit diesen 10 Tipps überlebst du auch als Hockey-Fan den heissen Sommer

Link zum Artikel

Der fieseste Chlaus hat unsere Hockey-Teams besucht. Logisch, artet es aus!

Link zum Artikel

«Wenn selber bachet hesch, isch es Dean Kukan» – witzige Memes zur Hockey-WM

Link zum Artikel

Was haben Harold Kreis und Frodo Beutlin gemeinsam? Wir gehen mit den NLA-Trainern in die zweite Witzrunde

Link zum Artikel

Wir haben Schweizer Eishockey-Grössen etwas umgestylt – erkennst du sie trotzdem?

Link zum Artikel

Schisshaas, Schiller, #stancescuout – der Facebook-Wahnsinn der Playoff-Viertelfinals

Link zum Artikel

Mach das beste aus der Bruthitze und zeig im heissen Sportquiz, dass du on fire bist!

Link zum Artikel

«Na Kids, wer sieht besser aus: Roman Josi oder P.K. Subban?»

Link zum Artikel

Vergiss den MVP – diese 20 Awards sollte der Eishockey-Verband vergeben!

Link zum Artikel

Was nach dem Playoff-Final WIRKLICH abging

Link zum Artikel

Darling, Holden Zucker – Hockeyspieler erzählen mit ihren Namen Geschichten

Link zum Artikel

Diese 27 GIFs zeigen, weshalb Eishockeyspieler die geilsten Typen der Welt sind

Link zum Artikel

Musst du als Hockey-Liebhaber einfach kennen: Die 9 wichtigsten Grafiken zur NLB

Link zum Artikel

Nico Hischier zeigt uns, was NHL-Stars in sein Freundschaftsbuch geschrieben haben

Link zum Artikel
«Was ist der Unterschied zwischen Genf-Servette und Tinder?» 12 kurze Witze zu den Schweizer Eishockey-Klubs

Schoppen, Bibeli und Divas – erkennst du alle NLA-Klubs in der grossen Emoji-Tabelle?

Link zum Artikel

Der HCD ist da, wo es viel Bier gibt, und Servette haut nicht nur den Lukas – wenn die NLA ein Oktoberfest wäre

Link zum Artikel

Der ultimative Hockey-Guide: Dieses Diagramm weist dir den Weg zu deinem Lieblingsteam

Link zum Artikel

Wenn Schweizer Hockey-Teams Männer wären: So versuchen die NLA-Klubs, Frauen aufzureissen

Link zum Artikel

Bist du bereit für die Playoffs? Dann musst du die Hockey-Spieler auch als Emojis kennen

Link zum Artikel

Vom 2-Bier-Kerl bis zum Tussi am Handy: Diese 11 Typen triffst du in jeder NLA-Kurve

Link zum Artikel

Jetzt wird die Saison richtig lanciert – «Despacito» in der ultimativen Eishockey-Version

Link zum Artikel

Ein Betroffener erzählt, wie schlimm es ist, HCD-Fan zu sein

Link zum Artikel

Wenn Eishockey-Spieler im Büro arbeiten würden

Link zum Artikel

Weil jeder Bilderrätsel liebt: Erkennst du diese Eishockey-Stars?

Link zum Artikel

Titel, Batzeli und Zürifäscht: Wir haben die Postkarten-Feriengrüsse der Eishockey-Stars abgefangen

Link zum Artikel

Finde es ein für alle Mal heraus: Wie viel Eismeister steckt in dir?

Link zum Artikel

Fischer fischt an der WM mit diesen Fischen nach dem Titel

Link zum Artikel

Martschini im Tindergarten – die Playoff-Finalisten auf der Dating-App

Link zum Artikel

«Was ist der Unterschied zwischen Genf-Servette und Tinder?» 12 kurze Witze zu den Schweizer Eishockey-Klubs

Link zum Artikel

Die streng geheimen Einladungen für die Weihnachtsessen der NLA-Klubs

Link zum Artikel

Diese Eishockey-Namen geben dir Antworten auf Fragen, die du gar nicht gestellt hast

Link zum Artikel

68 Fakten zu Jaromir Jagr – Ex-Freundinnen, Feuerwehrmann-Auftritte und legendäre Zitate

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

«Abstürzende Adler» – die besten Schweizer seit 1998 sind gescheitert

Ist es Leichtsinn? Ist es gar Hybris? Nein, es ist eine Laune der Hockeygötter. Die Schweizer verlieren einen WM-Viertelfinal gegen Deutschland nach Penaltys (2:3), den sie nie hätten verlieren dürfen. Weltmeister werden wir wieder nicht. Aber wir sind die Dramakönige der Hockeygeschichte.

Ach, es wäre so schön gewesen. Nur 43 Sekunden fehlten für den Halbfinal. Um zu zeigen, wie schmal der Grat zwischen Triumph und sportlicher Tragödie sein kann und wie gut die Schweizer bei dieser WM und in diesem Viertelfinal-Drama waren, machen wir hier kurz ein Gedankenspiel. Nach dem Motto: Was wäre wenn?

Also; hätten wir gewonnen, so wäre hier nun zu lesen:

«Unser Eishockey, unser Sieg, unser Halbfinal: Die Schweiz besiegt in einer der besten WM-Partien der Neuzeit Deutschland. Die Deutschen …

Artikel lesen
Link zum Artikel