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ZSC Lions Stuermer Patrik Baertschi, Mitte knieend, feiert seinen Treffer zum 1-0 gegen Kloten Flyers Torhueter Martin Gerber, hinten, im ersten Playoff Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers, am Samstag, 12. April 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Bild: KEYSTONE

Nach dem Mini-Sieg der Stadtzürcher zum Finalauftakt

Eismeister Zaugg

Die ZSC Lions sind die besseren Klotener

Die ZSC Lions können so spielen wie die Kloten Flyers. Deshalb haben sie das erste Finalspiel 1:0 gewonnen. Und deshalb werden sie wahrscheinlich auch Meister. 



Der Chronist hat den Vorteil, dass er die Geschichte eines Spiels immer vom Ende her, im Wissen um das Resultat, erzählen darf. Die absolute Wahrheit ist ausschliesslich das, was am Ende oben auf der Resultat-Anzeige steht. In diesem Fall 1:0.  

Es war eines der taktisch besten und intensivsten Finalpartien des 21. Jahrhunderts. Wie das Resultat (1:0) vermuten lässt, ist den ZSC Lions das perfekte Spiel gelungen. Anders als im Viertelfinale (1:4 gegen Lausanne) und gegen Servette (0:5) waren sie diesmal beim Auftaktspiel der Serie bei der Sache.  

Taktisches Eisschach

Die ZSC Lions haben gewonnen, weil sie keinen Fehler gemacht haben. Oder zumindest keinen, der zu einem Gegentor geführt hat. Die Kloten Flyers verpassten die Entscheidung noch in der ersten Spielhälfte, als sie einen Powerplay-Vorteil fünf gegen drei nicht zu einem Treffer auszunützen vermochten. Wäre ihnen da ein Treffer zum 0:1 gelungen, dann hätten sie mit grosser Wahrscheinlichkeit diese Partie gewonnen. 

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Das einzige Tor der Partie durch Patrik Bärtschi. Gif: srf

Und der Chronist würde jetzt die Geduld, die Disziplin und die taktische Klugheit der Kloten Flyers rühmen. Und er würde den ZSC wegen fehlendem Mut zum offensiven Dampf machen und zur Provokation tadeln. Er würde kritisieren, dass sich ZSC-Bandengeneral Marc Crawford vom Gegner die Spielweise (das taktische Eisschach) habe aufzwingen lassen. 

Kein Spektakel für die Fans

Aber die ZSC Lions waren letztlich die besseren Kloten Flyers: Sie haben das so typische Klotener Eisschach nicht besser gespielt. Aber erfolgreicher. So ähnlich waren Spielkultur und Taktik zweier Playoff-Finalteams noch nie. In der Vergangenheit sorgten die Unterschiede in Mentalität, Taktik und Spielkultur für die Dynamik und Dramatik einer Finalserie.  

Keine Differenzen auszumachen

Nun fasziniert uns zum Auftakt die Ähnlichkeit, ja Gleichheit in den wesentlichen Bereichen (Taktik, Spielkultur, Torhüter, Verteidiger, Stürmer). Seit bei beiden Klubs Milliardäre das Defizit bezahlen (Walter Frey, Philippe Gaydoul) bleibt uns nicht einmal mehr die billige Polemik Arm gegen Reich.  

Der Zuercher Roman Wick gestikuliert im ersten Playoff Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers, am Samstag, 12. April 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Roman Wick, einer der beide Seiten kennt. Bild: KEYSTONE

Zur Ähnlichkeit des Wesens und Wirkens der Finalteams trägt auch bei, dass mehrere wichtige ZSC-Spieler (Flüeler, Blindenbacher, Bärtschi, Wick) in Kloten und einige Klotener (Blum, Schelling, Stoop, Bieber) in der Nachwuchsorganisation der ZSC Lions ausgebildet worden sind. Mehr als 20 Spieler in dieser Finalserie sind im Kanton Zürich geboren und aufgewachsen. Zürcher gegen Zürcher. So viel Zürich war in einem Finale noch nie. 

Der einzige Treffer resultierte aus einer Situation, die in der Regel nicht zu einem Unglück führt. Nach dem Motto: Hundertmal ist nichts passiert. Der schlaue Patrik Bärtschi (den die Klotener einst in ihrer Junioren-Abteilung ausgebildet habe) kurvte sozusagen in der Gegenrichtung der Spieldynamik, als „Geisterfahrer“, ums gegnerische Tor und nützte die kurzzeitige Verwirrung gegen so erfahrene Cracks wie Marcel Jenni, Michael Liniger und Eric Blum zum einzigen Treffer. Torhüter Martin Gerber war machtlos. 

Zuercher Fans feuern ihre Mannschaft an, im ersten Playoff Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers, am Samstag, 12. April 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: KEYSTONE

Lukas Flüeler zum Auftakt grandios

Es ist ein bisschen arrogant, nach einem so knappen Resultat bereits zur grossen Analyse zu schreiten oder gar einen Titelfavoriten zu benennen. Gar leicht könnte die Wahrheit vom Samstag zur Torheit des Dienstages werden. Die zweite Finalpartie wird ja am Dienstag in Kloten ausgespielt. 

Aber zwei Feinheiten, die gestern die Differenz machten, könnten am Ende den Titelkampf entscheiden. Erstens: Lukas Flüeler, der bei den drei Niederlagen im Halbfinale gegen Servette bloss Lotter-Fangquoten von 75,00, 87,50 und 88,57 Prozent erreichte, war gestern ein grosser Torhüter. Kann er diese Form halten, werden die ZSC Lions Meister. Komme was da wollte.  

Kloten Flyers Stuermer Matthias Bieber, links, gegen ZSC Lions Torhueter Lukas Flueeler, Mitte, im ersten Playoff Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers, am Samstag, 12. April 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Hilet sein Kasten sauber, Lukas Flüeler. Bild: KEYSTONE

Geduld als Schlüssel für den Titel

Zweitens war die Ausgeglichenheit der ZSC Lions ein wichtiger Faktor. Selbst in der hektischen Schlussphase kam die vierte Linie zum Zuge. Der Umstand, dass Kloten bis ins Finale lediglich 12 Partien benötigten, zwei weniger als die ZSC Lions, dürfte beim Energiehaushalt keine Rolle spielen.

Die ZSC Lions und die Kloten Flyers haben in der ersten Finalpartie zu perfekt gespielt. Die grosse Geschichte, das aufwühlende Drama, den epochalen Fehler, den tragischen Helden lieferte uns diese Ouvertüre noch nicht. Aber wir werden all das schon noch bekommen. Wer zuerst die Geduld und die Stilsicherheit verliert, verliert auch die Finalserie. Jetzt gilt: Vorteil ZSC Lions! 

P.S. Explizit sei die sehr gute Leistung der Schiedsrichter erwähnt. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Suppi62 25.06.2014 10:49
    Highlight Highlight ... ich liebe diesen Satz:

    Zürcher gegen Zürcher. So viel Zürich war in einem Finale noch nie.
  • Staal 14.04.2014 20:32
    Highlight Highlight Ändert aber nichts daran, dass das weltweit primitivste Hockey Publikum im HaSTA zuhause ist. Und mit einem ziemlich Geldgeilen CEO. An der Meisterfeier darf dann wieder Eintritt verlangt werden (!)
    • Suppi62 25.06.2014 10:50
      Highlight Highlight Primitiv ist es wenn im Gästefansektor CHF 30'000.- Sachschaden produziert wird ....
  • ZSC Fan 13.04.2014 10:52
    Highlight Highlight Lieber Eismeister, ich habe das Spiel etwas anders erlebt, obwohl ich Dir in vielen Punkten recht gebe!

    Im ersten Drittel spielte der Zett deutlich besser und hatte die Führung mehrmals nur knapp verfehlt. Bevorteilt wurde dies durch Kloten, welche wie Lausanne spielten: ein Vorchecker und 4 Spieler an der blauen Linie. Sie überließen die Spielgestaltung weitgehend dem ZSC. Das hätte leicht in Auge gehen können. Auch im 2. Drittel blieb Kloten diesem System treu. Kloten kam zu mehr Chancen, insbesondere, da die Lions etwas die Linie verloren und konfus spielten: Viele Fehlpässe, weniger Laufbereitschaft, weniger Zug auf das gegnerische Tor. Erst nach dem 1:0 im letzten Drittel begann Kloten mehr für das Spiel zu tun. Jetzt sah man erst die Klasse von Kloten. Der Zett stellte auf 1-1-3 um und kontrollierte das Spiel, wenn auch mit etwas Glück.

    Ich habe schon mehrmals betont, dass diese Taktik, die gegen Davos und Fribourg erfolgreich war, gegen den Zett nicht reichen wird! Ich bin aber auch überzeugt, dass das Spiel am Dienstag ein anderes Spiel wird: Kloten spielt zu hause, muss da gewinnen und wird sicher von Anfang an offensiver spielen. Trotzdem der Hinweis, dass nun mehr in 7 Spielen in dieser Saison Kloten nur 2x gegen den Zett im Penalty-Schiessen gewonnen hat (bei 5 Niederlagen). Kloten hat folglich in dieser Saison gegen den Zett aus dem Spiel heraus noch nie gewonnen. Es ist also von Kloten vermessen, zu glauben, dass man den Zett einfach so wegputzen würde.

    insgesamt war es ein tolles Spiel, Eishockey vom besten. Hier ein Danke auch an Kloten und die Schiedsrichter. So macht Hockey Spass. Es wird spannend bleiben und ich hoffe, dass wir diesen Final über 7 Spiele geniessen können.

    Betrübt war ich lediglich von wenigen Kloten-Fans, die sich (wahrscheinlich nach übermässigem Alkoholgenuss) am Schluss nicht zu benehmen wussten. Sie schossen volle Bierbecher auf die ZSC Zuschauer und begannen zu prügeln. Schade, denn das ist sicher eine kleine, dumme Minderheit, die dem Ruf der Klotener-Fan schaden. Ich habe viele Freunde unter den Kloten-Fan und ich habe auch schon welche ins Hallenstadion eingeladen (und umgekehrt). Alles tolle Typen!
  • Staal 13.04.2014 09:08
    Highlight Highlight Schrecklich langweiliges, defensives Steinzeit-Hockey Catenaccio. Dass am Ende ein Ur-Klotener für den Z$C traf, passt in dieses triste Milliardären-Derby. Es will nicht nach Eishockey riechen.
    • ZSC Fan 13.04.2014 10:59
      Highlight Highlight Aufgrund Deiner Kommentare stellt sich mir die Frage, wie viel Du eigentlich von Hockey verstehst??? Warst Du überhaupt schon einmal in einem Eishockeystadion oder verwechselst Du die Sportart?? In der ganzen Regulär-Season sowie in den bisherigen Play-Offs hat man noch kein so spannendes, hoch intensives Spiel mit soviel taktischen Finessen gesehen. Offenbar war das Spiel zu schnell, damit Du es mitverfolgen konntest. Wenn Du das als langweilig empfindest, gehe lieber Fussball schauen!
    • Staal 13.04.2014 12:45
      Highlight Highlight Ich war wahrscheinlich an mehr Hockeyspielen als Du, so nebenbei erwähnt. Aber dieses Schicki-Micki Hockey der Z$C ist nicht mein Ding

      Das Spiel gestern war nicht hochklassig.
    • ZSC Fan 13.04.2014 17:33
      Highlight Highlight Es liegt mir fern, mit Dir darüber zu streiten, wer mehr Hockeyspiele gesehen hat, so nebenbei habe ich schon Rigolet an der B-Weltmeisterschaft (damals ohne Helm und Gesichtsmaske) live bewundert. Damals warst Du wahrscheinlich noch nicht geboren.

      Leider habe ich von Dir noch nie einen positiven Kommentar gelesen. Dass Du im übrigen immer die Schickimicki hervor hebst, zeigt mir, dass Du weder wissen kannst, was hinter den Kulissen abläuft, noch wie ein Club organisiert ist. Gerade der Zett setzt sehr viel Geld in die Juniorenabteilung ein (nicht von Herrn Frey finanziert!) Ich darf Dir auch versichern, dass der Zett nicht beliebig Geld für Spieler und Trainer ausgibt (was Schickimicki wäre), sonst wäre z.B. Bob Hartley noch immer Trainer in Zürich. Ich darf Dich auch daran erinnern, dass der ZSC beim Lock-Out nicht mitgemacht hat und die Saison trotzdem im Halbfinale beendete. Geld braucht der ZSC besonders für die Miete des Hallenstadion, da der ZSC (noch) über kein eigenes Stadion verfügt.

      Was das Spiel gestern betrifft, so kann ich mir bei Leibe nicht vorstellen, was Du unter gutem Eishockey verstehst. Vielleicht die NHL? Vielleicht - ja das drum herum ist grossartig und unterhaltsam! Bei allem Respekt vor der NHL, von dem was ich in den vielen NHL-Spielen gesehen habe, muss man das Spiel gestern nicht verstecken!
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