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19.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - MK Schweiz;
Damien Brunner (Andy Mueller/freshfocus)

Trotz Gehirnerschütterung war Damien Brunner im Einsatz. Bild: freshfocus

Alles versucht

Eismeister Zaugg

Damien Brunner spielt trotz Gehirnerschütterung – ein Symbolbild des Schweizer Willens

Die Spieler verlassen Minsk erhobenen Hauptes. Sie haben Silber verloren. Aber die Ehre behalten. NHL-Stürmer Damien Brunner (28) ist ein gutes Beispiel für die Tapferkeit der Schweizer.



Wir haben in Minsk das Viertelfinale verpasst. Gescheitert! Vor zehn Jahren hätten wir nach einer WM wie hier in Minsk noch gejubelt. Den Klassenerhalt gesichert! Die Deutschen gebodigt! Die Amerikaner und Finnen an den Rande einer Niederlage gedrängt! Dem Druck des «Gewinnen-Müssens» gegen Kasachstan standgehalten! Wir sind in der Weltklasse angekommen!

17.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Schweiz - Kasachstan;
Damien Brunner (SUI) jubelt mit Luca Cunti (SUI) Denis Hollenstein (SUI) und Eric Blum (SUI) nach dem Tor zum 6:0 (Andy Mueller/freshfocus)

Gegen Kasachstan liess die Schweiz nichts Anbrennen. Bild: freshfocus

Aber die Ansprüche sind inzwischen gestiegen. Seit dem WM-Finale können wir nur noch mit einer Halbfinalqualifikation restlos zufrieden sein.

Brunner als Zeichen des Einsatzes

Die Mannschaft hat in Minsk trotz allem nie Auflösungstendenzen gezeigt und die Spieler dürfen erhobenen Hauptes heimkehren. Es war gewiss nicht jeder in Hochform. Und über den Schatten springen kann sowieso niemand. Aber jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten alles versucht.

Damien Brunner (28), ehemaliger NLA-Topskorer mit dem EV Zug und inzwischen in der NHL-Dollarmillionär geworden, ist ein gutes Beispiel für die Einsatzbereitschaft der Schweizer. Er spielt trotz einer Gehirnerschütterung.

Switzerland forward Damien Brunner, center, celebrates a goal during the Group B preliminary round match between Switzerland and Kazakhstan at the Ice Hockey World Championship in Minsk, Belarus, Saturday, May 17, 2014. (AP Photo/Darko Bandic)

Damien Brunner ist die auffälligste Schweizer Figur an der WM, trotz Gehirnerschütterung. Bild: AP/AP

Am Tag nach der Partie gegen Deutschland trainierte er nicht mit dem Team. Sean Simpson sagte lediglich, er habe Damien Brunner trainingsfrei gegeben. Begründung gab es keine und es gab einige Spekulationen. Nun lüftet der ehemalige Klotener Junior das Geheimnis um seinen trainingsfreien Tag gelüftet. «Ich hatte bereits in der Vorbereitung gegen Deutschland und im letzten Vorbereitungsspiel gegen Kanada Schläge gegen den Kopf erhalten. Dann erwischte es mich in der Partie gegen Deutschland noch einmal.» Also eine Gehirnerschütterung? «Ja, wahrscheinlich schon. Ich muss jedenfalls aufpassen. Ein Training am Tag nach dem Deutschlandspiel hätte nichts gebracht.»

Damien Brunner war auch nach den beiden Startniederlagen gegen Russland und die USA optimistisch geblieben. War dieser Optimismus ein Irrtum? «Nein, überhaupt nicht. Es hat schliesslich sehr wenig gefehlt. Das zeigte sich gerade nach der Niederlage gegen Weissrussland. Wir haben nach diesem Spiel im Speisesaal die Tische zusammengeschoben und seither essen alle am gleichen Tisch. Das ist symbolisch für den sehr guten Zusammenhalt der Mannschaft.»

Zurück in die USA

«Mein Vater hat zusammen mit den Trainern ein Sommertraining für mich zusammengestellt.»

Damien Brunner

Er nimmt nach dem Scheitern seinen Coach in Schutz: «An Sean Simpson lag es sicher nicht. Ich habe schon immer sehr gerne für ihn gespielt. Er macht seine Sache einmal mehr perfekt und er hat uns die richtigen Anweisungen gegeben.»

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz beginnt die Vorbereitung auf seine zweite Saison in New Jersey. «Mein Vater hat zusammen mit den Trainern in New Jersey ein Sommertraining für mich zusammengestellt.»

So wie alle unsere NHL-Profis wird auch Damien Brunner vor dem Abflug ins NHL-Trainingscamp in der Schweiz auf dem Eis trainieren. Allerdings nicht mehr mit dem EV Zug. «Ich muss mal Felix Hollenstein anrufen. Wahrscheinlich werde ich mit Kloten trainieren.»

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