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Davos coach Arno del Curto during the game between Team Canada and HC Davos at the 91th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Thursday, December 28, 2017. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Del Curto ist auch ein grosser Bluffer, ein Meister der Tiefstapelei.  Bild: SPENGLER CUP

Arno Del Curto oder wenn es hilft, ein echter Pokerspieler zu sein

Um Kulttrainer Arno Del Curto war es in dieser Saison ruhig. Aber bald könnte er wieder zum Mittelpunkt des helvetischen Hockey-Universums werden.

12.03.18, 05:20 12.03.18, 06:42


Schlagzeilen haben in dieser Saison andere Trainer geschrieben. Der gescheiterte Bandengeneral Hans Wallson und sein Nachfolger Hans Kossmann im Hallenstadion. Die Rückkehrer Kevin Schläpfer und Antti Törmänen. Der Neuling Luca Cereda in Ambri. Meistertrainer Kari Jalonen mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung in Bern oder Nationaltrainer Patrick Fischer mit seiner kläglich gescheiterten Olympia-Expedition.

War es je so windstill um Arno Del Curto wie in dieser Saison? Nein. Weil inzwischen klar ist, dass er bis zu seiner Pensionierung Trainer und Sportchef in Davos bleibt, gibt es nicht einmal mehr die früher alle Jahre wiederkehrenden Spekulationen, ob er ZSC- oder SCB-Trainer oder Nationalcoach werden könnte.

Davos Cheftrainer Arno Del Curto in Aktion im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Davos, am Mittwoch, 28. Februar 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

War es je so ruhig um ADC wie diese Saison?  Bild: KEYSTONE

Und weil sein HCD in der Qualifikation die zweitschlechteste Klassierung seiner Amtszeit (seit 1996) eingefahren hat (6.) blieb es in den letzten Monaten auch sonst um den charismatischsten Trainer der Liga ruhig. Nur ein einziges Mal ist der HCD unter Arno Del Curto aus einer noch ungünstigeren Position in die Playoffs gestartet: im Frühjahr 2000 auf Rang 7. Zwei Jahre später holte ADC seinen ersten Titel.

Zu den ganz besonderen, kaum bekannten Stärken Arno Del Curtos gehört das Pokerspiel. Er hat sich in dieser Sparte schon gegen international ausgefuchste Profis bewährt (wie übrigens auch Nationaltrainer Patrick Fischer. Aber das ist ein anderes Thema). Der HCD-Trainer mag dieses Thema zwar ganz und gar nicht. Aber gerade jetzt ist es hoch interessant.

Der grosse Bluffer

Ein zentraler Bestandteil des Pokerspiels ist das Bluffen. Also ist Arno Del Curto, da er ein guter Pokerspieler ist, auch ein guter Bluffer. Der Bluffer erweckt beim Pokern durch sein Verhalten den Eindruck, sein Blatt sei sehr viel aussichtsreicher, als das tatsächlich der Fall ist und so kann er auch mit schwachen Karten gewinnen.

Im Eishockey läuft Arno Del Curtos Bluff gerade umgekehrt. Er erweckt mit erstaunlichem Geschick den Eindruck, sein Blatt (bzw. die Chance seiner Mannschaft) sei sehr viel weniger aussichtsreich als es tatsächlich der Fall ist. Sozusagen reziprokes Bluffen. Mit dieser Tiefstapelei – sie hat längst Kultcharakter – rückt er den HCD in die Rolle des schier chancenlosen Aussenseiters. Keiner versteht es jeweils so gut wie Arno Del Curto, in einfachen, klaren Worten zu erklären, woran es beim HCD fehlt. Warum der Gegner besser, ja eigentlich unbesiegbar sei.

ZUR MITTEILUNG, DASS TRAINER ARNO DEL CURTO SEINEN VERTRAG BEIM HC DAVOS UM EINE SAISON VERLAENGERN WIRD, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, DEM 30. APRIL 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Trainer Arno del Curto mit Pokal an der Meisterfeier des HC Davos, am Samstag, 18. April 2015, in Davos. Der HC Davos war am Freitag, 10. April 2015 zum 31. Mal Schweizer Eishockey Meister geworden. Sie hatten die Finalserie gegen die ZSC Lions mit 4:1 gewonnenen Spielen fuer sich entschieden. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Feiert del Curto auch dieses Jahr einen Titel? Wohl eher nicht.  Bild: KEYSTONE

Wäre der HCD während seiner mehr als 20-jährigen Amtszeit schon dreimal bis in die 1. Liga abgestiegen, so könnte er mit bestem Wissen und Gewissen sagen, er hätte es ja immer schon gesagt.

Seine Tiefstapelei hat auch diese Saison bestens funktioniert. Und da er fünf der letzten sechs Qualifikationspartien verloren und «nur» den 6. Platz erreicht hatte, war seine Tiefstapelei besonders glaubwürdig. Zumal Gilles Senn und Joren van Pottelberghe in der Torhüter-Statistik der Qualifikation noch hinter Sandro Zurkirchen, Robert Mayer, Luca Boltshauser, Barry Brust oder Jonas Hiller klassiert sind.

Kommt es zum Duell gegen den SC Bern?

Und nun haben die Davoser zum Playoff-Auftakt Biel, die Überraschungsmannschaft der Saison, gleich mit 5:2 aus der Halle gefegt. Gilles Senn war klar besser als Jonas Hiller. Wieder einmal ist der HCD besser als zuvor eingeschätzt. Item, die Zeichen stehen für den HCD auf Halbfinale.

So schlug der HCD in Biel zu. Video: YouTube/MySports

Arno Del Curto hat wieder einmal nichts zu verlieren. Im Falle eines Scheiterns kann er verkünden: ich habe es ja gesagt. Und im Erfolgsfall stellt niemand Fragen. Der Sieger hat immer recht. Es ist halt doch kein Zufall, dass Arno Del Curto heute der amtsälteste Trainer der Welt ist. Und erstaunlich, dass die anderen Trainer die Kunst des Pokerspiels vernachlässigen.

Nur in einem Fall wird wohl alles Bluffen nichts helfen. Wenn Arno Del Curto gegen Biel das Halbfinale schafft, dann wartet möglicherweise (ganz sicher ist es aber noch nicht!) der SC Bern als Gegner. Auf ein Duell gegen den grossen Kari Jalonen würde ich mich ganz besonders freuen. Natürlich wird der grosse HCD-Zampano im Falle eines Falles dann den SCB als unbesiegbaren Giganten bezeichnen. Und da hätte er für einmal recht.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • darkgrey 12.03.2018 20:35
    Highlight Immer diese Vergötterung vorn Arno. Er erreicht seine Ziele immer mehr mit dreckigen Spielen.
    Aber darüber wird nicht berichtet...
    Bei mir hat der Herr alle Symphatien verspielt.
    14 14 Melden
    • Goon 13.03.2018 13:57
      Highlight Ich glaub er wird es verschmerzen können
      4 3 Melden
  • Curdin Premerlani 12.03.2018 16:11
    Highlight Wie chandler bereits richtig schreibt, wer solls denn nun sein chläusu? Davos oder Biel? Wenn Biel am Dienstag gewinnt wieder ein Artikel wie wichtig Forster und Hiller im Kampf gegen Davos sind? Ein Schelm wer Böses denkt..
    25 0 Melden
  • horst 12.03.2018 12:58
    Highlight Und wenn Davos das nächste Heimspiel verliert, geht die ganze Lobdudelei wieder in die andere Richtung...
    37 2 Melden
  • Bobby Sixkiller 12.03.2018 10:26
    Highlight Ich weiss, alle Jahre wieder die selben Standard Sprüche in den Playoffs und trotzdem sage ich einen davon: Es war erst ein Spiel!
    35 3 Melden
  • Goon 12.03.2018 08:34
    Highlight Ach Arno. Das CH-Hockey wird irgentwann ohne dich einfach nicht mehr dasselbe sein.
    116 17 Melden
  • chandler 12.03.2018 07:55
    Highlight Vor 2 Tagen war noch Bern-Biel das Finale (gemäss KZ), und jetzt ist ein Spiel gespielt und alles ist schon wieder anders. Macht er wohl so, dass er Ende Saison ganz sicher eine richtige Prognose gemacht hat. Auch nicht sonderlich schwierig, wenn jeden Tag eine neue Möglichkeit pupliziert wird.
    157 6 Melden
  • Tikkanen 12.03.2018 06:24
    Highlight ...treffender Schlusssatz, Chlöisu👍🏻Aber mit der Aussage, wonach AdC bis zu seiner Pensionierung im Murmeliland bleiben werde bin ich nicht einverstanden🤔Ein verrückter wie Arno nicht mit 65 von der Bühne ab sondern er dürfte mind. bis 75 an der Bande stehen. Und dann wird ihm in spätestens 2 Jahren sein Ehrgeiz im Wege stehen🤔Arno ist ein „Hockeykrankes“ Genie, er braucht Erfolg wie die Luft zum atmen😳Erfolg aber gibt es in Davos keinen mehr, der Gaudenz finanziert nur noch ein untalentiertes „Light“ Team. Mehr Möglichkeiten hätte Arno in Lugano, als GM/Coach😎

    Item, noch 11 bis 🐻🏆🍻
    33 134 Melden
    • De Pumuggel 12.03.2018 10:38
      Highlight in einer sache bin ich mit dir einig; jedoch mit einem kleinen aber doch grossen unterschied...

      noch 11 bis 🏆 aber nicht für den SCB
      42 12 Melden
    • mukeleven 12.03.2018 12:54
      Highlight lass einfach gut sein @tikkanen - dein zwängeli-groove arno gerne unter luganos palmen zu sehen wird nie eintreffen. manchmal kommt einem der verdacht auf, du und klaus sind dieselben, wenigstens dann, wenn es um personl-akten geht.
      wenn überhaupt gen süden, dann würde arno eh was in ambri zaubern.


      24 3 Melden
    • Martin Dolder 12.03.2018 16:35
      Highlight Arno in Lugano, Tikkanen hast Du Tomaten auf den Augen oder sonst ein sportliches Leiden?
      Das wäre wie eine Kuh und Seilspringen.
      Niemals, auch im Alter zwischen 65 und 75 nicht.
      11 4 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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