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Der Zuger Rechtsanwalt und Notar Reto Steinmann, aufgenommen am Montag, 1. Dezember 2003, in seinem Buero in Zug. Steinmann wurde am Samstag, 29. November 2003 an der DV der Schweizer Eishockey Nationalliga in Zug zum Einzelrichter gewaehlt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Einzelrichter Reto Steinmann.  Archivbild (2003): KEYSTONE

Eishockey-Posse in der NLB

Eismeister Zaugg

Alles zum absurdesten Rechtsfall unseres Hockeys – und wie es weiter geht

Ein Playoffspiel soll nach einem Spielfeldprotest wiederholt werden. Das hat es in unserem Hockey noch nie gegeben.



Langenthal hat am Sonntag in Visp 5:0 gewonnen und die NLB-Halbfinalserie steht 2:2. Aber wegen eines Spielfeldprotestes der Langenthaler hat Einzelrichter Reto Steinmann die Niederlage der Langenthaler vom Freitag (5:6 n.V) annulliert und eine Spielwiederholung angeordnet. Somit steht es 2:1 für Langenthal. 

Der Fall ist einmalig: Ein Spiel soll wiederholt werden weil ein Schiedsrichter richtigerweise ein Tor nach der Videokonsultation aberkannt hat – eine solche Absurdität kann sich nicht einmal ein Hollywood-Drehbuchschreiber ausdenken. Aber in unserem Hockey ist es Wirklichkeit geworden. 

Die Langenthaler freuen sich ueber ihren 4:4 Ausgleich beim Spiel der National League B zwischen den EHC Basel Sharks und dem SC Langenthal in der St. Jakob-Arena in Basel am Donnerstag, 21. November 2013. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Langenthal darf feiern. Bild: KEYSTONE

Die Fakten

Das ist am letzten Freitag passiert: Schiedsrichter Daniel Wirth entscheidet auf Tor. Langenthal hat kurz vor Schluss das 6:5 erzielt und hätte, wenn dieses Tor gezählt hätte, wohl auch gewonnen. Aber weil Wirth nicht ganz sicher ist, konsultiert er das Video. 

Weil er auf Tor entschieden hat, darf er seinen Entscheid nur umstossen, wenn er auf dem Video die Scheibe nicht vollumfänglich hinter der Torlinie sieht. 

Der entscheidende Reglementpassus lautet so: «Vor der Betrachtung der Bilder muss der Head-Schiedsrichter einen Entscheid treffen und diesen den Linienrichtern und den Kapitänen der Mannschaften mitteilen. Kann die Szene nicht gefunden werden oder kann aufgrund der Bilder kein klarer Entscheid getroffen werden, so ist der gefällte Entscheid gültig und dies muss den Mannschaften so kommuniziert werden.» Diese Regelung ist deshalb eingeführt worden weil es ja sein kann, dass die Videoanlage nicht funktioniert. 

Mangelhafte Kommunikation?

Weil der Puck nicht drin war und er das auf dem Video auch sieht, annulliert Daniel Wirth den Treffer. Das Spiel geht in die Verlängerung und Langenthal verliert 5:6. Das Problem: Daniel Wirth hat seinen Entscheid Langenthals Trainer Oliver Horak und Captain Stefan Tschannen offensichtlich nicht richtig kommuniziert.

05.Apr.2012; Langenthal; Eishockey NLA/NLB Playoff Ligaqualifikation - SC Langenthal - HC Ambri Piotta; Langenthals Captain Stefan Tschannen nach dem zweiten Spiel gegen Ambri. 
(Raphael Nadler/freshfocus)

Langenthal-Kapitän Stefan Tschannen muss nicht mehr enttäuscht sein. Bild: Raphael Nadler

Statt zu sagen: «Die Scheibe war nicht drin, kein Tor» hat er sinngemäss erklärt, er habe es nicht richtig gesehen und könne das Tor nicht geben. Die Langenthaler interpretieren das so, dass es auf dem Video den Gegenbeweis (Scheibe nicht drin) nicht gibt, machen Spielfeldprotest und kommen damit beim Einzelrichter durch: Das Spiel wird wiederholt. 

Spielwiederholung fragwürdig

Dieser Entscheid der Spielwiederholung ist mehreren Gründen fragwürdig. Erstens: Der genaue Wortlaut der Erklärung von Daniel Wirth lässt sich offensichtlich nicht wasserdicht rekonstruieren.

Ist ja logisch: In den Emotionen eines der dramatischsten Spiele unserer Playoffgeschichte (Langenthal hatte in 0:5 aufgeholt) und dem Lärm im Stadion ist es kaum möglich, die Aussage von Wirth Wort für Wort zu rekonstruieren. Er sagt: «Ich kann mich an den Wortlaut nicht mehr genau erinnern.»

Zweitens: Für Daniel Wirth spricht, dass er nach dem Einlegen des Spielfeldprotestes vor Wiederaufnahme des Spiels die Chance hatte, seinen Entscheid zu korrigieren. Er sagt, er habe es nicht getan «weil für mich klar war, dass es kein Tor ist.»

Drittens: Es geht offensichtlich nur um ein Kommunikationsproblem. Also darum, dass ein Schiedsrichter einen richtigen Entscheid nicht klar und deutlich genug kommuniziert hat.

Der Zuger Rechtsanwalt und Notar Reto Steinmann, aufgenommen am Montag, 1. Dezember 2003, in seinem Buero in Zug. Steinmann wurde am Samstag, 29. November 2003 an der DV der Schweizer Eishockey Nationalliga in Zug zum Einzelrichter gewaehlt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Reto Steinmann. Archivbild  (2003): KEYSTONE

Einzelrichter Reto Steinmann hätte sich elegant aus der Affäre ziehen können. Indem er gesagt hätte, die Aussagen von Daniel Wirth seien nicht mehr klar zu rekonstruieren und deshalb sei Langenthals Protest abgeleht. «Daran habe ich auch gedacht» sagt Steinmann, der alle betroffenen Personen befragt hat.

«Aber mein Gefühl für Gerechtigkeit liess so einen Entscheid nicht zu. Obwohl die Aussage von Daniel Wirth tatsächlich nicht mehr Wort für Wort zu rekonstruieren ist, so steht für mich ausser Zweifel, dass er sagte, er habe die Situation auf dem Video nicht richtig gesehen. Damit ist klar: Er hätte gemäss dem Reglement seinen Tor-Entscheid nicht mehr umstossen dürfen.» Reto Steinmann hat sich als Einzelrichter an das Reglement und sonst nichts zu halten. 

Die Fortsetzung der Saga

Wie geht es weiter? Visp hat Rekurs eingelegt. Die Rekurskammer hat die Möglichkeit, den Entscheid von Reto Steinmann umzustossen und das Spiel wieder für gültig zu erklären. Bis am Mittwoch wird der Entscheid fallen. Die Ablehnung des Langenthaler Protestes wäre wohl die salomonischste Lösung.

Le joueur viegeois Sandro Wiedmer montre sa deception, lors du troisieme match des 1/4 de finale de Play Off de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le Lausanne HC, LHC, et le EHC Visp, ce mardi 19 fevrier 2013 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Der Entscheid gibt dem EHC Visp und seinen Spielern Schweissausbrüche. Bild: KEYSTONE

Langenthal hätte dann die Möglichkeit, den Fall an das Internationale Sportgericht in Lausanne weiterzuziehen – ein Entscheid wäre wohl erst im Mai oder Juni zu erwarten und würde die Meisterschaft ad absurdum führen. Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass Langenthal den Entscheid der Rekurskammer weiterziehen würde.

Präsident Stephan Anliker hat bereits durchblicken lassen, dass die Langenthaler den Entscheid der Hockeygerichtsbarkeiten akzeptieren werden. Den Spielfeldprotest findet er richtig. «Der Trainer hat die vom Reglement her gegebenen Möglichkeiten ausgeschöpft. Das ist richtig so. Der Trainer und die Spieler sollen im Rahmen der Reglemente alles tun, um ein Spiel zu gewinnen.»

Stephan Anliker, Verwaltungsrat der Grasshoppers, verfolgt die Fragen der Journalisten, vor dem Fussballspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC Sion, am Samstag, 31. Maerz 2012, im Zuercher Letzigrund Stadion. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Langenthal Präsident Stephan Anliker. Übrigens auch der neue Mann an der GC-Spitze. Bild: KEYSTONE

Der Fall macht übrigens verständlich, warum die FIFA im Fussball TV- und Videobilder als Hilfsmittel ablehnt. Um eben genau solche absurde Fälle zu vermeiden. Die FIFA stützt die Schiedsrichter und räumt ihnen das Recht auf Tatsachenentscheide ein. 

Die schlaue Handhabung des Reglements eines anderen Schiedsrichters

HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto, dritter von rechts, beschwert sich bei Schiedsrichter Daniel Stricker, Nr. 91, im dritten Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos am Samstag, 15. Maerz 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Die Unparteischen müssen sich viel anhören, hier von HCD-Coach Arno Del Curto. Bild: KEYSTONE

Zusammenfassend ist dieser Fall eine Verkettung unglücklichster Umstände. Die Langenthaler haben richtigerweise alle Möglichkeiten des Reglements ausgeschöpft. Visp tut mit dem Rekurs das gleiche. Einzelrichter Reto Steinmann hat sich an die Buchstaben des Reglements gehalten. 

Es geht letztlich ganz allein darum, dass das, was der Schiedsrichter in einer emotionsgeladenen Atmosphäre einem Trainer und einem Captain gesagt hat, nicht reglementskonform formuliert war oder nicht richtig verstanden worden ist.

Ein sehr erfahrener Schiedsrichter, dessen Name mir soeben entfallen ist, sagt deshalb, er foutiere sich schon lange um dieses Reglement und konsultiere das Video jeweils ohne vorher einen Entscheid zu fällen. Dann sage er einfach «Tor» oder «kein Tor.» So sei er aus dem Schneider. Der Mann hat recht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • ZSC Fan 18.03.2014 08:32
    Highlight Highlight Offenbar kennt man die Regeln nicht und es werden 2 Dinge vermischt:

    1. Regel 330 "Videotorrichter-System": Abs. B: "nur die folgenden Situationen können vom Video-Torrichter überprüft werden:" Punkt 1 " Puck hat die Torlinie überquert.

    Hier wird zusätzlich auf die IIHF-Sport-Regulative hingewiesen. Dort steht unter Procedure Punkt 4: "If the video review is inconclusive then the Video Goal Judge will report this to the Referee who will then make the final decision"

    Inder NLA und NLB ist der Headschiedsrichter gleichzeitig der Video-Richter. Die regeln besagen also, dass der SR aufgrund der Bilder entscheiden muss, ob der Puck zu 100% die Torlinie überquert hat, wenn nicht, so muss er dass Tor aberkennen. Dies ist hier geschehen. Der Schiedsrichter war offenbar der Meinung, dass der Puck die Linie nicht überquert hat. Das andere Ding ist, wenn der SR auf Tor entscheidet und er sieht den Puck auf dem Video nicht, kann somit nicht zu einer Entscheidung kommen (wenn z.B. der Goalie auf dem Puck liegt und damit Richtung Tor rutscht). In diesem Fall muss er auf Tor erkennen, wenn er vorher ein Tor angezeigt hat.

    Hier war der Puck klar ersichtlich, deshalb ist es unerheblich, was er vorher angezeigt hat. Man kann durchaus darüber streiten, ob der Puck im Tor war oder nicht. Der SR hat entschieden, dass er es nicht war und das ist entscheidend.

    Es ist auch völlig unerheblich, was er den Spieler und Trainer nachher gesagt hat, denn in der Regel steht nichts von einer Begründung, sondern nur, dass der SR eine definitive Entscheidung fällt. Daher ist die Begründung des Spielfeld-Protestes falsch und muss daher abgelehnt werden. Es ist ein klarer Fehlentscheid von Herrn Steinmann!
  • Ozymandias 17.03.2014 22:40
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht wieso man den Entscheid des Einzelrichters so kritisieren kann. Die Sachlage ist doch klar!
    Schiedsrichter gibt Tor. Dieser Entscheid kann nur revidiert werden, wenn klar das Gegenteil ersichtlich ist. Anhand des Videos kann ist nicht klar ersichtlich, ob der Puck hinter der Linie war.
    Also muss der Schiri auf den ersten Entscheid zurück kommen. Hier ist ein Fehler passiert. Keine Ahnung wieso hier der Einzelrichter derart kritisiert wird!
  • ZSC Fan 17.03.2014 19:48
    Highlight Highlight Wenn die eigene Mannschaft verliert, sind meistens in erster Linie die Schiedsrichter schuld. In Tat und Wahrheit wissen wahrscheinlich die wenigsten Matchbesucher, wie das Eishockey-Reglement aussieht, geschweige denn, was drin steht. Das Regelbuch ist aber nicht alles: da gibt es noch die Sammlung von Regelinterpretationen und weitere Regelanordnungen (alles nachzulesen auf der Homepage des Verbandes). Schiedsrichter versuchen ihren Job so gut wie möglich zu machen. Selbstverständlich gibt es bessere und schlechtere Schiedsrichter, was es aber sicher nicht nicht gibt, sind Schiedsrichter, die fehlerfrei pfeifen. Somit sind wir beim Kernpunkt: Schiedsrichter und deren Entscheide sind zu respektieren. Wer das nicht begreift, hat im Sport nichts verloren! In diesem Falle ist das Urteil gegen Taticeck völlig richtig, auch wenn der Schiedsrichter diese Situation vielleicht provoziert hat. Wenn ein Schiedsrichter entschieden hat, gibt es nichts zu diskutieren! Wie ein Schiedsrichter seinen Entscheid kommuniziert ist völlig egal. Primär ist die Kommunikation ein Goodwill, der Schiedsrichter muss seine Entscheide doch nicht begründen. In dem Sinne muss Herr Steinmann davon ausgehen, dass die Schiedsrichter nach bestem Wissen und Gewissen entschieden haben. Das Urteil von Herrn Steinmann ist inkonsequent und schadet dem Sport, wenn bei Schiedsrichterentscheide aufgrund der Kommunikation ein Spiel nicht gewertet wird. Es liegt kein regeltechnischer Fehler vor, sondern nur ein Tatsachenentscheid, dass der Schiedsrichter den Puck nicht zu 100% im Tor gesehen hat. Wie war das damals bei den 4 annullierten Tore im Spiel zwischen Ambri und Lugano, auch dort wurde Protest eingelegt???
    Über Schiedsrichterentscheide gibt es nichts zu diskutieren.

    @ Roland: Sorry, für mich ist auf dem Video ist der Puck mit Sicherheit nicht zu 100% über der Torlinie (sieht man klar, wenn man die Einzelbilder betrachtet). Es ist zu akzeptieren, wenn der Schiedsrichter zur selben Meinung kam. Für alle die jetzt weinen und finden, dass der Schiedsrichter ein "Trottel" ist: Akzeptiert bitte auch sportlich, dass auf den Einzelbilder ein klares Torraum-Offside zu sehen ist, was der Schiedsrichter nicht geahndet hat (und auf den Entscheid darf er bei der Videokonsultation nicht zurückkommen).

    Fairer Sport heisst, den Gegner und die Schiedsrichter zu respektieren und deren Entscheide zu akzeptieren. Ohne Schiedsrichter gibt es keine Meisterschaft. Schiedsrichter sind tabu, sowohl für die Spieler, wie auch für die Fans, besonders bei Handgreiflichkeiten. Diese Linie hat Herr Steinmann zu unterstützen, was er aber mit dem hier besprochenen Urteil nicht macht, da offenbar ein Kommunikationsproblem und nicht ein regeltechnischer Fehler vorliegt.
  • Stephan Propicas 17.03.2014 19:18
    Highlight Highlight Lieber Herr Zaugg
    Ich kann Sie nicht verstehen in verschiedenen Punkten:

    1. "Der genaue Wortlaut der Erklärung von Daniel Wirth lässt sich offensichtlich nicht wasserdicht rekonstruieren"
    Eine mündliche Aussage kann der Einzelrichter unmöglich für einen Entscheid beiziehen! Es zählen nur Fakten.

    2. "Für Daniel Wirth spricht, dass er nach dem Einlegen des Spielfeldprotestes vor Wiederaufnahme des Spiels die Chance hatte den Entscheid zu korrigieren."
    Das ist ja der zentrale Punkt (Sie schreiben es ja selbst): Er hätte diese Chance nur gehabt, wenn die TV Bilder Aufschluss gegeben hätten ob die Scheibe drin war oder nicht. Die Aufnahmen ermöglichen das definitiv nicht. Jegliche Art einer Aussage, ob drin oder nicht ist reine Spekulation und gegenstandslos!

    3. "Es geht offensichtlich nur um ein Kommunikationsproblem."
    Komplett falsch! Verbale Kommunikation des Schiris die nicht auf Video hörbar ist kann unmöglich relevant sein, es darf nur das Protokoll vom Schiri und die Videoaufnahmen bewertet werden.

    4. "Einzelrichter Reto Steinmann hätte sich elegant aus der Affäre ziehen können. Indem er gesagt hätte, die Aussagen von Daniel Wirth seien nicht mehr klar zu rekonstruieren und deshalb sei Langenthals Protest abgeleht. «Daran habe ich auch gedacht» sagt Steinmann"

    Lieber Herr Zaugg, diese Aussage dürfte jetzt aber schlicht gelogen sein! Meine Begründung ist einfach: Ein Einzelrichter, egal wie er heisst, darf einem Journalisten (auch wenn es einer der Besten ist), nie und nimmer in einem laufenden Verfahren einen Kommentar zum Fall abgeben!

    Excüse, aber der Fall ist jetzt wirklich sonnenklar. Das Tor wurde gegeben, das Video gibt nachweislich keinen Aufschluss über drin oder nicht drin, ergo muss der Tatsachenentscheid gelten.

    Das Wiederholungsspiel am Donnerstag ist so klar wie das Amen in der Gotthelf-Kirche.

    Beste Grüsse
    Stephan Schürch, Langenthal

  • Staal 17.03.2014 18:22
    Highlight Highlight Herr Steinmann ist ein guter Jurist aber ob er wohl Ahnung und Feingefühl hat für Eishockey? Sie Fall Taticeck!
  • fma 17.03.2014 11:15
    Highlight Highlight In der Tat ein Trauerspiel bei dem der eigentliche Sport auf dem Eisfeld leidet. Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung und hoffe natürlich auf Gerechtigkeit. Das Puck war nicht drin, mehr brauch ich da nicht zu sagen....
  • Dubio 17.03.2014 11:07
    Highlight Highlight Herr Steinmann scheint mir kein besonders fähiger Jurist zu sein. Die Aussage "er habe die Situation auf dem Video nicht richtig gesehen" kann man auch bestens in die andere Richtung deuten, nämlich dass der Schiedsrichter den Puck nicht richtig im Tor gesehen habe und daher nicht auf Tor entscheidet. Das wäre nicht nur reglementskonform sondern auch mit den tatsächlichen Handlungen des Schiedsrichters (Tor nicht gegeben) in Einklang und würde zudem auch mehr Sinn ergeben als die Interpretation des Einzelrichters (warum sollte der Schiedsrichter seinen Entscheid umstossen, wenn er im Video nichts gegenteiliges sieht?).

    Also wohl eher ein Fehlentscheid des Einzelrichters....
  • Roland (1) 17.03.2014 10:05
    Highlight Highlight So weit so gut Herr Zaugg, nur erscheint es als sehr wahrscheinlich, dass der Schiedsrichter gesagt hat er habe es nicht richtig gesehen, weil man es effektiv nicht richtig sieht. Siehe

    Play Icon


    Ich glaube nicht, dass nach Studium dieser Bilder jemand ernsthaft behaupten kann, dass der Puck zu 100% nicht im Tor war (was der Schiedsrichter nach dem Tatsachenentscheid "Tor", hätte machen müssen können).

    Es ist tatsächlich die Frage ob die Teleclub Bilder eines NLB Spiels (sehr beschränkte Anzahl Kameras) überhaupt beigezogen werden sollten.
    • fma 17.03.2014 16:17
      Highlight Highlight und jetzt wird der Schiri noch suspendiert (gem. lematin.ch). Ich sehe, die Funktionäre stehen voll hinter ihren Leuten. Und ein sagen darf er wohl auch nichts mehr also wird's wohl tatsächlich ein WH-Spiel geben. Es wird immer absurder...

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