Sport
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Die Berner mit Marc Kaempf, mitte, feiern das 2:5 fuer Bern beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Freitag, 22. Dezember 2017 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der SC Bern setzt ein Ausrufezeichen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Oha, der SCB kann doch «böse» sein

Der Meister «zerstört» Zug, siegt 5:2 und setzt ein kräftiges Ausrufezeichen. Diese Zuger dürften in den Playoffs für die Berner bloss ein Freilos sein.



Warum hat Zug ein wildes, intensives Spektakelspiel verloren? Diese Frage treibt uns um. Denn Zug definiert sich in seinem Selbstverständnis nach dem Finale vom letzten Frühjahr richtigerweise nicht mehr über Erfolge gegen Ambri oder Gottéron. Sondern über Siege gegen Titanen wie Bern.

Es sind solche Spiele wie am Freitagabend, die zählen. Mag sein, dass im März niemand mehr von einer Niederlage im Dezember spricht. Aber ein so emotionales Spiel wie Hockey ist eben auch Kopfsache. Gerade für aufstrebende Teams wie Zug sind Niederlagen gegen den Meister wie Nadelstiche ins Selbstvertrauen. Für die Berner ist der Sieg eine wichtige Pflichtaufgabe. Unter dem Motto: «Zug den Meister zeigen». Die ist erledigt. Langnau, Biel, Ambri, Servette oder Kloten muss man nicht den Meister zeigen. Weil die im Frühjahr kein Faktor mehr sein werden, wenn für den SCB das wahre Hockey beginnt.

Mark Arcobello, links, von Bern und Raphael Diaz, rechts, von Zugu beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Freitag, 22. Dezember 2017 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Berner scheuen den Nahkampf nicht mehr. Bild: KEYSTONE

Für Zug hingegen ist es eine Niederlage, die lange nachhallen wird und Zweifel bleiben zurück: «Sind wir am Ende doch nicht gut genug für den Titel?». Zweifel, die in den Playoffs zur Neurose werden können.

Zug macht viel zu viele Fehler

Für Zug gilt nach diesem ernüchternden 2:5: Wer den Meister besiegen will, wer gar Meister werden möchte, darf nicht so viele Fehler machen und darf sich vor allem nicht so naiv provozieren lassen.

Sven Senteler, mitte, von Zug im Spiel gegen Beat Gerber, rechts, von Bern beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Freitag, 22. Dezember 2017 in Zug.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

Im ersten Drittel sehen wir den weichen SCB, der sich auf sein Talent verlässt und nicht so recht bei der Sache ist. Den «Larifari-SCB». Auch Leonardo Genoni ist nur Durchschnitt. Zug rockt und führt 2:0.

Aber dann sehen wir nach der ersten Pause endlich, endlich, endlich wieder einmal den wahrhaftigen, den bösen, den echten, den unverwechselbaren, den urigen, den meisterlichen SC Bern. Der SCB kann also doch «böse» sein. Und wie!

Einstellung beim SCB stimmte endlich wieder

Die Berner erhöhen als Reaktion auf das 0:2 die Intensität und die Bösartigkeit und sie «zerstören» ihren Gegner. Es ist, als ob die Zuger von den grimmig entschlossenen Bernern in die Flucht geschlagen werden.

Die Berner Simon Bodenmann, links, und Marc Kaempf, rechts, feiern das 2:5 fuer Bern beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Freitag, 22. Dezember 2017 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Berner drücken aufs Tempo und dann geht's ab. Bild: KEYSTONE

Der Meister war in Zug mit einer ganz anderen Einstellung bei der Sache als in den Wochen mit den Heimniederlagen gegen die SCL Tigers und Biel. Es ist eben wichtiger, gegen den Vorjahresfinalisten Präsenz zu markieren als gegen Mannschaften, die in den Playoffs sowieso kein Faktor sein werden.

Zugs Trainer Harold Kreis suchte gar keine Ausreden. Er schildert den kläglichen Untergang seiner Mannschaft ganz sachlich und ohne Zorn so: «Die Berner gingen uns nach dem 2:0 mit ihrer Härte und mit Provokationen unter die Haut und wir liessen uns vom Spiel ablenken. Wir verloren die Konzentration und die Balance. Wir waren mal zu aggressiv und dann wieder zu passiv.» Dem ist nichts beizufügen.

Ausfall des Leitwolfs nicht zu kompensieren

Dass Garrett Roe nach dem ersten Drittel in der Kabine bleiben musste, war also kein entscheidender Faktor. Der Amerikaner litt nach einem Check unter Kopfschmerzen und wurde nicht mehr eingesetzt. Ob er heute in Langnau wieder spielen kann, ist offen.

Roe Garrett von Zug beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Freitag, 22. Dezember 2017 in Zug. (PPR/Urs Flueeler)

Für Garrett Roe war das Spiel nach dem ersten Drittel vorbei. Bild: PPR

Gewiss, die Zuger spielten mutig, leidenschaftlich, manchmal etwas wild. Aber nach dem Ausfall des offensiven Leitwolfes zeigte sich ein beunruhigender Mangel an Führungskräften: Die vermeintlichen Leitwölfe wie Raphael Diaz, David McIntyre oder Reto Suri vermochten keine Akzente zu setzen. Sie waren fleissige, brave Mitläufer.

Der SCB als grosse, furchteinflössende «Hockeymaschine». Was macht eine «Hockeymaschine» aus? Es ist das Spiel ohne Scheibe. Die Laufwege ohne Puck. Dann wird das Spiel für den Gegner unberechenbarer und gegnerische Fehler können noch besser ausgenützt werden.

Zu dieser «maschinellen» Überlegenheit gehörte ein besseres Powerplay, die Fähigkeit, sein Talent mit Härte und Provokationen zu schützen und zu würzen. Die Stilsicherheit, um auch den Ausfall von Leitwölfen zu kompensieren – der SCB demütigte Zug ohne seinen wuchtigsten und seinen smartesten Schweizer Spieler. Ohne Captain Simon Moser und Gaëtan Haas.

Zug kann Bern herausfordern, wenn ...

Die Art und Weise, wie der SCB dazu in der Lage war, das Tempo, die Härte, die Intensität und die Konzentration zu erhöhen, ist bemerkenswert. Es schien, als habe Kari Jalonen an der Bande einfach das Handzeichen zum Umschalten und Siegen gegeben.

Zugs Torhueter Tobias Stephan, Zugs Johann Morant und Zugs Raphael Diaz, von links, beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem EHC Kloten, am Freitag, 15. Dezember 2017, in der Bossard Arena in Zug.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Von ihm hängt's ab: Torhüter Tobias Stephan. Bild: KEYSTONE

Die Zuger hätten dieses zeitweise wilde, intensive und mitreissende Spiel trotz allem viel länger offenhalten können. Wenn sie den besseren Torhüter gehabt hätten.

Tobias Stephan ist im Startdrittel (2:0) ein grosser, im Mitteldrittel (0:4) ein knapp durchschnittlicher und im letzten Drittel (0:1) ein guter NLA-Torhüter.

Um es auf den Punkt zu bringen: Zug kann Bern nur herausfordern, wenn Tobias Stephan (Fangquote 87,50 %) mindestens auf Augenhöhe von Leonardo Genoni (Fangquote 92,86 %) spielt.

Zug hat nun seit dem Finale dreimal gegen den SC Bern verloren. 3:6 (h), 1:2 (a) und nun erneut auf eigenem Eis (2:5). Beim SCB ist eine taktische und spielerische Weiterentwicklung seit dem Titelgewinn erkennbar. Beim EV Zug hingegen nicht. Vieles spricht dafür, dass diese Zuger, sollten sie denn auf den SCB treffen, für die Berner in den Playoffs ein Freilos sein werden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dmnk 23.12.2017 19:48
    Highlight Highlight Da kriechen sie wieder aus den Löchern unsere "Experten" aus dem Hauptdörfchen. Ein Sieg gegen durchschnittliche Zuger und die Sbornaja der Gegenwart ist geboren ^^. Ich kann es mittlerweile kaum erwarten, bis Tikkanen seinen Kommentar schreibt. Danke dir für die vielen Lacher, hoffentlich bleibst du uns auch nächstes Jahr erhalten ;-).
  • HockeyTime 23.12.2017 15:10
    Highlight Highlight War nicht Zug letzte Saison noch ein Freilos für die Genfer? Von solchen schwachen Beiträgen kann jeder wohl selbst halten was er möchte. Gegen Bern wird es für kein Team einfach.
  • goldmandli 23.12.2017 14:13
    Highlight Highlight Wenn wir etwa gelernt haben, dann dass die Zaugschen Freilose gewinnen.
    • släppschött 23.12.2017 19:08
      Highlight Highlight Von Zaugg als Freilos bezeichnet zu werden ist schon fast ein Qualitätssiegel, ich deute es als gutes Omen. :-P
  • Yannick Hürlimann 23.12.2017 13:45
    Highlight Highlight Letztes Jahr galt Zug auch als Freilos und war laut Zaugg für alle Teams der Wunschgegner in den Playoffs, Hat dann aber erst im Final geendet.
  • Michel Gfeller 23.12.2017 13:39
    Highlight Highlight Also bei Servette, lieber Klaus wäre ich mir dann nicht so sicher! Die könnens ins Halbfinale schaffen!
  • DerHans 23.12.2017 13:37
    Highlight Highlight Wenn die Freilosprognose nur nicht wieder nach hinten losgeht...
  • Lümmel 23.12.2017 13:36
    Highlight Highlight Manchmal zweifle ich an meiner früheren Aussage, das der Zaugg und Tikkannen nicht die gleiche Person seien....

    PS: Ich glaube nicht dass die Niederlage von Zug gestern viel mit der Leistung von Stephan zu tun hatte. Eher denke ich dass die Zuger Stürmer Genoni zu viel Luft gelassen haben.
  • Darkside 23.12.2017 13:04
    Highlight Highlight Der erste Freilos-Artikel der Saison, darauf ein Bierchen.
    • Paninaro 24.12.2017 04:03
      Highlight Highlight lesen UND verstehen???

      offenbar ganz und gar nicht deins, darkside...

      oder ironie-/humor-resistent?

      vielleicht ist es ganz einfach auch schlicht zuuu "dunkel auf deiner seite"?

      in dem sinne: ein prost auf Klaus Zaugg bzw. die Big Bad Bears!💪🐻🍻🥂🥃

      (und nicht etwa: auf die bonzigen Zuger, da sie ja das freilos sind...😉)
    • Darkside 24.12.2017 11:36
      Highlight Highlight Wow... Gar nichts verstanden hast Du wohl hier, von wegen humor-und ironieresistent. Aber hab trotzdem schöne Festtage.
  • Tikkanen 23.12.2017 12:55
    Highlight Highlight ...wahre Worte, Chlöisu👍🏻Tatsächlich dominiert die Hockeymaschine🐻 die mudrige Gegnerschaft hierzulande in allen Bereichen, Chlöisu‘s Aufzählung möchte ich noch um die Vielzahl geblockter Schüsse ergänzen, wagemutig stellt sich im Berner Kollektiv jeder voll in den Dienst des Teams👏🏻Quasi die Sbornaja der Neuzeit, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Härte und einem Weltklasse Goalie🤗Im Duell um den 3.🏆wird nicht nur Zug ein Freilos sein, im Vergleich zum SCB zeigen sich keine Gegner, alle CH Klübli zerfallen zu Lotterteams🤔
    Item, liebe Freunde und Hater, merry Christmas🎄🐻😋🍷
    • forest hill 23.12.2017 15:49
      Highlight Highlight merci und ebenfalls schöne Weihnachten Tikki, mögen die verbalen Schlachten um unser geliebtes Eishockey weiter gehen

      auch von mir Euch allen merry Christmas, und immer locker bleiben
  • MARC AUREL 23.12.2017 12:40
    Highlight Highlight Was will man da noch hinzufügen? Der SCB spielt meisterlich wenn er will und muss!😎 Die Gegner werden sich massiv steigern müssen um GRANDE BERN herausforden zu können! Es ist sehr ersichtlich wie Bern sein Spiel weiter entwickelt hat und beunruhigend für die Gegner..
    • R. Schmid 23.12.2017 21:08
      Highlight Highlight Stimmt genau! SCB Ooolllleeee....

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