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Switzerland's Mark Streit poses with the Stanley Cup trophy in Bern, Switzerland, August 2, 2017. Streit won the trophy with the Pittsburgh Penguins in 2017. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Aus, Schluss, vorbei! Mark Streit hat seinen Rücktritt erklärt. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Mark Streit for President – nach dem Rücktritt kann es für ihn nur einen Job geben

Die grösste helvetische Hockey-Karriere ist zu Ende. Mark Streit tritt zurück. Es gibt jetzt nur einen Job, der seinem Format entspricht. Das Verbands-Präsidium.



Er war als Junior nicht gut genug für den SC Bern. Und nun hat sich der Kreis geschlossen. Er war auch als Routinier nicht gut genug für den SC Bern. Mark Streit tritt zurück. Der SCB hat ihm auch jetzt kein Angebot gemacht. Was allerdings keine Rolle spielt. Er hätte es nicht angenommen.

Zwischen der ersten und der letzten Geringschätzung durch den grössten Hockeyklub Europas liegt die grösste Schweizer Eishockeykarriere der Geschichte.

Dieser Anfang und dieser Schluss erklären das Phänomen Mark Streit. Er hat seinen Weg nicht als «Jahrhundert-Talent» gemacht. Er war nicht der Nico Hischier seiner Generation.

Natürlich war er auch ein talentierter Spieler (wir müssen ja jetzt in der Vergangenheitsform über ihn als Hockeyspieler schreiben). Niemand macht ohne Talent eine grosse Karriere. Aber er war nicht talentierter als Mathias Seger, Martin Plüss oder Reto von Arx, die anderen helvetischen Titanen seiner Generation. Sie alle hatten auch genug Talent für die NHL. Aber nicht Mark Streits Mut und nicht die Beharrlichkeit und nicht den sturen «Berner Grind».

Heute ist schon fast vergessen, dass Mark Streit in Nordamerika zwei Anläufe machen musste. Der erste endete in der drittklassigen East Coast Hockey League und mit einem demütigenden Rauswurf: er fand seine Ausrüstung in einem Abfallsack vor der Kabine.

Montreal Canadiens goalie Carey Price, right, makes a save as teammate Mark Streit skates to the net against the Toronto Maple Leafs during the first period of a preseason NHL hockey game, Wednesday, Sept. 27, 2017 in Montreal. (Jacques Boissinot/The Canadian Press via AP)

Kein langes Hin und Her: Mark Streit hängt seine Schlittschuhe an den Nagel. Bild: AP/The Canadian Press

Hätte Mark Streit überhaupt im Alter von 39 Jahren im Schweizer Eishockey noch etwas bewegen können? Nein. Er hat zu Beginn seiner Karriere die richtigen Entscheidungen getroffen und er hat auch jetzt am Schluss, nach mehr als 800 NHL-Spielen, erneut richtig entschieden und ist zurückgetreten. Anders als Reto von Arx, Mathias Seger und Martin Plüss erspart er sich eine wochenlange «Seifenoper» rund um seinen Rücktritt.

König des Schweizer Hockeys?

Und was nun? Sein «Problem» – es ist ja wirklich nur ein Problem in Anführungszeichen – ist sein Charisma. Mark Streit ist nicht arrogant, ganz im Gegenteil. Und er ist in seinem Wesen und Wirken ein Teamplayer, keine Diva. Aber er ist für helvetische Klubverhältnisse wohl vorerst eine Nummer zu gross, um einfach irgendwo als Juniorentrainer zu arbeiten oder als Stargast ein bisschen Geschäftsherren und -Frauen bei Business-Lunches mit Erzählungen und Schwänken aus seinem Leben zu unterhalten.

Mark Streit braucht ja auch nicht sofort einen Job. Er hat mehr als 30 Millionen Dollar verdient und kann es sich leisten, sein Leben während ein paar Monaten zu entschleunigen, in sich zu gehen und zusammen mit seiner Familie zu entscheiden, was er künftig tun möchte.

Sieht schon ziemlich präsidial aus, oder nicht? Bild: KEYSTONE

Es gibt eigentlich nur eine Position in unserem Hockey, die seinem Leistungsausweis und seinem Charisma angemessen wäre. Die Position eines Verbands-Präsidenten.

Es ist ja fast vergessen gegangen, dass der Verband als Nachfolger von Marc Furrer einen neuen Präsidenten sucht. Die Suche gestaltet sich so schwierig, dass sich inzwischen eine Kommission darum kümmert. In der neuen Struktur übernimmt der Präsident im höchsten Amt unseres Hockeys nicht mehr eine aktive Führungsrolle. Die spielt Büro-General Florian Kohler lieber selber. Der Präsident muss auch kein Geld mehr organisieren. Vielmehr kommt dem neuen Chef nur noch eine repräsentative Funktion zu. Ähnlich wie dem König oder der Königin von England.

Mark Streit for President. Er würde die neue Dynamik unseres Hockeys, die Philosophie «Swissness», auf nahezu perfekte Art und Weise personifizieren.

Sein grösster Erfolg: Mark Streit präsentiert den Stanley Cup in Bern

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hockrates 31.10.2017 14:17
    Highlight Highlight Grösster Hockeyclub Europas? Geht es um ZSKA Moskau?
  • subreena 31.10.2017 09:59
    Highlight Highlight Ein wunderbarer Seitenhieb von K.Z gegen den SCB dem er doch vor 1-2 Wochen geraten hatte, Marc Streit nicht zu verpflichten, weil er die Teamhierarchie durcheinander bringen würde... jetz wo genau das eingetreten ist, ist der SCB deswegen niederträchtig und geringschätzend...
    Muss man nicht verstehen, aber gibt sicher ein paar Batzeli ins Polemik-Kässeli ;)
  • deed 30.10.2017 21:10
    Highlight Highlight Für eine Verbandsfunktion, auch als Präsident, hat Mark Streit viel zu viel Rückgrat und ist daher gänzlich ungeeignet für den Job.
  • Geo6 30.10.2017 20:44
    Highlight Highlight Super Streit 👍

    Er chönd Nationaltrainer vo de schwiiz sie🙏🙏🙏
  • marak 30.10.2017 20:40
    Highlight Highlight Ja hei, ei, ei. Da hat es ein wenig pressiert und rausgekommen ist eine krude berufliche Perspektive - so als Erstjob nach 20 Jahren Eishockeyprofi. Die Rollen, die der Mann in den letzten Jahren meistens einnahm, waren dann doch ein wenig zu prominent um das erwähnte Charisma gleich mal auf einem Verbandssessel zu verfurzen.
  • mukeleven 30.10.2017 20:29
    Highlight Highlight ah, bei klaus ist wieder ‘human ressources’ time?!
  • Bruno Wüthrich 30.10.2017 19:19
    Highlight Highlight Chapeau, Mark Streit. Well done!

    Doch: Wie die Schweiz braucht auch der SIHF keine repräsentative Monarchie. Ein Präsident muss auch gestalten und etwas bewegen wollen. Egal, was die Strukturen vorsehen.

    Zudem: Charisma ist nicht einfach Charisma. Mark Streit hatte grosses Charisma als Spieler - als Führungsspieler! Und als Mensch! Aber als Verbandspräsident? Das weiss auch Klaus Zaugg noch nicht. Oder würde man Mark Streit nur ehrenhalber auf diesen Stuhl setzen? Eher nicht. Oder?

    Vermutung: Klaus Zaugg möchte einen Präsidienten, gegen den man auch mal etwas polemisieren kann.
  • Tikkanen 30.10.2017 18:53
    Highlight Highlight ...herrliche Würdigung eines grossen Sportlers. Bravo Chlöisu👏🏻Ja, tatsächlich hat Europas grösstes Hockeyunternehmen ihn jetzt nicht mehr verpflichten wollen. Und das war 100% die richtige Entscheidung, sowohl aus Sicht des Serienmeisters als auch aus Sicht Streit😳 Item, Streit wird in alle Zeiten als sympathischer Chrampfer in Erinnerung bleiben, ein wahres Vorbild👍🏻Sein Verhalten am heurigen Unspunnen spricht Bände, mit Joslä und Nino verzichtete er auf die angebotenen VIP Plätze und sass bei uns Normalsterblichen. Chapeau Mark, viel Glück und Gesundheit für dich und deine Lieben🤗🍻
  • Lümmel 30.10.2017 18:47
    Highlight Highlight Er könnte auch Kolummnist werden, damit mal jemand Artikel über Berner Clubs schreibt.
  • Tikkanen 30.10.2017 17:15
    Highlight Highlight ...Streit kann gut in Rente gehen. Schliesslich hat er es in Tampa unter Hallendach geschafft...
    Benutzer Bild
    • Lümmel 30.10.2017 18:14
      Highlight Highlight Man munkelt sein Agent wollte ihn beim SCB unterbringen. Darum der schnelle Rücktritt.
  • Ehringer 30.10.2017 17:09
    Highlight Highlight Merci Mark für aues, wo du für de Sport hesch gmacht. Schad, isch di Karriere chli undankbar z'Endi gange, aber das änderet nütt a dem, wo du erreicht hesch. Merci!
  • Züzi31 30.10.2017 17:01
    Highlight Highlight Gratulation für eine riesen Karriere! Danke auch für deine Zeit beim Z, insbesondere den Titel im 2001. Unglaublich wie lange das bereits wieder her ist.
    • AllknowingP 31.10.2017 08:37
      Highlight Highlight Schön wars !
  • Potzblitz36 30.10.2017 17:01
    Highlight Highlight Eine grosse Karriere geht somit zu Ende. Streit hat aus seinem Talent das beste herausgeholt und war für viele andere Schweizer Hockeyspieler ein Türöffner. Das sein Name auf dem Stanley Cup steht ist einfach nur verdient und zeigt, welche Wertschätzung er sich in der NHL erarbeitet hat.

    Und dass er sich die NLA nicht mehr antut ist genau die richtige Entscheidung!

    Bravo Mark Streit!
  • Eduard Laser 30.10.2017 16:59
    Highlight Highlight Wird seine Nummer in Tampa Bay gesperrt?

    #tampabaylegend
    • Sean Amini 30.10.2017 17:06
      Highlight Highlight hahaah THE LEGEND. Das Trikot hängt bestimmt schon an der Decke
    • Coliander 30.10.2017 18:30
      Highlight Highlight Welche nummer hatte er in Tampa? 🤔
    • Tavares 30.10.2017 19:19
      Highlight Highlight Alles andere wäre eine arge Enttäuschung!
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